Beiträge von Samka

    Das Einkommen des Bruders ist nur soweit relevant, wie es den Freibetrag der Eltern bzw. des Vaters deines Freundes mindert. Der maximale Freibetrag für ein Kind in nicht förderfähiger Ausbildung (kein Anspruch auf BAföG oder BAB) liegt bei 485,00 Euro. Kann "der Bruder" diese Summe durch eigenes Einkommen vollkommen decken, dann ist es egal, ob er 600,- €, 700,-€ oder 2.500,- € verdient. Er spielt dann bei der Berechnung keine Rolle mehr.


    Kindergeld steht den Eltern zu. Beantragen kann man eine Abzweigung des Kindergeldes direkt an das Kind (also deinen Freund). Der Anspruchsberechtigte ändert sich aber dadurch nicht.


    Wie bereits erwähnt, evtl. habt ihr einen Anspruch auf einen Mietkostenzuschuss des Jobcenters. Dazu lasst euch von eurem Amt für Ausbildungsförderung schon einmal die Rechtsgrundlage nennen, nach der ihr für die Ausbildung gefördert werden könnt.


    Da du nichts zu deinem bisherigen Werdegang / Alter geschrieben hast und die BAföG Stelle das Einkommen der Eltern angerechnet hat, gehe ich davon aus, dass seitens eurer Eltern eine Unterhaltspflicht besteht.

    Für wen bekommt ihr denn den Kinderzuschlag? Habt ihr ein gemeinsames Kind, für das dein Freund den Zuschlag beantragt hat?
    Der Bruder wohnt noch bei ihm? Bei wem? Beim Vater? Oder beim Freund? Das Einkommen des Bruders mindert höchstens die Freibeträge des Vaters von seinem anzurechnenden Einkommen.
    Der angerechnete Betrag ist von den Eltern einzusetzen. Kindergeld könnt ihr nicht beantragen (außer für ein eigenes Kind). Wird das Kindergeld seitens der Eltern an euch weitergeleitet, ist dies Unterhalt und deckt den angerechneten Betrag.
    Wer bezahlt die Wohnung denn aktuell?
    Eventuell besteht ein Anspruch auf Bezuschussung der ungedeckten Mietkosten beim Jobcenter... oder klassisch: Arbeiten gehen. Ein klassischer 400,- Euro Job bleibt beim BAföG anrechnungsfrei.

    Wenn die Schule tatsächlich mehr als eine Stunde Wegzeit vom Elternhaus entfernt ist, keine entsprechende Ausbildungsstätte näher liegt (in kürzerer Zeit als einer Stunde zu erreichen ist) und du nicht mehr im Haushalt der Eltern leben würdest, kann ein Anspruch auf BAföG bestehen.


    Die Voraussetzungen der elternunabhängigen Förderung werden seitens des Amtes geprüft. Hast du vor der den drei Jahren Berufsleben eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen, wird das Elterneinkommen nicht mehr angerechnet.


    Die FOS12B ist ab dem neuen Schuljahr nur noch förderungsfähig, wenn der Unterricht nicht gemeinsam mit der FOS12S (diejenigen, die vorher die FOS11 besucht haben) stattfindet. Das liegt daran, dass Schüler der gleichen Klasse nicht unterschiedlich behandelt würden und dass der Abschluss einer Ausbildung eben nicht Voraussetzung für den Besuch dieser Klasse ist. Richtet die Schule diverse Unterrichtsteile so ein, dass diese nur von den 12S'lern oder 12B'lern besucht werden muss oder trennt die Klassen, könnte theoretisch wieder ein Anspruch bestehen.

    Also irgendwie hab ich das Gefühl, dass du die Fragestellung nicht verstehst...


    Grundsätzlich: Ausbildungsförderung für Allgemeinbildende Schulen besteht nur dann, wenn man nicht mehr im Haushalt der Eltern lebt
    und
    - eine entsprechende Ausbildungsstätte vom Wohnort der Eltern nicht in zumutbarer Zeit erreichbar ist
    oder
    - man mit einem eigenen Kind zusammenlebt
    oder
    - man verheiratet ist oder war


    Und: Der tatsächliche Wohnort des Auszubildenden bleibt unberücksichtigt, da das BAföG keine Begründung für die Auswärtige Unterbringung verlangt. Die Regelung wurde im Gesetz verankert, um Schülerinnen und Schülern, in ländlichen Gegenden, in denen die Schuldichte weitaus niedriger als in Städten ist, die Möglichkeit zu geben, ein Zimmer/Wohnung am Ort der Schule finanzieren, insofern die Eltern nicht dafür aufkommen können.


    Einen "Künstlichen Anspruch" durch den Umzug zur Oma sollte dies nie generieren, aber jedes Gesetz hat seine Schlupflöcher, die manch einer ausnutzt. Übrigens: Es geht tatsächlich ums wohnen/leben. Sollte der Sachbearbeiter beim BAföG stutzig werden, kann er den örtlichen Ermittlungsdienst losschicken um überprüfen zu lassen, wo sich der Azubi tatsächlich überwiegend aufhält. Ich kenne Fälle bei denen es bis zur Gerichtsverhandlung kam, die genau dies probierten (denn auch bei grundsätzlich förderfähigen Bildungsgängen, versucht der ein oder andere schon mal den höheren Bedarf zu bekommen und meldet sich einfach mal woanders an).



    Hoppel : Und dazu möchte ich noch sagen, dass ich dir dankbar wäre, wenn du aufhören könntest, alles in Frage zu stellen was ich sage. Auch wenn es dir anders erscheint, ich kenne mich mit der Gesetzeslage ganz gut aus.


    ... Ich bin hier raus.

    Ist der Elternort zu weit entfernt und ich lebe noch zu Hause, habe ich als Schüler einer allg.bildenden Schule generell keinen Anspruch.
    Ziehe ich aber aus, weil der Elternort zu weit entfernt ist, ziehe aber noch weiter von der Schule weg, dann habe ich einen Anspruch.


    Genauso ist es. Nach §2 Abs.1a BAföG besteht ein Anspruch auf BAföG für z.B. allgemeinbildende Schulen nur dann, wenn der Azubi nicht mehr in Elternhaus wohnt und die bzw. eine entsprechende Schule zu weit weg ist. Der Ort an dem der Azubi dann aber tatsächlich wohnt ist nicht relevant.
    Ein Anspruch auf Förderung für den Besuch von allgemeinbildenden Schulen ist nie gegeben, wenn der Azubi noch bei seinen leiblichen Eltern bzw. einem Elternteil wohnt.

    Ich habe genau hierauf geantwortet:

    Zitat

    Ich bin mir nicht sicher, ob man aus BAföG-Sicht jede x-beliebige Schule wählen müsste, an der man Abitur machen kann. Gerade bei beruflichen Gymnasien gibt es ja verschiedene, z.B. wirtschaftliche, sozialwissenschaftliche, technische, hauswirtschaftliche, ..., und da kann ein bestimmtes Profil schon mal ein Eckchen weg sein...[/B]

    Der BAföG-Ansprechpartner meinte bestimmt, den Mietzuschuss den man beim Jobcenter beantragen kann. Dieser nennt sich kurz "KdU-Zuschuss" (Kosten der Unterkunft) und basiert auf §27 Abs.2 bis 5 SGB II. Wird BAföG tatsächlich bezogen oder nur wegen der Berücksichtigung vom Einkommen und/oder Vermögen nicht bezogen besteht ein Anspruch auf ergänzende Leistungen nach dem grade genannten Paragrafen.

    Wenn vom Wohnort der Eltern die bzw. eine entsprechende Ausbildungsstätte nicht innerhalb der angemessenen Wegzeit (Eine Ausbildungsstätte ist nicht in einer angemessenen Zeit erreichbar, wenn bei Benutzung der günstigsten Verkehrsverbindungen mindestens an drei Wochentagen für Hin- und Rückweg eine Wegzeit von mehr als zwei Stunden benötigt wird siehe Sandy) erreichbar ist, ist es egal ob der Auszubildende im Nachbarhaus, bei der Oma oder in der Jugendherberge wohnt, dann hat er einen Anspruch, sogar dann, wenn die auswärtige Unterbringung noch weiter weg ist von der Ausbildungsstätte als die Wohnung der Eltern.
    Nicht einander entsprechend sind Schulen auch dann, wenn auf der einen Schule lediglich ein gewünschter beruflicher Schwerpunkt nicht vermittelt wird, wohl aber der gleiche Abschluss (Berufliches Gymnasium für Soziales und Gesundheit entspricht nicht Berufliches Gymnasium für Technik) - siehe dazu die Verwaltungsvorschriften zu §2 Abs.1 BAföG - hier VwV 2.1a.10 b.)

    Elternunabhängiges BAföG kann man nicht beantragen. Das Amt prüft, ob man die Voraussetzungen für eine elternunabhängige Förderung erfüllt. Deinen Ausführungen nach, wirst du jedoch keinen Anspruch auf elternunabhängige Förderung haben, da entweder eine abgeschlossene Ausbildung und eine längere Berufstätigkeit die Voraussetzungen sind (bzw. fünfjährige Erwerbstätigkeit ohne Ausbildung). Der Wohnort der Eltern ist nicht relevant.

    Nach §7 BAföG erhält man Ausbildungsförderung für drei Schuljahre Berufsausbildung bis zu einem Berufsabschluss.



    Du hast zwei Jahre lang Ausbildungsförderung für den Kinderpfleger und ein Jahr BAföG für den Ergotherapeuten bekommen. Damit hast du drei Jahre berufsbildende Schuljahre hinter dir und insofern den Kinderpfleger erfolgreich abgeschlossen, auch einen Berufsabschluss.


    Auch wenn ich nicht ganz glauben kann, dass die Ausbildung zum Kinderpfleger die zwingende Voraussetzung für die Ausbildung zum Erzieher ist, fällt durch den zwischenzeitlichen Ergotherapeuten nämlich auch die Option weg, dass die "vorhergehende" Ausbildung den Zugang zur angestrebten Ausbildung eröffnet hat, denn vorhergehend bedeutet nicht jede frühere Ausbildung, sondern wirklich nur die letzte vorhergehende.


    Nachlesen kannst du das alles in https://www.bafög.de/de/-7-erstausbildung-weitere-ausbildung-222.php

    Für die Fachoberschule erhält man nur Ausbildungsförderung wenn man nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnt und wenn von der Wohnung der Eltern aus eine entsprechende Schule in zumutbarer Zeit (1h/Strecke) nicht zu erreichen ist bzw. einen eigenen Haushalt mit einem Kind führt oder verheiratet ist oder war. In der Klasse 11 der Fachoberschule findet vielfach überwiegend ein Praktikum statt. Ist also überwiegend (3 von 5 Tagen) das Praktikum zu betreiben, gibt's BAföG, wenn man "nur" nicht mehr zu Hause wohnt.
    Es gibt auch so genannte FOS12B Klassen. Schüler/innen, die schon eine Ausbildung fertig haben, können diese Klasse besuchen und erhalten dann dafür Ausbildungsförderung.

    Das BAföG ist für den Zeitraum zurück zu erstatten, in dem du die Schule nicht mehr besucht hast, es sei denn, dass Amt für Ausbildungsförderung unterstellt dir, dass du nie den Willen hattest, das Ausbildungsziel auch zu erreichen aufgrund z.B. wegen so einer Aussage "nur angefangen weil meine Mutter das wollte".
    Meldest du dich von der Schule ab und teilst dies auch direkt der BAföG-Stelle mit und ist eine Zahlung für den folgenden Monat noch nicht ergangen, hast du eigentlich nichts zu befürchten.

    Wenn du eine Finanzierung mit dem Krankenhaus ausmachst, wirst du ja keinen Geldeingang von diesen erhalten sondern deine Rechnung dort abbezahlen. Von daher verändert sich dein Vermögen ja nicht. Ich denke nicht, dass du das irgendwie bei deinem BAföG-Amt rechtfertigen musst, aber schädlich für deine Förderung kann es nicht sein.