Verlustvortrag im Studium

Verlustvortrag im Studium

Studenten können in vielen Fällen ihre Studienkosten als Verlustvortrag geltend machen und so später enorme Steuerbeiträge sparen.[ad1]


Verlustvortrag: Was ist das?

Ein Verlustvortrag dient dem Zweck, Verluste innerhalb eines Steuerjahres in die nächsten Jahre zu übertragen und steuerlich geltend zu machen (§10d EStG). Hierfür müssen die Verluste höher sein als die Einnahmen, wie es bei Studenten häufig der Fall ist. Studienausgaben wie Fahrtkosten oder Lehrmaterialien können in vielen Fällen als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden, allerdings verdienen Studenten häufig weitaus weniger als den Steuerfreibetrag von 9.168 Euro jährlich (Stand 2019). Durch einen Verlustvortrag können die angesammelten Steuervorteile in die Zukunft verschoben werden. Übersteigt das Gehalt dann später im Beruf den Steuerfreibetrag, kann dies eine wesentliche Steuererstattung zur Folge haben.

Verlustvortrag: Welche Kosten im Studium geltend machen?

In einem Verlustvortrag können Studenten ihre Werbungskosten in Verbindung mit dem Studium angeben. Hierzu gehören die folgenden Ausgaben in unbegrenzter Höhe:

  • Semester- und Rückmeldungsgebühren
  • Kosten für Arbeitsmittel
  • Fachliteratur
  • Lehrgangs-, Studien- und Schulgebühren
  • Kosten für Unterbringung und Verpflegung z.B. bei einem Praktikum oder einer Exkursion
  • Zinsen für einen Bildungs- oder Studienkredit
  • Fahrtkosten für die Fahrt zwischen Wohn- und Ausbildungsort

Wer kann Verlustvortrag geltend machen?

Die aktuelle Rechtslage erlaubt es lediglich Studenten in der Zweitausbildung, einen Verlustvortrag anzustreben. Als Zweitausbildung gelten gemäß § 9 Abs. 6 EStG

  • Masterstudium,
  • Bachelorstudium nach abgeschlossener Berufsausbildung,
  • Promotion,
  • zweite Berufsausbildung und
  • duales Studium.

Wie Verlustvortrag beantragen?

Um von dem Verlustvortrag Gebrauch zu machen, ist zuerst in der Steuererklärung ein Kreuz bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ zu machen. Anschließend müssen die Werbungskosten in die richtige Anlage eingetragen werden.

Verlustvortrag: Welche Anlage in der Steuererklärung?

Für den Verlustvortrag wird die Anlage N in der Steuererklärung benötigt. Hier werden die Werbungskosten und alle Kosten, die auf eine berufliche Fortbildung zurückzuführen sind eingetragen.

Ohne Belege

Wer keine Belege für die angesammelten Werbungskosten während des Studiums hat, kann in einigen Fällen von den geltenden Pauschalbeträgen profitieren:

  • Arbeitsmittelpauschale: 110 Euro jährlich
  • Fachliteratur: 80 Euro jährlich
  • Umzugspauschale: 730 Euro
  • Verpflegungspauschale: 24 pro Tag Praktikum oder Exkursion
  • Telefon-und Internetkostenpauschale: 20 Euro monatlich
  • Fahrtkostenpauschale: 30 ct pro Kilometer
  • Bewerbungskostenpauschale:  8,50 Euro, Online-Bewerbung 2,50 Euro
  • Kontoführungspauschale: 16 Euro jährlich

Beispielrechnung

Angenommen ein Student studiert 3 Jahre lang ohne nennenswertes Einkommen. In dieser Zeit trägt er dem Finanzamt jährlich seine Verluste vor, wodurch das Finanzamt ihm im Ergebnis Verluste in Höhe von 10.000 Euro einräumt.

Nach dem Studium beginnt der Student einen Job mit einem zu versteuernden Einstiegsgehalt von 30.000 Euro jährlich. Da dem Studenten allerdings die Verluste in Höhe von 10.000 Euro vom seinem Gehalt abgezogen werden, muss er lediglich 20.000 Euro versteuern.

Verlustvortrag: Frist

Die Werbungskosten eines Studiums können mittels eines Verlustvortrags bis zu 7 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.

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