PKV Student

Studierende haben den Vorteil, dass sie sich selbst f√ľr eine gesetzliche oder private Krankenversicherung entscheiden k√∂nnen. Bei ihnen besteht die Wahlfreiheit zwischen der beitragsfreien Familienversicherung durch die Eltern, der studentischen Krankenversicherung der gesetzlichen Krankenkassen sowie der studentischen private Krankenversicherung. Die g√ľnstigste dieser Varianten ist die beitragsfreie Familienversicherung, diese gibt es n√§mlich zum Nulltarif und wenn Studenten keine besonderen Anspr√ľche an ihre Krankenversicherung stellen, fahren sie mit dieser Variante am g√ľnstigsten.

Von Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen

Mit Beginn des Studiums unterliegen Studierende nach § 5 SGB V zwar grundsätzlich der Versicherungspflicht in der GKV, können sich aber nach § 8 SGB V innerhalb von drei Monaten davon befreien lassen und privat versichern. Auch ist in diesem Zeitraum noch der Wechsel von der Studenten PKV in die gesetzliche KV möglich. In beiden Fällen ist diese Entscheidung jedoch bis zum Abschluss des Studiums bindend.

Wann ist die private Krankenversicherung interessant?

Studenten √ľber ab 30 Jahre/ ab dem 14. Fachsemester

Ab √úberschreitung des 30. Lebensjahres und/ oder des 14. Fachsemesters gibt es keine g√ľnstige gesetzliche Krankenversicherung f√ľr Studenten mehr. Hier k√∂nnen Studierende nur normale Mitglieder der GKV werden, wobei der Beitrag in der Basisversicherung bei rund 140-150 Euro liegt. Eine private Krankenversicherung kann hier durchaus g√ľnstiger sein.

Eltern sind Beamte – Beihilfe

Kinder von Beamten haben die M√∂glichkeit, teilweise √ľber die Beihilfe versichert zu sein (so lange ein Kindergeldanspruch besteht, bis zum 25. Lebensjahr) womit die Krankheitskosten z.B. zu 50 bis 80 Prozent abgedeckt sind. F√ľr den restlichen Teil m√ľssen Studenten eine eigene Versicherung abschlie√üen, allerdings ist dies in der Gesetzlichen nicht m√∂glich, da man nur volles Mitglied sein kann. Hier bietet die privaten Krankenversicherer verschiedene Modelle einer Zusatzversicherung, dass auch dieser Teil abgedeckt ist und man nicht deswegen vollen Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung werden muss.

Voraussetzungen f√ľr die private KV

Anders als in der GKV, erfolgt bei der PKV eine Gesundheitspr√ľfung. Bei dieser muss ein Fragenkatalog zum aktuellen Gesundheitszustand sowie Behandlungen beantwortet werden, der einen erheblichen Einfluss auf den Beitrag hat. Chronische Erkrankungen werden immer einen Risikozuschlag zur Folge haben, richten sich aber nach Schwere der Erkrankungen. Auch bei laufenden Behandlungen kann es passieren, dass diese nicht sofort in der neuen Versicherung √ľbernommen werden, was beispielsweise h√§ufig bei laufenden Zahnbehandlungen der Fall ist. Dies hat zur Folge, dass alle anderen Krankheitskosten √ľbernommen werden, jedoch die Behandlungskosten zum Zeitpunkt des Eintritts in die private KV ausgenommen werden. Erst nach Abschluss der Behandlungen k√∂nnen diese in den Leistungsumfang aufgenommen werden.

Je nach Schwere der Vorerkrankungen und Behandlungen mit unklarer Prognose kann das Versicherungsunternehmen die Annahme des Vertrages auch ganz ablehnen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn eine Krebs- oder HIV Erkrankung vorliegen. Auch bei Herzkrankheiten wird die private Krankenversicherung die Annahme verweigern. Weitere Ausschlusskrankheiten wären:

  • psychische Erkrankungen und psychotherapeutische Behandlungen innerhalb der letzten f√ľnf Jahre
  • Erkrankungen am Bewegungsapparat, z.B. R√ľcken, Knie etc. (Bandscheibenvorfall in den letzten drei Jahren vor Versicherungsbeginn)
  • Morbus Crohn (chronisch entz√ľndeter Darm)
  • Adipositas III (schwere Fettleibigkeit mit einem BMI ‚Č• 40)
  • Diebetis melitius (Zuckerkrankheit)
  • Migr√§ne

Hierbei handelt es sich nicht um eine abschließende Auflistung. Die Handhabe ist auch bei anderen Krankheiten von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich.

Abrechnung mit der Studenten PKV

Bei privat Versicherten rechnet der Arzt direkt mit dem Patienten ab, was bedeutet, dass in diesem Fall der Student die Behandlungskosten direkt vom Arzt oder einem beauftragten Abrechnungsunternehmen in Rechnung gestellt bekommt. Grunds√§tzlich wird die Rechnung in doppelter Ausf√ľhrung an den Patienten verschickt, damit dieser eine in den eigenen Unterlagen hat und eine (Original) an die Krankenkasse zur Erstattung weiterleiten kann.

Muss ich als Student in Vorleistungen treten?

Diese Frage besch√§ftigt viele Studierende, da sie meistens nicht so viel auf der hohen Kante liegen haben, um mal eben Behandlungskosten vorzustrecken, diese k√∂nnen aber beruhigt sein. Der Arzt gibt die Rechnung f√ľr eine Behandlung nicht sofort mit sondern verschickt sie meist zwei bis vier Wochen nach der Behandlung. Nach Erhalt der Rechnung ist diese innerhalb von 30 Tagen zahlbar, so dass gen√ľgend Zeit bleibt, um die Rechnung an die Krankenkasse zu leiten und die Erstattung vorher zu erhalten. Die Versicherung wird dann dem Studenten den erstattungsf√§higen Betrag (meist innerhalb von 14 Tagen) direkt auf das Konto √ľberweisen.

Bei Medikamenten sieht es allerdings anders aus. Diese m√ľssen sofort bei der Apotheke bezahlt werden, so dass der Versicherte diese erst nachtr√§glich von der Versicherungsgesellschaft erstattet bekommt, wenn die Kosten eingereicht werden.

Beitragsr√ľckerstattung beachten

In manchen F√§llen macht es Sinn, nicht alle Rechnungen direkt an die Krankenversicherungen weiterzuleiten. Viele Versicherungspolicen bieten eine Beitragsr√ľckerstattung f√ľr leistungsfreie Jahre an, womit es g√ľnstiger sein kann, die Beitragsr√ľckerstattung einzustreichen anstatt die Behandlungskosten direkt erstatten zu lassen. Dies ist allerdings abh√§ngig vom eigenen Vertrag sowie Ber√ľcksichtigung etwaiger Selbstbeteiligungen. Hierzu hat man bis zu zwei Jahre nach der Behandlung Zeit, angefallene Kosten bei der Versicherungsgesellschaft geltend zu machen.

Ersparnis mit der Studenten PKV möglich

Im Vergleich zur gesetzlichen KV sind bei der PKV f√ľr Studenten auch Beitragsersparnisse bei gleichen oder sogar besseren Leistungen m√∂glich. Wer also die M√∂glichkeit hat, in die private zu wechseln, sollte sich zumindest mit den Beitr√§gen und Leistungen auseinander setzen, da hier zum Teil deutliche Unterschiede bestehen.

Leistungen können selbst bestimmt werden

Wer sich privat versichert ‚Äď diese Entscheidung ist f√ľr die gesamte Dauer des Studiums bindend ‚Äď kann selbst w√§hlen, wie umfangreich der Versicherungsschutz sein soll. Denn anders als bei den gesetzlichen Kassen steht im privaten Sektor das bekannte Baukastenprinzip zur Verf√ľgung, das nahezu alle Bereiche des Gesundheitswesens umfasst. Ob man sich nun f√ľr die Chefarztbehandlung entscheidet, Zuzahlungen bei der Brille oder die Option, auch alternative Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen zu k√∂nnen. Die Studententarife sind daf√ľr g√ľnstiger als normalen Tarife. Viele Unternehmen haben f√ľr Studierende spezielle Modelle im Angebot, die sich ausschlie√ülich an diese Kundengruppe richten und auch nur f√ľr die Zeit des Studiums gelten.

Beitragsberechnung

Bei der Beitragsberechnung f√ľr z√§hlen die f√ľr eine private Krankenversicherung typischen Kriterien: Alter, Vorerkrankungen, Gesundheitszustand und die Leistungen.¬† Je nachdem welcher Versicherungsumfang gew√ľnscht wird, √§ndert sich auch die Pr√§mie. Wie genau sie sich der Beitrag allerdings zusammensetzt, verraten die Unternehmen nicht. Sie rechnen nach privatwirtschaftlichen Vorgaben und sind nicht an Vorgaben durch den Gesetzgeber gebunden. Dies bedeutet also: Die monatlichen Beitr√§ge unterscheiden sich von Gesellschaft zu Gesellschaft recht deutlich.

BAföG Zuschuss zu Beiträgen der Kranken- und Pflegeversicherung

Studenten, die sich selbst versichern m√ľssen und einen eigenen Beitrag zahlen, erhalten bei einem BAf√∂G Anspruch¬†einen Zuschuss nach ¬ß 13a BAf√∂G. Dieser betr√§gt f√ľr:

  • Krankenversicherung 71 ‚ā¨ (62 ‚ā¨ bis 31.07.2016)
  • Pflegeversicherung 15 ‚ā¨ (11 ‚ā¨ bis 31.07.2016)

Was passiert mit der PKV nach dem Studium

Wie bereits eingangs erw√§hnt, ist diese Entscheidung zur Krankenversicherung f√ľr die gesamte Studiendauer bindend. Je nach Besch√§ftigung nach dem Studium, kann die Mitgliedschaft in der PKV insofern Folgen haben, als dass man nicht ohne Weiteres wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann, was bedeutet, dass man sich nach dem Studium weiter privat versichern muss. Der Versichertenstatus h√§ngt also davon ab, welchen Besch√§ftigungsstatus man nach der Hochschulausbildung hat:

  • Angestellter/ abh√§ngig Besch√§ftigter: Als Angestellter wird man automatisch wieder in der GKV pflichtversichert. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist erst wieder m√∂glich, wenn in den 12 Monaten vor Eintritt in die PKV das Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bzw. auch sie sog. Versicherungspflichtgrenze √ľberschreitet. F√ľr 2017 liegt diese bei 57.600 Euro und entspricht einem monatlichen Brutto-Einkommen von 4.800 Euro. Diese JAEG wird j√§hrlich neu ermittelt und per Rechtsverordnung vom Bundesministerium f√ľr Arbeit und Soziales festgelegt. F√ľr die vergangenen Jahre liegt sie bei 2016: 56.250 | 2015: 24.900 | 2014: 53.550.
    Berufseinsteiger, bei denen absehbar ist, dass das j√§hrliche Einkommen im ersten Berufsjahr bereits die Versicherungspflichtgrenze √ľberschreitet, k√∂nnen sich sofort privat versichern.
  • Selbst√§ndiger/ Freiberufler: Sofern bereit schon im Studium die private Versicherung gew√§hlt wurde, ist anschlie√üend als Selbst√§ndiger/ Freiberufler auch noch noch die private Krankenversicherung m√∂glich. Hat man sich hingegen nicht w√§hrend der Ausbildung befreien lassen, besteht ein Wahlrecht zwischen einer PKV und einer freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV.
  • Arbeitsuchend (ohne Arbeitslosengeldanspruch): Hier ist die Handhabe wie bei den Selbst√§ndigen. Es kommt auf den Versicherungsstatus w√§hrend des Studiums an. Bei einer gesetzlichen Versicherung w√§hrend der Ausbildung hat man anschlie√üend ein Wahlrecht, ob privat oder freiwillig gesetzlich. Andernfalls ist nur noch privat m√∂glich.
  • Arbeitsuchend (mit Arbeitslosengeldanspruch): Bei der Arbeitsagentur gemeldete Arbeitssuchende sind automatisch in der¬† gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert und die Agentur f√ľr Arbeit √ľbernimmt die Beitr√§ge, sofern man im Studium gesetzlich versichert gewesen ist. War der Studierende w√§hrend der Hochschulausbildung privat versichert, √ľbernimmt die Agentur f√ľr Arbeit die Beitr√§ge f√ľr den privaten Versicherer zur Kranken-und Pflegeversicherung, allerdings nur bis zur H√∂he der gesetzlichen Beitr√§ge. Endet bzw. ist der Anspruch auf das Arbeitslosengeld ersch√∂pft, enden auch die Beitragszahlungen durch die Agentur f√ľr Arbeit.

Mitunter kann es eben nach dem Studium zu finanziellen Schwierigkeiten kommen, wenn man keine Besch√§ftigung findet, die eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse begr√ľndet oder der Anspruch auf Arbeitslosengeld fehlt, weil dadurch die Beitr√§ge nicht √ľbernommen werden. Hier bleibt also nur weiterhin die M√∂glichkeit der privaten Absicherung. Der g√ľnstigste Tarif in der PKV ist dann der Basistarif, der Leistungen auf dem Niveau der GKV erbringt.

Letzte Aktualisierung: 28.03.2017