Persönliche Voraussetzungen

Neben den rein formellen Zugangsvoraussetzungen, um sich überhaupt für ein Fernstudium einschreiben zu können, sollte man sich auch Gedanken über die persönlichen Anforderungen machen.

Ein Fernstudium erfolgreich und in einem zeitlich akzeptablen Rahmen abschließen zu können, erfordert mehr als nur die Qualifikation in Form eines Zeugnisses. Zusätzlich bedarf es – wie bei jedem Studium – eines gewissen Ehrgeizes sowie einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen und Organisationstalent. Geschuldet sind diese Voraussetzungen der Tatsache, dass weitgehend selbstbestimmt gearbeitet und in der Regel neben dem Beruf oder den Pflichten als Mutter respektive Vater studiert wird.

Durchhaltevermögen

Dem Aspekt Durchhaltevermögen kommt insofern eine tragende Rolle zu, da auch ein Fernstudium nicht binnen weniger Monate beendet werden kann, sondern mehrere Jahre dauert – immer abhängig vom Studiengang, dem angestrebten Abschluss und letztlich auch der Zeit, die für das Studium aufgebracht werden kann.

Um die wöchentliche Belastung geringer zu halten, bietet sich ein Teilzeitstudium an. Der Lehrstoff wird im Vergleich zum Vollzeitstudium auf doppelt so viele Semester verteilt. In der Summe bleibt der zeitliche Aufwand jedoch gleich. Nur wer den Ehrgeiz hat, das Studienpensum zusätzlich zu den beruflichen und/oder familiären Verpflichtungen konsequent durchzuhalten, hat auch Erfolg. Meistens erweist sich die Dauer als größtes Hindernis und führt häufig zum vorzeitigen Abbruch.

Zeitmanagement und Organisationstalent

Damit dieses Problem nicht auftritt oder sich als nicht so gravierend darstellt, sind Zeitmanagement und Organisationstalent gefragt. Für das Fernstudium sollten im Laufe der Woche freie (Zeit-)Nischen geschaffen werden, während der keine anderen Aufgaben anstehen und weitgehend störungsfrei gelernt werden kann. Schließlich muss das Lernmaterial innerhalb einer gewissen Frist bearbeitet werden, um Anschluss halten zu können.

Idealerweise sind das feste Zeiten, die nur für das Fernstudium reserviert werden. Da sich das nur selten realisieren lässt, heißt Zeitmanagement in erster Linie, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit anzugehen, um so den nötigen Freiraum zu erhalten. Hierbei muss zwischen wichtig und weniger wichtig unterschieden und eine Prioritätenliste erstellt werden. Gerade innerhalb einer Familie kann man Einiges auch delegieren. Zudem sollte man lernen, nicht ganz so relevante und weniger dringende Angelegenheiten zu verschieben oder ganz zu streichen. Im Berufsleben ist das allerdings etwas schwieriger.

Da sich die Lebensumstände im Laufe der Zeit ändern, heißt das letztlich: Das Fernstudium verlangt eine individuelle und punktgenaue Planung. Sobald sich herausstellt, dass der Zeitplan nicht dauerhaft eingehalten werden kann, muss neu organisiert werden. Verfügt man über den nötigen Durchhaltewillen und ist in der Lage, ein solides Zeitmanagement auf die Beine zu stellen, ist das fast schon die halbe Miete.

Vorhandensein von technischen Betriebsmitteln

Neben dem guten Beherrschen der Studiensprache (in Deutschland in der Regel die deutsche Sprache) solltes Studierende in der Lage sein, mit verschiedenen Medien umzugehen, damit das Fernstudium nicht unter der fehlenden Präsenz des Dozenten vor Ort leidet. Dafür sollten Studierende über einen Computer, einen Internetzugang und einen Telefonanschluss verfügen, bisweilen auch einfach in der Lage sein, ihre Unterlagen auf dem Postweg zu versenden. Vielfach wird heute der Umgang mit dem Computer und dem Internet erwartet, um über Emails und Chat-Konferenzen die Betreuung während des Studiums durch die Dozenten zu vereinfachen.

Finanzen

Die Finanzen sind das heikelste Thema beim Fernstudium. Selbst wer berufsbegleitend studiert und ein festes Einkommen zur Verfügung hat, muss kalkulieren, ob die zusätzliche Belastung tragbar ist. Je nach Anbieter belaufen sich die Kosten auf einige Hundert Euro je Semester oder aber je Monat. In der Summe ergibt sich ein Betrag von knapp 2.000 (Bachelor-Fernstudium an der Fernuniversität Hagen) bis weit über 10.000 Euro (MBA-Fernstudium an einer privaten Fernhochschule) bis zum Abschluss. Sicherlich rechnet sich die Investition, wenn damit eine Beförderung oder ein besser bezahlter Job einhergeht. Dafür gibt es allerdings keine Garantie.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich vorab zu überlegen, wie hoch die Kosten sein dürfen und welche Möglichkeiten es gibt, sie so niedrig wie möglich zu halten. Einen Überblick zu den Kosten kann man sich am einfachsten verschaffen, indem man sich auf den Internetseiten der Fernhochschulen umsieht und die für das angestrebte Studienziel angebotenen Broschüren anfordert. Sie geben in der Regel einen sehr genauen Überblick zu den laufenden und möglicherweise auch zusätzlichen Kosten für ein Fernstudium.

Teilweise weisen die Fernhochschulen auch von sich aus auf die diversen Fördermöglichkeiten wie BAföG hin. Die meisten finanziellen Hilfen greifen bei einem Teilzeitstudium jedoch nur bedingt. Hier kommt es einerseits auf die persönlichen Voraussetzungen, andererseits auch auf den gewählten Studiengang und das angestrebte Ziel an. Das gilt sowohl für Zuschüsse als auch für Kredite, die speziell für ein Studium beantragt werden können. Den meisten, die neben dem Beruf oder mit Kind studieren, bleibt nur der Weg, die Kosten über die Steuer zu minimieren. Hieran zeigt sich, welche Bedeutung die Finanzen haben. Sie müssen geklärt sein, ehe der Startschuss für das Fernstudium fällt.