Hilfe, Bafög, Vermögen

  • Hallo Forenmitglieder,


    ich habe ein paar Fragen zum meinem Bafög-Antrag. Ich beginne ab dem WS 08 ein Studium. Zur Sicherung meines Lebensunterhalts benötige ich Bafög. Nun habe ich schon in mehreren Foren gelesen, dass es bei der Antragstellung und dem Vermögen Probleme geben kann. Daher habe ich ein wenig Bedenken und möchte gleich von Anfang an alles richtig machen, um nicht in eine finanzielle Notlage zu geraten.


    Hier mein Fall: Habe im Jahr 2006 von meiner Tante geerbt:


    1. eine Kommanditeinlage im Wert von rund 8 000 Euro. ( Habe bei der Gesellschaft angefragt, ob ich diese kündigen kann. Antwort: Nein erst nach dem Ende der Mindestvertragslaufzeit oder aus wichtigem Grund ( wobei in den Augen der Gesellschaft das Studium keinen wichtigen Grund darstellt )


    2. ein Achtel eines Hauses. Wert ca. 12 500 Euro. Im Haus wohnt mein Großvater. Ihm gehört eine Hälfte, mir und 4 weiteren Verwandten gehört die andere Hälfte. Das Haus ist ein Bungalohaus mit einer Wohnfläche von ca. 100 qm und 6 Zimmern. Weder mein Opa noch sonst irgendjemand kann und will meinen Anteil des Hauses kaufen.



    Was kann ich jetzt tun? Fallen diese Sachverhalte in die Härtefallregelung?


    Bin echt verzweifelt. Ohne Bafög kann ich meinen Lebensunterhalt nicht sichern und kann das Studium nicht antreten.



    Es wäre sehr nett, wenn Ihr mir weiterhelfen könntet.



    Viele Grüße


    Schnecke1

  • prob ist, du selbst wohnst nicht in dem haus.


    ferner hast du ja durch die kommanditeinlage auch noch einkünfte, weil du damit einen anteil am gewinn der gesellschaft hast, der im angemessenen verhältnis aufgeteilt wird.

  • Was bedeutet das, dass es ein Probleim sein wird, dass ich nicht selbst in dem Haus wohne. Um meinen Anteil zu bekommen, müsste man das Haus ja verkaufen und einen alten Mann auf die Straße setzen. Eigentlich sollte das ein Problem darstellen.


    Und nein, durch die Kommanditeinlage habe ich keine Einkünfte, keine Zinsen auf die ich zugreifen kann. Mindestvertragslaufzeit bis 2013.



    Wie sieht der Sachverhalt dann aus? Deiner Meinung nach.


    Viele Grüße


    Schnecke1

  • ganz einfach
    die Einlage wird Dir voll angerechnet weil die Bindung bis 2013 das Amt nicht interessiert. Der Hausanteil kann wegen unbilliger Härte nur freigestellt werden wenn Du selbst drin wohnst. Da das nicht der Fall ist, wird Dir Dein Anteil am Haus als Vermögen angerechnet und da dürfte wohl kein BAföG mehr rauskommen.


    Gruss Andy

  • Ich habe mir von der Gesellschaft errechnen lassen, was dabei herrauskäme, wenn ich die Anlage vorzeitig aus wichtigem Grund kündigen würde. Ergebnis: von ca. 8 000 Euro bleiben genau 2100 übrig. Das wäre das Geld, das ich dann bei der Kündigung erhalten würde.


    Würden die Beamten den errechneten Wert akzeptieren? Was sagt Ihr?



    Viele Grüße


    Schnecke1

  • nur wenn Du die Einlage auch tatsächlich kündigst, denn Du schonst ja durch die Nichtanrechnung sonst Dein Vermögen. Außerdem dürfte das nicht lohnen, denn die Anrechnung des Hausanteils alleine führt wohl schon zu einer Ablehnung.


    Gruss Andy

  • Nein, nein. Du hast mich, glaube ich, falsch verstanden. Ich habe mir den Wert errechnen lassen, den ich ausbezahlt bekommen würde, wenn ich die Anlage kündigen würde. Diesen errechneten Wert können die dann ja ruhig auf mein Vermögen anrechnen.


    Oder machen die sowas nicht? Sagen die: Ja, ah ha. Hmmmh. Naja, wissen sie was, das ist uns doch ein wenig zu kompliziert mit dieser Werterrechnung. Bitte kündigen Sie die Anlage einfach, machen einen Verlust von 75 Prozent und dann zeigen sie uns die Scheine, die sie ausbezahlt bekommen haben. Dann berechnen wir den Wert und dann ist alles gut.


    Ist es wirklich so schrecklich?



    Viele Grüße


    Schnecke1

  • Nochmal: Die rechnen den Wert der Einlage also 8.000 €. Wenn Du die kündigst rechnen die das was Du tatsächlich bekommst , wenn Du nicht kündigst rechnen die den vollen Wert egal wie Du das drehst Du wirst wohl beim BAföG leer ausgehen.


    Gruss Andy

  • Ok. Verstehe. Das Amt stellt sich queer. Das bedeutet dann ja wohl soviel wie:


    Wenn Sie geerbt haben und auf das Vermögen nicht zugreifen können, dann berechnen wir den Wert natürlich trotzdem, sodass Sie auf dem Papier Geld besitzen, welches Sie natürlich nicht ausgeben können. Somit haben Sie nun folgende Möglichkeiten: 1. Exmatrikulieren und nicht studieren. 2. Studienkredit mit richtig schön viel Zinsen aufnehmen und nach dem Studium erstmal für die nächsten Jahre richtig hoch verschuldet sein.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Amt für Ausbildungsförderung


    Ps.: Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die Finanzierung eines Studiums geht. Denn Bildung für jeden zu ermöglichen, das können wir besonders gut.

  • spar Dir Deine Ironie. BAföG ist eine Sozialleistung. Du hast Vermögen, das kannst Du ggf. sogar beleihen. Du schonst es durch *Armrechnen* So geht das eben nicht. Wie weit soll denn der Sozialstaat noch gehen ?? Es gibt Schüler und Studenten die haben gar nichts, die kriegen dann auch berechtigterweise BAföG. Du hast was also studiere mit Hilfe der Mittel die Du besitzt und nicht auf Kosten der Allgemeinheit

  • Naja. Sozialleistung. Das ist ja auch völlig richtig. Ich will auch garnicht auf Kosten der Allgemeinheit studieren. Und ich tu mich auch nicht, wie du sagtest, "armrechnen". Wenn ich das Geld auf dem Konto hätte, dann würde ich gar keinen Bafög-Antrag stellen wollen. Dann bezahle ich mir das Studium nämlich selbst.


    Ich weiß nicht woher du diese geniale Idee her hast mit der Beleihung. Frage: Welche Bank oder sonstiges Geldinstitut beleiht ein Bruchteil eines Hauses ( ca. 20 qm ), welches kein Mietshaus ist und somit keine Erträge bringt und zudem einem Studenten gehört, der kein Einkommen hat und einer 6- köpfigen Erbengemeinschaft angehört. Und welche Bank beleiht oder kauft eine Anlage, die auf 10 Jahre angelegt ist und keinerlei Sicherheit bietet und zudem keine monatlichen oder jährlichen Zinserträge abwirft. Wenn du mir diese Bank nennst, dann will ich in Sachen Staat und Sozialleistungen nie mehr ironisch sein. Dann sag ich: Alles bestens.


    Viele Grüße


    Der sich armrechnende Wohlhabende

  • Ha, ich kann deinen Ärger verstehen!Du sollst dafür 5500,- € in die Tonne kloppen??? Wer gibt dir denn das wieder? Soviel Geld kann man nicht einfach wegschmeißen! Ich wünsche dir sehr, dass du doch noch irgendwie eine Lösung findest! Alles Gute!

  • Ganz ehrlich, so schlimm ist das doch nicht.
    Wie du schon sagst, kannst du ja erstmal ein Studienkredit aufnehmen und wenn du dann deinen Abschluss hast, ist die Einlage ja auch wieder frei und du kannst sie zur Rückzahlung deiner Schulden verwenden.
    Man darf ja auch nicht vergessen, dass man auch beim Bafög Schulden macht, nur halt nicht so viele.
    Wenn dir diese Lösung nciht fair vorkommt, dann muss man wohl doch davon ausgehen, dass du das Bafög mehr so als Staatsgeschenk und nicht als Unterstützung für sozial Schwache siehst.