Unterhaltspflicht "arbeitsunwilliger" Mutter

  • Schönen guten Tag,


    meine Frage betrifft natürlich wieder das leidige Thema "Unterhalt an volljährige privilegierte Kinder".


    Die Mutter des bei ihr lebenden, fast 19-jährigen Sohnes, der aktuell sein Abitur "versucht", hat noch nie in ihrem Leben ernsthaft gearbeitet und brach mehrere Ausbildungen selbstverschuldet ab. Das von ihr seit Jahren betriebene Gewerbe erwirtschaft keine Überschüsse (mtl. Gewinn/Einkommen nach Abzug der betrieblichen Ausgaben angeblich bei ca. 30 €), sodass sie aufstockend HartzIV beziehen muss. In Fachkreisen nennt man derartige Selbständigengewerbe "Liebhaberei".


    Nun ist das Kind "überraschend" volljährig geworden und sie müsste -so die Theorie- natürlich auch Barunterhalt leisten. In welcher Form kann man sie hierfür in die Pflicht nehmen? Und hätte sie bereits im Vorfeld für ein entsprechendes Einkommen sorgen müssen, damit sie ihrer Unterhaltspflicht ab dem 18. Lebensjahr des Kindes nachkommen kann? Muss der bisherige Barunterhaltszahler den vollen Unterhalt lt. DT leisten, wenn sie sich weiterhin zahlungsunwillig/-fähig zeigt?


    Mit freundlichen Grüßen SV

  • Hallo Like,


    nachdem ich nun selbst sehr viel Lebenserfahrung in dieser Hinsicht sammeln durfte, bestätigt sich einmal wieder ein wirklich alter Spruch.


    "Drum prüfe, wer sich ewig bindet!!!"


    Ich kann deinen Ärger verstehen, einzig der Unterton, aus dem hevorgehen könnte, es handele sich in der Regel um "arbeits- und zahlungsunwillige Mütter" macht mich sauer.
    Es gibt bestimmt genauso viele Männer mit derartiger Lebensphilosophie, zumindest hatte ich selbst mehrfach die gleiche Erfahrung mit dem angeblich so starken Geschlecht.


    Schade, daß Fleiß, Zielstrebigkeit und Ehrgeiz heute nur noch so wenig Bedeutung beigemessen wird.


    Liebe Güße

  • Hallo Zaubermaus2605,


    bitte keine Untertöne hineininterpretieren, wo keine da sind und es wurde auch nichts derartiges, wie von dir unterstellt, geäußert. Wäre der Vater der "arbeits- und zahlungsunwillige" Part in diesem Fall, hätte die Überschrift ihn betroffen. Im Übrigen bin ich weder Vater noch Mutter des betroffenen Kindes (bzw. jetzt erwachsenen Schülers), sondern kümmere mich aus familiären Interesse dem Kind gegenüber. Darüber hinaus war es mir bislang nicht möglich, die Lebensphilosophien von über 7 Milliarden Menschen gegeneinander abzuwägen :rolleyes:
    Die Zeit des Ärgerns über diese Überschrift hättest du dir somit sparen können und ich mir diese einleitenden Zeilen...


    Nichtsdestotrotz habe ich ja eine ernstgemeinte Frage gestellt; schließlich muss das Kind unterhalten werden und soll eine vernünftige Lebensgrundlage haben, um eine ordentliche Ausbildung absolvieren zu können.


    Da du eigenen Angaben zufolge leider entsprechende Lebenserfahrung sammeln musstest, kannst du mir vielleicht sagen, ob man die Kindsmutter in irgendeiner Form in die Pflicht nehmen kann und wenn ja, welcher Weg müsste durch den volljährigen Schüler beschritten werden?


    Mit freundlichen Grüßen SV

  • Das von ihr seit Jahren betriebene Gewerbe erwirtschaft keine Überschüsse (mtl. Gewinn/Einkommen nach Abzug der betrieblichen Ausgaben angeblich bei ca. 30 €), sodass sie aufstockend HartzIV beziehen muss. In Fachkreisen nennt man derartige Selbständigengewerbe "Liebhaberei".


    Klingt nicht gerade, als hätte dir dein Sohn Einkommensnachweise der Mutter vorgelegt :rolleyes:


    Zudem unterstützt die Arge die Selbständigkeit seit Jahren, obwohl sie nicht für den Lebensunterhalt ausreicht. Vielleicht gibt es einfach keine Alternative, mit der die Mutter mehr verdienen könnte?


    In welcher Form kann man sie hierfür in die Pflicht nehmen?


    Wenn schon die Arge die Mutter nicht in eine besser bezahlte Arbeit vermitteln kann, was soll der Sohn noch machen?
    Zudem "versucht" der Sohn aktuell sein Abitur. Heißt das, er wird dieses Jahr noch fertig? Dann gehört es in wenigen Wochen doch ohnehin nicht mehr zu den priviligierten Volljährigen.


    Mit Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung werden dann die Unterhaltstöpfe neu gemischt :cool:.


    Muss der bisherige Barunterhaltszahler den vollen Unterhalt lt. DT leisten, wenn sie sich weiterhin zahlungsunwillig/-fähig zeigt?


    Da die Mutter nicht leistungsfähig ist, muss der Vater anhand seines Einkommens Unterhalt lt. DT abzüglich des vollen Kindergeldes sowie ggf. eigenes Einkommens des Kindes zahlen.
    Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Mutter auch ALG II-Leistungen für den Sohn erhält. Von daher trägt sie indirekt doch zum Unterhalt des Sohnes bei.

  • Hallo nochmal,


    wenn es denn einen "leistungsfähigen Barunterhaltszahler" gibt, dann wird er wohl oder übel seiner Leistungsfähigkeit (die berühmte DT) entsprechend Unterhalt leisten müssen, der ist durch den Sohn sogar zivilrechtlich in entsprechender Höhe einklagbar.


    Lebt der Junge bei der Mutter, so erbringt sie bereits in entsprechendem Umfang Unterhaltsleistungen, es sei denn, der Sohn lebt unabhängig von der Mutter, in diesem Fall müßte die Mutter entsprechend ihrer Einkommensverhältnisse Unterhalt leisten, aber wie gesagt ebenfalls entsprechend ihrer persönlichen Einkommensverhältnisse (Hartz IV ist nicht entsprechend leistungsfähig).


    Wenn der Junge über nicht ausreichende Einkünfte verfügt, wird er also vorrangig ersteinmal BaFöG beantragen müssen, das sollte jedoch schnellstmöglich geschehen, da die Bearbeitungszeiten beachtlich sind.


    Gibt es keinen fundierten BaFöG-Anspruch bleibt nur der Weg zum Sozialamt !


    Ich möchte an dieser Stelle unbedingt betonen, daß es sich hierbei um keine Rechtsauskunft handelt.
    Ich habe hier lediglich ganz unverbindlich die mir bekannten Möglichkeiten, wie sie sich mir in der Vergangenheit darstellten, weitergegeben.
    Vielleicht hilfts ja ein wenig.


    Übrigens, ganz egal ob andere Entsprechendes in den Ausgangstext hineininterpretiert haben oder nicht, "ganz neutral war der Sachverhalt keineswegs dargestellt".


    Viele Grüße

  • Joho,


    Lebt der Junge bei der Mutter, so erbringt sie bereits in entsprechendem Umfang Unterhaltsleistungen, es sei denn, der Sohn lebt unabhängig von der Mutter, in diesem Fall müßte die Mutter entsprechend ihrer Einkommensverhältnisse Unterhalt leisten, aber wie gesagt ebenfalls entsprechend ihrer persönlichen Einkommensverhältnisse (Hartz IV ist nicht entsprechend leistungsfähig).


    Die Mutter ist gegenüber dem volljährigen Kind ebenfalls barunterhalt-pflichtig, ob es bei der Mutter wohnt oder nicht. Ebenso steht dem Kind das Kindergeld zu. Wie das ganze dann auf der Seite bzgl. Mietausgleich, Beteiligung an Verpflegung, etc vonstatten geht, das steht auf einem anderen Blatt...