Obwohl der Koalitionsvertrag der in Berlin regierenden Parteien SPD und PDS unter Bürgermeister Klaus Wowereit eine Erhebung von Studiengebühren pro Semester eindeutig nicht beinhaltete, war es wiederum Bürgermeister Wowereit der bei den Studiengebühren in Berlin ein Stipendienprogramm favorisiert hatte. Bildungssenator Jürgen Zöllner hatte aber die Einführung von Studiengebühren in Berlin zu Gunsten so genannter Studienkonten abgelehnt.

Bei den Studienkonten in Berlin handelt es sich grundsätzlich um eine spezielle Form der Studiengebühren und beinhaltet das Grundkonzept, dass ein gebührenfreies Studieren jedem möglich ist, der nach bestimmten Grundsätzen der Berliner Politik nicht in der Lage ist, sein Studium selbst zu finanzieren. Es werden also Ressourcen für alle Studierenden geschaffen und nur derjenige, der mehr Ressourcen für sich vereinnahmt, muss diese auch selber bezahlen. Diese Form der Finanzierung wurde auch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eingeführt.

Studiengebühren Einführung Höhe/
Semester
Zinsen für Studien-
beitragsdarlehen
Weitere Gebühren
keine 50 € + höhere Sozialbeiträge an das Studentenwerk bei Langzeitstudium von 16 € – 36 €
nächste Landtagswahlen: voraussichtlich Herbst 2021

Studiengebühren in Berlin gibt es also in dieser Form nicht, wohl aber die so genannten Semesterbeiträge, die aktuell 2017/ 2018 bei 314,39 Euro pro Semester liegen und sich folgendermaßen zusammensetzen:

50 € Semstergebühren
8,50 € Studentenschaftsbeitrag
54,09 € Studentenwerksbeitrag
201,80 € Semesterticket für Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln

Natürlich gilt diese Regelung auch für ein Zweitstudium und auch Langzeitstudierende kommen ohne zusätzliche Gebühren aus. Dennoch kommt Kritik aus den Reihen der Studenten, die das Modell der Studienkonten ähnlich kritisieren, wie in anderen Bundesländern die Studenten dies mit den Studiengebühren an sich und den so genannten Bildungsgutscheinen tun.