Fernstudium Vor- und Nachteile

Das Fernstudium bietet angehenden Studenten eine gute und interessante Alternative zum herk√∂mmlichen Pr√§senzstudium, jedoch sollte man sich diesen Schritt gut √ľberlegen und im Vorfeld alle m√∂glichen Vorteile und Nachteile abw√§gen. Wird ein Fernstudium – wie auch ein normales Studium – fr√ľhzeitig abgebrochen, ist es nicht nur √§rgerlich sondern auch teuer und der / die Studierende hat zudem sehr viel Zeit und Energie ohne vorzeigbare Ergebnisse investiert.


Fernstudium Vorteile

Der gr√∂√üte Vorteil, den ein Fernstudium im Vergleich zum Pr√§senzstudium bietet, ist die zeitliche Flexibilit√§t. Ob am Morgen oder am Abend, montags oder sonntags gelernt wird, ist ganz den Studierenden √ľberlassen, Hauptsache, sie schaffen das verlangte Pensum. Ein weiterer Pluspunkt ist die r√§umliche Ungebundenheit. Gearbeitet werden kann nahezu √ľberall, wo ein Internetzugang vorhanden ist.

Hinzu kommt, wenn auch nur peripher, der Aspekt Finanzen. Wenn berufsbegleitend studiert wird, ist die Frage nach der Finanzierung zwar pr√§sent, aber weniger raumgreifend. Aufgrund des Einkommens sind die Kosten besser gedeckt ‚Äď oder sollten es zumindest sein. Auf der anderen Seite, wenn das Fernstudium die Hauptbesch√§ftigung darstellt, m√ľssen die Kosten f√ľr das Fernstudium in Relation zu den Ausgaben f√ľr ein Pr√§senzstudium gesetzt werden, wie zum Beispiel ein Umzug in die N√§he der Uni, die Studiengeb√ľhren (sofern sie erhoben werden) und die Fahrtkosten respektive das Semesterticket.

Ein Fernstudium an der Fernuniversit√§t Hagen wird in der Regel g√ľnstiger sein als ein Pr√§senzstudium, alleine schon aus dem Grund, weil keine regelm√§√üigen Fahrtkosten anfallen. Bei privaten Fernhochschulen sieht es etwas anders aus. Hier liegen die Semester- bzw. Kursgeb√ľhren deutlich √ľber dem, was f√ľr ein Pr√§senzstudium bezahlt werden muss. Grunds√§tzlich kann nur √ľber eine individuelle Kalkulation gekl√§rt werden, ob ein Fern- oder ein Pr√§senzstudium unter dem Strich g√ľnstiger ist.

Fernstudium Nachteile

Ein Fernstudium erfolgt, um es √ľbertrieben darzustellen, im stillen K√§mmerlein, allein f√ľr sich. Lediglich in gr√∂√üeren St√§dten oder wenn gemeinsam mit Bekannten studiert wird, gibt es Lerngruppen und damit einen pers√∂nlichen Kontakt. Ansonsten ist man auf sich gestellt, muss sich selbst motivieren und hat lediglich online die M√∂glichkeit, mit Kommilitonen in Kontakt zu treten. Auf die ber√ľhmten Studenten-Partys muss man verzichten. Auch Freundschaften, die √ľber das Studium hinaus Bestand haben, sind beim Fernstudium eher selten.

Hinzu kommt, dass auch der Kontakt zu den Lehrkräften nicht persönlicher Natur ist, sondern auf das Internet und gegebenenfalls auf das Telefon beschränkt ist. Das muss nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Ansprechpartner beim Fernstudium häufig besser und schneller erreichbar sind.

Als weitaus gravierender k√∂nnte sich f√ľr viele der Faktor Zeit herausstellen. Denn die ‚Äěgro√üe Freiheit‚Äú, die ein Fernstudium mit sich bringt, erweist sich oft als Stolperstein. Diese Flexibilit√§t gereicht immer dann zum Nachteil, wenn man nicht konsequent genug ist und das vorgeschriebene Pensum nicht dauerhaft einhalten kann. Ganz so leicht, wie es sich vielleicht darstellt, ist es nicht, Beruf, Familie und das Studium in Einklang zu bringen. Besonders die beruflichen Verpflichtungen sind nur bedingt auf lange Sicht √ľberschaubar. Wenn, setzt es einen Arbeitgeber voraus, der R√ľcksicht auf die zus√§tzliche Belastung nimmt. Ansonsten bringen √úberstunden, neue Aufgabengebiete oder andere Arbeitszeiten die Planung schnell durcheinander.

Berufschancen mit einem Fernstudium

Ob sich durch ein Fernstudium die Chancen auf einen gut oder besser bezahlten Job verbessern, l√§sst sich nur schwer vorhersagen. Wirtschaftslage, Studiengang, Nachfrage, Pers√∂nlichkeit ‚Äď das sind nur einige Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Eine Garantie, dass ein mit ‚Äěsehr gut‚Äú abgeschlossenes Studium schneller zum Erfolg f√ľhrt, gibt es jedenfalls nicht. Das sollte nicht dar√ľber hinwegt√§uschen, dass ein Fernstudium von vielen Personalchefs durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen wird, insbesondere, wenn das Studium neben dem Beruf oder mit Kind absolviert wurde. Dazu tr√§gt weniger die Tatsache bei, dass √ľberhaupt studiert wurde, sondern vielmehr der Aspekt, dass die Bewerberin/der Bewerber Job bzw. Familie und das Studium unter einen Hut gebracht und Durchhaltewillen gezeigt hat.

Das sind Eigenschaften, die in der freien Wirtschaft durchaus gefragt sind. Es erfordert sehr viel Eigeninitiative, ein gutes Zeitmanagement und Biss, um ein Fernstudium zu Ende zu f√ľhren. Viele scheitern entweder, weil sie den zeitlichen Aufwand untersch√§tzt haben oder nicht konsequent genug waren. Ein Abschluss beweist, dass man diese Widrigkeiten umschifft hat und Organisationstalent besitzt. √úber die fachliche Qualifikation sagt das zwar noch nichts, wohl aber √ľber den Charakter. Und der z√§hlt inzwischen mindestens genauso viel, wenn es um die Vergabe von Jobs geht. Bringt man zudem noch das gew√ľnschte Fachwissen mit, kann sich das Fernstudium sp√§ter sehr wohl als ‚ÄěT√ľr√∂ffner‚Äú erweisen.