Medizin Praktisches Jahr Tertial Ausland weder Inlandsbafög noch Auslandszuschuss???

  • Hallo! Zufällig auf Forum gestoßen und brauche dringend kompetente Hilfe!


    Über mich:
    Deutscher Staatsbürger aus einkommensschwachen Verhältnissen. Bafög-Empfänger ununterbrochen seit Beginn des Studiums (momentan ca 1/2 vom Höchstsatz), Studium regulär weder unterbrochen noch kein Semester ausgesetzt.


    Ich studiere Medizin und wollte heute meinen "allerletzten" Antrag auf Bafög stellen. Das letzte Jahr in Medizin heißt das Praktische Jahr + Paar Monate für die Prüfungsvorbereitung. Das Praktische Jahr besteht aus 3 Abschnitten zu je 16 Wochen und MUSS in 3 Fachrichtungen abgeleistet werden (Innere Medizin, Chirurgie und Wahlfach). Dabei kommen nur die Lehrkrankenhäuser der Uni in Betracht bzw. die Auslandskliniken, die von der Uni genehmigt wurden.


    Das Praktische Jahr ist die beliebte Zeit, in der Medizinstudenten ihr Auslandspraktikum ("Auslandstertial") ableisten. Dabei muss ich bei meinem Bafög-Amt in Würzburg die Plätze und Zeiträume angeben, in denen ich das PJ durchführe. Dabei darf man unter Umständen die 16 Wochen mit Sondergenehmigung in jeweils 8 Wochen aufteilen.


    Nun bekam ich eine Praktikumsstelle in 2 Unterschiedlichen Ländern wie folgt:
    1. Tertial: Lehrkrankenhaus Inland
    2. Tertial: Mitte Juni- Mitte August: Ausland Irland (keine Vergütung), Mitte August- Mitte Oktober - Inland
    3. Tertial: 16 Wochen am Stück Schweiz (mit Vergütung)


    Problem 1:
    Mein Bafög-Amt weigert sich mir Bafög für die Zeit im Ausland zu bezahlen! Überhaupt und Komplett. Dabei wurde ich auf die Gelegenheit, beim Bafög-Amt Aachen (!!!) und Augsburg (!!!) die jeweiligen Anträge auf Bafög im Ausland zu stellen. Kurios: falls ich darauf verzichte, würden die mir noch Juni mitbezahlen (bin schließlich noch im Inland), ansonsten bekomme ich im Falle einer Ablehnung für die Monate Juni-August gar keine Förderung. Danach muss ich für September einen erneuten Antrag stellen (bin schießlich wieder im Inland) und ab Oktober wieder Auslandsbafög beantragen.
    Problem 2: ich weiß von vorne rein, dass mir Auslandsbafög (oder doch "Zuschuss") nicht zusteht, da die Praktiken keine 6 Monate betragen und ich eh nicht an einer ausländischen Universität eingeschrieben bin. Somit entsteht eine paradoxe Situation, dass keiner sich für mich zuständig fühlt.


    Meine Sicht:
    Es handelt sich um kein Praktikum, sondern um ein unentbehrliches Teil des Studiums. Während des Auslandsaufenthalts bin ich an der Uni in Würzburg immatrikuliert und NICHT an der ausländischen Universität, somit stellt es sich praktisch keinen Unterschied da, ob mein Körper sich in einem Krankenhaus in Schweinfurt oder in Dublin befindet. Ich habe die gleichen laufenden Kosten (wohnung, Verpflegung) und in dem Fall fühle ich mich vom Sozialstaat ausgeschlossen, quasi nach dem Motto: Ein armes Kind darf kein Auslandsaufenthalt machen, das ist nicht Willkommen. Warum werde ich vom Anspruch ausgeschlossen, obwohl mir die Förderung zustünde?


    Apropos: nach dem 3. Tertial müsste ich dann erneut Antrag auf Inlandsbafög stellen, versteht sich von selbst. Somit 5 Mal innerhalb eines Jahres Bafög beantragen- ist das zumutbar? (unwichtig)


    Meine größte Frage:
    DARF mir mein Amt für Ausbildungsförderung in Förderung verzichten? Wenn ja, auf welcher Gesetzesgrundlage? Dass mir das Auslandsbafög nicht zusteht bestreite ich nicht, aber wieso klafft bei mir eine Lücke von instesamt 2+4 Monaten, in denen ich gar keine Unterstützung erhalte? Im Moment ist es so, dass die beiden auf sich mit dem Finger zeigen und die Zuständigkeiten hin und her schieben. Es muss doch irgendwo geregelt sein und nicht der Willkür der Beamten ausgelegt werden.


    Ich freue mich auf eure Antworten vor allem auf einen Hinweis, wie die Aktuelle Rechtslage dazu aussieht.

  • Viel Text und eine schöne Ausarbeitung Deiner Ansichten (genannt Probleme).


    Das BAFöG-Amt darf undm uß Dir die Förderung verweigern.
    So steht es im Gesetz.
    Du bist nicht der Einzige, der so denkt.
    Warum soll hier die Rechtsgrundlage lang und breit erörtert werden? Du weißt, daß Du mit den o. a. Planungen nicht förderungsberechtigt bist. Das müßte genügen, oder?
    Und die passenden Rechtsinformationen erhältst Du beim BAföG-Amt.
    Denn, solltest Du dort einen Antrag stellen, bekommst Du mit dem begründeten Ablehnungsbescheid ( ist klagefähig) die entsprechenden Rechtsgrundlagen mitgeteilt (und auch zitiert).
    Also, Du weißt daß es kein Geld gibt... warum noch weiter grübeln? :rolleyes:
    Nimm es sportlich
    :)

  • Das ist sehr ärgerlich. In Irland bin ich 8 Wochen, sehr genau genommen vom 18. Juni bis 12. August. Also ich befinde mich genau gesehen mehr als die Hälfte der Monate in Deutschland, somit sehe ich kein Grund, für Juni und August Absage zu bekommen. Auf GENAUEN Ablehnungsbescheid bin ich jetzt bereits gespannt, der dauert aber noch ne Weile. PJ gilt nicht als Praktikum, sondern als Studium. Und das Studium läuft weiter in Deutschland. Somit kann er mir nicht aufgrund eines Praktikums im Ausland absagen. Und studieren tue ich auch nicht, da nicht im Ausland immatrikuliert und ich besuche keine Lehrveranstaltungen.


    Mein Fazit: praktisch entsteht mir ein direkter finanzieller Nachteil, da keine Regelung. Salopp ausgedruckt:
    ein armer Medizinstudent DARF sich kein Auslandsstudium erlauben, während ein armer Jura/BWL/was weiß ich Student für ein ganzes Semester locker ins Ausland gehen darf + alle Zulagen + Studiengebührenübernahme + verlängerung von Bafög um 6 Monate nach Rückkehr. Wo ist da das Gebot der Gleichbehandlung!?!?
    Medizinstudium sieht nun mal kein praktisches Semester vor, sondern 3 praktische Tertiale. Und dafür gibt es keine Regelung, Auslandsamt verweist auf 6 Monate, Inlandsamt auf das Auslandsamt!


    Ich suche eine Stelle im Gesetz auf der Steht: §soundso: "Medizinstudenten wird kein Bafög für die Dauer des Auslandsaufenthalts während des PJ's bezahlt!" Dann bin ich beruhigt.

  • Dein Wissen über Auslandsaufenthalte hält sich m. E. in Grenzen :rolleyes:
    Warte auf die begründete Ablehnung des BAföG-Amtes.
    Ach ja... schau Dir den § 5 BAföG an, einschl. Verwaltungsvorschriften, ggf. auch den § 5a


    Beruhige Dich, ansonsten vergeudest Du sehr viel Energie, welche Du für´s Studium noch brauchen wirst.
    :rolleyes:

  • Ablehnung wessen Amtes meinst du, des in Würzburg oder des vom Auslands-Bafög?


    Diesen §5 habe ich wahrscheinlich 10 Mal durchgelesen, verstehe aber wegen der ganzen Ziffern recht wenig, 6 Monate sind aber deutlich drin enthalten. Dein Kommentar hört sich wie eine Durchhalteparole an, wobei du uneingeschränkt Recht hast, man muss die schriftliche Begründung abwarten. §5a (dass Die Höchstbezugsdauer sich verlängert) trifft auf mich nicht zu, da ich rechtzeitig mit dem Studium fertig werde (wenn ich's schaffe ;))


    Fakt ist die mündliche Aussage des Beamten: "wir werden Ihnen kein Bafög zahlen da Ausland und Auslands-Bafög wird Ihnen absagen, da zu kurz" (grober Inhalt). Und das bringt mich auf die Palme, weil die Zuständigkeiten sich aushebeln. Ich gehe am Montag hin und lasse mich aufklären, aufgrund welcher Gesetzesgrundlage die handeln?


    Paradox ist, wen sollte ich anklagen, wenn ich mich dazu hinreiße, theoretisch machen beide Ämter ihre Arbeit korrekt und haben nichts dafür, wenn es für mich anscheinend keine Gesetzesgrundlage gibt (habe heute diverse Foren durchlesen- alle mit dem gleichen Sinn, kann doch nicht wahr sein!)

  • Welches Amt...?
    Du beantragst doch BAföG beim Auslands-Amt. Und dieses Amt ist für den Bescheid zuständig.
    Die Studentenwerke können ALLES.... aber kein Auslands-BAföG :o

  • Die Studentenwerke können das normale Bafög. Und das Auslandsbafög steht mir nicht zu, da kurzfristig.


    Meine Frage ist, warum kann mir kein Inlandsbafög weiter bezahlt werden? Mein Studium läuft absolut unbeeinträchtigt im Inland weiter und ob ich mich leiblich im Krankenhaus in Ostfriesland, in Allgäu oder in Guadelupa befinde, spielt für das Inlandsstudium keine Rolle. Es entsteht keine Sekunde Verzögerung für das Studium und mir fallen im Inland die gleichen laufenden Kosten an. Wo steht es im Gesetz, dass man leiblich im Inland anwesend sein muss? Es steht was von "Ausbildung im Ausland", das trifft für mich nicht zu, da ich weder an einer ausländischen Uni immatrikuliert bin, noch irgendwelche Lehrveranstaltungen besuche, sondern der Aufenthalt läuft im Rahmen der inländischen Ausbildung nähmlich im Rahmen vom praktischen Jahr für Medizinstudenten.


    Das Gesetz (zumindest was ich davon gelesen habe) ist eh sehr schwammig ausgelegt und in allen Paragraphen steht viel Müll aber immer im Sinne Pro Angeklagten, praktische Umsetzung ist aber so, dass ich praktisch in eine Lücke zw. 2 Ämtern falle und als geringverdiener quasi dafür bestraft werde, dass ich für meine Bildung einen Auslandsaufenthalt anstrebe. Das perverse daran ist, dass beide Recht haben und richtig giftig Zeit hinauszögern können und plausible (aus deren Sicht) Gründe angeben können sodass ich als Person in die Röhre gucke und mit dem Kopf gegen die Wand anlaufe.


    Ich dachte, wir leben in einem Rechtsstaat, in dem jeder Mucks notorisch protokolliert ist und gesetzlich geregelt, dass es für die medizinischen Studenten keine Gesetzesregelung gibt, hat was mit Bananenrepublik zu tun und nichts mit Rechtsstaat.



    P.S.
    Ich habe mich vorläufig so entschieden. Ich reiche meinen Bafög-Antrag beim Amt in Würzburg ein. Die werden mir absagen und ich lege einen Widerspruch ein und argumentiere, dass es sich um ein inländisches Studium handelt. Schließlich bin ich in Dubli immer noch ein Student der Universität Würzburg und vertrete mein Studiendekanat dort. Und gegen die Ablehnung des Einspruchs werde ich mir überlegen, ob das gerichtliche Vorgehen indiziert ist. Auslandsbafög werde ich nicht beantragen, da die Ämter zu weit, zu zäh, und bei mir in mehreren Punkten keine Anspruchsgrundlage besteht.


    Ich wäre froh, wenn mir jemand einen Tipp geben könnte, wie ich als Student gerichtlich vorgehen könnte (ob es irgendwelche Beratungsstellen dafür gibt) und ich freue mich über weitere konstruktive Beiträge, die meine subjektive "Krankheitstheorie" gesetzlich unterstützen oder widerlegen.


    P.S.S.
    Ich fühle mich durch §4 Bafög gedeckt:
    "Ausbildungsförderung wird vorbehaltlich der §§ 5 und 6 für die Ausbildung im Inland geleistet." §5 trifft nicht zu, §6 trifft noch mehr nicht zu. Einverstanden? "Ausbildung im Inland" ist Ansichtssache.

  • Ich wünsche Dir Erfolg, ein gutes Studium und berichte hier.
    Ich stimme Dir zu, es gibt kein Gesetz, welches absolut gerecht ist. Oftmals wurde auch einzelne Passagen mit der "heißen Feder" geschrieben.
    Oder es wurde in der Vergangenheit vergessen, das Gesetz (das BAföG ist schon 40 Jahre alt) entsprechend den geänderten Studienbedingungen etc. anzupassen.
    Ich drücke Dir die Daumen! :)

  • Yo! Ich war heute beim Chef des Bafögs. Naja, ein Jurist, hat mir zu verstehen gegeben, dass die es so seit 40 Jahren handhaben und mir absagen würden, weil meine "Ausbildungsstätte" sich im Ausland befinde und für mich das Auslandsbafög zuständig sei... Nun argumentierte ich, dass meine Ausbildungstätte Uni Würzburg wäre und ich im Rahmen vom inländischen PJ's die ausbildung an einem Krankenhaus außerhalb Deutschlands mache. Dass es quasi keine Relevanz für meine inländische Ausbildung bedeutet, wo ich mich zu einem bestimmten Zeitpunkt aufhalte, er meinte hingegen, die Ausbildungsstätte wäre in dem Fall im Ausland. So haben wir ca. 30 min. aneinander vorbei geredet.


    Also meine "Ausbildungsstätte" Uni Würzburg, erlaubt sich, mich zwangsweise in ein Lehrkrankenhaus einzuweisen (da andere Wunschorte angegeben), aber dann ist das Lehrkrankenhaus, dass ich mir nicht ausgesucht habe, gleichzeitig meine "Ausbildungsstätte", wobei ich immer noch ein Student der Uni Wü bin.


    Somit wird auf ein Prozess hinauslaufen, wobei der Begriff zu klären wäre. Wäre ich so powerfull wie der Chemie-Professor neulig, hätte man sicherlich durchgesetzt, dass es anders geregelt wäre, aber nun bin ich ein kleiner Mensch und werde mit eienm kleinen erfolglosen Verfahren leben müssen. Eingentlich ein Nonsence: Medizinstudenten haben keinen Aunspruch auf eine Förderung eines Auslandsstudiums. Frohen Frühling!

  • ganz doofe frage: bekommt denn dein inlands-bafög amt zwangsläufig mit, dass du einen teil des pj im ausland abgeleistet hast? ich meine, dafür ist es in deinem fall eh zu spät aber so generell könnte das ja eine kleine lücke sein...
    ich bin in etwa in der gleichen lage und ärgere mich auch über die fehlende zuständigkeit.
    und mich ärgern forenbeiträge, die ausschließlich in die richtung gehen "so ist halt die gesetzeslage, nimms sportlich". bestehende ungerechtigkeiten sind nicht in stein gemeißelt sondern dazu da, sie zu beheben. und diskussionswürdig sind sie allemal.
    falls dir das noch hilft: erasmus-praktikumsunterstützung beantragen, die erkennen nämlich- zumindest in meinem bundesland- die pj-tertiale als praktikum an (ab 3 monaten auslandsaufenhalt...). das können zuweilen 400 eus im monat sein plus in manchen fällen erstattung der ausländischen studiengebühren, die du nichtmal anteilig zurückzahlen musst:-) gepaart mit deinem gehalt in der schweiz könntest du das ja vllt dann finanziell stemmen.