BAB trotz 2. Ausbildung // BAB bei hohem Einkommen der Eltern

  • Hallo alle zusammen,


    Folgende Situation:


    Meine Freundin und ich möchten gerne zusammen in eine Wohnung ziehen, da wir beide im selben Ort unsere Ausbildung machen, und wir beide müssen täglich 2 Stunden pendeln.


    Jetzt aber folgende Probleme:


    Ich bin aktuell in meiner 2. Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr und verdiene 650€ brutto.
    Die 1. Ausbildung war eine 2. jährige schulische Ausbildung in der ich auch schon Bafög bekommen habe.
    Meine Eltern bekommen im Monat zusammen ca. 1500€ netto.


    Meine Freundin ist in Ihrer 1. Ausbildung, auch im 1. Ausbildungsjahr und verdient 325€ brutto bzw. netto da keine Abzüge.
    Jedoch habe Ihre Eltern ein relativ hohes Einkommen.


    Würde uns oder einem von uns BAB, Wohngeld o.Ä. zustehen.
    Sie ist 19 und ich bin 20.


    Danke im vorraus :)

  • Hallo,


    DU
    BAB nein, weil zweite Ausbildung
    BAföG nein, weil keine schulische Ausbildung
    SIE
    BAföG nein, weil keine schulische Ausbildung
    BAB Anspruch dem Grunde nach anscheinend, weil betriebliche (erste) Ausbildung
    -bei BAB wird aber Elterneinkommen berücksichtigt -> evtl. den BAB-Rechner (BAB-Rechner ) benutzen


    dms

  • Danke für die schnelle Antwort :)


    Nachdem ich meinen ersten Post gemacht habe, habe ich mich noch weiter im Internet informiert.


    Dort habe ich gelesen, wenn die 2. Ausbildung eine Weiterbildung ist, dann wäre es möglich doch BAB zu bekommen.


    Meine 1. Ausbildung war eine 2 jährige schulische Ausbildung zum Technischen Assistenten für Informatik.
    Meine 2. Ausbildung ist eine 3 jährige betriebliche Ausbildung zum Fachinformatiker, also quasi eine weiterbildung um in den Beruf einzusteigen.


    Mit der 1. Ausbildung wäre es fast unmöglich in den Beruf einzusteigen ohne einer betrieblichen Ausbildung.


    Meint Ihr da habe ich noch Chancen doch BAB zu bekommen?
    Beantragen werde ich es in jedem Fall..

  • Hallo,


    Zitat

    Meint Ihr da habe ich noch Chancen doch BAB zu bekommen?
    Beantragen werde ich es in jedem Fall..


    Äh - warum dann noch Deine Fragen hier?


    Zitat

    habe ich mich noch weiter im Internet informiert.


    Nun ja, im Internet sind natürlich nur ausgewiesene Experten unterwegs, die absolute Ahnung haben. Denen man also in jeder Hinsicht vertrauen kann ;-)


    Zitat

    Dort habe ich gelesen, wenn die 2. Ausbildung eine Weiterbildung ist, dann wäre es möglich doch BAB zu bekommen.


    Blödsinn. BAB bei einer zweiten Ausbildung wird nur bei sehr begrenzten Fällen gewährt, nicht aber bei einer Weiterbildung.


    Zitat

    Meint Ihr da habe ich noch Chancen doch BAB zu bekommen?


    Nach Deinen Angaben bestehen keinerlei Chancen darauf.


    Gruß!

  • Danke für die schnelle Antwort :)
    Dort habe ich gelesen, wenn die 2. Ausbildung eine Weiterbildung ist, dann wäre es möglich doch BAB zu bekommen.
    ...


    WEITERBILDUNG wird nicht über BAB gefördert.
    [h=3]§ 57 SGB III Förderungsfähige Berufsausbildung[/h] (1) Eine Berufsausbildung ist förderungsfähig, wenn sie in einem nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Seemannsgesetz staatlich anerkannten Ausbildungsberuf betrieblich oder außerbetrieblich oder nach dem Altenpflegegesetz betrieblich durchgeführt wird und der dafür vorgeschriebene Berufsausbildungsvertrag abgeschlossen worden ist.


    (2) Förderungsfähig ist die erste Berufsausbildung. Eine zweite Berufsausbildung kann gefördert werden, wenn zu erwarten ist, dass eine berufliche Eingliederung dauerhaft auf andere Weise nicht erreicht werden kann und durch die zweite Berufsausbildung die berufliche Eingliederung erreicht wird.


    (3) Nach der vorzeitigen Lösung eines Berufsausbildungsverhältnisses darf erneut gefördert werden, wenn für die Lösung ein berechtigter Grund bestand.



    Soweit Du auf das Thema Stufenausbildung -man weiß ja nicht was Du gelesen und was davon Du wie verstanden hast- anspielst, hier mal ein Auszug aus den Erläuterungen der BA zur BAB (zu finden LINK )
    (1) Eine Stufenausbildung (§ 5 Abs. 2 Nr. 1 BBiG bzw. § 26 Abs. 2
    Nr. 1 HwO) wird grundsätzlich bis zum Abschluss der letzten
    Ausbildungsstufe gefördert. Es ist unerheblich, ob der
    Berufsausbildungsvertrag von vornherein für alle vorgesehenen
    Ausbildungsstufen abgeschlossen wird, ob für jede Ausbildungsstufe
    ein gesonderter Vertrag vorliegt und ob zwischen den einzelnen Stufen
    Zeiten beruflicher Tätigkeiten bis zu insgesamt drei Jahren liegen.
    Stufenausbildung


    (2) Entsprechend Absatz 1 ist zu verfahren, wenn in einer Verordnung
    über die Berufsausbildung mehrere Ausbildungsberufe staatlich
    anerkannt sind und die Berufsausbildung in einem Ausbildungsberuf
    mit kürzerer Ausbildungszeit in einem Ausbildungsberuf mit längerer
    Ausbildungszeit fortgesetzt werden kann (vgl. z.B. § 3 der VO über die
    Berufsausbildung im Gastgewerbe).


    dms

  • ....
    Meint Ihr da habe ich noch Chancen doch BAB zu bekommen?
    ....


    Zweitausbildung


    vorab noch was zu Lesen LINK
    Übrigens kommt es bei der Ermessensprüfung nicht darauf an, wie Du es einschätzt.


    ....Mit der 1. Ausbildung wäre es fast unmöglich in den Beruf einzusteigen ohne einer betrieblichen Ausbildung.....


    Also absolut unmöglich ist es anscheinend nicht.


    ....Beantragen werde ich es in jedem Fall..


    Ist dein gutes Recht. Du kannst auf alles einen Antrag stellen.


    dms

  • Kleiner Nachtrag, weil der oben dargestellte Link zu der E-Mail-Info ins Leere geht.


    Zunächst ein Auszug aus der Geschäftsanweisung der BA
    (gehe zur Startseite der BA, dort dann
    Startseite
    [Blockierte Grafik: http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/resources/BA_Customization/images/w_breadcrumbarrow.png]Veröffentlichungen[Blockierte Grafik: http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/resources/BA_Customization/images/w_breadcrumbarrow.png]Weisungen[Blockierte Grafik: http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/resources/BA_Customization/images/w_breadcrumbarrow.png]Arbeitsmarkt und Integration
    dann die Regelungen zur Berufsausbildungsbeihilfe, und dort den Paragraph 57 SGB III aufrufen)



    Die Förderung einer zweiten Berufsausbildung ist nur möglich,
    wenn eine berufliche Eingliederung dauerhaft nicht auf andere Weise
    als durch die zweite Berufsausbildung erreicht werden kann. Der
    Vorrang der Vermittlung (§ 4 SGB III) ist zu beachten. Insbesondere ist
    zu prüfen, ob eine dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt durch
    eine überregionale Vermittlung bzw. mit Hilfe der
    vermittlungsunterstützenden, integrationsorientierten und weiter
    qualifizierenden Förderinstrumente der aktiven Arbeitsförderung (vor
    allem berufliche Weiterbildung) erreicht werden kann.


    Und hier liegt eine der ersten Hürden, die viel anscheinend nicht beachten.
    So wie hier im Thread, suchen viele einfach eine neue Ausbildung, und stellen
    anschließend den BAB-Antrag.


    Wie soll die Arbeitsvermittlung den gesetzlich normierten Vorrang prüfen,
    wenn der BAB-Antragsteller sich erst im Nachgang bei der Agentur meldet?


    Wer also wirklich sowas vorhat, sollte sich frühzeitig an die Arbeitsvermittlung der BA wenden,
    dort seine persönliche Situation incl. des neuen Berufswunsches besprechen.
    Nur wenn dort der Vermittler auch zu dem Ergebnis, dass hier nur eine
    berufliche Neuorientierung im Rahmen einer "zweiten" Ausbildung möglich ist,
    also alle anderen Möglichkeiten (Umschulung, bundesweite Bewerbung etc.)
    scheitern (das scheitern darf nicht durch Euch zustande kommen !), nur dann
    sollte einer zweiten Ausbildung gefördert mit BAB nichts im Wege stehen.


    Es kommt also nicht nur darauf an, wie Ihr das persönlich seht !!!


    Später zahlt Ihr selbst u.U. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bzw. Steuern,
    und da wollt Ihr auch (selbstverständlich) dass mit euren Beiträgen vernünftig umgegangen wird.



    dms