alleinerziehend, elternunabhängiges Bafög und Vermögen

  • Hallo,

    ich bin 36 Jahre alt, alleinerziehende Mutter von 2 Kindern im Alter von 5 und 8 Jahren.

    Ich habe eine abgeschlossene dreieinhalbjährige Berufsausbildung als Zahntechnikerin mit anschließender 21-monatiger Berufserfahrung. Danach habe ich ca. 4 Jahre in einem Ausbildungsfernen Beruf gearbeitet. Danach kamen insgesamt 6 Jahre Elternzeit (ineinander übergehend) für meine zwei Kinder, in der ich gleichzeitig eine Ausbildung zur Tagesmutter machte.


    Während der Elternzeit bis heute arbeite ich inzwischen Vollzeit als Tagesmutter. Ich habe meinen Lebensunterhalt (abgesehen von sehr kurzen Zeiten der vorübergehenden Arbeitslosigkeit von max 3 Monaten) immer selbst bestreiten können (ohne staatliche Hilfen).


    Im November erfuhr ich von der Möglichkeit über die Fernuni Hagen ohne Abitur über ein Probestudium einen Zugang zum Hochschulstudium erlangen zu können.


    Nun möchte ich gerne B.A. Bildungswissenschaften studieren.

    Auf den Seiten der Fernuni Hagen finde ich zum Probestudium folgende Bemerkung:


    "http://www.fernuni-hagen.de/studium/studienangebot/bachelorstudiengaenge/zugangspruefung/berufl_qualibafaqsindex.shtml

    10. Kann ich BAföG-Leistungen im Probestudium beantragen?


    Vollzeitstudierende im Probestudium haben Anspruch auf Leistungen nach BAföG."

    Nun meine Fragen:

    1. Habe ich in meinem Alter unter diesen Voraussetzungen noch Anspruch auf Bafög?

    2. Ich habe mit meinem geschiedenen Ehemann Geschiedenenunterhalt in Form einer Abfindung in 4 jährlichen Raten vereinbart. Die letzte Rate ist im Januar 2012 fällig. Ich gehe davon aus, dass mir dieser Betrag anteilig (das Studium soll im April 2012 beginnen) für das Jahr 2012 als Einnahmen und nicht als Vermögen angerechnet werden. Ist das richtig?

    3. Auf meinem Sparkonto befindet sich ein Guthaben von mehr als 5.200 Euro. Die Unterhaltszahlungen für meine Kinder von ihrem Vater wurden jedoch auf dieses Sparkonto überwiesen. Wie ist dieses Vermögen zu werten? Kann ich durch eine Überweisung des Vermögens auf das Sparbuch der Kinder verhindern, dass mir das Vermögen angerechnet wird? Ich kann ja nachweisen, dass die Unterhaltszahlungen eingegangen sind und dass das Geld somit meinen Kindern gehört.


    3a. Die Kinder bekommen allerdings schon seit mehr als drei Jahren Unterhalt. Kann ich den Betrag über einen längeren Zeitraum, z.B. von den letzten 2 Jahren nachträglich noch den Kindern überweisen ohne dass dies angerechnet werden müsste?

    4. Wird Vermögen das sich auf den Sparbüchern meiner Kinder befindet angerechnet? Vielleicht wäre es besser wenn der Vater künftig die Unterhaltszahlungen an die Kinder direkt auf deren Sparbücher überweist?

    5. Ich besitze einen Pkw, der auf mich zugelassen und von mir gekauft wurde. Wir leben in einer ländlichen Gegend. Der Weg zu Kindergarten und Schule beträgt ca. 1,3 km und es befindet sich ein steiler Berg auf dem Weg. Die Kinder dürfen den Kindergarten nicht allein verlassen, sondern müssen abgeholt werden. Daher fahre ich die Kinder mit dem Auto zur Schule und dem Kindergarten. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nicht. Zudem benutze ich den Wagen zu abendlichen beruflichen Fortbildungen. Würde ich diese Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (fraglich ob das überhaupt geht), würde sich die Zeit, in der ich einen Babysitter abends engagieren müsste deutlich erhöhen. Kann man hier davon ausgehen, dass das Fahrzeug (Wert laut Kaufvertrag von Oktober 2010: 4.800 Euro)aufgrund der Härteregelung nicht als Vermögen angerechnet wird?

    6. Ich habe eine Rentenversicherung (keine Riester-Rente, wegen Selbstständigkeit)mit Überschussbeteiligung aus der ich aktuell keine Leistungen beziehe, die ich aber mit Verlust kündigen könnte, was ich nicht vorhabe.
    Wird mir das Kapital aus dieser Versicherung auf das Bafög angerechnet?

    7. Angenommen ich würde jetzt noch eine Riester-Rente abschließen und den Höchstbetrag einzahlen. Würde dies auf das Bafög angerechnet?

    Das waren nun aber eine Menge Fragen. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrück und sie können mir weiterhelfen.

    Vielen Dank.

  • Moin,
    erwarterst Du hier Tipps und Hilfen, wie man/frau das Gesetz am Besten umgehen kann?
    :confused: Es gibt klare Vorschriften... und für nicht so ganz legale Hilfen und Tipps ist das Forum nicht zuständig.
    So sehe ich das und das ist auch meine persönliche Einstellung.


    Meine legalen Tipps:
    Für die Förderung der Studierenden der FernUni Hagen ist das Studentenwerk Dortmund zuständig.
    Erkundige Dich dort bzgl. der grundsätzlichen Fördermöglichkeit des Probestudiums unter Berücksichtigung der Altersgrenze und event. Ausnahmeregelungen (Kindererziehung etc.)
    Vermögen: Du hast einen Freibetrag von 5.200 €. Dieser FB erhäht sich um jedes unterhaltsberechtigte Kind um 1.800 €.
    Unterhaltszahlungen des Exmannes werden angerechnet. Es sei denn..... erkundige Dich beim STW Dortmund .
    Auto.... wird als Vermögen angerechnet.... Es sei denn.... s.o.
    Riester.... die höheren Zahlungen werden als Vermögen angerechnet. Nur der sog. Grundbetrag bleibt unberücksichtigt.

  • Danke zunächst für die Antwort.


    Was ich eigentlich wissen wollte ist, wie das mit dem Vermögen meiner Kinder aussieht. Ich weiß ich bekomme einen Freibetrag angerechnet aber ich habe noch nirgendwo eine Information gefunden, ob das Vermögen, das sich auf den Sparbüchern meiner Kinder befindet angerechnet wird oder nicht.


    In einem Forum fand ich die Information, dass das Vermögen eines Partners nicht angerechnet wird. Wie sieht es mit dem Vermögen meiner Kinder aus?


    Das Geld auf meinem Sparbuch wurde den Kindern als Kindesunterhalt gezahlt und ist somit zweckgebunden.


    Also meine wichtigste Frage: Wie sieht es mit dem Vermögen meiner Kinder bei der Berechnung des Bafög aus?


    Vielen Dank für die Info

  • Wer hat Dir so etwas erzählt? :confused:


    Fakt ist: entscheidend ist die Höhe des das Vermögens, welches auf Deinen Namen irgendwo "gehortet" wurde.
    Sprich: Nach dem Vermögen auf dem Konto der Kinder wird nicht gefragt.


    Woher das Vermögen auf Deinem Konto stammt, interessiert das BAföG-Amt nicht. Entscheidend ist der Kontoinhaber. Selbst dann, wenn es ein Treuhänderkonto ist! Auch dann, wenn auf Deinem Namen von einer Dritten Person ein Sparvertrag eingerichtet wurde. Die sozialen Ämter, also auch das STW, erhalten Informationen (per Datenabgleich) über die Höhe der Zinseinkünfte der "Kunden/Klienten. Und von der Höhe der Zinsen weren Rückschlüsse auf die Höhe des Vermögens gezogen.
    Doch die Ämger shcauen in keine Glaskugel... sie schreiben den Antragsteller - also Dich - an und fordern Dich auf, Vermögensnachweise vorzulegen.
    Und im Einzelfall erfolgt eine Neuberechnung mit einer event. BAföG-Rückforderung und im blsen Fall sogar Post von der Staatsanwaltschaft.
    So - vereinfacht - dargestellt, erfolgt der Datenabgleich.