Masterstudium begründet Anspruch auf Kindergeld

Masterstudium begründet Anspruch auf Kindergeld

Ein auf den Bachelor folgendes Masterstudium führt nicht dazu, dass der Anspruch auf Kindergeld entfällt. Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass das Kindergeld auch dann gezahlt werden muss, wenn das Master-Studium zeitlich und inhaltlich auf die Bachelorphase abgestimmt ist. Eine eventuelle Nebentätigkeit bleibt unberücksichtigt (BFH, Urteil v. 18.11.2015, Az.: VI R 9/15).

Was war der Sachverhalt?

Im Fall verweigerte die Kindergeldkasse das Kindergeld, weil ein Student wöchentlich 21,5 Stunden als studentische Hilfskraft tätig war. Er habe mit dem Bachelorstudium die Erstausbildung abgeschlossen und arbeite mehr als erlaubt.

So argumentierte der BFH

In der Regel entfällt der Anspruch auf Kindergeld, wenn Studenten im Nebenjob mehr als 20 Stunden arbeiten. Der BFH verwies darauf, dass es auf eine Nebentätigkeit jedoch nicht ankomme, wenn sich der Student noch in der Erstausbildung befindet. Ein Masterstudium, das sich unmittelbar an das Bachelorstudium anschließt, zähle noch zur Erstausbildung und sei Bestandteil einer einheitlichen Ausbildungsphase. Bereits früher hatte der BFH entschieden, dass  der Begriff der Berufsausbildung weit zu fassen sei (Az. VI R 33/98). Zur Berufsausbildung gehört naturgemäß die Erstausbildung. Insbesondere wird ein Aufbau- oder Ergänzungsstudium anerkannt, wenn es zu einer zusätzlichen beruflichen Qualifikation führt und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Gleichfalls wird die Promotionszeit zum Studium und damit zur Erstausbildung gerechnet.

Fazit: Es besteht eigentlich kein Grund, ein Masterstudium nicht in die Erstausbildung  einzubeziehen. Ein reines Bachelorstudium bietet bekanntermaßen kaum eine Grundlage für den Berufseinstieg. Ohne Master sind die Chancen im Arbeitsmarkt gering. Studenten sind faktisch darauf angewiesen, möglichst den Master zu absolvieren. Es wäre systemwidrig, sie für ihr Engagement zu bestrafen, indem der Kindergeldanspruch gestrichen wird.

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