Kein BAB mehr, kein Kindergeld mehr - was nun?

  • Hallo,


    ich habe mir ausgerechnet (u.a. mit dem Online Rechner), dass ich ab Februar kein BAB (Weiterbewilligung) mehr kriegen werde, weil ich ab August mehr Ausbildungsvergütung bekomme und meine Mutter mehr verdient. Bisher hatte ich 93 Euro bekommen. Da ich im April 25 werde, bekomme ich auch kein Kindergeld mehr, was 184 Euro monatlich sind.
    Alles in allem habe ich dann ab April 277 Euro weniger Geld zur Verfügung, was eine mittlere Katastrophe darstellt, da ich ja erst ab Ende August mehr Lohn bekomme und in der Zwischenzeit (April bis August) nach Abzug meiner Fixkosten (und nur die Fixkosten) ins Minus gerate.
    Im Moment verdiene ich 550 Euro Brutto. Ich wohne seit Dezember '12 mit meinem Freund zusammen. Jeder von uns zahlt ca. 280 Euro anteilig Miete. Er studiert (Erstausbildung) und bekommt monatlich 670 Euro Unterhalt von seinen Eltern, Bafög würde er keines bekommen, weil seine Eltern zu viel verdienen (beide Rentner/einer mit Minijob). Allerdings hat er auch noch keinen Antrag gestellt, Ablehnungsbescheid also nicht vorhanden. Sonstige Leistungen/Einkommen haben wir nicht. Nun habe ich hin und her überlegt, was ich machen kann. Hätten wir Anspruch auf Wohngeld? Müsste ich erst den BAB-Ablehnungsbescheid abwarten (bzw. Bafög-Ablehnungsbescheid meines Freundes) und dann einen Wohngeldantrag stellen oder könnte ich das jetzt schon machen (insofern Anspruch besteht, brauche ja ab April mehr Geld sozusagen)? Was gibt es noch für Möglichkeiten?


    Danke für schnelle Antwort!

  • Hallo,


    Zitat

    dass ich ab Februar kein BAB (Weiterbewilligung) mehr kriegen werde, weil ich ab August mehr Ausbildungsvergütung bekomme und meine Mutter mehr verdient.


    Wieso bekommst Du ab Februar kein BAB mehr, wenn sich Deine Vergütung erst im August ändert? Wo ist da der Zusammenhang?


    Zitat

    Hätten wir Anspruch auf Wohngeld?


    Nein.


    Zitat

    Was gibt es noch für Möglichkeiten?


    Es könnte für Dich die sog. Mietbeihilfe in Betracht kommen, die Du bei dem Jobcenter beantragen mußt.


    Gruß!

  • Wieso bekommst Du ab Februar kein BAB mehr, wenn sich Deine Vergütung erst im August ändert? Wo ist da der Zusammenhang?


    Ich komme darauf, weil ich in dem Weiterbewilligungsantrag meine Ausbildungsvergütung für den Zeitraum ab Feb. 2012 bis Ende Ausbildung Juli 2014 angeben muss, sprich für die nächsten 18 Monate. Daraus ergibt sich insgesamt dann ein höherer Durchschnitt als für die letzten 18 Monate, in denen ich weniger verdient habe. Und der ist ja für die Berechnung relevant, richtig? Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass in meinem Vertrag geregelt ist, dass ich im 2. Lehrjahr mehr Geld bekomme als im 1. und im 3. dann mehr als im 2., es steigert sich also. Und vom 2. Jahr ins 3. ist ein großer Sprung von Brutto 150 Euro monatlich. Deshalb komme ich rechnerisch zu dem Schluss, dass ich nix mehr bekomme, zumal meine Mutter ja nun auch mehr verdient.

  • Hallo,
    ....
    Wieso bekommst Du ab Februar kein BAB mehr, wenn sich Deine Vergütung erst im August ändert? Wo ist da der Zusammenhang?
    ...
    Es könnte für Dich die sog. Mietbeihilfe in Betracht kommen, die Du bei dem Jobcenter beantragen mußt.


    Gruß!


    Hallo, die Aussage passt schon.


    Zitat

    § 69 SGB III Dauer der Förderung


    (1) Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe besteht für die Dauer der Berufsausbildung oder die Dauer der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Über den Anspruch wird bei Berufsausbildung in der Regel für 18 Monate, im Übrigen in der Regel für ein Jahr (Bewilligungszeitraum) entschieden.


    1. Bewilligung
    Ausbildungsvergütung 1. Lehrjahr und ein Teil vom 2. Lehrjahr
    2. Bewilligung
    Ausbildungsvergütung 3. Lehrjahr und der Rest vom 2. Lehrjahr


    Somit ist im zweiten Bewilligungszeitraum das durchschnittliche Einkommen in den ersten 6 Monaten höher als das tatsächliche.


    Andersherum hat sich Charleen auch nicht beschwert, als es im 2. Lehrjahr mehr Lohn gab, aber die BAB in gleicher Höhe weitergezahlt wurde.


    Sie hat ganz einfach über Ihre Verhältnisse gelebt. Das Kindergeld evtl. mal wegfällt, war doch zu Beginn der Ausbildung bekannt.


    Hier hilft nur radikal die Ausgabenseite reduzieren.


    dms


    Nachtrag: ob es tatsächlich dazu führt, dass es keine BAB mehr geben wird, hängt aber auch von anderen Faktoren und von den konkreten Zahlen ab. Auch eine Lohndifferenz, wie Sie hier genannt wurde, muss nicht zwangsläufig zu einer Ablehnung führen. Dazu muss man das schon konkret durchrechnen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von dms () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Also ich bin mir nicht ganz sicher, ob du durch die BAB-Berechnung durchsteigst?
    Warum soll ich mich beschweren? Der Durchschnitt resultierte doch aus dem Einkommen im 1. und Hälfte 2. Lehrjahr, es war also alles bekannt und von mir auch korrekt angegeben. Der berechnete BAB-Betrag gilt doch dann für die besagten 18 Monate. Und wenn der Zeitraum nur 1 Jahr wäre, würde man den Durchschnitt vom Einkommen aus dem 1. Jahr für die Berechnung nehmen.
    Weiß nicht so ganz, warum ich da über die Verhältnisse gelebt haben soll...

  • ....
    Weiß nicht so ganz, warum ich da über die Verhältnisse gelebt haben soll...


    Weil Du anscheinend das Kindergeld voll als Einnahme verbucht hast, ohne mal daran zu denken, dass es wegfällt.

    Zitat

    Alles in allem habe ich dann ab April 277 Euro weniger Geld zur Verfügung, was eine mittlere Katastrophe darstellt, da ich ja erst ab Ende August mehr Lohn bekomme und in der Zwischenzeit (April bis August) nach Abzug meiner Fixkosten (und nur die Fixkosten) ins Minus gerate.


    Anzurechnendes Einkommen im 2. Bewilligungszeitraum sollte so ca. bei 550 Euro liegen.
    -soweit keine Einmalzahlungen (Wiehnachtsgeld o.ä.) vorliegen


    dms

  • Nachtrag: ob es tatsächlich dazu führt, dass es keine BAB mehr geben wird, hängt aber auch von anderen Faktoren und von den konkreten Zahlen ab. Auch eine Lohndifferenz, wie Sie hier genannt wurde, muss nicht zwangsläufig zu einer Ablehnung führen. Dazu muss man das schon konkret durchrechnen.


    Japp, das ist richtig. Ich habe mich auch ausführlich damit auseinander gesetzt und alles durchgerechnet anhand von dem 1. Bescheid. Dennoch werde ich es natürlich versuchen und meine Unterlagen hinschicken, den Ablehnungsbescheid bräuchte ich ja evtl. auch für später, falls nun nix mehr kommt, wer weiß. Die Frage, ob ich im Falle einer BAB-Ablehnung, andere Leistungen beantragen könnte, blieb bisher leider noch unbeantwortet. Also nur mal für den Fall: Nach meiner Logik beziehe ich dann ja keine Transferleistungen mehr und hätte doch wieder Anspruch auf Wohngeld?

  • Japp, das ist richtig. Ich habe mich auch ausführlich damit auseinander gesetzt und alles durchgerechnet anhand von dem 1. Bescheid. Dennoch werde ich es natürlich versuchen und meine Unterlagen hinschicken, den Ablehnungsbescheid bräuchte ich ja evtl. auch für später, falls nun nix mehr kommt, wer weiß. Die Frage, ob ich im Falle einer BAB-Ablehnung, andere Leistungen beantragen könnte, blieb bisher leider noch unbeantwortet. Also nur mal für den Fall: Nach meiner Logik beziehe ich dann ja keine Transferleistungen mehr und hätte doch wieder Anspruch auf Wohngeld?


    Hallo,


    ich finde deinen Entschluss richtig, zumindest die Weiterbewilligung zu beantragen.
    Du hast ja derzeit nichts zu verlieren.
    In einem anderen Beitrag hier im Forum habe ich etwas zu Neuregelungen gesagt, welche bei dir
    evtl. dafür sorgen, auch weiterhin BAB zu erhalten.
    http://www.bafoeg-aktuell.de/forum/berufsausbildungsbeihilfe-bab/9928-bab-bescheid-evtl-falsch-berechnet.html


    Zu den anderen Sozialleistungen:
    diese setzen i.d.R. voraus, das man keinen BAB-Anspruch hat.


    Hierbei muss man unterscheiden:
    Anspruch dem Grunde nach
    Anspruch der Höhe nach


    Für die anderen Sozialleistungen ist es meist Voraussetzung, dass ein Anspruch dem Grunde nach nicht besteht.

    • Ablehnung dem Grunde nach z.B. wohnt bei den Eltern



    • Ablehnung der Höhe nach bedeutet jedoch, dass grundsätzlich ein Anspruch besteht, jedoch es zu keiner Zahlung kommt, weil Einkommen vorhanden ist, welches den Bedarf vollständig abdeckt. Das Einkommen kann sein: eigenes Einkommen, anzurechnendes Einkommen des eigenen Ehegatten/ Lebenspartners und/oder der Eltern.


    Solltest du also eine Ablehnung erhalten, so wäre dies höchstwahrscheinlich eine Ablehnung der Höhe nach.


    Wenn du es wünscht, kannst du dich ja wieder hier melden, wenn der neue Bescheid da ist.
    Wir können Dir helfen, den nachzurechnen.


    dms