Bitte um Unterstützung bei der Berechnung des "echten" Bruttobetrages

  • Sehr geehrte "Auskunftsgeber", hallo Forumteilnehmer,


    eigentlich hätte ich die Einkommensteuer 2010 am 31.01.2012 (schon längst!) abgeben müssen, aber ich komme nicht weiter und habe deshalb diese Frage:


    Meine Tochter hatte im Jahr 2010 einen


    Bruttoarbeitslohn (Zeile 3) von 11.736,30 €
    einbehaltene Lohnsteuer (4) von 133,00 €.


    steuerfreie Verpflegung (20) von 48,00 €
    AN-Anteil zur gesetzl. RV (23) von 1.167,76 €
    AN-Beiträge zur gesetzl. KV (25) von 927,14 €
    AN-Beiträge zur sozialen PV (26) von 114,40 € und
    AN-Beiträge zur AV (27) i. H. von 164,28 €.


    Zu all dem hatte meine Tochter VWL von Euro 40,-- monatlich und auch monatlich Euro 80,--in eine betriebliche Altersvorsorge "umgewandelt" (vor Brutto!), also 960,-- € in 2010.
    Nun bin ich spät dran mit der Abgabe, und müsste wissen, ob anhand dieser genannten Beträge, meine Tochter noch unter 8004,-- € für das Jahr 2010 kommt, oder ob wir alle Belege suchen müssen, da sie sich auch in dem Jahr einen Rechner, Monitor, Mouse, Tastatur, Software, etc. pp., angeschafft hat.


    Manche Rechner geben aus, es sei alles ok; manche Rechner geben jedoch aus, dass wir bei Euro 8016,-- und darüber sind. Ich verstehe das alles nicht mehr und bitte höflich um eine baldige Antwort, aus der hervorgeht, wie wir denn nun bei der Berechnung liegen. Vielen vielen Dank im Voraus.

  • Benötigst du jetzt Hilfe bei der Einkommensteuererklärung oder beim Kindergeld? Die Antworten würden unterschiedlich ausfallen. Aber da du in einem Kindergeld-Forum fragst, antworte ich mal aus Sicht der Familienkasse:


    Bruttoarbeitslohn 11.736,30 €
    abgezogen werden
    AN-Anteil zur gesetzl. RV 1.167,76 €
    AN-Beiträge zur gesetzl. KV 927,14 €
    AN-Beiträge zur sozialen PV 114,40 €
    AN-Beiträge zur AV 164,28 €
    AN-Pauschbetrag 1.000 €


    Summe 8.362,72 € -> Grenzbetrag beim Kindergeld ist überschritten


    Um unter den Grenzbetrag zu kommen, benötigt ihr Werbungskosten i.H.v. rund 1.400 €.


    Zitat

    Zu all dem hatte meine Tochter VWL von Euro 40,-- monatlich


    Kein Abzug der vermögenswirksamen Leistungen bei der Grenzbetragsberechnung (BFH-Urteil vom 22.09.2011, Az. III R 23/09).


    Zitat

    und auch monatlich Euro 80,--in eine betriebliche Altersvorsorge "umgewandelt" (vor Brutto!), also 960,-- € in 2010.


    Dieser Betrag wurde bereits vom Bruttoarbeitslohn abgezogen. Du kannst es also nicht nochmal geltend machen.


    Zitat

    Manche Rechner geben aus, es sei alles ok; manche Rechner geben jedoch aus, dass wir bei Euro 8016,-- und darüber sind.


    Verwendest du Programme für die Steuererklärung? Die helfen dir beim Kindergeld nicht weiter.

  • Hallo!
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    - Ich möchte noch hinzufügen, dass es sich um die Einkommensteuererklärung 2010 handelt -


    Nun bin ich aber perplex, denn erstens hatte ich in diesem Forum schon einen Beitrag gelesen, der aussagte:
    Bruttoarbeitslohn ./. bAV usw..
    und zweitens: wo taucht denn jemals der eingezahlte Betrag zur bAV auf, wenn er schon vorab dem Bruttoarbeitslohn abgezogen wurde?


    Sie haben außerdem einen Pauschbetrag von Euro 1.000,-- angegeben. Sie meinten sicherlich Euro 920,--, da es sich ja noch um das Jahr 2010 handelt.


    Dennoch verstehe ich nicht: vor Beantragung des Kindergeldes, mussten wir Angaben zum Verdienst der Tochter bei der Familienkasse machen. Diese Angaben beliefen sich über die gesamte Ausbildungsdauer, und mussten vom Arbeitgeber ausgefüllt und abgezeichnet werden. Sie beinhalteten alle evtl. Boni-Zahlungen, 13te Monatsgehälter und die bAV. Die Kindergeldkasse hat anstandslos das Kindergeld für die gesamte Dauer der Ausbildung gewährt!
    Jetzt soll es laut Ihren Angaben zu einer Rückzahlung von 12 x Euro 184,-- kommen? Das entsetzt mich jetzt schon.


    Eine Frage hätte ich noch:
    Ich habe noch einen Sohn, der im Garten- u. Landschaftsbau tätig ist. Die Fa. schließt jedoch jährlich zwischen Dezember und März.
    In dieser Zeit erhält er entweder AlgI oder AlgII, je nachdem.
    Im Jahr 2010 habe ich ihn aufgrund seines Umzuges finanziell unterstützt. Theoretisch würde ich diesen Betrag gerne angeben.
    Im Steuerformular steht in der Anlage U "wenn es sich um einen Wenigverdiener < 15.000 Euro handelt". Wie hoch dürfen denn seine Einkünfte sein? Ausgerechnet habe ich, dass ihm monatlich Euro 882,-- netto zur Verfügung standen. Das Alg ist hier bereits mit eingerechnet, eben Euro 882,-- x 12 Monate = Euro 10.584,-- netto / Jahr.
    Danke nochmals für Ihre Mühe..., aber gerade ist mir nicht mehr so gut...


    p.s. ich verwende keine Programme. Ich suchte halt nach Nettolohnrechnern im Netz, oder andere Rechner, die die bAV berücksichtigen.

  • Zitat

    Bruttoarbeitslohn 11.736,30 €
    Manche Rechner geben aus, es sei alles ok; manche Rechner geben jedoch aus, dass wir bei Euro 8016,-- und darüber sind.


    Ohne zusätzliche Werbungskosten liegt das zu versteuernde Einkommen bei 8.404 €. Steuern wären dann noch 57 € zu zahlen.


    Zitat

    wo taucht denn jemals der eingezahlte Betrag zur bAV auf, wenn er schon vorab dem Bruttoarbeitslohn abgezogen wurde?


    Auf der Lohnsteuerbescheinigung taucht die BAV gar nicht drauf. Da steht nur noch das Steuerbrutto (=Bruttoarbeitslohn).
    Die Gehaltsabrechnung müsste eine Differenz zwischen Gesamtbrutto und Steuerbrutto ausweisen -> die BAV.


    Zitat

    Ich suchte halt nach Nettolohnrechnern im Netz, oder andere Rechner, die die bAV berücksichtigen.


    >>bitte schön<<
    Allerdings verstehe ich nicht, was Ihnen das für die Steuererklärung bringt :confused:


    Zitat

    Dennoch verstehe ich nicht: vor Beantragung des Kindergeldes, mussten wir Angaben zum Verdienst der Tochter bei der Familienkasse machen. Diese Angaben beliefen sich über die gesamte Ausbildungsdauer, und mussten vom Arbeitgeber ausgefüllt und abgezeichnet werden. Sie beinhalteten alle evtl. Boni-Zahlungen, 13te Monatsgehälter und die bAV. Die Kindergeldkasse hat anstandslos das Kindergeld für die gesamte Dauer der Ausbildung gewährt!
    Jetzt soll es laut Ihren Angaben zu einer Rückzahlung von 12 x Euro 184,-- kommen? Das entsetzt mich jetzt schon.


    Warum die ursprünglich Bescheinigung, so vom tatsächlichen Ergebnis abweicht, kann man hier nur spekulieren (Tariferhöhung etc.). Auf jeden Fall handelte es sich nur um eine Prognose und wenn sich die Einkünfte nachträglich erhöht haben, müssen Sie dies der Familienkasse mitteilen (§ 68 EStG).
    Hatte die Tochter nicht genug Werbungskosten, kann das natürlich zu einer Rückforderung führen.


    Sie sollten es aber von sich aus melden. Macht einen besseren Eindruck, als wenn das Finanzamt es tut. Was war denn 2011?


    Zitat

    Sie haben außerdem einen Pauschbetrag von Euro 1.000,-- angegeben. Sie meinten sicherlich Euro 920,--, da es sich ja noch um das Jahr 2010 handelt.


    Stimmt, ich hatte überlesen, dass es um 2010 geht.

  • Unterhaltsaufwendungen für Ihren Sohn können Sie nicht ansetzen, da sein Einkommen über 8.004 € liegt (§ 33a EStG).


    Wie hoch war sein ALG I? Vielleicht können Sie nur für diese Monate eine kleinen Betrag ansetzen.
    Wenn er ALG II bezogen hat, hat er hoffentlich deine Unterhaltsaufwendungen der Arge gemeldet.
    War er während des ALG-Bezug noch unter 21?


    Zitat

    Im Steuerformular steht in der Anlage U "wenn es sich um einen Wenigverdiener < 15.000 Euro handelt".


    Anlage U ist für Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten.
    Sie meinen vermutlich die Anlage Unterhalt. Aber darin kann ich den zitierten Satz nicht finden. Welche Nummer steht am Anfang der Zeile?

  • Zitat

    Bruttoarbeitslohn 11.736,30 €
    Manche Rechner geben aus, es sei alles ok; manche Rechner geben jedoch aus, dass wir bei Euro 8016,-- und darüber sind.


    Ohne zusätzliche Werbungskosten liegt das zu versteuernde Einkommen bei 8.404 €. Steuern wären dann noch 57 € zu zahlen.


    Sie schreiben 8.404 €. Ist hier nicht die Zahl 8.004 (€) gemeint? Und
    aus dem Ausdruck der elek. Lohnsteuerbescheinigung 2010 geht auch hervor, dass bereits 133,-- € "Lohnsteuer" zum Bruttoarbeitslohn "einbehalten" wurden.. Deshalb denke ich nicht, dass noch 57 € Steuern zu zahlen sind, oder?



    Auf der Lohnsteuerbescheinigung taucht die BAV gar nicht drauf. Da steht nur noch das Steuerbrutto (=Bruttoarbeitslohn).
    Die Gehaltsabrechnung müsste eine Differenz zwischen Gesamtbrutto und Steuerbrutto ausweisen -> die BAV.


    Ja, die Gehaltsabrechnungen.. leider sind diese nicht vollständig und weisen immer zwei Beträge auf. Einen höheren, z. B. 116,51 € "bAV Gehaltsumwandlung"; und einen niedrigeren von 80 €.., der dann zum Abzug kommt.



    >>bitte schön<<
    Allerdings verstehe ich nicht, was Ihnen das für die Steuererklärung bringt :confused:


    Da ich nur ein Gesamtbrutto habe (11.736,30 €), und nachvollziehen wollte, welches Netto meine Tochter dann eigentlich monatlich hatte, musste ich solch einen Rechner anwenden. Außerdem wollte ich irgendwo die bAV mit angeben. Ich wusste ja bis dato, eben Ihrer Auskunft, nicht, dass diese tatsächlich schon abgezogen ist.



    Warum die ursprünglich Bescheinigung, so vom tatsächlichen Ergebnis abweicht, kann man hier nur spekulieren (Tariferhöhung etc.). Auf jeden Fall handelte es sich nur um eine Prognose und wenn sich die Einkünfte nachträglich erhöht haben, müssen Sie dies der Familienkasse mitteilen (§ 68 EStG).
    Hatte die Tochter nicht genug Werbungskosten, kann das natürlich zu einer Rückforderung führen.


    Nee, da war keine Tariferhöhung... Aber vielleicht andere Beträge zu Boni oder ähnlich..



    Sie sollten es aber von sich aus melden. Macht einen besseren Eindruck, als wenn das Finanzamt es tut. Was war denn 2011?


    Ja, danke für Ihren Hinweis! In 2011 hatte meine Tochter dann bereits im Januar ihre Ausbildung beendet.



    Stimmt, ich hatte überlesen, dass es um 2010 geht.


    .. kommt vor! ;)

  • Anlage U ist für Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten.
    Sie meinen vermutlich die Anlage Unterhalt. Aber darin kann ich den zitierten Satz nicht finden. Welche Nummer steht am Anfang der Zeile?


    Es handelt sich um die Zeile 43 auf der Seite 2 des Formulars "U". ... "Die unterstützte Person hatte 2010 kein oder nur ein geringes Einkommen oder Vermögen... je nach Wohnsitzland 3.875 € und 15.500 €"
    Diese Unterstützung erhielt er während seiner Arbeitsphase im Sommer 2010.
    Danke für Ihre Angabe hierzu.

  • Zitat

    Sie schreiben 8.404 €. Ist hier nicht die Zahl 8.004 (€) gemeint?


    Das war so gemeint.
    Anhand der Zahlen von der Lohnsteuerbescheinigung ergibt sich ein zu versteuerndes Einkommen von 8.404 €. Darauf entfallen Steuern von 57 €. D.h. deine Tochter würde eine Erstattung vom Finanzamt erhalten.


    Zitat

    Es handelt sich um die Zeile 43 auf der Seite 2 des Formulars "U".


    Ich habe den Satz in der "Anlage Unterhalt" gefunden. Allerdings steht dort nur "Vermögen".
    Ein Formular U ist mir in diesem Zusammenhang nicht bekannt.


    Zitat

    Ja, die Gehaltsabrechnungen.. leider sind diese nicht vollständig und weisen immer zwei Beträge auf. Einen höheren, z. B. 116,51 € "bAV Gehaltsumwandlung"; und einen niedrigeren von 80 €.., der dann zum Abzug kommt.


    Um hierzu was zu schreiben, müsste man die ganze Gehaltsabrechnung sehen.