Beiträge von nataly

    Warte noch mal eine Woche. Das ganze wird sich ohnehin noch etwas hinziehen, nehme ich an. Vielleicht finde ich noch etwas, was dir nützen kann. Noch eine Frage: Wann hast du die kirgisische Ausbildung angefangen? War das vor dem 1.8.1996? Dann ist nämlich § 7 Abs. 3 Satz 1 BAföG in der am 31.07.1996 geltenden Fassung anzuwenden.

    "Aus diesen Gründen werde ich keine Begründung nach § 7 Abs. 3 BAföG vornehmen."


    Dies Passage würde ich streichen und ersetzen durch folgende:


    "Die Fortsetzung der kirgisischen Ausbildung wäre unter diesen Umständen sinnlos und damit unzumutbar gewesen . Damit läge, für den Fall, dass der Sachverhalt nach § 7 Abs. 3 BAföG zu beurteilen wäre, jedenfalls auch ein wichtiger Grund für den Abbruch vor (Tz 7.3.7 BAföG-VwV).

    Wenn dein Sachbearbeiter meint,der Sachverhalt falle unter § 7 Abs. 3 BAföG und du müsstest einen wichtigen Grund für den Abbruch der Ausbildung in Kirgisien nachweisen,dann wäre dies kein Problem, wenn dein Grund als "wichtiger Grund" anerkannt wird. Dazu gibt es zum einen neben dem Merkblatt noch die BAföG-Verwaltungsvorschrift, die du mal durchlesen solltest, zum andern gibt es zu § 7 Abs. 3 BAföG natürlich auch Rechtsprechung der zuständigen Verwaltungsgerichte, die man z.B. in der juristischen Datenbank Juris finden kann.

    Semester aus Kirgisien sind anzurechnen? Das ist mir neu. Ich dachte, das Studium wird dir nur als schulische Ausbildung anerkannt.


    "Scheint immer komplizierter zu werden :-("


    Diesen Eindruck habe ich leider auch. Kann sein, dass ihr einen Rechtsanwalt braucht und evtl sogar Klage beim Verwaltungsgericht einreichen müsst.

    Erst vor kurzem wurde vom Bundesverfassungsgericht entschieden, dass ein Vater nicht zum Umgang mit seinen unehelichen Kind gezwungen werden kann.

    Ich schlage folgendes Schreiben an das Amt für Ausbildungsförderung vor:


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    Sie haben mir das Merkblatt zu den Voraussetzungen der Förderung einer anderen Ausbildung nach dem Abbruch einer früheren Ausbildung oder einem Fachrichtungswechsel nach § 7 Abs. 3 BAföG ausgehändigt und mich gebeten, das entsprechende Formular auszufüllen.


    Das Studium der Betriebswirtschaftslehre stellt jedoch keine andere Ausbildung nach dem Abbruch einer früheren Ausbildung oder einem Fachrichtungswechsel nach § 7 Abs. 3 BAföG dar.
    Die zuständige Behörde für Bildung und Sport der freien und Hansestadt Hamburg hat durch Bescheid vom 21.06.2007 mit Tatbestandswirkung auch für das Recht der Ausbildungsförderung verbindlich festgestellt, dass meine Ausbildung in Kirgisien zum Hochschulzugang für alle Fächer im Bereich Wirtschaftswissenschaften berechtigt; sie entspricht also einer schulischen allgemeinbildenden Ausbildung mit dem Abschluss der fachgebundenen Hochschulreife. Wenn im Anschluss an den Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife ein entsprechendes Hochschulstudium aufgenommen wird, fällt dieser Sachverhalt nicht unter § 7 Abs. 3 BAföG.


    Mit freundlichen Grüßen

    "Das Bafög-Amt möchte nun eine Begründung für eine weitere Ausbildung nach §7 Abs. 3 und eine Begründung für einen Fachrichtungswechsel."


    Könntest du den Text mal posten? Vor allem würde mich interessieren,ob das Amt von einer "weiteren" oder von einer "anderen" Ausbildung ausgeht. Oder meint man gar, das BWL-Studium sei sowohl eine "andere" als auch eine "weitere" Ausbildung?


    Und wie lautet der Text des Anerkennungsbescheids der Behörde für Bildung und Sport?

    Noch eine Frage: Hast du eigentlich schon ausgerechnet, wieviel BAföG du bekommen würdest für den Fall, dass dein Anspruch anerkannt wird? Ich frage deshalb, weil du nur dann BaföG bekommen kannst, wenn das Einkommen deines Mannes bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Falls sich ergibt, dass das Einkommen deines Mannes zu hoch ist, dann bekommst du kein BAföG und dann macht es auch wenig Sinn, die Sache weiter zu betreiben.

    Galak: Das Amt für Ausbildungsförderung geht nicht von einer "weiteren Ausbildung" nach § 7 Abs. 2 BAföG aus, sondern von einer "anderen Ausbildung" nach § 7 Abs. 3 BAföG.
    Es meint,du hättest in Kirgisien ein Hochschulstudium "Buchwesen und Buchprüfung" betrieben. Dieses sei von dir abgebrochen worden und in Deutschland habest du ein Studium einer anderen Fachrichtung, also eine "andere Ausbildung" begonnen.
    Ich sehe das anders und du offensichtlich auch.


    Nach der bestandskräftigen Entscheidung der zuständigen deutschen Behörde, die für das Amt für Ausbildungsförderung verbindlich ist, wurde festgestellt, dass die Ausbildung in Kirgisien einer deutschen Schulausbildung mit dem Abschluss "fachgebundene Hochschulreife" entspricht. Du bist daher so zu behandeln wie eine Deutsche, die an einer Schule die fachgebundene Hochschulreife erworben hat und im Anschluss daran ein Hochschulstudium beginnt.
    Ein Fachrichtungswechsel liegt nicht vor.
    Zunächst solltest du dies dem Amt für Ausbildungsförderung mitteilen. Sollte man dort anderer Meinung sein, würde ich die Beauftragung eines Rechtsanwalts empfehlen, wenn möglich, eines Fachanwalts für Verwaltungsrecht.
    Könntest du noch mitteilen,wie die "entsprechende Schulbehörde" heißt, die deinen kirgisischen Abschluss bewertet hat? Dann könnte ich eine Stellungnahme für dich verfassen.


    P.S.:Ist "Galak" ein kirgisisches Wort? Wenn ja, was bedeutet es?

    bei der Asta?
    Muss mE heißen: "beim AStA" oder "bei dem AStA", weil AStA die Abkürzung für "Allgemeiner Studentenausschuss" ist und Ausschuss ist männlich.


    "anwaltstermin besorgt, ist wohl der beste weg."


    Sehe ich auch so.

    Aus welchem Land kommst du? Wie heißt das Studium in deiner Heimat?
    Was für ein Studium hast du in Deutschland begonnen?


    "Mir wurde lediglich eine fachgebundene Hochschulreife bzw. die Mittlere Reife für Deutschland anerkannt."


    Was trifft zu? Fachgebundene Hochschulreife oder Mittlere Reife?

    Was wollt ihr denn konkret vom Vater? Unter "zur Verantwortung ziehen" und "zur Beteiligung zwingen" kann ich mir nichts vorstellen. Und um welche "Zusatzkosten" geht es?

    Ich rate dazu, einen "Antrag auf Vorausleistung nach § 36 BAföG" auf Formblatt 8 zu stellen. Dann werden alle von dir gestellten Fragen vom Amt für Ausbildungsförderung geklärt und du erhältst BAföG ohne Anrechnung elterlichen Einkommens.

    marcomox: Wenn du die Falschberatung nachweisen kannst, dann kannst du verlangen, so gestellt zu werden, als hättest du auf Grund richtiger Beratung einen Antrag auf Vorausleistung nach § 36 BAföG gestellt.
    Pikary: Für Rechtsstreitigkeiten im Bereich der Ausbildungsförderung sind die Verwaltungsgerichte zuständig.