Beiträge von dosabi

    Hallo msspv,


    was soll man dazu sagen? Willkommen als 'Mittelloser' auf dem Bafög-Amt :(


    Ich habe vor einem Jahr das selbe auf dem Amt durchgemacht. Ich kenne das Gefühl also zu gut. Mein Sachbearbeiter hatte irgendwie vergessen zu erwähnen, dass ich keinen Antrag mehr stellen soll, da meine Schwester ihre schulische Laufbahn während der Förderzeit beenden wird. Nun ja, eigentlich ist die ganze Geschichte dann genauso abgelaufen wie bei dir. Meine Schwester hat dann eine Ausbildung angefangen und Geld verdient, so dass (laut meinem Sachbearbeiter) meine Eltern nicht mehr für sie aufkommen müssen und dann mehr Geld für mich hätten. Dumm nur, während einer Ausbildung verdient man gewöhnlich nicht die Welt.


    Letztendlich bekam ich über ein Jahr (!) nachdem mein Bruder die Schule beendet hatte mal eine Benachrichtigung vom Amt, ob ich nicht eine Schulbescheinigung von meiner Schwester nachreichen könnte. Ich bezog zu dem Zeitpunkt bereits kein Bafög mehr, weil ich über der Regelstudienzeit war. Auch wenn es vielleicht mein Fehler war, dem Amt nicht sofort zu melden, dass meine Schwester die Schule beendet hatte (ich bin wohl davon ausgegangen, dass das Amt die Daten gespeichert hat und mich daran erinnert!), empfand ich es doch als eine Frechheit von dem Sachbearbeiter mich dann als totalen Dummkopf darzustellen und mir zu erzählen, es wäre für mich besser meine Schwester wäre arbeitslos. Diesen Ton war ich von dem gar nicht gewohnt.


    Ich habe dann übrigens auch in einem Ton, als ob es die normalste Sache der Welt sei, zu hören bekommen, dass meine Eltern mein nicht berechtigt ausgezahltes Geld einfach mal mir vorstrecken können. Als ich die gleiche Antwort gab wie du, bekam ich einen "dann-halt-Pech"-Blick zu sehen und den, tut mir Leid wegen der Ausdrucksweise, sau dummen Kommentar zu hören, meine Schwester solle dann halt für mich die Schulden zahlen.


    Ich bin wie ein Häufchen Elend auf dem Amt rumgeschlichen und wusste auch erst nicht, was ich machen sollte. Da mein Sachbearbeiter leider auch nicht in der Lage war, mir Lösungsvorschläge zu machen, musste ich selbst einen finden. Ich habe letztlich eine Stundung beantragt beim Amt und nach einigen weiteren Attacken seitens meines Sachbearbeiters habe ich den dann auch genehmigt bekommen. Das heißt, die Schulden von (in deinem Fall) 2000 Euro musst du dann erst nach dem Stundungszeitraum zurückzahlen. Das würde dir mal die erste Sorge nehmen.


    Im Gegensatz zu dir hatte ich Glück und hatte das ganze Theater erst gegen Ende meines Studiums. Von daher konnte ich die Zeit mit kleineren Nebenjobs überbrücken. Ich würde mich an deiner Stelle nicht mehr auf Bafög verlassen, sondern mir lieber einen gut bezahlten Nebenjob suchen (Tipp: Kinos zahlen gewöhnlich nicht schlecht, vor allem sind die beim Dienstplan meist flexibel). Das ist zwar während dem Studium alles etwas nervig und bedarf einen hohen Organisationsaufwand aber dann passieren einem nicht solche Dinge wie plötzlich kein Geld mehr. Natürlich kannst du noch versuchen weiterhin Bafög zu bekommen, aber aus Erfahrung würde ich mir auf jeden Fall noch eine Alternative zulegen.


    Ich hätte dir gerne gesagt, dass du deinen Sachbearbeiter irgendwie mit in die Schuld nehmen kannst, aber es war leider dein Fehler nicht zu melden, von daher hast du da keine Chance. Man darf nicht erwarten, dass denen was von selbst auffällt.
    Am besten gehst du direkt zum Amt (auch wenn du keine Lust auf ein persönliches Gespräch hast) und versuchst die Sache irgendwie zu klären, indem du am besten Lösungsvorschläge gleich mitbringst. Denn wenn ein Sachbearbeiter nicht will, dass du ihn erreichst, gibt es nur diesen Weg.


    Ich hoffe für dich, dass du eine Lösung für die Geldsorgen finden wirst und schließe meinen langen Monolog mit den ehrlichen Worten eines Sachbearbeiters des Bafög-Amtes: Bafög ist von Reichen für Reiche gemacht.


    LG