Studium USA

Auslandserfahrungen machen sich in einem Lebenslauf immer gut und können durchaus die Bewerbungschancen nach dem Studium ganz entscheidend verbessern. Was also liegt näher, als das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und während des Studiums einen solchen Auslandsaufenthalt zu absolvieren?

Dieser Ansicht ist inzwischen schon jeder vierte Student und sammelt im Auslands Spracherfahrungen, absolviert Auslandssemester oder Praktika. Und davon gehen immerhin 10 Prozent in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, also den USA.  Das hat ganz einfache Gründe: nirgendwo anders ist das Bildungsangebot so riesig wie dort und die Sprachbarrieren durch das bereits an der deutschen Schule oftmals erworbene Englisch-Wissen so niedrig.

Also alles ganz einfach? Mitnichten.

Zwar gibt es in den USA weit über 4.000 Colleges, Community Colleges und Universitäten, doch nicht alle sind für ein Auslandssemester oder Auslandsstudium geeignet. Am schnellsten bilden die Community Colleges aus, hier wird innerhalb von 2 Jahren der Abschluss – der „Associate Degree“ – erreicht. Haken jedoch dabei: dieser Abschluss wird in Deutschland nicht anerkannt und ist somit nur sehr bedingt zu etwas tauglich. Eher empfehlenswert ist daher der Besuch eines Colleges mit einem 4jährigen Bachelor-Stuidum oder gleich die Einschreibung an einer der Universitäten. Hier ist zuerst ein sogenanntes Undergraduate-Studium abzuleisten, dem dann innerhalb von 2 Jahren ein Master-Studium folgt.

Aber bevor man überhaupt zu Einschreiben an einer der Einrichtungen kommt, ist zunächst die Sprachhürde zu meistern. Hier muss vor Studienzulassung der sogenannte „Toefl“ abgeleistet werden, der „Test of English as a Foreign Language“. Und für diesen Test reichen die Schulenglischkenntnisse aus Deutschland nicht aus. Jedoch gibt es Abhilfe: an den meisten Universitäten gibt es Intensiv-Sprachlehrgänge, zu deren Besuch dringendst empfohlen wird, um eine realistische Chance auf Bestehen des Tests zu haben.

Das liebe Geld…

Neben dem Test sind noch weitere Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen: von einer entsprechende Auslandskrankenversicherung über das Visum für die USA bis hin zur Finanzierungsfrage des Studiums. Besonders letzteres ist oftmals eine echte Hürde, kostet doch ein Studium zwischen 8.000 $ an einem Communiy Collage bis 10.000 € an einer guten Uni – je Semester. Sofern die Eltern nicht einspringen können, bleibt hier nur ein Bildungskredit, das Auslands-BaföG oder ein Stipendium. Zwar decken all diese Möglichkeiten nicht die ganzen Studiengebühren ab, sind aber ein guter Anfang.

Stipendien werden von seriösen Organisationen wie der „Fullbright-Kommission“ oder dem Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD) angeboten.  Hierbei werden in der Regel Studenten unterstützt, die ein Auslandssemester in den USA absolvierten wollen oder den Master oder Doktor dort erwerben wollen. Der DAAD zum Beispiel gewährt ein Jahresstipendium, in dem neben den Studiengebühren von maximal 18.000 € auch Kosten für die Unfall- und Krankenversicherung sowie den Lebensunterhalt (letzteres maximal 800 € im Monat) enthalten sind.

Neben den Stipendien sind auch Austauschprogramme an den deutschen Hochschulen eine gute Möglichkeit, ein Auslandssemester in den USA zu absolvieren. Hier entfallen dann die Studiengebühren für die amerikanische Uni, es werden ggf. nur die für die heimische fällig. Auch fällt dann das Problem der gegenseitigen Anerkennung der erbrachten Leistungen weg: außerhalb von Austauschprogrammen werden oftmals Leistungen und Scheine nicht von den deutschen Unis anerkannt.

Gut gerüstet in die USA

Sprachtest: Der „Test of English as a Foreign Language“ dient der Bewertung der englischen Sprachkenntnisse und ist Zulassungsvoraussetzung für eine amerikanische Uni. Hintergrundinfos, Links zu Lehrern und akademischen Instituten sind unter www.ets.org/toefl zu finden.

DADD: Der Deutsche Akademische Auslands-Dienst informiert zu Bildungs- und Hochschulen in den USA unter www.daad.de

Hochschulsuche: Unter www.college-contact.com kann man sich kostenlos bei der Suche nach einer geeigneten Hochschule in den USA helfen lassen.

Weitere Infos zum Studium in Amerika

Das Studentenleben in den USA ist stark von den Studentenvereinigungen beeinflusst. Wer einer dieser Brüder- oder Schwesternschaften  angehört, wohnt meist auch in einem der Häuser der Vereinigung, die zugleich viele Studien- und Freizeitaktivitäten anbieten. Allgemein sind die Universitäten freier als bei uns, da sie eigenständig über ihr Lehrangebot und ihre allgemeine Ausrichtung entscheiden können; diese Freiheit hat auch Auswirkung auf die angebotenen Studienfächer, die für unsere Verhältnisse oft fast exotisch erscheinen.

Wie bekomme ich einen Studienplatz an einer amerikanischen Uni?

Wer sein Auslandsstudium in Eigenregie plant, muss sich direkt bei der jeweiligen Universität bewerben. Wer an einem Austauschprogramm, z.B. direkt zwischen Unis oder von Stiftungen teilnimmt, hat den Platz entweder schon „in der Tasche“ oder wird bei der Bewerbung von der jeweiligen Organisation unterstützt. Die amerikanischen Universitäten bestimmen selbst, welche Bedingungen die Bewerber erfüllen müssen, gute englische Sprachkenntnisse müssen aber immer nachgewiesen werden. Amerikanische Universitäten legen auch viel Wert auf „letters of recommendation“, also Empfehlungsschreiben beispielsweise von Professoren.

Muss man für ein Auslandsstudium in den USA Studiengebühren zahlen?

Jede Universität in den USA kann ihre eigenen Studiengebühren festlegen, deswegen können die Beträge auch stark voneinander abweichen. Mit Studiengebühren von etwa 10.000 Dollar pro Jahr sollte man aber als Minimum unbedingt rechnen. Bei einigen Stipendien werden die Studiengebühren bezahlt. Wer mit der Fulbright-Kommission zum Auslandsstudium in die USA geht, dem werden Studiengebühren bis zu einer Höhe von 30.000 Dollar gezahlt.

Welche Möglichkeiten der Förderung gibt es?

Ein Auslandsstudium in den USA kann aus verschiedenen Quellen unterstützt werden, neben BAföG (monatlicher Zuschlag: 120 Euro) gibt es auch Bildungskredite und Stipendien, z.B. von Begabtenförderwerken. An manchen Unis gibt es auch die Möglichkeit, als Postgraduate-Student einen Hilfskraftposten anzunehmen und sich so etwas dazuzuverdienen.

Das deutsche Auslands-BAföG für die USA können Sie beim Studentenwerk Hamburg beantragen:

Studentenwerk Hamburg
Amt für Ausbildungsförderung
Von-Melle-Park 2 in 20146 Hamburg
Tel.: 040/41 902 – 0
Fax: 040 41 902 – 126
Email: bafoeg@studentenwerk.hamburg.de
Internet: www.studentenwerk-hamburg.de

Wird das Auslandsstudium bzw. das Auslandssemester anerkannt?

Wer sein Studium komplett in den USA absolviert, muss seinen Abschluss beim Kultusministerium seines Bundeslandes anerkennen lassen. Die gebührenpflichtige Anerkennung des beim Auslandsstudiums erreichten Abschlusses erfolgt meist problemlos. Die Anerkennung von während eines Auslandssemesters erbrachten Leistungen muss mit der eigenen Universität abgesprochen werden, zweckmäßigerweise vor dem Auslandsaufenthalt.

Was muss ich bei der Einreise beachten?

Für ein Auslandsstudium in den USA ist ein Studentenvisum notwendig, das bei einer amerikanischen Botschaft oder einem Konsulat beantragt werden muss. Über das Visum wird nach einem persönlichen Gespräch entschieden. Ausreichend Wartezeit für die Antragsbearbeitung und die Zustellung des Visums einplanen! Aktuell beträgt die Antragsgebühr für ein Visum rund 100 Euro.

Was passiert, wenn ich krank werde?

Beim Auslandsstudium in Amerika übernimmt die deutsche Krankenkasse meist keine Kosten bei Erkrankung oder bei einem Unfall. Man sollte sich vorher unbedingt bei der Krankenkasse kundig machen und eventuell für die Zeit des Auslandsstudiums oder Auslandssemesters eine Krankenversicherung abschließen. Bei den Stipendien der Fulbright-Kommission sind Kranken- und Unfallversicherung für die Teilnehmer mit eingeschlossen.