Kind (21) soll lt. Vater bafög beantragen, weil er nicht zahlen will

  • Hallo,
    meine Tochter ist 21 und ist am 12.03.12 angefangen zu studieren. Sie hat eine Kindergeldnachzahlung rückwirkend bis Oktober 2011 erhalten und erhält weiterhin Kindergeld. Der Vater weigert sich, ihr Unterhalt zu zahlen und meinte sie sollte mal bafög beantragen. Er hat sich letztes Jahr als Handelsvertreter Selbstständing gemacht und meint er könnte jetzt kein Geld mehr für seine Tochter aufbringen. (er zahlt seit dem Abitur keinen Unterhalt mehr, da meine Tochter sich ein Jahr in Australien "vergnügt" hat und "ihr ganzen Geld auf den Kopf gehauen hat") Nun ist sie seit Septembe2010 wieder in Deutschland und hat sich um einen Studienplatz bemüht, den sie nun auch hat. Ihr Vermögen liegt unter 5000.-€ und somit fliest es nicht ins bafög ein.
    Er verspricht ihr immer wieder, das er ihr etwas zahlt, tut´s aber nicht. Besteht die Möglichkeit, dass der Vater von sämtlichen Zahlungen befreit wird ?? Er erzählte ihr vor 2 Tagen, dass er kein Unterhalt Zahlen muss, da sie mehr als 2000.-€ besitzt (gibt es eine solche Regelung??). Ich habe ein Einkommen von 1440.-€ Netto und unterstütze mein Kind zur Zeit mit 350.-€ monatlich, was ich auf dauer nicht lange durchhalte. Sie bekommt dazu noch das Kindergeld. Sie muß ihr WG-Zimmer (285.-) davon bezahlen, da sie 750km von ihrem Zuhause entfernt lebt.
    Was können wir tun, um den Vater zum zahlen zu bringen. Reden hilft nicht, da er der Meining ist, er hätte genung für´s Kind bezahlt (ich bin seit 98 alleinerziehend), andere Kinder verdienen in ihrem Alter schon ihr eigenes Geld etc. etc. Und wenn er trotzdem Geld verspricht, kommt doch nichts auf dem Konto meiner Tochter an.
    Weiss jemand Rat :confused:

  • Lest euch erstmal hier rein:
    Unterhalt Studium - Studenten - Kindesunterhalt
    Unterhalt volljährige Kinder - Unterhalt volljährig


    Der Vater meinte sie sollte mal bafög beantragen.


    Da hat er recht. BAföG geht vor Unterhalt.
    Hat deine Tochter sich darum schon gekümmert?


    Er erzählte ihr vor 2 Tagen, dass er kein Unterhalt Zahlen muss, da sie mehr als 2000.-€ besitzt (gibt es eine solche Regelung??).


    Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten (§ 1602 Abs. 1 BGB).
    Volljährige Kinder müssen ihr Vermögen verwerten, bevor sie Unterhalt verlangen können, wobei sie jedoch einen gewissen Sockelbetrag (1.600-2.600 €) als Schonvermögen behalten dürfen, der sich entsprechend § 90 SGB XII bemisst.


    er zahlt seit dem Abitur keinen Unterhalt mehr, da meine Tochter sich ein Jahr in Australien "vergnügt" hat und "ihr ganzen Geld auf den Kopf gehauen hat"


    Er hat es zwar hart ausgedrückt, aber grundsätzlich war er im Recht. Sie hat in Australien vermutlich keine Ausbildung absolviert.
    keine Ausbildung = kein Unterhalt


    Was können wir tun, um den Vater zum zahlen zu bringen.


    Hat deine Tochter ihn denn schon schriftlich um Auskunft über sein Einkommen gebeten?
    Deine Schilderungen klingen als würdet ihr planlos Geld fordern. Erstmal in Ruhe ausrechnen, wie hoch der Unterhaltsanspruch der Tochter überhaupt ist. Dann hat man eine ganz andere Verhandlungsposition gegenüber dem Vater.
    Achtung: Der zu zahlende Unterhalt wird allein aufgrund der familienrechtlichen Berechnung ermittelt. Die ausgewiesenen Unterhaltsbeträge im BAföG-Bescheid sind nicht relevant.


    Besteht die Möglichkeit, dass der Vater von sämtlichen Zahlungen befreit wird ??


    Ja, wenn
    - sein Einkommen unter dem Selbstbehalt (1.100 €) liegt oder
    - er durch weitere Unterhaltszahlungen (z.B. minderjährige Kinder) nicht leistungsfähig ist oder
    - der Bedarf der Tochter durch BaföG, Kindergeld etc. gedeckt ist
    ...

  • Hallo,


    --> Theo


    Zitat

    Da hat er recht. BAföG geht vor Unterhalt.


    Sorry - aber seit wann gilt denn dieser Grundsatz? Ist es nicht eher umgekehrt?


    Zitat

    der Bedarf der Tochter durch BaföG, Kindergeld etc. gedeckt ist


    Auch hier bin ich etwas ratlos mit Deiner Antwort. Ein Anspruch auf das BaföG ergibt sich i.A. daraus, daß die Eltern mangels ausreichendem Einkommen nicht Unterhalt leisten können. Nach Deiner Antwort aber brauchen die Eltern keinen Unterhalt leisten, wenn durch das (vom Einkommen der Eltern abhängige) BaföG der Lebensunterhalt gedeckt wird. Das widerspricht sich dann irgendwie mächtig. Oder habe ich irgendwas falsch verstanden?


    Ich bin etwas verwirrt...


    Gruß!

  • @ All
    Einen Studi ist nach "ständiger REchtsprechung" zuzumuten, BAföG zu beantragen, um die Unterhaltspflichtigen Eltern entsprechend zu entlasten.
    So ist dem Studi ebenfalls zuzumuten, einen Kredit (BAFöG-Darlehen) in Anspruch zu nehmen.
    Und erst wenn das BAFöG nicht ausreicht, kann/sollte der Studi die Unterhaltspflichtigen auf Zahlung des zumutbaen Anrechnungsbetrag hinweisen/drängen.
    Und damit das Durchsetzen der Ansprüche nicht ellenlang dauert, gibt es beim BAföG die §§ 36+37 (Vorausleistungen).
    Und lediglich beim BAföG gilt das "Schonvermögen" von 5.200 € und Eigenverdienst von rd. 400 €.
    Beim Unterhaltsrecht kommt es darauf an, ob Studi tatsächlich bedürftig und zu unterstützen ist.

  • Ich danke euch ganz herzlich für die Antworten, hat mir sehr geholfen um etwas Einsicht die Sache zu bekommen. Antrag auf bafög hatte meine Tochter gestellt, aber der Vater weigerte sich, das Formular auszufüllen, hat es jetzt aber wohl, wenn auch wiederwillig, getan. Hoffe, es geht jetzt seinen Gang.
    Vielen Dank an euch

  • Mann Mann Mann... Ich könnte kotzen, wen ich sowas lese! Hoffe der Geizhals unterstützt seine Tochter nun wenigstens.
    Echt unglaublich, sich da so rauszuziehen... das arme Mädel!!!

  • AmtFlo7383
    hallo Namenloser, :mad:
    was hat Dein Kommentar denn an Nennwert?
    Frust?
    Auf solche Kommentare und Meinungsäußerungen kann man/frau hier im Forum verzichten.:mad: