Schüler-BAföG - 2021 - Ausbildungsförderung in der Schulzeit

BAföG Ausbildungsförderung auch für Schüler(14.06.2021) Bei der Frage nach den Unterschieden zwischen Schüler-BAföG und BAföG für Studierende kommen selbst Experten manchmal ins Schwitzen, da das Gesetz keine Trennung zwischen beiden Arten vornimmt, sondern die jeweiligen Fälle nach der Schulform differenziert, die der Antragssteller besuchen möchte.

So werden bspw. Schüler höherer Fachschulen und Akademien fast so behandelt wie Studierende, während alle anderen förderungsfähigen Schularten in der Regel mit Sonderregelungen bedacht wurden. Neben der Schulart bestimmen zusätzlich weitere Faktoren, ob man Schüler-BAföG erhält und wie hoch der Förderungssatz liegt.

Wer hat Anspruch auf Schüler-BAföG?

Es gibt eine ganze Reihe von Schulformen, bei dessen Besuch der Schüler berechtigt ist, Schüler-BAföG in Anspruch zu nehmen. Neben der Schulart wird jedoch immer noch nach weiteren Faktoren differenziert, wobei hier vor allem die Frage gestellt wird, ob der Antragsteller noch bei seinen Eltern wohnt, oder aus wichtigen Gründen bereits seinen eigenen Haushalt führt.

Wer beispielsweise noch bei seinen Eltern wohnt und das Gymnasium auf dem normalen Schulweg über die 10. Klasse hinaus besuchen möchte, hat im Normalfall keinen BAföG Anspruch. Gleiches gilt für Fachoberschulen, die man besuchen kann, ohne vorher eine Berufsausbildung absolviert zu haben.

Wohnt man dagegen in den oben genannten Fällen nicht mehr bei seinen Eltern und kann nachweisen, dass entweder die Schule zu weit vom Elternhaus entfernt liegt, man bereits seinen eigenen Haushalt führt und die eigenen Kinder betreut, oder man bereits verheiratet war oder ist, ist eine Förderung durchaus möglich.

  • Berufsfachschule (Fachschule) ohne Voraussetzung der vorherigen Berufsausbildung (Ausbildungsdauer weniger als 2 Jahre und keine Vermittlung eines berufsqualifizierenden Abschlusses)
  • Fachoberschule (FOS) ohne Voraussetzung der vorherigen Berufsausbildung
  • Klasse für die berufliche Grundbildung
  • Ab der 10. Klasse
    • Gymnasium
    • Realschule
    • Gesamtschule
    • Hauptschule

Diese Schulformen werden nur gefördert, wenn Ihr nicht mehr bei den Eltern wohnt und folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Schulweg ist zu weit vom Elternhaus
  • es liegt ein eigener Hausstand vor und es werden eigene Kinder von Euch betreut
  • Ihr seid verheiratet oder geschieden

Liegen diese Voraussetzungen nicht bei Euch vor, so besteht kein Anspruch auf Schüler BAföG. Ersatzweise besteht aber bei Hilfebedürftigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) nach § 7 Abs. 6 Nr. 1 SGB II. Lebt ihr noch bei den Eltern, so besteht überhaupt kein Anspruch.

Erfüllt Ihr die Voraussetzungen und habt demnach Anspruch auf BAföG, so könnt Ihr mit folgenden BAföG (Höchst!) Sätzen rechnen:

(in Klammern die Beträge für vergangene Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2019 bzw. 01.10.2019)

Bedarfsbeträge mit eigenem Hausstand
Grundbeitrag 585 € (504 €)
KV-Zuschlag 84 € (71 €)
PV-Zuschlag 25 € (15 €)
Höchstbetrag 694 € (590 €)
  • Berufsfachschule (Fachschule) ohne Voraussetzung der vorherigen Berufsausbildung (Ausbildungsdauer mindestens 2 Jahre und sofern ein berufsqualifizierender Abschluss vermittelt wird)
  • Berufskolleg (der 2-jährigen Berufsfachschule mit berufsqualifizierendem Abschluss gleichgestellt). Das Berufskolleg gibt es nicht einheitlich in der ganzen Bundesrepublik sondern nur in einigen Bundesländern.

Diese Schulform wird gefördert, wenn Ihr sowohl bei den Eltern wohnt als auch nicht mehr bei den Eltern wohnt. Dabei muss der Auszubildende seit der 23. BAföG-Novelle nicht mehr begründen, warum er nicht mehr bei den Eltern wohnt, um den höheren Grundbedarf zu erhalten.

Sollte die Förderung zu gering ausfallen, insbesondere, wenn ihr bei den Eltern wohnt, so besteht ggfls. ergänzender Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Wenn Ihr gefördert werdet, könnt ihr mit (höchstens) folgenden Sätzen rechnen:

(in Klammern die Beträge für vergangene Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2019 bzw. 01.10.2019)

Bedarfsbeträge ohne eigenen Hausstand mit eigenem Hausstand
Grundbeitrag 247 € (231 €) 585 € (504 €)
KV-Zuschlag 84 € (71 €) 84 € (71 €)
PV-Zuschlag 25 € (15 €) 25 € (15 €)
Höchstbetrag 356 € (317 €) 694 € (590 €)
  • Akademie
  • Höhere Fachschule (Fachhochschule)
  • Hochschulen

Diese Schulform wird ohne weitere Voraussetzungen gefördert.

Wenn ihr gefördert werdet, könnt ihr mit (höchstens) folgenden Sätzen rechnen:

(in Klammern die Beträge für vergangene Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2019 bzw. 01.10.2019)

Bedarfsbeträge ohne eigenen Hausstand mit eigenem Hausstand
Grundbeitrag 483 € (399 €)  752 € (399 €)
KV-Zuschlag 84 € (71 €) 84 € (71 €)
PV-Zuschlag 25 € (15 €) 25 € (15 €)
Höchstbetrag 592 € (537 €) 861 € (735 €)
  • Fachschulen (mit Voraussetzung der vorherigen Berufsausbildung)
  • Abendgymnasium
  • Kolleg (nicht Berufskolleg!)

Beim Abendgymnasium erhaltet ihr die BAföG-Förderung nur während der letzten drei Halbjahre, in denen der Vollzeit-Schulbesuch ansteht. Davor bleibt nur die Berufstätigkeit oder alternativ Hartz IV.

Das Kolleg wird ohne weitere Voraussetzungen gefördert. Das Kolleg ist keinesfalls mit dem Berufskolleg zu verwechseln, da dessen Schulabschluss das Abitur ist, unter der Voraussetzung einer mehrjährigen Berufstätigkeit.

Wenn ihr gefördert werdet, könnt ihr mit (höchstens) folgenden Sätzen rechnen:

(in Klammern die Beträge für vergangene Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2019 bzw. 01.10.2019

Bedarfsbeträge ohne eigenen Hausstand mit eigenem Hausstand
Grundbeitrag 454 € (372 €) 723 € (372 €)
KV-Zuschlag 84 € (71 €)  84 € (71 €)
PV-Zuschlag 25 € (15 €) 25 € (15 €)
Höchstbetrag 563 € (510 €) 832 € (708 €)
  • Abendhauptschule
  • Abendrealschule
  • Berufsaufbauschule
  • Fachoberschule (mit Voraussetzung der abgeschlossenen Berufsausbildung)

Zu dieser Schulform zählt der direkte Weg in die 12. Klasse, das heißt die 11. Klasse wurde aufgrund der abgeschlossenen Berufsausbildung (Voraussetzung) übersprungen.

Förderung durch das Schüler-BAföG ist nur im letzten Jahr vor dem Abschluss möglich.

Wenn ihr gefördert werdet, könnt ihr mit (höchstens) folgenden Sätzen rechnen:

(in Klammern die Beträge für vergangene Bewilligungszeiträume vor dem 01.08.2019 bzw. 01.10.2019)

Bedarfsbeträge ohne eigenen Hausstand mit eigenem Hausstand
Grundbeitrag 448 € (418 €) 681 € (587 €)
KV-Zuschlag 84 € (71 €) 84 € (71 €)
PV-Zuschlag 25 € (15 €) 25 € (15 €)
Höchstbetrag 557 € (504 €) 790 € (673 €)

Sonderfälle bezüglich des eigenen Haushaltes

In einigen Fällen wird eine Förderung mittels Schüler-BAföG für Schüler bewilligt, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, obwohl sie noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Hierfür werden jedoch strengere Kriterien angelegt, weil man in der Regel davon ausgeht, dass eine Person ohne Berufsausbildung zur Vollendung seiner Ausbildung noch zu Hause wohnt, solange keine besonderen Umstände vorliegen.

Zu große Entfernung zwischen Elternhaus und Ausbildungsstätte

Besondere Umstände sind im Sinne dieser Regelung vor allem dann gegeben, wenn die Ausbildungsstätte zu weit vom Elternhaus entfernt ist. Dabei geht es jedoch nicht um eine frei gewählte Schule, sondern um die dem Elternhaus am nächsten gelegene entsprechend zumutbare Lehranstalt, an der man den gewünschten Abschluss machen kann.

Die Entfernung zwischen Elternhaus und Ausbildungsstätte gilt dann als zu weit, wenn an 3 Wochentagen eine Wegzeit für Hin- und Rückfahrt von mindestens 2 Stunden anfällt. Hinzugerechnet werden können sowohl die Wartezeiten auf Verkehrsmittel, als auch der Fußweg, wobei hier für jeden angefangenen Kilometer 15 Minuten angesetzt werden dürfen.

Es zählt dabei jedoch immer die günstigste Verkehrsanbindung, so dass in Kauf genommene Umwege nicht in die Berechnung mit einfließen dürfen. Natürlich können individuelle Krankheiten oder Behinderungen auch schon bei wesentlich geringeren Wegzeiten dazu führen, dass trotzdem Schüler-BAföG bewilligt wird.

Wohngemeinschaft zählt als eigener Haushalt

Ein eigener Haushalt ist zudem in den oben beschriebenen Fällen erst dann gegeben, wenn dafür neben einer eigenen Wohnung auch entsprechend eigene Haushaltsutensilien vorhanden sind. Das Leben in einer WG wird im Regelfall als eigener Haushalt anerkannt, wohingegen ein möbliertes Zimmer oftmals nicht ausreicht, um ein eigenen Hausstand nachzuweisen.

Antrag auf Schüler BAföG (§ 46 BAföG)

Der Antrag beim Schüler BAföG erfolgt ebenso wie bei dem „normalen“ Studierenden BAföG über die Formblätter (siehe: BAföG Antrag). Wenn beide Eltern zusammenleben oder in einem (Land-)kreis, dann gilt das Amt für Ausbildungsförderung, in dem die Eltern leben. Sollten die Eltern in verschiedenen (Land-)kreisen getrennt leben, so muss man Schüler BAföG bei dem Amt beantragen, welches für den Ort der besuchten Schule zuständig ist.

Tipp: Anders als beim Studierenden BAföG müssen beim Schüler BAföG keine Leistungsnachweise erbracht werden, womit das Formblatt 5 nicht nötig ist. Um keine Verzögerungen in Kauf zu nehmen, sollte man Schüler BAföG rechtzeitig beantragen, am besten 6-8 Wochen oder früher, vor dem Schulbeginn.

Wie viel Schüler BAföG steht mir zu?

Das Schüler-BAföG setzt sich wie das Studierenden-BAföG aus 4 Komponenten zusammen, die zum Teil betragsmäßig aufgrund der Schulart differieren, jedoch natürlich auch immer vom Einzelfall abhängen. Bei den 4 Komponenten handelt es sich um den

  • Grundbetrag (§ 13 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 und Abs. 3a BAföG)
  • Zuschuss zu den Mietkosten (§ 13 Abs. 3 BAföG)
  • Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung (§ 13a BAföG)
  • Kinderbetreuungszuschlag (§ 14b BAföG)

Den Höchstbetrag von 861 € erhalten bspw. Schüler von Akademien oder Hochschulen, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen.

Hinweis: Die Berechnung des Mietkostenzuschusses erfolgt in der Regel erst, wenn die Miete einen bestimmten fixen Betrag nachweislich übersteigt.

Beispiel: Eine Schülerin besucht eine Berufsfachschule, auf der sie eine zweijährige Berufsausbildung macht. Sie wohnt noch bei ihren Eltern und bezieht 356 € Schüler-BAföG (inkl. KV- und PV-Zuschlag). Würde sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, könnte sie 694 € beziehen.

Der Unterschied beim Schüler-BAföG liegt lediglich darin, dass für bestimmte Schularten der maximal erreichbare Grundbetrag niedriger ist als für Studenten, Auszubildende eines Abendgymnasiums, einer Fachschule, die eine Berufsausbildung voraussetzt und eines Kollegs.

Es werden dabei vom Gesetzgeber insgesamt 5 Abstufungen festgelegt. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Bedarfen und deren Höhe im Detail unter BAföG Bedarf

Kinderbetreuungszuschlag nach § 14b BAföG

Solltet ihr mit eigenen Kindern unter 14 Jahren zusammenleben und diese betreuen, ist es möglich, einen Kinderbetreuungszuschuss nach § 14b BAföG zusätzlich zum Schüler-BAföG zu erhalten, der für jedes Kind pauschal 150 Euro monatlich beträgt (140 Euro für Bewilligungszeiträume ab 01.08.2019 bzw. 01.10.2019). Damit soll gewährleistet werden, dass neben dem Kindergeld und eventuellem Unterhalt sowie Wohngeld auch während der Aus- und Weiterbildung die eigenen Kinder versorgt werden können.

Alle wichtigen Informationen zum Kinderbetreuungszuschlag unter BAföG Kinderbetreuungszuschlag.

Elternunabhängige Förderung (§ 11 Abs. 2 und Abs. 3 BAföG)

Die Regelungen bezüglich der Anrechnung von eigenem Einkommen (§§ 21 ff.) und Vermögen (§§ 26 ff.) beim BAföG für Studierende gelten für das Schüler-BAföG analog. Dies bedeutet, dass sowohl das eigene Einkommen und Vermögen, als auch das eines eventuellen Ehegatten und die Einkünfte der Eltern zu bestimmten Teilen angerechnet werden und so den eigenen Anspruch auf Schüler-BAföG mindern können.

Das elternunabhängige Schüler BAföG stellt also, wie auch beim Studierenden BAföG, eine Ausnahme dar.

Es gibt jedoch einige Sonderfälle, in denen das Einkommen der Eltern nicht auf das Schüler-BAföG angerechnet wird. Hierzu zählen der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) auf dem zweiten Bildungsweg (z.B. Abendgymnasium oder Kolleg)  sowie

  • die Oberstufe der Oberstufen in Baden-Württemberg
  • Berufsoberschulen in Bayern
  • 13. Klassen der Berufsoberschulen in Niedersachsen

Weitere Informationen sowie Voraussetzungen für das elternunabhängige BAföG findet ihr unter Elternunabhängiges BAföG.

Wann muss ich Schüler BAföG zurückzahlen?

Schüler-BAföG wird in der Regel als Vollzuschuss (§ 17 BAföG) gewährt, was bedeutet, dass man das Geld vom Staat geschenkt bekommt. Es fallen also keinerlei Rückzahlungen an, wie dies beim Studierenden-BAföG der Fall ist.

Eine Ausnahme bilden Schüler und Auszubildende an

  • höheren Fachschulen
  • Akademien

Diese erhalten, wie auch Studierende an Universitäten und Fachhochschulen, das Schüler BAföG zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Somit muss die Hälfte der Förderung zurückgezahlt werden.

Übrigens: Der Kinderbetreuungszuschlag nach § 14b BAföG wird immer als Vollzuschuss gewährt und muss also auch von Studierenden an Hochschulen nicht zurückgezahlt werden!

Förderungsdauer beim Schüler BAföG (§ 15 BAföG)

Das Schüler-BAföG wird im Normalfall bis zum Abschluss der Ausbildung gewährt, da man in der Regel davon ausgeht, dass eine schulische Laufbahn durch den Unterricht und die Anwesenheitspflicht fast automatisch voranschreitet.

Schüler BAföG rechtzeitig beantragen

Man sollte den Antrag auf Schüler-BAföG früh genug stellen, da die Förderung erst frühestens mit dem Monat der Antragsstellung beginnen kann. Wer sich hier also verspätet, verschenkt unter Umständen bares Geld.

Unterrichtsfreie Zeit beachten

Ein weiterer wichtiger Punkt liegt in der Begrenzung der unterrichtsfreien Zeit, die vom Gesetzgeber auf 77 Ferienwerktage pro Jahr festgelegt wurde. Liegt der unterrichtsfreie Zeitraum darüber, wird die Förderung für je 26 angefangene Ferienwerktage um einen Monat gekürzt.

Leistungsnachweise nur an Akademien oder höheren Fachschulen

Basierend auf der fehlenden Förderhöchstdauer wird bei einer schulischen Ausbildung normalerweise auf entsprechende Leistungsnachweise verzichtet. Man geht davon aus, dass die Ausbildung wie geplant voranschreitet und der geförderte Schüler am Ende den Abschluss erhält.

Dies gilt auch für den Fall, dass der Schüler eine Klasse wiederholen muss. Mit einer Wiederholung erlischt der Anspruch auf BAföG nicht, denn es wird weiter davon ausgegangen, dass der Schüler den angestrebten Abschluss schafft.

Achtung: Nur bei Ausbildungen an einer Akademie oder höheren Fachschule müssen entsprechende Lernfortschritte wie im Studium nachgewiesen werden, um auch weiterhin eine Förderung durch das Schüler-BAföG zu erhalten.

Fachrichtungswechsel (§ 7 Abs. 3 BAföG)

Wer als Studierender BAföG beantragt und nach dem 4. Semester einen Fachrichtungswechsel vollzieht, kann nur noch mit einer weiteren Förderung rechnen, wenn ein unabweisbarer Grund für den Wechsel vorliegt. Genauso verhält es sich auch, wenn man an einer Akademie oder höheren Fachschule eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung absolviert. Oftmals ist es jedoch schon nach dem 3. Fachsemester schwierig, einen entsprechenden Fachrichtungswechsel vorzunehmen, weil dann oftmals der wichtige Grund aberkannt wird.

Ein Fachrichtungswechsel ist dagegen sowohl bei den allgemein bildenden Schulen, als auch bei berufsqualifizierenden Ausbildungsgängen an öffentlichen Schulen wesentlich unkomplizierter und kann auch später noch problemlos in Angriff genommen werden. Da bei diesen Ausbildungen das Schüler-BAföG eigentlich immer bis zum erfolgreichen Abschluss gezahlt wird, verliert man durch einen Fachrichtungswechsel auch keine Förderdauer, wie es beispielweise bei Studiengängen an Universitäten und Hochschulen der Fall ist. Erst ab der zweiten Wiederholung einer Schulklasse muss begründet werden, warum der Erfolg der Ausbildung solange auf sich warten lässt.

Praktikum und Schüler BAföG (§ 2 Abs. 4 BAföG)

Generell wird das Absolvieren eines Praktikums nicht durch Schüler-BAföG gefördert. Sollte das Praktikum allerdings ein integraler und zwingend notwendiger Bestandteil einer bestimmten Ausbildung sein, wird auch während dieser Zeit Schüler-BAföG ausgezahlt (§ 14 BAföG).

Die Bedingungen und Einschränkungen gelten für das Praktikum genauso wie für die normale Förderung der entsprechenden Schulform, die der Praktikant gewöhnlich besucht. So wird ein Praktikum bei allgemein bildenden Schulen also nur durch Schüler-BAföG gefördert, wenn der Antragssteller nicht mehr bei seinen Eltern wohnt und auch alle anderen Bedingungen erfüllt sind.

Weiterführende Informationen zum BAföG-Bezug während eines Praktikums erhalten Sie unter BAföG bei Praktikum.

Nicht BAföG förderungsfähige Ausbildung

Zu den nicht förderungsfähigen Ausbildungen gehört der Besuch der normalen Berufsschule, der im Zuge einer Berufsausbildung ansteht. Auch Ausbildungen im dualen System, die also eine betriebliche Komponente haben, werden nicht durch das Schüler-BAföG gefördert. Eventuell besteht hier aber die Möglichkeit, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) (bzw. Ausbildungsgeld bei Auszubildenden mit Behinderung) zu beantragen, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.  Man geht in solchen Fällen davon aus, dass die Absolventen eine Ausbildungsvergütung erhalten und deshalb nicht zwingend auf entsprechende BAföG-Leistungen angewiesen sind.

Schüler-BAföG oder Meister-BAföG

Manche Ausbildungen sind sowohl mit der Schülerförderung als auch mit dem Meister BAföG bzw. Aufstiegs-BAföG nach dem AFBG förderungsfähig, wobei es sich nach dem AFBG um eine Aufstiegsausbildung handelt muss, die bereits auf einer abgeschlossenen Ausbildung aufbaut. Darunter sind schulische Ausbildungen an Fachschulen berechtigt, wie beispielsweise zum staatlich geprüften Erzieher, Techniker, Informatiker, Fachwirt etc.

Dabei bleibt zu sagen, dass die Voraussetzungen für das Meister BAföG weitaus geringer sind, denn diese Leistungen nach dem AFBG werden ohne Berücksichtigung der Eltern erbracht, was beim Schüler-BAföG nicht der Fall ist. Das Einkommen der Eltern spielt keine Rolle und auch beim eigenen Vermögen gibt es nach § 17a AFBG einen Freibetrag von mindestens 45.000 Euro für den Antragsteller.

Doch im Gegensatz zum Meister BAföG muss das Schüler BAföG nicht zurückgezahlt werden, während die Meisterförderung nur zu einem Drittel aus einem Zuschuss besteht und der Rest nur als Darlehen gewährt wird. Dafür ist die Schülerförderung auch wesentlich geringer.

Einen pauschalen Ratschlag, welche Förderung man nun in Anspruch nehmen soll, kann es hier nicht geben. Die Entscheidung muss daher ganz individuell unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände getroffen werden.

Informieren Sie sich über das Aufstiegs-BAföG unter Meister-BAföG 2021, um eine Entscheidungsgrundlage zu haben.

Noch Fragen zum Thema?

Schildere deinen Fall einfach im Schüler-BAföG Forum. Vielleicht hatte auch schon jemand eine ähnliche Frage, die bereits geklärt wurde.