Lebensgrundlage sichernde Erwerbstätigkeit

  • Hallo,


    ich möchte erstmals und für ein Semester lang elternunabhängiges Bafög beantragen. Es geht um mein Abschlusssemester (8. von acht Regelsemestern). Kurz das Relevante aus dem Lebenslauf:
    2002 Abitur
    10/2002 - 07/2003 Zivildienst (10 Monate)
    07/2004 - 06/2006 Volontariat; entspricht der gesetzlich nicht geregelten Ausbildung zum Redakteur, Einkommen von 1100 Euro, also im Vergleich zu einer normalen Ausbildung recht viel (24 Monate)
    seit 07/2006 Selbstständig als Redakteur (66 Monate; bis zu Beginn des Studiums im September 2008: 26 Monate)
    09/2008 Beginn des Studiums (Fotojournalismus - quasi eine Zusatzqualifizierung zum vorherigen Beruf)


    Laut § 11, Abs. 3 komme ich für elternunabhängiges Bafög nicht infrage, weil für den Berechnungszeitraum nur die Zeit VOR dem Ausbildungsabschnitt gilt (in meinem Fall also bis September 2008).


    Allerdings stoße ich immer wieder auf die Formulierung: "Das Gesetz unterstellt, dass die Eltern nicht mehr damit rechnen müssen, für die Ausbildung ihrer Kinder noch Ausbildungskosten aufbringen zu müssen."
    Meines Erachtens ist das in meinem Fall doch eigentlich gegeben - immerhin bestreite ich seit Juli 2004 (also seit siebeneinhalb Jahren, plus 10 Monate Zivildienst) meinen Lebensunterhalt komplett selbst; meine Eltern hatten seitdem nie mehr etwas mit meinem Lebensunterhalt zu tun. Mein selbst erwirtschaftetes Einkommen lag immer über 700 Euro, im Schnitt waren es 1100 Euro.


    Gibt es Ausnahmen von & 11, Abs. 3, Nr. 3 und 4, wonach dieses "Eltern müssen nicht mehr damit rechnen" auf mich zutrifft? Unter anderem habe ich folgendes gelesen, kann damit aber nichts anfangen: "Nach Rechtsprechung (BVerG, FamRZ 1994, S. 127, 128) ist eine Lebensgrundlage sichernde Erwerbstätigkeit bei Anwendung des § 11, Abs. 3, Satz 1 Nr. 4 jedoch dann zu berücksichtigen, wenn daneben eine weitere Schulausbildung betrieben wird und die Einkünfte nicht im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses, sondern für eine arbeitsvertraglich geschuldete Berufstätigkeit erzielt werden. Ferienarbeit während der Ausbildung ist jedoch weiterhin nicht zu berücksichtigen."
    Ich habe versucht, das zu verstehen; es könnte bedeuten:
    "Die Erwerbstätigkeit ist zu berücksichtigen, auch wenn man nebenher studiert (eine weitere (Hoch-)Schulausbildung). Die Einkünfte dürfen dann aber nicht aus einer Ausbildung kommen, sondern beispielsweise aus selbstständiger Arbeit. Da es sich nicht um Ferienarbeit handelt, ist die Ausnahme von § 11 gegeben."
    Aber wie gesagt: Das ist nur meine Laien-Überlegung.


    Weiß jemand Genaures dazu? Oder zu Ausnahmen von der Regel? Denn wie gesagt: Sollte elternunabhängiges Bafög tatsächlich nicht für mich infrage kommen, werde ich meine Eltern da nicht reinziehen - schließlich müssen sie meiner Auffassung nach so vielen Jahren nun wirklich nicht mehr damit rechnen, für ihren erwachsenen Sohn zahlen zu müssen.



    Liebe Grüße,
    Johannes K.

  • Hallo Johannes,


    ich weiß nicht recht, ob du das Geld bekommen kannst. Ich bin in einer ganz ähnlichen Situation und jeder, den ich gefragt habe, sagte, dass ich kein Recht auf Bafög habe. Deshalb pushe ich diesen Thread jetzt mal hoch, damit sich ein Experte dessen doch vielleicht mal annimmt und uns weiterhilft. Oder vielleicht hast du ja schon eine Lösung gefunden?


    LG

  • @ Studi2000
    warum eröffnest Du keinen eigen Thread? :confused:
    Da könnstest Du Deine persönliche Situation / Sachlage ausführlich beschreiben.
    Und dann event. auch qualifizierte Auskünfte erhalten.:)


    @ JADA
    Ausnahmen können es nur im Bereich der Vorausleistungen -wenn über ähnliche Situationen durch eine klare Rechtrsprechung - geurteilt wurde. Ein Urteil ist immer eine Einzelfallentscheidung und kann/darf nicht für ähnliche :confused: Situationen/Lebensläufe ebenfalls als Richterspruch übernommen werden.
    Es ist eine Entscheidungshilfe.... mehr aber ndicht.