Beiträge von Simone81

    Du kannst es z. B. in der WoGVwV, 15.01 Abs. 1ff. nachlesen. "Die Angaben können glaubhaft sein, wenn die hiernach zur Verfügung stehenden Einnahmen zuzüglich eines zu leistenden Wohngeldes 80 Prozent des Bedarfs nach dem SGB XII erreichen."

    http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_28062017_SWII4.htm


    Ich arbeite seit 2017 als Wohngeldsachbearbeiterin und mache jeden Tag etliche Plausibilitätsprüfungen. ;-)


    Sind die 760 € brutto = netto (Werkstudent)? Du musst bei der Eingabe darauf achten, dass du die richtigen Abzüge verwendest. Es wird das Monatseinkommen brutto angesetzt und dann je 10% für gezahlte Krankenversicherung, Renten-/Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer abgezogen - das sind Pauschalen, die tatsächliche Höhe der Abzüge ist egal. Bei einer All Inclusive-Miete musst du Heiz- und Stromkosten abziehen. Es wird nur die Bruttokaltmiete, also Grundmiete und kalte Nebenkosten, berücksichtigt. Wenn die nicht genau beziffert sind im Mietvertrag, werden die Pauschalen angesetzt.

    Hallo,


    nein, das ist nicht richtig. Erstmal ist es so, dass die 80% ausschließlich auf den Regelbedarfssatz abzielen. Denn der Vermieter wird sich nicht mit 80% der Miete zufrieden geben, die zahlst du zu 100%. Die KV muss auch abgedeckt sein. Also 650,00 € plus 110,00 € plus 80% von 432,00 € = 1.105,60 €. Die 80% sind aber wirklich Minimum, hier geht der Sachbearbeiter zu deinen Gunsten davon aus, dass du sparsam leben kannst und auch nicht den vollen Regelbedarfssatz benötigst.


    Es ist nicht so, dass du genau diesen Betrag schon als Einkommen vorweisen musst, du musst aber insgesamt mit dem errechneten Wohngeld diesen Betrag erreichen. Wenn du wissen willst, wieviel du verdienen musst, um das Mindesteinkommen inklusive Wohngeld zu erreichen, musst du also ein bisschen mit dem Rechner spielen und rausfinden, wo der Punkt ist, an dem Gehalt und Wohngeld zusammen diese Kosten decken.


    Welche Mietkosten berücksichtigt werden, ist in § 9 Abs. 2 WoGG aufgeführt. Heizkosten sind nicht enthalten. Zahlst du wirklich 150,00 € nur Heizkosten oder sind da auch kalte Nebenkosten dabei? Diese werden durchaus auch berücksichtigt.


    Gruß

    Simone

    Hallo Saskia,


    ihr werdet als Paar zusammen berechnet, d.h. die Gesamtmiete wird ins Verhältnis zum Gesamteinkommen von euch beiden gesetzt. Ich weiß ja nicht, wie viel du verdienst. Die Einkommensgrenzen sind auch abhängig von der Mietstufe. Du kannst ja bei deiner Wohngeldstelle anrufen und fragen, wie hoch die Einkommensgrenze für zwei Personen ist.


    Gruß

    Simone

    P.S.: Du brauchst auch einen Negativbescheid des BAföG-Amtes, in dem bestätigt wird, dass du dem Grunde nach keinen Anspruch auf BAföG hast. Manche BAföG-Ämter brauchen dafür ein bisschen Zeit, von daher würde ich an deiner Stelle jetzt schon für das aktuelle Semester einen ausstellen lassen, damit sich der Wohngeldantrag dann nicht unnötig in die Länge zieht.

    Hallo Maja,


    einen Antrag auf Wohngeld kannst du erst für eine Wohnung stellen, für die du auch einen Mietvertrag hast. Also erst Wohnung finden, dann Antrag stellen.


    Wieviel Wohngeld dir zusteht, ist abhängig von den Mietkosten, der Mietstufe, in der du wohnst und dem anrechenbaren Einkommen. Das Kindergeld wird als Unterhalt angerechnet, wenn kein sog. Abzweigungsbescheid von der Familienkasse vorliegt. Beachte, dass das Wohngeld NIE so hoch ist wie die Kaltmiete, d.h. das Wohngeld wird niemals die volle Miete abdecken, selbst wenn kein Einkommen angerechnet wird.


    Du musst für einen Wohngeldbezug ein Mindesteinkommen vorweisen. Zusammen mit dem Wohngeld musst du von deinem Einkommen deine Warmmiete und den Regelbedarfssatz ("Hartz IV") i.H.v. derzeit noch 432,00 € abdecken können. 80% des Regelbedarfssatzes sind auch noch vertretbar, das liegt im Ermessen der Wohngeldbehörde. Da du kein Einkommen hast, kann der Betrag, der dir monatlich zur Deckung dieser Lebenshaltungskosten fehlt, auch durch dein Vermögen ausgeglichen werden. Es ist deshalb wichtig, dass du das Vermögen auch angibst. Beim Wohngeld hast du einen Vermögensfreibetrag von 60.000 €.


    Gruß

    Simone

    Abend. Mein Sohn (21) ist seit September in der Berufschule, er Wohnt in ein WG in Köln, und hat gerade der Bescheid von der Bafog Amt bekommen. Von der Gedamt Bedarf von €585 im Monat wird €449.35 angerechnet wegen sein Mutters verdienst...bedeutet er bekommt €136 im Monat ! Was können wir da machen..gibts ein Anspruch auf Wohngeld oder einen andere Leistung ? Er war 1 Jahr Arbeitlos und hat ALG 1 bekommen, und jetzt wo er Studiert wird er quasi bestrafft. Sein Studium is jetzt in Gefahr.Für alle Positive anmerkungen oder Hilfe wäre ich sehr dankbar.

    Hallo,


    zuerst einmal würde ich dir raten, dich nicht einfach in einen Thread dranzuhängen, da dann deine Frage leicht untergehen kann.


    Für BAföG-Empfänger gibt es leider keine weiteren staatlichen Leistungen. Die Frage ist, wieso die Mutter keinen Unterhalt zahlt? Wenn so viel angerechnet wird, müsste doch eigentlich einiges an Einkommen vorhanden sein? Im Normalfall wird ja das elterliche Einkommen von vor 2 Jahren angerechnet. Falls sie mittlerweile deutlich weniger verdient und deshalb keinen Unterhalt zahlen kann, als bei der Berechnung angesetzt wurde, sollte dein Sohn einen Aktualisierungsantrag stellen, damit das BAföG mit dem tatsächlichen Einkommen neu gerechnet wird. Ansonsten hat er auf jeden Fall Anspruch auf sein Kindergeld (204 €). Wird ihm das von dir oder der Mutter weitergeleitet?


    Je nachdem, was er studiert, könnte er auch mal nach Stipendien schauen. Natürlich ist das idR etwas schwierig, aber es gibt auch kleinere Organisationen, die Stipendien anbieten, und manchmal werden Stipendien mangels Bewerbern nicht abgerufen. Hier sollte er mal einfach etwas recherchieren. Vielleicht kann ihm auch das Studentenwerk diesbezüglich weiterhelfen.


    Gruß

    Simone

    P.S.: Sobald der Bewilligungszeitraum ausgelaufen ist und ihr einen Weiterleistungsantrag stellt, müssen dann aber die tatsächlichen Einkommensverhältnisse berücksichtigt werden, d.h. euer Wohngeld wird dann höher sein.

    Hallo,


    so lange sich euer Einkommen während des ursprünglichen Bewilligungszeitraumes ändert, wird das Wohngeld nur dann angepasst, wenn das anrechenbare Gesamteinkommen sich um 15% erhöht oder verringert.


    Es wird in der Berechnung immer das Bruttoeinkommen angesetzt. Hier machen die Pauschalabzüge viel aus. Wenn du Gehalt hast, erhältst du 10% Abzug für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, weitere 10% für Rentenversicherungsbeiträge und nochmal 10% für gezahlte Steuern - also insgesamt bis zu 30%. Bei Lohnersatzleistungen sind die Abzüge deutlich geringer. Bei Krankengeld idR nur 10% für die vom Bruttokrankengeld abgezogenen Beiträge, bei Arbeitslosengeld gibt es gar keine Abzüge. Dadurch kann es sein, dass sich das anrechenbare Gesamteinkommen rechnerisch nicht um 15% verringert, auch wenn ihr unterm Strich deutlich weniger Geld zum Leben habt.


    Schau dir doch mal die Berechnung vom Ablehnungsbescheid genauer an und vergleiche die Zahlen mit eurem ursprünglichen Bescheid. Die Wohngeldberechnungen sind zugegebenermaßen für Laien teils schwer verständlich, aber vielleicht kannst du es so gut nachvollziehen, wie gerechnet wurde. Im Wohngeldrechner hast du vielleicht die Pauschalabzüge falsch eingegeben. Falls du immer noch der Meinung bist, es wurde falsch gerechnet, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen, allerdings mit Begründung. Dann muss der Anspruch nochmal überprüft werden. Ich gehe aber davon aus, dass dein Sachbearbeiter das richtig gemacht hat, denn ein Erhöhungsantrag ist an sich keine komplizierte Angelegenheit. Hat er/sie beide Änderungen bei euch berücksichtigt, also das ALG deines Mannes und dein Krankengeld? Oder hat er/sie das ehemalige Einkommen des Mannes einfach übernommen und nur deinen Krankengeldbezug neu angesetzt?


    Wenn ihr durch die Einkommensminderungen nichtmal den Hartz IV-Satz zum Leben habt, solltet ihr zum Jobcenter wechseln und dort eine Aufstockung beantragen. Das geht auch mit Arbeitslosengeld I und Krankengeld.


    Gruß

    Simone

    Hallo,


    die Vermögensgrenze von 120.000 € gilt für alle zusammen. Wer letztendlich wie viel auf seinem Namen hat, ist egal. Bitte denk dran, auch eure Zinseinkünfte anzugeben. (Vermutlich wirst du dazu eh aufgefordert, wenn du sie nicht gleich mitschickst.) Zinseinkünfte ab 100 € jährlich zählen als Einkommen. Den Freibetrag erhält jeder von euch auf seine eigenen Kapitalerträge.


    Gruß

    Simone

    Ja genau, du zählst als 1-Personen-Haushalt. Deine Mitbewohner gibst du im Antrag bei der Frage an, ob noch weitere Leute in der Wohnung leben. Aber nicht als Haushaltsmitglieder. Du musst auch nichts weiter von ihnen angeben.


    Gruß

    Simone

    Hallo,


    ja, du kannst einen Wohngeldantrag stellen - wenn du nicht dem Grunde nach Anspruch auf etwas hättest, was Wohngeld ausschließt (Schüler-/Studentenbafög oder BAB). Bei 0 € Einkommen kommt schon relativ viel raus, aber immer etwas weniger als die Bruttokaltmiete. Das Ergebnis ist schon realistisch. Wenn du nur vom Vermögen lebst, hast du auch de facto 0 € anrechenbares Einkommen.


    Gruß

    Simone

    Hi,


    mangels weiterer Angaben (Miethöhe, Mietstufe, dein Einkommen etc.) kann ich jetzt nicht pauschal sagen, ob sich generell was errechnet. Die Unterhaltszahlungen werden zu Gunsten deines Partners berücksichtigt. Also unbedingt auch die Unterhaltszahlungen angeben, dies wird im Antrag auch gefragt. Je nach Mietstufe und ob du noch ALG I kriegst könnte es aber sein, dass ihr trotzdem über der Einkommensgrenze für 2 Personen liegt.


    Gruß

    Simone

    Hallo,


    genau, ihr habt das beide richtig verstanden. Der Kredit ist natürlich Geld, das dir zum Leben zur Verfügung steht, wird aber nicht als Einkommen bei der Berechnung angerechnet.


    Die von deinen Eltern übernommenen Versicherungsbeiträge musst du als Unterhaltszahlung angeben. Auch weitere Zahlungen natürlich. Es ist unerheblich, ob dir das Geld von den Eltern direkt zufließt oder ob sie dir damit einfach den KV-Beitrag zahlen. Du kriegst aber wiederum 10% pauschal abgezogen, weil du Krankenversicherung zahlst (egal, wer die letztendlich bezahlt). Vermutlich wird es das Ergebnis nicht ändern, das du auch ohne Einkommen hast, da sich das maximale Wohngeld erst ab einem gewissen Betrag verringert.


    Nebenjobs müssen natürlich angegeben werden. Nimmst du einen Job erst mitten im Bewilligungszeitraum auf und er dauert weniger als 2 Monate, wird das Wohngeld aber nicht angepasst, da dies nur eine kurzfristige Einkommenserhöhung ist. Alles länger als 2 Monate führt zu einer neuen Wohngeldberechnung - eigentlich erst bei 15% Einkommenserhöhung, aber bei 0 oder ganz wenig anrechenbarem Einkommen hast du die 15% Erhöhung ja sicherlich.


    Gruß

    Simone

    Ah ja, beim FSJ wird nicht alles angerechnet, das stimmt! Meine Aussage war allgemein gehalten, sorry, beim FSJ bleibt ein Teil anrechnungsfrei, da hast du Recht.


    Das finde ich ziemlich unverschämt. Ich würde mich bei den Vorgesetzten beschweren, am besten schriftlich. Corona hin oder her. Dein Antrag ging schon vor Corona ein und nach der Logik müssten die ja 10 Monate hinterher sein, wenn es bis Ende des Jahres dauern soll Wie gesagt gibt es die Untätigkeitsklage, aber das ist natürlich aufwändig und würde sich vermutlich auch ziehen (Ich habe damit keinerlei Erfahrung.)


    Falls du deshalb gerade Geldprobleme hast, solltest du vielleicht tatsächlich erstmal zum Jobcenter. Die können sich dann hinterher untereinander einig werden, wenn das Wohngeld dann mal endlich berechnet wurde und höher ist als die Jobcenterleistungen. Die Beantragung sollte wegen Corona vereinfacht worden sein.


    Gruß

    Simone

    Öhm, mit welcher Begründung soll das denn bitte so lange dauern??? Liegen alle notwendigen Unterlagen vollständig vor? Also das ist schon unverschämt, und das sage ich als Sachbearbeiterin.^^ Da würde ich mal freundlich nachhaken und notfalls mit Untätigkeitsklage drohen.


    Das Einkommen deines Sohnes wird angerechnet, 100 € monatlich sind hier anrechnungsfrei bei Kinder unter 25 Jahren.


    Gruß

    Simone