Vereinfachtes Insolvenzverfahren - Privatinsolvenz

FĂŒhrte auch der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan nicht zum Erfolg, wird das bislang ruhende, vereinfachte Insolvenzverfahren von Amtswegen wieder aufgenommen. Dies geschieht automatisch, so dass ein erneuter Antrag auf Eröffnung der Verbraucherinsolvenz nicht notwendig ist. Der Insolvenzantrag wurde schon im Vorfeld des gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans gestellt.


Vereinfachtes Insolvenzverfahren

Vereinfachtes Insolvenzverfahren deshalb, weil es sich an der Regelinsolvenz fĂŒr Unternehmen und SelbstĂ€ndige orientiert, fĂŒr Verbraucher (Privatpersonen) aber deutlich erleichtert wurde und teilweise auch nur schriftlich abgewickelt werden kann, insbesondere wenn das Vermögen des Schuldners, die Anzahl der GlĂ€ubiger oder die Höhe der Forderungen ĂŒberschauubar sind.

Voraussetzungen fĂŒr das Insolvenzverfahren

Damit das eigentliche Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet werden kann, mĂŒssen folgende Voraussetzungen erfĂŒllt sein, die im Vorfeld durch das Gericht geprĂŒft werden:

  • der Schuldner ist zahlungsunfĂ€hig oder akut von einer ZahlungsunfĂ€higkeit bedroht
  • die Vermögensmasse des Schuldners reicht zur Begleichung sĂ€mtlicher Verfahrenskosten oder die Verfahrenskosten werden gestundet, was in der Regel bewilligt wird

TreuhÀnder wird bestellt

Das Gericht setzt nun einen TreuhÀnder ein, der als Insolvenzverwalter fungiert. Seine Aufgaben als Interessenvertreter der GlÀubiger sind

  • Verwertung des pfĂ€ndbaren Vermögens des Schuldners zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung
  • Erstellung einer detaillierten Insolvenztabelle (GlĂ€ubiger, Forderungshöhe, GrĂŒnde)
  • Festlegung der Quoten zur gerechten Befriedigung der GlĂ€ubigerforderungen

Gerecht bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sowohl die Anzahl der GlĂ€ubiger als auch die Forderungshöhe fĂŒr die Quote maßgeblich ist. Zudem darf grundsĂ€tzlich kein GlĂ€ubiger leer ausgehen.

Schlussverteilung der Insolvenzmasse

Ist die Vermögensverwertung abgeschlossen, wird der Erlös im Rahmen der Schlussverteilung nach Abzug der Verfahrens- und TreuhÀnderkosten (diese werden vorrangig behandelt) anhand der vorher festgelegter Quoten an die GlÀubiger verteilt.

Zum Schlusstermin können GlĂ€ubiger einen Antrag zur Versagung der Restschuldbefreiung stellen. Wird seitens der GlĂ€ubiger entweder kein Antrag gestellt oder ist die BegrĂŒndung unzureichend, ordnet das Gericht die Restschuldbefreiung an und das Insolvenzverfahren wird aufgehoben. FĂŒr den Schuldner beginnt die sechsjĂ€hrige Wohlverhaltensphase mit anschließender Restschuldbefreiung.