Fernstudium Ablauf - Planung - Lernen - Abschluss
Steht fest, an welcher Fernuniversität welches Fach studiert werden soll, geht es darum, sich anzumelden respektive die Immatrikulation oder Einschreibung zum Studium. Die nötigen Unterlagen für diesen Schritt inklusive der Hinweise, welche Papiere nötig sind – zum Beispiel das Abiturzeugnis – werden meistens zusammen mit dem Informationsmaterial verschickt oder können direkt online aufgerufen werden. Der einfachste und direkteste Weg, die Unterlagen einzureichen, ist, sie persönlich in einem der Studienzentren abzugeben. Ansonsten reicht es die Unterlagen per Post einzuschicken, eine reine Online-Anmeldung ist auch beim Fernstudium nicht möglich. Ab und bis wann man sich für ein Studium anmelden kann, richtet sich nach der Hochschule. Die meisten haben feste Termine zum Winter- und Sommersemester, die eingehalten werden müssen.
Bei einigen Kursen ist unter Umständen ein späterer Einstieg möglich. Bei der Fernuniversität Hagen ist es auch nach Ablauf der Bewerbungsfrist durchaus möglich, die Einstiegsmodule zu studieren und mit einer Prüfung zu beenden. Unter welchen Voraussetzungen, darüber sollte man sich vorab informieren. Ein Numerus clausus als Zugangsbedingung ist beim Fernstudium eher selten. Da es nicht an Studienplätzen mangelt, können sich also durchaus auch Kandidaten mit einem schlechteren Abitur um einen Studienplatz bemühen.
Das Fernstudium selbst
Wenn die Anmeldung zum Fernstudium erfolgreich war, wird es ernst. Mit Beginn des Semesters darf man sich zur Schar der Studierenden zählen – inklusive aller Pflichten. Dann beginnt die eigentliche Arbeit und die besteht hauptsächlich im Lernen. Dabei folgt das Fernstudium eigenen Regeln, was die Vermittlung der Inhalte betrifft.
Lehrplan und Lernmaterial
Den Lehrplan stellen sich die Studierenden weitgehend selbst zusammen. Neben Pflichtkursen bzw. Pflichtmodulen bei den Master- und Bachelorstudiengängen gibt es eine Reihe von Wahlmöglichkeiten, mit denen das Studium zumindest teilweise auch an die persönlichen Interessen angepasst werden kann. Welche Kurse oder Module zur Auswahl stehen, richtet sich nach dem Studiengang und der Universität. Entscheidend ist, das geforderte Pensum je Semester zu schaffen, abhängig davon, ob das Studium in Teilzeit oder in Vollzeit erfolgt.
Die nötigen Lernmaterialien werden von der Hochschule zur Verfügung gestellt und regelmäßig zugeschickt, oder sie lassen sich online abrufen. In welchem Rhythmus das Material kommt, hängt von der Fernuniversität ab. In Hagen werden die Unterlagen 14-tägig zugestellt. Neben dem schriftlichen Lernmaterial, das bearbeitet werden muss, gibt es je nach Lernziel und Kursus bzw. Modul völlig unterschiedliche Lehrmethoden. Vom Online-Kursus, der über das Studienportal aufgerufen werden kann, über CDs, DVDs und Computerlernprogramme bis hin zu Online-Seminaren, Videokonferenzen und Internet-Diskussionsgruppen ist alles möglich.
Einsende- und Kontrollaufgaben
Dabei umfasst das Material neben den für das Studium relevanten Daten und Fakten auch Übungs- und Kontrollaufgaben, anhand derer der Lernfortschritt und das Verständnis der Materie geprüft werden können. Das dient in erster Linie der Selbstkontrolle. Hinzu kommen Einsendeaufgaben zur Leistungskontrolle. Sie müssen erledigt werden und sind an feste Termine gebunden. Das stellt sicher, dass man sich regelmäßig mit dem Material befasst. Zugleich erhält man ein direktes Feedback vom Dozenten, Tutor oder Mentor. Diese Aufgaben können zu Hause erledigt werden und werden auf dem Postweg verschickt. Ob man zur Abschlussklausur zugelassen wird, richtet sich unter anderem danach, ob diese Aufgaben erfolgreich bestanden wurden.
Präsenzphasen
Damit das Studium nicht ausschließlich virtuell geprägt ist und nur auf dem Postweg stattfindet, gibt es bei den meisten Anbietern sogenannte Präsenzphasen. Sie sind so ausgelegt, dass sie auch bei einem berufsbegleitenden Studium weitgehend problemlos wahrgenommen werden können. Diese Phasen dauern zwei bis drei Tage und finden häufig am Wochenende statt. Wo, hängt von der Uni ab. Die größeren Anbieter verfügen bundesweit über Studienzentren, damit keine allzu lange Anfahrt nötig ist. Die Präsenzveranstaltungen erlauben, mit anderen Studierenden und den Lehrkräften persönlich in Kontakt zu treten. Dieser intensive Austausch ist eine sinnvolle Ergänzung. Gleiches gilt für Praktika, die in einigen Studienfächern vorgeschrieben sind, sich aber gerade für Berufstätige meist nur mit Hilfe von Bildungsurlaub realisieren lassen.
Kontakt zu Dozenten
Da die Präsenztermine nur einen Bruchteil des eigentlichen Fernstudiums ausmachen, bleiben für die übrige Zeit des Studiums das Internet und gegebenenfalls das Telefon, um die Dozenten oder Betreuer bei Fragen oder Problemen zu kontaktieren. Der einfachste und gängigste Weg ist der per E-Mail. Der Vorteil: Man ist nicht an feste Sprechzeiten gebunden und erhält die Antwort vergleichsweise schnell. Andere Wege sind Videokonferenzen, Online-Sprechstunden oder der Kontakt über die Studienportale, zum Beispiel in Foren, Chats oder über das unieigene Mitteilungssystem. Der Fragen nehmen sich dann Fachmentoren oder Tutoren an. Als sehr hilfreich erweisen sich dabei persönliche Gespräche, die per Webcam und Mikrofon realisiert werden. Man sollte sich vorher allerdings Stichpunkte machen. Sonst vergisst man möglicherweise, die eine oder andere Frage zu stellen.
Klausuren – Prüfungen – Abschlussarbeit
Kein Studium ohne Klausuren und Prüfungen – das gilt auch für das Fernstudium. Zur Leistungskontrolle werden Einsendeaufgaben gestellt, die regelmäßig und fristgerecht gelöst werden müssen. Sie geben bei vielen Universitäten den Ausschlag, ob die Studierenden an der Abschlussklausur für den jeweiligen Kursus oder das Modul teilnehmen dürfen. Diese Klausuren finden vor Ort statt und werden unter Aufsicht geschrieben. Je nach Universität oder Hochschule gibt es unterschiedlich viele Prüfungsorte. Bei der Wahl des Ortes ist man relativ frei. Ideal ist es natürlich, wenn die Klausuren wohnortnah absolviert werden können. Eine gründliche Vorbereitung ist auch hier das A und O, denn die Anforderungen entsprechen denen eines Präsenzstudiums. Wird die Prüfung bestanden, gibt es den ersehnten Schein oder die für den Abschluss nötigen Leistungspunkte.
Eine weitere Herausforderung stellt die Abschlussarbeit dar. Umfang und Vorgaben richten sich nach dem angestrebten Abschluss und dem Studienfach. Das Thema der Arbeit muss angemeldet und mit einem Dozenten abgesprochen werden. Idealerweise sucht man selbst nach einem passenden und den eigenen Interessen entsprechenden Thema. Das umfasst die Literaturrecherche und eine logische Gliederung der Arbeit. Beim Bachelorstudium handelt es sich um die Bachelorthesis, die in knapp zwei Monaten erstellt werden muss und rund 15 bis 25 Seiten umfasst. Wesentlich mehr Zeitaufwands bedarf die Masterthesis für das Masterstudium. Hier sind es knapp sechs Monate. Der Umfang liegt bei 80 bis 100 Seiten. Das entspricht ungefähr dem, was auch bei einer Diplomarbeit erwartet wird (60 bis 100 Seiten). Die Arbeit fließt zu einem Großteil in die Endnote für das Studium ein.
Unterschiede zum Präsenzstudium
Das gemeinsame Ziel von Präsenz- und Fernstudium ist der akademische Titel. Der Weg dorthin unterscheidet sich allerdings in mehreren Punkten. Einige sprechen für das Fernstudium. Andere werden gemeinhin als Nachteil gesehen, wobei es immer auf die persönlichen Ansprüche und die Einstellung ankommt. Über eines sollten die Unterschiede jedoch nicht hinwegtäuschen: Die akademischen Ansprüche an die Studierenden sind in beiden Fällen gleich hoch.
Zeit und Ort
Der zentrale Punkt, in dem sich Fern- und Präsenzstudium unterscheiden, ergibt sich bereits aus den Bezeichnungen. Ein Präsenzstudium setzt Präsenz voraus. Dreh- und Angelpunkt, an dem sich der Großteil des Lernens und Lehrens abspielt, ist die Hochschule. Seminare, Vorlesungen, Tutorien, Sprechstunden und Lerngruppen finden vor Ort auf dem Campus statt. Dazu sind feste Zeiten und Räumlichkeiten vorgegeben. Das Fernstudium hingegen erfolgt aus der Ferne. Für die Studierenden bedeutet das, sie arbeiten von zu Hause aus und müssen sich nur hin und wieder an Termine oder Orte halten. Das ist immer dann der Fall, wenn Prüfungen und Klausuren anstehen, wobei die Fernuniversitäten auch in dieser Hinsicht ein Maximum an Flexibilität bieten.
Lernmaterial
Daraus folgt ein weiterer Unterschied: darin, wie der Lernstoff vermittelt wird. Zu einem Präsenzstudium gehören Manuskripte, Thesenblätter und Literaturlisten, die ausgedruckt während der Sitzungen verteilt werden oder vorab online zum Abruf bereitstehen. Um weiterführende Informationen, die für das Thema relevant sind, müssen sich Studierende in der Regel selbst kümmern, zum Beispiel in der Bibliothek. Um die Suche nach Literatur kommt man auch bei einem Fernstudium nicht umhin. Allerdings werden die meisten Materialien schriftlich oder elektronisch zur Verfügung gestellt und müssen dann bearbeitet werden.
Der Aufbau des Lernmaterials unterscheidet sich im Fernstudium teilweise deutlich von dem im Präsenzstudium. Die Studienmaterialien enthalten daher nicht nur reine Literaturlisten, sondern sämtliche Daten und Fakten, die für den Kursus und damit die spätere Prüfung von Belang sind. Dabei folgen die Studienbriefe bzw. das Studienmaterial dem roten Faden, der sich sonst durch die Vorlesungen und Seminare zieht. Ergänzt werden die reinen Informationen um Hinweise auf weiterführende Literatur, Übungsaufgaben und Hilfen.
Kontakte
Punkt drei auf der Liste ist der Kontakt zu den Professoren und Tutoren. Bei beiden Studienformen gibt es feste Sprechzeiten. Allerdings können vor Ort, wenn es sich ergibt, auch zwischendurch Fragen gestellt und in einem kurzen persönlichen Gespräch geklärt werden. Das Fernstudium baut hauptsächlich auf den reinen Onlinekontakt via Chat, teilweise über Foren oder per E-Mail. Zusätzlich kann nach Rücksprache telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Zusätzliche Kosten – abgesehen von den reinen Telefon- und Internetkosten – entstehen dadurch nicht. Die Beratung wird mit den Gebühren bezahlt.
Die meisten Fernuniversitäten verfügen dazu über eigene Portale, in denen sich die Studierenden mit Passwort anmelden müssen. Der Passwortschutz dient ebenso wie die in der Regel verschlüsselten Seiten der Sicherheit. Innerhalb der Portale besteht zum einen die Möglichkeit, die Materialien abzurufen. Zum anderen lassen sich Nachrichten und Arbeiten an Dozenten und Tutoren verschicken. Darüber hinaus ermöglichen einige Universitäten auch den Austausch unter den Studierenden, indem zum Beispiel Foren für die einzelnen Fachbereiche eingerichtet werden.
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