Ausnahmeregelung BAB bei 2. Ausbildung

  • Guten Tag


    Folgende Situation:


    Ich habe kürzlich einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Da ich ein monatliches Einkommen von 492,- Brutto bekommen werde, würde ich gerne BAB bei der AA und/oder Wohngeld beim zuständigen Bezirksamt beantragen.


    Ich habe schon eine abgeschlossene Berufsausbildung, kann meinen erlernten Beruf jedoch aus gesundheitlichen Gründen (körperlich & psychische Belastungen) nicht bis zu meinem 65. Lebensjahr ausüben. Ein schriftliches Attest habe ich bisher nicht gebraucht, könnte ich aber im Zweifel vorlegen.


    § 57 SGB III Förderungsfähige Berufsausbildung
    "...Eine zweite Berufsausbildung kann gefördert werden, wenn zu erwarten ist, dass eine berufliche Eingliederung dauerhaft auf andere Weise nicht erreicht werden kann und durch die zweite Berufsausbildung die berufliche Eingliederung erreicht wird..."


    Wäre der o.g. gesundheitliche Aspekt ein Grund für einen Anspruch auf BAB da ich in meiner jetzigen Situation nicht vermittelbar bin?
    Die zweite Ausbildung ist in einer anderen Branche, mit weniger starken körperlichen Anforderungen. Dafür ist die Nachfrage was Ausbildungsplätze und ausgebildete Fachkräfte betrifft sehr hoch. Dazu ist die Chance nach abgeschlossener Ausbildung übernommen zu werden ebenfalls sehr gut. In all meinen Vorstellungsgesprächen habe ich von Anfang an sehr gutes Feedback bekommen.


    Aus dem Internet habe ich erfahren, dass ich Wohngeld beim Bezirksamt erst beantragen kann, wenn BAB abgewiesen wurde. warum ist das so und kann ich im Zweifel auch beides separat beantragen und bekommen?


    Ich bin 30 Jahre alt, habe eine eigene Wohnung und kein weiteres Einkommen. Ohne BAB hätte ich wahrscheinlich ein geringeres Einkommen als die "Standart" Leistungen von ALG II.


    Um ehrlich zu sein verstehe ich nicht, warum es so schwierig ist eine zweite Ausbildung finanziert zu bekommen.
    Über eine Hilfestellung wäre ich sehr dankbar.

  • Hallo,


    Zitat

    Wäre der o.g. gesundheitliche Aspekt ein Grund


    Es wäre zumindest ein Grund, bei der Arbeitsagentur entsprechend vorzusprechen. Im Internet wirst Du kaum eine Antwort darauf finden, ob Du BAB bekommst oder nicht.


    Zitat

    warum ist das so und kann ich im Zweifel auch beides separat beantragen und bekommen?


    Nein, kannst Du nicht. Sofern Du BAB bekommst, hast Du keinen Wohngeldanspruch. Warum auch? Im übrigen sehe ich auch keinen Wohngeldanspruch, wenn Du kein BAB bekommen solltest.


    Zitat

    Ohne BAB hätte ich wahrscheinlich ein geringeres Einkommen als die "Standart" Leistungen von ALG II.


    Naja. Keiner hat Dich zu einer zweiten Ausbildung gezwungen und im übrigen erkundigt sich man vor Ausbildungsbeginn nach Finanzierungsmöglichkeiten. Jetzt nach Ausbildungsbeginn zu jammern, ist ein bißchen billig.


    Zitat

    warum es so schwierig ist eine zweite Ausbildung finanziert zu bekommen


    Weil das i.A. Privatangelegenheit und nicht Sache des Steuerzahler ist, eine zweite Ausbildung zu haben. Anbgesehen davon wird, wie Du ja selbst schreibst, durchaus eine zweite Ausbildung unterstützt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorhanden sind.


    Gruß!

  • Ich fasse noch mal zusammen:


    Wenn ich kein BAB bekomme, habe ich auch kein Anspruch auf Wohngeld. Beides zusammen ist generell nicht möglich.
    Wozu gibt es denn überhaupt die Option Wohngeld zu beantragen, wenn man es Deiner Meinung nach überhaupt nicht bekommen kann?


    Jammern tue ich schon mal gar nicht! Dies ist ein Forum in dem ich nach Antworten suche. Natürlich informiert man sich vorher über Finanzierungsmöglichkeiten, aber es ist ja generell bekannt das eine Berufsausbildung eher schlecht bezahlt wird, egal ob es die erste, die zweite oder zehnte ist.


    Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehreren Jahren Berufserfahrung. Habe aber im laufe der Zeit festgestellt das die körperlichen und psychischen Belastungen in diesem Berufsfeld an meiner Gesundheit nagen und mich langfristig kaputt machen. Natürlich hat mich keiner gezwungen eine 2. Ausbildung zu beginnen, aber wenn man die Fakten kennt und sich selbst und seine gesundheitliche Situation einschätzen kann, dann weis man/ich das ich langfristig schwere, gesundheitliche Schäden davon tragen werde. Was bringt es mir wenn ich an den Punkt komme, an dem ich gesundheitlich überhaupt nicht mehr in der Lage bin eine Arbeit aufzunehmen, egal in welcher Art. Dementsprechend ist eine zweite Ausbildung mehr als gerechtfertigt und unumgänglich um in den Arbeitsmarkt intigriert werden zu können.


    Was sind denn die Voraussetzungen damit eine 2. Ausbildung unterstützt wird? Ich lese immer nur "GEHT NICHT"

  • Hallo,


    Zitat

    Wozu gibt es denn überhaupt die Option Wohngeld zu beantragen, wenn man es Deiner Meinung nach überhaupt nicht bekommen kann?


    Du hast nach Deinen Angaben ein Bruttoeinkommen von 495 €, das Nettoeinkommen dürfte niedriger als die 492 € sein. Da Wohngeld keine Hilfe zum Lebensunterhalt ist, kann ein Wohngeldantrag durchaus abgelehnt werden, weil dein Einkommen so niedrig ist, daß Du unter dem sozialhilferechtlichen Bedarf fällst.


    Zitat

    Ausbildungsbeginn steht noch bevor. Daher erkundige ich mich ja auch jetzt und nicht erst dann wenn ich mit der Ausbildung bignne


    Ich zitiere mal


    Zitat

    Ich habe kürzlich einen Ausbildungsvertrag unterschrieben.


    Kein weiterer Kommentar.


    Zitat

    Ich lese immer nur "GEHT NICHT"


    In meiner Antwort liest Du das nun eben nicht. Vielmehr ist das immer eine Einzelfallentscheidung. Würde ich gar keinen Sinn in einen entsprechenden Antrag sehen, hätte ich Dir nicht empfohlen, Dich bei der Arbeitensagentur zu melden und das aber schleunigst...


    Zitat

    Habe aber im laufe der Zeit festgestellt das die körperlichen und psychischen Belastungen in diesem Berufsfeld an meiner Gesundheit nagen und mich langfristig kaputt machen.... aber wenn man die Fakten kennt und sich selbst und seine gesundheitliche Situation einschätzen kann, dann weis man/ich das ich langfristig schwere, gesundheitliche Schäden davon tragen werde.


    Dieses Argument würde Dich in jedem Fall um BAB bei einer zweiten Ausbildung bringen. Es ist vollkommen uninteressant, wie Du (oder Dein Hausarzt) Deine Situation einschätzt, zumal das wohl jeder 2. Arbeitnehmer auch so einschätzen würde. Entscheidend sind harte Fakten, nicht Deine Einschätzungen sowie das (dann von der Arbeitsagentur veranlaßte) Gutachten eines Amtsarztes. Hier kann es sich durchaus als hinderlich erweisen, daß Du bereits - noch vor Antragstellung - einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hast, aber das nur nebenbei.
    Gruß!


  • Hallo,
    wäre.. hätte... würde....
    Du hast mit der Unterzeichnung Fakten geschaffen.
    In einem anderem Thread habe ich was zur Prüfung Zweitausbildung ausgeführt.
    Schau mal hier und lese Dir auch dort die verlinkten Dokumente mal durch.


    Wenn deine gesundheitlichen Einschränkungen real und objektiv tatsächlich so gravierend sind, dass jetzt bereits
    und nicht erst

    Zitat

    kann meinen erlernten Beruf jedoch aus gesundheitlichen Gründen (körperlich & psychische Belastungen) nicht bis zu meinem 65. Lebensjahr ausüben.


    später Auswirkungen hat, wäre evtl. ein Reha-Antrag das richtige gewesen.
    Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation erfolgt auch eine berufliche Neuorientierung.
    Allerdings hast Du jetzt ja schon Fakten geschaffen; aus denen Du evtl. nicht mehr rauskommst.


    dms

  • Hallo,
    um alle relevanten Beiträge zum Thema Zweitausbildung auf einen Blick zu finden,
    könnt Ihr die Stichwort funktion nutzen.
    Das betreffende Stichwort lautet: bab zweitausbildung.


    Die Stichwörter werden soweit es geht gepflegt.
    Wie im Eingangsbeitrag zum Unterforum bereits geschrieben,
    macht bitte keine eigenen Stichwörter, wenn Ihr eine Forumsanfrage eintragt.


    dms