Fernstudium und Präsenzstudium

Unterschiede

Das gemeinsame Ziel von Präsenz- und Fernstudium ist der akademische Titel. Der Weg dorthin unterscheidet sich allerdings in mehreren Punkten. Einige sprechen für das Fernstudium. Andere werden gemeinhin als Nachteil gesehen, wobei es immer auf die persönlichen Ansprüche und die Einstellung ankommt. Über eines sollten die Unterschiede jedoch nicht hinwegtäuschen: Die akademischen Ansprüche an die Studierenden sind in beiden Fällen gleich hoch.

Zeit und Ort

Der zentrale Punkt, in dem sich Fern- und Präsenzstudium unterscheiden, ergibt sich bereits aus den Bezeichnungen. Ein Präsenzstudium setzt Präsenz voraus. Dreh- und Angelpunkt, an dem sich der Großteil des Lernens und Lehrens abspielt, ist die Hochschule. Seminare, Vorlesungen, Tutorien, Sprechstunden und Lerngruppen finden vor Ort auf dem Campus statt. Dazu sind feste Zeiten und Räumlichkeiten vorgegeben. Das Fernstudium hingegen erfolgt aus der Ferne. Für die Studierenden bedeutet das, sie arbeiten von zu Hause aus und müssen sich nur hin und wieder an Termine oder Orte halten. Das ist immer dann der Fall, wenn Prüfungen und Klausuren anstehen, wobei die Fernuniversitäten auch in dieser Hinsicht ein Maximum an Flexibilität bieten.

Lernmaterial

Daraus folgt ein weiterer Unterschied: darin, wie der Lernstoff vermittelt wird. Zu einem Präsenzstudium gehören Manuskripte, Thesenblätter und Literaturlisten, die ausgedruckt während der Sitzungen verteilt werden oder vorab online zum Abruf bereitstehen. Um weiterführende Informationen, die für das Thema relevant sind, müssen sich Studierende in der Regel selbst kümmern, zum Beispiel in der Bibliothek. Um die Suche nach Literatur kommt man auch bei einem Fernstudium nicht umhin. Allerdings werden die meisten Materialien schriftlich oder elektronisch zur Verfügung gestellt und müssen dann bearbeitet werden.

Der Aufbau des Lernmaterials unterscheidet sich im Fernstudium teilweise deutlich von dem im Präsenzstudium. Die Studienmaterialien enthalten daher nicht nur reine Literaturlisten, sondern sämtliche Daten und Fakten, die für den Kursus und damit die spätere Prüfung von Belang sind. Dabei folgen die Studienbriefe bzw. das Studienmaterial dem roten Faden, der sich sonst durch die Vorlesungen und Seminare zieht. Ergänzt werden die reinen Informationen um Hinweise auf weiterführende Literatur, Übungsaufgaben und Hilfen.

Kontakte

Punkt drei auf der Liste ist der Kontakt zu den Professoren und Tutoren. Bei beiden Studienformen gibt es feste Sprechzeiten. Allerdings können vor Ort, wenn es sich ergibt, auch zwischendurch Fragen gestellt und in einem kurzen persönlichen Gespräch geklärt werden. Das Fernstudium baut hauptsächlich auf den reinen Onlinekontakt via Chat, teilweise über Foren oder per E-Mail. Zusätzlich kann nach Rücksprache telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Zusätzliche Kosten – abgesehen von den reinen Telefon- und Internetkosten – entstehen dadurch nicht. Die Beratung wird mit den Gebühren bezahlt.

Die meisten Fernhochschulen verfügen dazu über eigene Portale, in denen sich die Studierenden mit Passwort anmelden müssen. Der Passwortschutz dient ebenso wie die in der Regel verschlüsselten Seiten der Sicherheit. Innerhalb der Portale besteht zum einen die Möglichkeit, die Materialien abzurufen. Zum anderen lassen sich Nachrichten und Arbeiten an Dozenten und Tutoren verschicken. Darüber hinaus ermöglichen einige Universitäten auch den Austausch unter den Studierenden, indem zum Beispiel Foren für die einzelnen Fachbereiche eingerichtet werden.