Erststudium – Finanzminister will Steuervorteile der Studenten beschränken

Erststudium – Finanzminister will Steuervorteile der Studenten beschränken

Studenten konnten aufatmen, als der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 17.08.2011 beschloss, dass Kosten fĂŒr das Erststudium voll als Werbungskosten in der SteuererklĂ€rung angesetzt werden können. Die bisherige Regelung sah nur vor, die Kosten eines Erststudiums als Sonderausgaben geltend zu machen, die auf 4.000 Euro begrenzt sind. Nun plant Bundesfinanzminister, Wolfgang SchĂ€uble (CDU), die Werbungskosten fĂŒr Studenten zu beschrĂ€nken.[ad1]


Nach dem Urteil des BFH könnten Studenten die Kosten des Erststudiums als Werbungskosten geltend machen, hier wĂŒrden alle anfallen Ausbildungskosten und StudiengebĂŒhren mit einfließen. Der Vorteil liegt darin, dass es bei den Werbungskosten keine Begrenzung in der Höhe gibt und Studenten so vier Jahre lang rĂŒckwirkend die Werbungskosten vortragen – und anschließend mit dem Einkommen beim Berufseinstieg verrechnen können.

An das Urteil des BFH will sich das Bundesfinanzministerium auch halten, jedoch nur eingeschrĂ€nkt. Wie der „Spiegel“ allerdings berichtet, gibt es einen Vermerk seitens des Ministeriums, in dem es heißt:“ Der abziehbare Betrag wird aber sowohl der Höhe nach als auch der BerĂŒcksichtigungsdauer nach gedeckelt.“ Ohne diese Deckelung rechnet das Finanzministerium mit SteuerausfĂ€llen von 1,5 Milliarden Euro.

Auch gab es bereits erste VorschlĂ€ge, wie die Deckelung aussehen könnte. So besteht die Möglichkeit, die Werbungskosten nur auf den Zeitraum auszudehnen, der sich in der Regelstudienzeit betrifft. Studenten die lĂ€nger fĂŒr ihr Studium brauchen, gehen dann in den ĂŒbersteigenden Semestern leer aus.

Staatsverschuldung uns Studentenansturm

Ein wichtiger Grund fĂŒr die Begrenzung der Werbungskosten ist der Staatshaushalt. SchĂ€uble muss seine Einnahmen und Ausgabenrechnung gut im Auge behalten, angesichts einer Staatsverschuldung von gut zwei Billionen Euro. Die Steuererleichterung fĂŒr Studenten kommt daher nicht so ganz gelegen, zumal die Hochschulen gegenwĂ€rtig einen Ansturm an neuen Studenten verzeichnen können

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