Restschuldbefreiung - Schuldenerlass im Rahmen der Privatinsolvenz

Die Restschuldbefreiung ist das erklĂ€rte Ziel einer Privatinsolvenz. Dabei werden dem Schuldner die restlichen Schulden erlassen, die nach der Vermögensverwertung des eigentlichen Insolvenzverfahrens und Abtretung des pfĂ€ndbaren Einkommens wĂ€hrend der Wohlverhaltensphase ĂŒbrig bleiben, um so einen finanziellen Neustart zu ermöglichen.


Nach Ablauf der sechsjÀhrigen Wohlverhaltensperiode findet eine Zusammenkunft des Schuldners mit den GlÀubigern statt. Jetzt kann der Schuldner die Restschuldbefreiung beantragen. Wird diese anerkannt, ist der Schuldner ab sofort schuldenfrei und auch die EintrÀge aus der SCHUFA werden gelöscht, damit er geschÀftsfÀhig ist.

Damit der Schuldner auch gewillt ist, die sechsjĂ€hrige Wohlverhaltensphase bei der Verbraucherinsolvenz durchzustehen, bleiben ihm zusĂ€tzlich im fĂŒnften Jahr 10% und im sechsten Jahr 15% seines pfĂ€ndbaren Einkommens.

Die GlĂ€ubiger können aber auch eine Versagung der Restschuldbefreiung beantragen, wenn folgende GrĂŒnde vorliegen:

  • Verschwendung von Vermögen
  • Aufgrund einer Insolvenzstraftat verursachte rechtskrĂ€ftige Verurteilung
  • Unnötig gemachte Schulden
  • Erhaltene Restschuldbefreiung innerhalb der letzten zehn Jahre
  • Versagung einer Restschuldbefreiung innerhalb der letzten zehn Jahre
  • Falschangaben zu wirtschaftlichen VerhĂ€ltnissen, um Leistungen und Kredite zu erschleichen bzw. Zahlungen auszusetzen
  • Melde- und Auskunftspflichtverletzungen

Liegen solche GrĂŒnde nicht vor bzw. wird von den GlĂ€ubigern kein Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gestellt, wird die Restschuldbefreiung durch das Gericht verkĂŒndet und das Verfahren der Privatinsolvenz ist abgeschlossen.

Jedoch nicht alle Forderungen sind von der Restschuldbefreiung umfasst. Dies wÀren insbesondere:

  • Geldstrafen und Geldbußen, Zwangsgelder und Ordnungsgelder
  • zur Kostendeckung des Verbraucherinsolvenzverfahrens aufgenommene, zinslose Darlehen
  • aus einer unerlaubten Handlung entstandene Forderungen, die auch mit diesem Rechtsfrund von den GlĂ€ubigern angemeldet wurden