Beiträge von Chillina

    Hallo Optimist,


    also eines ist schon mal klar: mit d e r Ausbildungsvergangenheit braucht ihr euch überhaupt keine Gedanken zu machen, dass eine evtl. Klage der Tochter vor irgendeinem Gericht überhaupt Bestand hätte ;)


    Nach den bisherigen Umständen hat sie jeglichen Unterhaltsanspruch verwirkt und wie es aussieht, wird sie jede neue Ausbildung aus eigener Tasche finanzieren müssen - Eltern müssen grundsätzlich nur 1 Ausbildung finanzieren und wenn es triftige Gründe für einen Ausbildungsabbruch gibt (gesundheitliche Probleme i.e. Allergien etc....) dann evtl. noch eine 2.te Ausbildung - aber das war's dann auch in Sachen Ausbildung.


    Nach meinen Kenntnissen, hängt der Unterhaltsanspruch eines U25-Kindes auch nicht davon ab, ob es schon mal ausgezogen ist oder nicht.
    Maßgeblich ist grundsätzlich i m m er, ob ein Unterhaltsanspruch auf Grundlage des BGB besteht, d.h. Unterhaltsanspruch besteht nur, wenn ein volljähriges Kind sich in Schulausbildung/Berufsausbildung/Studium befindet und zwar bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres.
    Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, kann auch kein Unterhalt nach SGB eingefordert werden. ERGO: wenn ihr von Amtswegen (z. Bsp. bei Auszug des Kindes) aufgefordert werdet, eure Einkommensverhältnisse offenzulegen, so müsst ihr dieser Aufforderung erstmal nachkommen - aber keine Sorgen, solltet ihr danach aufgefordert werden, irgendwelche Gelder an die Tochter zu überweisen, einfach Widerspruch einlegen und auf die Unterhaltsverwirkung auf Grundlage des BGB einlegen!


    IHR KÖNNT DOCH EINWANDFREI BELEGEN/NACHWEISEN, was sie schon so alles "fabriziert" hat, oder????


    Und danach wird die Arge ihr sicherlich eine Bleibe in irgendeinen Wohnheim zuweisen, verhungern wird sie auch nicht, da für solche Fälle "Essensgutscheine" verteilt werden :)


    Na bitte, nun heisst es für das Töchterchen, sich zu entscheiden, welchen Weg sie denn gehen möchte..... aber eines ist doch auch klar: ihr habt euch dieses Spielchen lange genug angeschaut und irgendwann ist auch mal Schluss!


    Du siehst, auch ich habe da eine ganz ähnliche Meinung. Warum? Tja, ich habe einen ähnlichen Fall zu Hause und habe mir zwischenzeitlich auch schon anwaltlichen Rat geholt.


    Durchhalten heisst die Devise und weiter unbedingt konsequent bleiben, notfalls bis zum "vor die Tür setzen gehen" - keine Sorge, die sind groß und kommen schon irgendwo unter .... und manchmal ist es die letzte Möglichkeit, unsere "Großen" zur Vernunft zu kriegen - so traurig das auch sein mag :( (aber manchmal gibt es auch äußere Umstände/Einflüsse, die so Manchen den eigentlichen Weg des Lebens nicht mehr erkennen lassen!!!!) Dann tut es den Betroffenen mal ganz gut, den rauhen, kalten Wind des Lebens zu schnuppern und hat schon so manchen jungen Erwachsenen schlagartig geheilt, glaube mir.


    Ich drücke euch jedenfalls ganz fest die Daumen und hoffe, ihr wisst, was zu tun ist.


    Liebe Grüße :)

    Hallo nochmal,


    ich habe mich zwischenzeitlich durch verschiedene Gesetzestexte durchgegraben.


    @ Theo: Danke für die Gesetztesvorlagen. Sozialvers.beiträge kämen zum
    Unterhaltsbeitrag noch nicht oben drauf, da meine Tochter bis
    zum 21. Lebensjahr noch bei mir familienversichert ist, sofern sie
    kein eigenes, sozialvers.pflichtiges Einkommen hat


    Ich fasse zusammen:


    Es gibt den grundsätzlichen Unterschied zwischen Unterhaltspflicht der Eltern nach BGB und SGB (Sozialgesetzbuch). So weit so gut.
    Für meine Tochter besteht im Moment demnach nur ein Unterhaltsanspruch nach dem SGB. Bis zum 25. Lebensjahr werden beide Elternteile zur Unterstützung ihrer Kinder herangezogen. Da ich selbst kein Hartz IV-Empfänger bin, kann auch meine Tochter kein Hartz IV beantragen. Meine finanzielle Unterstützung ist damit beglichen, dass ich ihr Unterkunft/Verpflegung biete.


    Der Kindesvater ist ebenfalls kein Hartz IV-Empfänger und vom Einkommen her leistungsfähig, weigert sich aber, irgendwelchen Unterhalt für seine Tochter zu zahlen.


    Welche Möglichkeiten habe ich/bzw. meine Tochter jetzt, von ihm seinen Beitrag zum Unterhalt(Sozialhilfe) zu bekommen?
    Was für einen Antrag genau müsste ich/meine Tochter beim Amt da stellen?
    (Hartz IV entfällt, Sozialhilfe kommt nicht in Betracht..)


    Es kann doch nicht richtig sein, dass ich z. Zt. alleine für den Unterhalt unserer Tochter aufkomme und mir Vater Staat unter den o.g. Umständen keine Mittel in die Hand gibt, Unterhalt nach SGB vom Vater einzufordern! Oder doch? Wie soll das gehen?

    Hallo Theo,


    ich meine du hast Recht - das Einkommen der Mutter wäre vom Grunde her mit anzurechnen. Da sie aber nur so wenig verdient, liegt sie unter dem Bedarfskontrollbeträgen der untersten Einkommensgruppe; demnach ist der Vater alleine unterhaltsverpflichtet und hätte einen Zahlbetrag von € 441,-- zu leisten, vorausgesetzt der Vater ist nicht weiteren Kindern gegenüber unterhaltsverpflichtet.
    Die Mutter hat ihren Teil, nämlich dem volljährigen Kind Unterkunft und Verpflegung zukommen zu lassen, über das Maß heraus erfüllt.


    Grüße!

    Hallo Ringsi,


    jetzt hab' ich erstmal eine Frage: behält euer Sohn tatsächlich die vollen 300,-- Euro?? Ist doch ein Super-Leben für ihn - nichtstun, rumgammeln und soviel Geld in der Tasche haben, um dann noch auf dumme Gedanken zu kommen. Sorry, wenn ich jetzt so direkt bin, aber ich habe ein ähnliches Problem bei mir zu Hause. Ansonsten wären 300,-- Euro inkl. Verpflegung(!) doch ein angebrachter Mietzins! Wo sonst findet man eine so billige Unterkunft, ausser bei den eigenen Eltern.


    Will er mehr, soll er arbeiten gehen...


    Ganz im Ernst: Was wäre denn die Alternative für ihn, wenn ihm eure Vorgaben nicht passen und er definitiv von der ARGE eine Wohnung unter den aktuellen Umständen nicht bezahlt bekommt? Darüber sollte er mal nachdenken.... und ihr solltet ihm das vielleicht mal ganz klar vor Augen führen.


    Wir Eltern sind in vielerlei Hinsicht leider viel zu inkonsequent - und zahlen am Ende die Quittung dafür. Wenn man die Quittung noch zahlen kann, geht's ja noch... Wenn man dadurch selbst zum Hartz IV Empfänger wird, hört der Spass auf.


    Ich glaube kaum, da er ja ALG I + Kindergeld bekommt, dass ihr am Ende mehr Eigenanteil zur Sozialhilfe eures Sohnes zahlen müsstet,als ihr jetzt an "Verpflegungsgeld" für ihn sowieso schon aufbringt.


    Aber er lernt dann, wenn ihr ihn vor die Wahl stellt, wie das Leben wirklich aussieht.


    Viel Erfolg beim weiteren Erziehen eines erwachsenen Sohnes!

    Hallo Theo,


    na das sind ja "tolle" Neuigkeiten............. trotzdem ein herzliches "Dankeschön" für die schnelle Rückantwort. Dann werde ich mich gleich mal mit dem o.g. Gesetzestext auseinandersetzen.


    Ein Wort in eigener Sache an die übrige COMMUNITY hier: Es ist schon außergewöhnlich, wie schnell einem hier geholfen wird, oder etwa nicht?!
    Ich weiss nicht, wie eure Erfahrungen in anderen Portalen sind; aber ich finde es bemerkens- und lobenswert, wie schnell einem hier geholfen wird - for nothing - und das ist sicherlich nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit.
    Die eine oder andere positive Schlußberurteilung dieses Forums würde sicher allen Beteiligten gut tun, oda??!!
    Denkt einfach nur mal darüber nach, bevor ihr euch verabschiedet, sobald ihr einen guten Rat gefunden habt.


    Aber eine letzte Anmerkung hätte ich da noch zu dem Thema "verdeckte Unterhaltspflicht der Eltern über Hartz IV" . Doch dazu später mehr.

    Vielen Dank "Chiemsee", für die prompte Antwort!!


    Wobei - ganz ehrlich- ich hätte nicht gedacht, dass das Elternteil, bei dem das Kind lebt, selbst Hartz IV Empfänger sein muss, damit das Kind auch einen Leistungsanspruch geltend machen kann; eigentlich müsste doch die Bedarfsgemeinschaft als Ganzes ersteinmal auf den Prüfstand gestellt werden (wieviel Personen leben unter einem Dach, wieviel weitere Kinder gibt es unter 25 Jahren), bevor man über Hartz IV-Bedürftigkeit entscheiden kann, oder nicht?! Mein Einkommen liegt z. Zt. bei 1.400,-- € netto.


    Ist meine 18-jährige Tochter damit eindeutig kein Fall mehr für Hartz IV? Leider kann sie aus gesundheitlichen Gründen z. Zt. keinen Fulltimejob ausüben. Aber da ist Licht am Ende des Tunnels.


    Wie sieht es aus, wenn sie nun auszieht und dann Hartz IV beantragt (unter der Voraussetzung, dass sie dann noch keine Ausbildung macht u. sich nicht in einer weiteren Schulausbildung befindet) Sie wäre dann zwar nicht unterhaltsberechtigt, aber ich könnte zu einem Sozialhilfebeitrag herangezogen werden und zahle damit doch indirekt "Unterhalt" - das habe ich ja begriffen.


    Ergo: Man gibt dem Kind nur unterschiedliche Namen...


    Doch eine Frage von mir ist dabei noch nicht beantwortet: Welche Variante ist für die Eltern die Günstigere:


    Zahlung des regulären Unterhalts (zu dem man unter den o.g. Umständen gesetzlich dann ja eigentlich nicht mehr verpflichtet ist) oder Zahlung eines Beitrags zur Sozialhilfe?


    Der Regelsatz für Hartz IV liegt für Kinder von15 bis 25 Jahre z. Zt. bei € 287,--, d.h. mehr dürfte doch vom Sozialamt von beiden Eltern zusammen gar nicht eingefordert werden. Oder doch?


    Sollte sich da jemand genauer auskennen, schon mal vorab ein "Danke schön" für die Beantwortung meiner Fragen.

    Hallo erstmal alle zusammen,


    also ich bin da doch etwas irritiert........ :(


    Es heisst zum einen, dass Volljährige einen Unterhaltsanspruch gegenüber ihren Eltern nur dann haben, wenn sie sich in einer Ausbildung/Studium befinden (einschl. gewisser Übergangsfristen bis dahin) und ansonsten für ihren Lebensunterhalt im Grunde genommen selbst verantwortlich sind.


    Wenn sie aber keinen Arbeits-/Ausbildungsplatz finden können, haben sie u.a. die Möglichkeit, Alg II (Hartz IV) zu beantragen. Daraufhin überprüft die Bundesagentur für Arbeit, so meine ich, ersteinmal die Einkommens-/Vermögensverhältnisse der Eltern. Sollten sich diese als "ergiebig" herausstellen, kann der Sozialhilfebeitrag für den Jugendlichen wiederum von die Eltern eingefordert werden; d.h. die Eltern zahlen am Ende keinen direkten "Unterhalt" für ihr Kind, sondern zahlen stattdessen "Sozialhilfe" für ihr Kind?!! :confused:
    Das kann ich einfach nicht glauben - ist das wirklich so?


    Müssten die Voraussetzungen für einen Unterhalts-/Sozialhilfeanspruch nicht an den gleichen Maßstäben gemessen werden? (in Bezug auf die Zahlungspflicht der Eltern)
    Soll heissen: Kein Unterhaltsanspruch = Kein Beitrag der Eltern zur Zahlung zum ALG II!


    Ich selbst habe eine 18 jährige Tochter (wohnt bei mir zusammen mit ihrer 15 jährigen Schwester), die momentan genau in diesem Fallstrick hängt: Schule zu Ende, keinen Ausbildungsplatz und z. Zt. leider auch keinen Job. Sie ist bei der BA als arbeitssuchend gemeldet, bisher ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld, so dass sie z. Zt. zumindest Kindergeldanspruch hat. Nun weigert sich plötzlich ihr Vater, ihr irgendwelchen Unterhalt zu zahlen, will erst wieder zahlen, wenn sie eine Ausbildung macht o.ä.


    Was passiert, wenn sie nun zusätzlich Alg II beantragt?


    - Würde dann ihr Vater (und wohl auch ich) zur Offenlegung
    der Einkommensverhältnisse grundsätzlich und sofort
    durch die BA oder andere Institution aufgefordert werden?


    - Kann sie überhaupt für sich alleine Alg II beantragen, oder
    nur mit mir zusammen, weil sie ja bei mir wohnt?


    - Wird es für die Eltern am Ende teurer, einen
    Sozialhilfebeitrag für das eigene Kind zu zahlen, als den
    regulären Kindesunterhalt für Volljährige?


    Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Vater meiner Tochter und auch ich in die niedrigste Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle einzuordnen sind.


    Habe bisher keinerlei Erfahrungen mit Hartz IV und damit verbundenen Regelsätzen u.ä.


    Wer kann mir weiterhelfen?