Wohngeld und ALG II

  • Hallo!


    Ich habe eine Frage und hoffe hier mal Antworten zu bekommen.


    Und zwar bekommen meine Tochter und ich derzeit ALG II, da ich schwanger bin und meine Ausbildung (Maler & Lackierer) leider nicht während der Schwangerschaft weiterführen kann.


    Nun wäre es ja so, dass ich auch nach der Geburt ALG II bekommen KÖNNTE.
    Dies möchte ich aber nicht und habe mal angefangen hin und her zu rechnen.


    Wenn ich den Unterhalt + Kindergeld meiner Tochter und den zukünftigen Unterhalt, Kindergeld sowie den Mindestsatz des Elterngeldes zusammenrechne habe ich unterm Strich MEHR wie derzeit mit ALG II + Unterhalt + Kindergeld für ein Kind.


    Derzeit bekommt meine Tochter Wohngeld.
    Mein Sohn hätte dann ab Geburt auch Anspruch auf Wohngeld.


    Nun wurde mir aber gesagt, dass ich für meine Tochter und meine Sohn nur Wohngeld bekommen würde, wenn ich einen Ablehnungsbescheid oder eben einen Bewilligungsbescheid der Arge vorlege.


    Ist dem wirklich so? Oder gibt es die Möglichkeit Wohngeld für die beiden zu beantragen OHNE das ich ALG II beantragen muss. Ich würde es zwar bekommen, möchte es aber eigentlich nur sehr, sehr ungern!!!


    Hoffe hier kann jemand helfen!
    Wenn das zu wirr war bitte nachfragen!

  • Hallo,


    normalerweise wird Wohngeld für alle Haushaltsmitglieder berechnet. In deinem Fall ist es so, dass du - durch den Bezug von ALG II - vom Wohngeldbezug ausgeschlossen bist. Dieser Ausschluss besteht aber nur für die Zeit des ALG II-Bezuges. Sobald du kein ALG II mehr beziehst, muss Wohngeld für alle Haushaltsmitglieder zusammen berechnet werden.

  • Hallo,


    Zitat

    Und zwar bekommen meine Tochter und ich derzeit ALG II,


    Zitat

    Derzeit bekommt meine Tochter Wohngeld.


    Hier stimmt etwas nicht. Entweder bekommt Deine Tochter ALG II oder Wohngeld - nicht aber beides. Was also erhält sie nun?


    Ansonsten - wie alt ist Deine Tochter? Wie hoch der Unterhalt für Deine Tochter und für das Baby? Wie hoch die Warmmiete? Was macht Deine Tochter?


    Gruß!


    Gruß!

  • Hallo,


    normalerweise wird Wohngeld für alle Haushaltsmitglieder berechnet. In deinem Fall ist es so, dass du - durch den Bezug von ALG II - vom Wohngeldbezug ausgeschlossen bist. Dieser Ausschluss besteht aber nur für die Zeit des ALG II-Bezuges. Sobald du kein ALG II mehr beziehst, muss Wohngeld für alle Haushaltsmitglieder zusammen berechnet werden.


    Derzeit bin ich ausgeschlossen durch den Bezug. Das weiß ich. Ich möchte aber auf ALG II verzichten, freiwillig, da es wenn ich weiterhin Wohngeld bekommen würde ( für meine Tochter ) unterm Strich mehr hätte wie mit ALG II. ( Nach der Geburt meines Sohnes)



  • Direkt bekommt meine Tochter kein ALG II, das stimmt. Sie ist aber natürlich in den Berechnungen mit drin. Sie bekommt Wohngeld.


    Meine Tochter ist 4 Jahre. Sie bekommt 225 Euro Unterhalt von ihrem Vater zuzüglich 184 Euro Kindergeld.
    Mein Sohn wird ende April geboren. Auch er wird 225 Euro Unterhalt sowie 184 Euro Kindergeld bekommen.


    Unsere Warmmiete beträgt 380 Euro zuzüglich 140 Euro Gas + E.


    Zu Unterhalt und Kindergeld würde dann noch Elterngeld hinzu kommen.


    Wir hätten unterm Strich also 1121 Euro abzüglich 520 Miete + Gas + E.
    Fixkosten sind monatlich nochmal ca 100 Euro.
    Bleiben also 501 Euro übrig.


    Im Moment bekommen wir Unterhalt 225 + Kindergeld 184 + Wohngeld für meine Tochter 146 + ALG II 534,02 = 1089,02


    Im Internet habe ich dies gefunden:


    Wohngeld ist vorrangig zu beantragen


    Sollte eine Transferleistung nicht beantragt oder der Antrag zurückgezogen worden sein, so besteht durchaus der Anspruch auf das Wohngeld und der Antrag kann gestellt werden. Der Antragsteller hat hier ein Wahlrecht, ob er die Transferleistungen beantragt oder das Wohngeld. Dieses Wahlrecht gilt jedoch nicht, wenn das eigene Einkommen und Wohngeld hierfür ausreichen, eine Bedürftigkeiot abzuwenden, die ansonsten durch eine andere Transferleistung abgedeckt werden müsste.


    Demnach müsste ich also weiterhin für meine Tochter und zukünftig dann auch für meinen Sohn Wohngeld beanspruchen können, OHNE ALG II beantragen zu müssen, oder?

  • Hallo,


    wenn Du kein ALG II mehr beziehst, kannst Du nicht nur für Deine Kinder Wohngeld beantragen, sondern nur für alle im Haushalt lebenden Personen. Ob Du dann besser als mit ALG II stehst, ist die Frage, zumal dann ja auch die GEZ-Befreiung und evtl. Sozialtickets wegfallen. Wie auch immer: spätenstens nach einem Jahr wirst Du wieder ALG II beantragen müssen, weil dann das Elterngeld wegfällt und somit die Voarussetzubngen für das Wohngeld u.U. nicht mehr vorhanden sind.


    Gruß!

  • Hallo,


    wenn Du kein ALG II mehr beziehst, kannst Du nicht nur für Deine Kinder Wohngeld beantragen, sondern nur für alle im Haushalt lebenden Personen. Ob Du dann besser als mit ALG II stehst, ist die Frage, zumal dann ja auch die GEZ-Befreiung und evtl. Sozialtickets wegfallen. Wie auch immer: spätenstens nach einem Jahr wirst Du wieder ALG II beantragen müssen, weil dann das Elterngeld wegfällt und somit die Voarussetzubngen für das Wohngeld u.U. nicht mehr vorhanden sind.


    Gruß!


    Geht das denn auch, obwohl ich ja eigentlich Anspruch auf ALG II hätte?
    Darf ich da drauf verzichten und statt dessen Wohngeld beanspruchen?
    Elterngeld könnte ich mir ja auch auf 2 Jahre auszahlen lassen.

  • Hallo,


    Zitat

    Geht das denn auch, obwohl ich ja eigentlich Anspruch auf ALG II hätte?


    Solange Du mit den Einnahmen den Lebensunterhalt plus den größten Teil der Miete selbst finanzieren kannst, geht das. Allerdings habe ich - wie schon geschrieben - so gewisse Zweifel, ob Dein Vorhaben wirklich sinnvoll ist.


    Zitat

    Elterngeld könnte ich mir ja auch auf 2 Jahre auszahlen lassen.


    Ja, das kannst Du. Aber dann dürfte kein Anspruch auf Wohngeld mehr bestehen.


    Gruß!"

  • Hallo,




    Solange Du mit den Einnahmen den Lebensunterhalt plus den größten Teil der Miete selbst finanzieren kannst, geht das. Allerdings habe ich - wie schon geschrieben - so gewisse Zweifel, ob Dein Vorhaben wirklich sinnvoll ist.


    Sinnvoll ist es für mich allein aus dem Grund, da ich im Moment eine Dauerleitung zu meinem Anwalt habe, mittlerweile schon zwei Gerichtsverhandlungen gegen die Arge gelaufen sind, die dritte steht an... Die Arge zahlt wann und wie viel sie grade mal für richtig hält, das schwankt Monatlich, weder meine Tochter noch ich sind offiziell Krankenversichert, da die Arge sich weder auf meine Schreiben, noch auf die Schreiben der Krankenkasse oder die Schreiben vom Anwalt meldet... Allein um dem ganzen Stress aus dem Weg zu gehen ist es meiner Meinung nach sinnvoll.
    Vor allem, da ich mir dann keinerlei Gedanken mehr um meine Krankenversicherung bzw Gedanken um die Versicherung meiner (dann) Kinder machen muss!!!


    Ja, das kannst Du. Aber dann dürfte kein Anspruch auf Wohngeld mehr bestehen.


    Gruß!"



    Warum dürfte dann kein Anspruch mehr bestehen? Wo liegt denn da der Unterschied?

  • Hallo,


    Zitat

    Vor allem, da ich mir dann keinerlei Gedanken mehr um meine Krankenversicherung bzw Gedanken um die Versicherung meiner (dann) Kinder machen muss


    Diese Logik verstehe ich nun erst recht nicht. Der Bezug von Wohngeld bedeutet doch nicht, daß Deine KV bezahlt wird - das geschieht ausschließlich durch das ALG II. Wieso also mußt Du Dir bei Bezug von Wohngeld keine Gedanken um die KV mehr machen?


    Zitat

    Warum dürfte dann kein Anspruch mehr bestehen?


    Weil Du dann u.U. den Lebensunterhalt für Dich nicht mehr finanzieren kannst, was aber Voraussetzung für das Wohngeld ist.


    Zitat

    da ich im Moment eine Dauerleitung zu meinem Anwalt habe


    Womit ich zu diesem Thema nicht mehr antworten kann. Wir können und sind kein Ersatz für anwaltliche Beratung. In dem Augenblick, in dem Du bereits anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmst, halte ich die Einschaltung eines Hilfeforum für nicht zweckmäßig, zumal es dann leicht zu Situationen kommen kann, wo die Ratschläge hier von der Auffassung des Anwaltes abweichen. Dafür stehe ich/stehen wir nicht zur Verfügung.


    Gruß!

  • Im Moment bekommen wir Unterhalt 225 + Kindergeld 184 + Wohngeld für meine Tochter 146 + ALG II 534,02 = 1089,02


    Ist in deinem ALG II-Bescheid Mehrbedarf für Alleinerziehende sowie Mehrbedarf für werdende Mütter berücksichtigt? Der Höhe eures ALG IIs nach zu schließen, könnten die Mehrbedarfe fehlen.


    Ansonsten kann ich mich Hoppel nur anschließen.
    Mit Wohngeld bist du nicht krankenversichert und müsstest die Beiträge wahrscheinlich selbst zahlen.
    Zudem macht ein keinen Sinn in einem Laien-Forum nachzufragen, wenn bereits ein Anwalt eingeschaltet wurde.

  • Hab mich zwischenzeitlich bei der Wohngeldstelle schlau gemacht.
    Laut dieser läuft die Krankenversicherung entweder über die Wohngeldstelle oder aber über die Elterngeldstelle.


    Den Anwalt habe ich nicht gefragt bezüglich dieses Themas, da er derzeit ausschließlich für die Probleme mit der Arge zuständig ist.


    Trotzdem danke für die Antworten.