Studieren mit Kind

Tipps und Infos

Studium mit Kind(31.03.2014) Ein Studium und ein eigenes Kind organisatorisch auf einen Nenner zu bringen, ist definitiv keine leichte Hürde. Neben der Finanzierung des Studiums und des Lebensunterhaltes muss auch für eine ausreichende Kinderbetreuung gesorgt werden, obwohl nicht immer die passenden Angebote bereit stehen. Aus diesem Grund erfordert gerade das Studieren mit einem Kind eine effiziente Zeitplanung und die sinnvolle Ausnutzung aller gegebenen finanziellen Ressourcen, ohne die diese Aufgabe kaum zu meistern wäre. 

Im Folgenden wird deshalb eine Übersicht über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, aber auch über entsprechende Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung gestellt. Die Informationen dürften eine große Hilfestellung bieten und Studenten, die sich trotz Kind für ein Studium entscheiden, eine sehr gute Übersicht über die Möglichkeiten geben.

Finanzierung eines Studiums mit Kind

Finanzierung Studieren mit KindEin Studium mit Kind ist eine Doppelbelastung, der nur wenige Eltern wirklich standhalten können. Neben den zeitlichen Problemen spielt dabei natürlich auch der finanzielle Aspekt eine sehr wichtige Rolle. Oftmals ist das Geld in der Studienzeit auch für normale Studenten knapp bemessen, aber mit einem Kind liegen die Ausgaben nochmal ein ganzes Stück höher, was sich oftmals als das größte Problem beim Studieren mit Kind darstellt. Der zeitliche Spielraum für einen Studentenjob ist zumindest für die Mutter relativ gering, so dass man in der Regel auf Hilfsmaßnahmen verschiedener Art zurückgreifen sollte.

In diesem Bereich gibt es äußerst viele Möglichkeiten, die man einzeln oder in Kombination nutzen kann und die einem den Studienalltag zumindest in finanzieller Hinsicht stark erleichtern können. Zu den Leistungen gehören das Elterngeld, das Mutterschaftsgeld, der Kinderbetreuungszuschlag beim BAföG, spezielle Stipendien für Studentinnen mit Kindern und der Bildungskredit. Weitere Möglichkeiten ergeben sich unter Umständen aus dem ALG II, einem eventuellen Unterhaltsvorschuss, oder aus Leistungen der Bundesstiftung Mutter und Kind. Die einzelnen Punkte werden nachfolgend alle detailliert beschrieben, um genau aufzuzeigen, bei welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe sie das Studieren mit Kind finanziell erleichtern können.

Elterngeld

Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung für entfallenes Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Widmen sich die Eltern nach der Geburt eines Kindes der Betreuung und verzichten zunächst auf die Karriere, so erhalten sie 65 bis 100 Prozent (höchstens 1.800 Euro) des durchschnittlichen Nettoeinkommens vor der Geburt als Elterngeld vom Jugendamt für bis zu 14 Monate.

Studenten erhalten im Regelfall den Mindestbetrag

Wer voher kein oder nur sehr niedriges Einkommen hatte, erhält den Mindestbetrag von 300 Euro, was auf Studenten in den meisten Fällen zutreffen wird. Voraussetzung für Eltern ist, dass diese nach der Geburt ihrer Erwerbstätigkeit auch höchstens 30 Wochenstunden herunterschrauben. Diese Grenze gilt allerdings nicht für Studenten und Auszubildende, die sich in Berufsausbildung befinden.

Für Studenten mit einem Neugeborenen ist das Elterngeld eine unverzichtbare Einnahmequelle, die zudem auch mit anderen Sozialleistungen (außer Hartz IV) kombiniert werden kann. Ausführliche Infos zu Berechnung und Höhe, Geschwisterbonus, Anrechnung etc. finden Sie unter Elterngeld.

Betreuungsgeld

Eltern, die keine öffentlich bereitgestellten Kitas in Anspruch nehmen und stattdessen ihr Kind zu Hause betreuuen, erhalten ab dem 01.08.2013 das neu eingeführte Betreuungsgeld. Zunächst muss aber der Elterngeldanspruch (bis zu 14 Monate, siehe oben) verbraucht sein, wehalb die Leistungen des Betreuungsgeldes erst ab dem 15. bis zum 36. Lebensmonat (max. 22 Monate) des Kindes fließen. Antragsberechtigt sind Eltern, deren Kinder nach dem 31.07.2012 geboren wurden.

Das Betreuungsgeld beträgt je Kind 100 Euro monatlich und wird ab 01.08.2014 auf 150 Euro monatlich erhöht.

Mit der Einführung des Betreuungsgeldes entsteht auch ein gesetzlicher Anspruch auf die Unterbringung des Kindes in einer Kita.

Besonderheiten bei Studenten mit BAföG

Wie auch beim Elterngeld, findet eine Anrechnung von Betreuungsgeld auf BAföG erst über 300 Euro an. Demzufolge müssten Studierende mit Ausbildungsförderung in den ersten zwölf Monaten des Bezuges Vierlinge und in den darauffolgenden Monaten Drillinge haben, damit es überhaupt zu einer Anrechnung kommt.

Quelle: Familienministerium http://www.bmfsfj.de

Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld ist eine staatliche Leistung, die man im Zeitraum von 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes erhält. Nur wer vorher eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, kann das Mutterschaftsgeld beantragen, wobei es wichtig ist, ob man selbst krankenversichert oder aber über eine Familienversicherung abgesichert ist. Im ersten Fall kann man die entsprechenden Leistungen von der eigenen Krankenkasse beantragen und maximal bis zu 13 Euro täglich (403 Euro monatlich) als Lohnersatzleistung erhalten.

Familienversicherte und Versicherte in der privaten Krankenversicherung können dagegen lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt beantragen. Das Mutterschaftsgeld kann sowohl bei einer Vollbeschäftigung, einem Teilzeitjob, als auch bei der Ausübung eines Minijobs beantragt werden.

Quelle: http://www.familien-wegweiser.de

Kindergeld

Für minderjährige Kinder wird Kindergeld ohne Voraussetzungen von den Familienkassen (auf Antrag!) gezahlt. Damit haben auch studierende Eltern einen Anspruch für ihren Sprössling und sollten unbedingt einen Kindergeldantrag stellen. Die Höhe des Kindergeldes beträgt:

  • 1.+ 2. Kind: 184 €
  • 3. Kind: 195 €
  • 4. Kind und mehr: 215 €

Studierende für sich selbst Kindergeld?

Bekommen Studenten ein Kind, erlischt der Anspruch auf das eigene Kindergeld nicht. Vielmehr ist der Kindergeldanspruch bei Volljährigen davon abhängig, ob diese sich in einer Berufsausbildung/ Studium befinden. In diesem Fall wird Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Mehr dazu unter Kindergeld für volljähriges Kind

Mehrbedarf nach Hartz IV

In der Regel sind Studenten vom ALG II ausgeschlossen, jedoch gibt es einige besondere Härtefälle, in denen entsprechende Leistungen doch bewilligt werden. Hier müssen jedoch schon ganz triftige Gründe vorliegen, zumal die Entscheidung dafür im Ermessen der jeweiligen Behörde liegt. Nur wenn die Verweigerung unzumutbar ist und als besondere Härte und unbillig bezeichnet werden kann, besteht eine Chance, einen bestimmten Mehrbedarf des ALG II geltend zu machen. Ein Härtefall liegt beispielsweise bei einer Behinderung, Schwangerschaft oder bei bestehender Mutterschaft vor. Dabei gehen die Mehrbedarfe prozentual vom Hartz IV Regelsatz aus, der aktuell ab 2014 bei 391 Euro liegt (Bis 31.12.2013 382 Euro).

Diese Mehrbedarfe sind unterschiedlich eingeteilt, denn es gibt sowohl einen Mehrbedarf für Schwangere ab der 12. Schwangerschaftswoche (§ 21 Abs. 2 SGB II), der 17% des Regelsatzes und damit 66,47 Euro für Alleinstehende und 59,84 Euro für Paare beträgt. Ein weiterer Mehrbedarf gilt für Alleinerziehende (§ 21 Abs. 3 SGB II) , die ein Kind unter 7 Jahren oder 2 Kinder unter 16 Jahren betreuen, wobei hier 36% des Regelsatzes, beziehungsweise 140,76 Euro veranschlagt werden. Die dritte Möglichkeit ist eine einmalige Leistung wegen der Schwangerschaft und zur Erstausstattung, die gewährt werden kann, wenn das eigene Einkommen unterhalb des ALG II-Regelsatzes liegt und man bestimmte Dinge wie einen Kinderwagen, Babykleidung oder auch ein Kinderbett benötigt.

Wer sich wegen der Schwangerschaft beurlauben lässt, kann wesentlich einfacher an Leistungen des ALG II kommen, erhält dafür während der Urlaubszeit jedoch auch keine BAföG Förderung mehr.

Den gesamten Artikel zum Them Arbeitslosengeld II lesen Sie im Magazin unter Hartz IV für Studenten

BAföG-Kinderbetreuungszuschlag als finanzielle Unterstützung

Wer sein Studium wegen der Schwangerschaft nicht länger als 3 Monate ruhen lässt, kann verbesserte Bedingungen beim BAföG in Anspruch nehmen. So steht studierenden Eltern zum Beispiel ein Kinderbetreuungszuschlag nach § 14 b BAföG zu, der für das erste Kind 113 Euro und für jedes weitere immerhin noch 85 Euro beträgt. Der Antrag dafür muss gesondert gestellt werden, jedoch bekommt man den Zuschlag dann auch rückwirkend gezahlt, wenn der Antrag noch vor Ende des Bewilligungszeitraumes beim BAföG-Amt eintrifft.

Darüber hinaus kann das Studieren mit Kind jedoch auch noch andere Erleichterungen in Bezug auf BAföG mit sich bringen. So wird generell die Förderhöchstdauer um ein Semester angehoben und vom ersten bis zum fünften Lebensjahr des Kindes ist eine Erhöhung von einem Semester pro Lebensjahr möglich. Für das 6. und 7. Lebensjahr wird zusammen ein weiteres Semester zur Förderhöchstdauer addiert, sowie genauso noch einmal für das 8. – 10. Lebensjahr.

Stipendium

Dass ein Studium mit Kind keine leichte Aufgabe ist, haben sich auch einige Stiftungen verinnerlicht, die speziell auf die Probleme von Studierenden mit Kindern fokussiert sind. Oftmals sind die dort vergebenen Stipendien allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft. Diese Bedingungen können vom Geschlecht, der sozialen Herkunft, aber auch des Studiengangs ausgehen, dass der Student gewählt hat.

Als Beispiel für ein solches Stipendium gilt die Heinrich-Böll Stiftung, die sich speziell um Belange von Frauen kümmert und somit eine gute Möglichkeit bietet, sich beim Studieren mit Kind finanziell unterstützen zu lassen. Es wird allerdings eine gewisse ökologische Grundhaltung und eine gewaltfreie Einstellung erwartet und darüber hinaus werden bevorzugt geisteswissenschaftliche Studiengänge gefördert.

Eine weitere Anlaufstelle für solche Stipendien ist die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung, die allerdings nur Frauen fördert, die sich für eine Doktorarbeit in naturwissenschaftlichen Fächern oder im medizinischen Bereich bewerben.

Unterhaltsvorschuss

Der Unterhaltsvorschuss ist eine Leistung, die nur von alleinerziehenden Eltern beantragt werden kann. Dies ist immer dann möglich, wenn der andere Elternteil, der nicht im gleichen Haushalt lebt, entweder keinen Unterhalt zahlen kann oder will. Der Antrag auf den Unterhaltsvorschuss muss beim örtlichen Jugendamt gestellt werden, wobei jedoch maximal bis zu einem Kindesalter von 12 Jahren ein Unterhaltsvorschuss geleistet wird. Dieser ist wie folgt gestaffelt und richtet sich nach den Regelungen im BGB zum Mindestunterhalt für Minderjährige, der ab 01.01.2010 in folgender Höhe gilt:

  • Kinder von 0 – 5 Jahren: 133 Euro monatlich
  • Kinder von 6 bis 12 Jahren: 180 Euro monatlich

Dabei liegen die Werte jeweils bei 317 Euro und 354 Euro, jedoch wird von diesen Beträgen das volle Kindergeld (184 Euro) abgezogen, so dass sich oben genannte Beträge ergeben.

Mehr zu diesem Thema auf der Seite www.unterhaltsvorschuss.org

Bundesstiftung Mutter und Kind

Die Bundesstiftung Mutter und Kind ist ein sogenannter Retter in letzter Not, was soviel bedeutet, dass man dort nur finanzielle Leistungen erhält, wenn andere Sozialleistungen absolut nicht ausreichen. Wer also in einer echten Notsituation steckt und sein Studium mit Kind sonst abbrechen müsste, kann sich an die Bundesstiftung Mutter und Kind wenden. Diese prüft die Einkommenssituation und entscheidet im Einzelfall, ob Leistungen gewährt werden oder nicht. Voraussetzung für eine Förderung ist allerdings ein ständiger Wohnsitz in Deutschland und darüber hinaus auch der Besuch einer Beratungsstelle für Schwangere. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen der Stiftung besteht leider nicht.

Wer merkt, dass die eigenen finanziellen Mittel im Studium nicht ausreichen, der sollte sich auf jeden Fall an die Bundesstiftung Mutter und Kind wenden. Allerdings ist es wichtig, vorher bereits den Versuch gestartet zu haben, andere Sozialleistungen zu erhalten. Nur wenn diese Leistungen nicht ausreichen, kann entsprechende Hilfe bewilligt werden.

Die Leistungen aus der Bundesstiftung werden nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet, insbesondere nicht auf ALG II, Sozialhilfe etc. Mehr dazu auf der Seite der Bundestiftung Mutter und Kind des BMJ: http://www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de/informationen.html

Kinderbetreuung

KinderbetreuungNeben den finanziellen Problemen muss beim Studieren mit Kind auch immer darauf geachtet werden, dass eine entsprechende Kinderbetreuung gewährleistet ist. Mittlerweile gibt es wirklich viele Angebote, die man in Anspruch nehmen kann, jedoch kosten einige nicht gerade wenig Geld.

Die günstigste Alternative ist oftmals, Angebote direkt an der Universität wahrzunehmen, an der man studiert. Vor allem in größeren Unis werden mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten geboten wie zum Beispiel ein Uni-Kindergarten, Wickelräume und auch Stillzimmer. Diese Optionen sind jedoch von Uni zu Uni verschieden und sollten bereits vor der Geburt des Kindes recherchiert werden, damit man weiß, ob das Angebot ausreichend ist.

Für Kinder unter 3 Jahren bieten sich Krabbelgruppen oder Tageseltern an

Da man Kinder unter 3 Jahren nur äußerst selten in einem Kindergarten oder gar einer Kindertagesstätte unterbringen kann, muss man andere Angebote in Anspruch nehmen. Eine gute Möglichkeit sind sogenannte Kinderkrippen oder auch Krabbelstuben, die entweder von den Kirchen, von staatlicher Seite oder von privaten Trägern angeboten werden. Eine weitere Möglichkeit sind Tageseltern, die man am einfachsten über einschlägige Vereine kontaktieren kann. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass bei besonders geringem Einkommen die Kosten einer Tagesmutter vom Jugendamt getragen werden können.

Kindertagesstätten haben oftmals unflexible Zeiten

Für Kinder über 3 Jahren ist es oftmals kein Problem, einen Platz in einer Kindertagesstätte zu finden. Auch diese werden meist entweder staatlich oder von kirchlichen Trägern angeboten, bringen jedoch auch einen nicht unerheblichen monatlichen Kostenbeitrag mit sich. Dieser variiert zwar mit dem verfügbaren Einkommen, kann jedoch mitunter bis zu 380 Euro monatlich betragen. Darüber hinaus sind die Zeiten der Kindertagesstätte keinesfalls so abgestimmt, dass sie sich immer mit einem Studium vereinbaren lassen. Vor allem bei abendlichen Vorlesungen muss eine Alternative in der Kinderbetreuung gefunden werden.

Seit 01. August 2013 haben alle Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kita oder Kindergarten. Diese Regelung wurde zusammen mit dem Betreuungsgeld eingeführt.

Kinderhort als Alternative für ältere Kinder

Wer sein Studium mit Kind erst beginnt, wenn die Tochter oder der Sohn bereits älter ist, kann die Option des Kinderhortes nutzen. In einem Kinderhort können Kinder oftmals bis zum 12. Lebensjahr untergebracht werden und erhalten neben einem Mittagessen meist auch noch eine Betreuung bei der Erledigung der Hausaufgaben. Auch hier fällt ein monatlicher Kostenbeitrag an, der sich in den meisten Fällen im Rahmen von 120 Euro bewegt, jedoch auch vom Einkommen abhängig gemacht wird.

Fazit: Viele verschiedene Optionen sind möglich

Die Kinderbetreuung beim Studieren mit Kind ist mittlerweile ein Thema, welches auch von staatlicher Seite ernst genommen wird. Man versucht, ein möglichst breites Angebot zur Verfügung zu stellen, so dass jeder Student seinen Nachwuchs zu den benötigten Zeiten in geschulte Hände geben kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass solche Betreuungsangebote in Großstädten meistens wesentlich ausgeprägter sind, als in kleineren Orten, wo auch die Infrastruktur der Universität eher klein ausfällt. Wer also die Möglichkeit hat, sein Studium an einer großen Uni zu absolvieren sollte dies in Bezug auf die Kinderbetreuung auf jeden Fall tun.

Studienplanung

Das Studieren mit Kind ist grundsätzlich ein Prozess, der sich besonders schwierig planen lässt. Trotzdem ist es äußerst sinnvoll, bereits ganz am Anfang zu schauen, in welchem Zeitraum man sein Studium abschließen möchte. Ein Studienverlaufsplan kann hier also sehr hilfreich sein, wobei man aber immer damit rechnen sollte, dass man ein bis zwei Semester dranhängen muss, weil das Kind vielleicht krank geworden ist, oder Probleme mit der Kinderbetreuung entstehen, die man zunächst in den Griff kriegen muss. Von solchen Rückschlägen darf man sich jedoch nicht entmutigen lassen, sondern man sollte einfach da anknüpfen, wo man vorher aufgehört hat. Wichtig ist vor allem, immer das Ziel im Blick zu haben und sich nicht irgendwann im Alltag zu verlieren und das Studium deshalb letztendlich aufzugeben.

Weitere Hilfe kann hier zum Beispiel auch ein intensiver Dialog mit den Professoren oder den Studierendenvertretern sein, die einen in schwierigen Situationen unterstützen können. Wenn ein Lehrender weiß, dass man in einer besonders schwierigen Lage steckt, ist er nämlich auch eher bereit, entsprechende Hilfestellungen zu geben. Darüber hinaus sollte das Ganze natürlich auch mit dem eigenen Lebenspartner so koordiniert werden, dass man sich gegenseitig so gut wie möglich entlastet.

Gesamt-Fazit

Wer sich dafür entscheidet, ein Studium mit Kind zu absolvieren, sollte sich vorher verinnerlichen, dass eine Mammutaufgabe vor ihm liegt. Es gibt zwar sowohl im Bereich der Finanzierung, als auch in der Kinderbetreuung jede Menge Möglichkeiten, Erleichterungen zu erhalten, aber es ist daneben auch einfach eine sehr starke nervliche Belastung, die auf einen zu kommt. Die finanziellen Optionen sind mittlerweile so vielfältig, dass es fast immer eine Möglichkeit gibt, das Studieren mit Kind durchzuziehen. Auch die Kinderbetreuung wird stetig ausgebaut und bietet mittlerweile mannigfaltige Möglichkeiten, die die verschiedensten Einzelfälle abdecken. Trotzdem ist und bleibt ein Studium mit Kind eine schwierige Sache, bei der man davon ausgehen sollte, dass man die Regelstudienzeit oftmals um mehrere Semester überschreitet.