elternunabhängiges Bafög

  • Hallo ihr Lieben,


    ich habe dieses Forum gefunden und hoffe das mir jemand weiter helfen kann.


    Folgendes zu meiner Person:


    1. Ausbildung vom 01.09.2002 bis 28.06.2005 (Ausbildungsvergütung)
    29.06.2005 bis 31.07.2005 arbeitslos
    2. Ausbidlung vom 01.08.2005 bis 28.06.2008 (Ausbildungsvergütung)
    29.06.2008 bis 30.06.2008 arbeitslos
    01.07.2008 bis 13.04.2011 Erwerbstätigkeit
    14.04.2011 bis 31.04.2011 Krankengeldbezug
    01.05.2011 bis 17.07.2011 arbeitslos
    18.07.2011 bis 06.09.2011 Erwerbstätigkeit
    07.09.2011 bis 16.09.2011 Krankengeldbezug
    seit 17.09.2011 arbeitslos


    Gehalt der Erwerbstätigkeiten lag bei 1.600 - 2.100 € brutto.


    Ich bin 27 Jahre alt und würde noch bis zum 29.06.2012 ALG 1 erhalten, möchte mich aber abmelden um Studium fertig zu machen, da es zum einen fraglich ist ob das Amt mich weiterhin als Erwerbstätige führt zum anderen ich aufgrund des Studiums keinen Einstieg mehr in meinem erlernten Beruf (2. Ausbildung) bekomme.


    Seit dem 14.01.2010 mache ich das Studium zum Bachelor of Law via Fernstudium in Vollzeit. Studiengebühr mtl. 330 €.


    Eltern verdienen zuviel, können/wollen/und sollen aus meiner Sicht auch nicht mein Studium finanzieren. Haben mich bereits bei den beiden Ausbildungen unterstützt.


    Besteht Anspruch auf elternunabhängiges Bafög? Benötigt ihr noch weitere Angaben um meine Frage zu beantworten? Sollte ein Antrag gestellt werden, muss dann auch Auskunft über das Gehalt meiner Eltern gemacht werden??


    Gibt es sonst andere Fördermöglichkeiten, falls Bafög für mich nicht greift?


    Vielen Dank


    LG Sue

  • Solltest Du die obigen Angaben beim BAföG-Amt entsprechend nachweisen können, dann sähe es mit der elternunabhängigen Förderung gar nicht einmal so schlecht aus :)


    Und für ein sog. Fernstudium in Vollzeit da gibt es die Möglichkeit einer BAFöG-Förderung.
    Die Damen und Herren im Studierendensekretariat können Dir sagen, welches Studentenwerk zuständig ist.
    Uz. B. für die FernUni-Hagen = STW Dortmund).


    Und dort erkundigst Du Dich, ob Dein jetziges Studium förderungsfähig ist. Jetzt am WE könntest Du Dich vorab auch schon auf der Webseite Deiner FernUni über Förderungsmöglichkeiten erkundigen.
    Bingo! :rolleyes:

  • Hallo Franjo,


    Nachweise (Arbeitsverträge, Ausbildungsverträge, Zeugnisse und Lohnnachweise sowie ALG I Bescheide) liegen mir jeweils vor. Aber zählt denn wirklich die 1. und 2. Ausbildung mit?? Ich meine ab 2. Ausbildung bis zum Beginn des Studium sind ja keine 3 Jahre Berufserfahrung :-/


    Per Telefon teilte man mir mit, dass die Euro-Fh wo ich studiere in den förderungsfähigen Kreis gehört.


    Aber den Hinweis mit den Förderungsmöglichkeiten hab ich jetzt nicht verstanden! Kannst du da ggf. etwas deutlicher werden? Auch was du mit Bafög-Förderung meinst? Das "normale" bzw. "elternunabhängige" Bafög??


    Für mich ist das Studentenwerk HH zuständig, das habe ich bereits auch in Erfahrung bringen können. Aber in dem Gespräch hieß es nur: "5 Jahre Erwerbstätigkeit" und alles andere was ich ihr sagte interessierte sie nicht. Sie war sehr unhöflich, ist und bleibt aber aufgrund der Zuordnung meine Ansprechpartnerin.


    Versuche ich einen Antrag zu stellen, kann ich dann das Formblatt 3 (Einkommen der Eltern) weglassen?? Wenn ja und die diesen wollen, kann ich den Antrag doch noch zurückziehen, oder??


    Sorry, wenn ich so viele Fragen habe, aber die Dame wie gesagt war nicht gerade Kooperativ :-(


    Sue

  • @ SUE,
    es gibt nur eine BAFöG-Förderung, grundsätzlich.
    Und grundsätzlich wird "BAFöG" beantragt. Im Laufe der Antragstellung, einschl. dem "schulischen und beruflihcen Werdegang" prüft der Bearbeiter, ob der Antragsteller (oder Antragstellerin) einen grundsätzlichen Fördérungsanspruch hat.


    Und dann geht es in die mögliche Sachaufklärung, wenn irgendwelche "ungereimtheiten" auftauchen, wie z. B. Fachwechsel, mehrere Schul- und Berufsausbildungen, Berufstätigkeiten u.s.w.
    Und dann werden/würden weitere Unterlagen und Erklärungen angefordert.
    Das hört und liest sich jetzt etwas umständlich an. Doch die wenigsten Studis haben so einen interessanten :rolleyes: Werdegang wie Du.


    Also, beantrage BAföG. Falls möglich, reiche auch die Einkommensunterlagen Deiner Eltern mit ein.
    Es erfolgt in jedem Fall zunächst die Prüfung, ob überhaupt die Elternunterlagen benötigt werden.
    Du kannst nicht direkt "elternunabhängiges BAföG" beantragen. Du kannst nur "BAFöG beantragen.


    Sicher, wenn es von Anfang an klar ist, daß die Voraussetzugen zur elternunabhängigen Förderung gegeben sind, dann kann man isch die Elternunterlagen sparen.
    Doch im Einzelfall... und bei einer etwas bewegten Ausbildungszeit etc., würde ich die Elternunterlagen mit einreichen.
    Das erspart Rückfragen und beschleunigt die Antragsbearbeitung.


    Und wenn das Ergebnis nicht wie gewünscht ausgefallen ist, kann man/frau immer noch Widerspruch einlegen.


    Das wäre mein Tipp!


    Und bzgl. der nicht sehr zugänglichen :mad: Beraterin am Telefon...
    Bei telefonischen Auskünften wird vom Anrufer die totale Freundlichkeit erwartet und eine verläßliche Auskunft, aufgrund den - vom Berater - nicht nachvollziehbaren Sachverhalten.
    Und, wie häufig werden diese Berater angerufen und persönlich angemeckert, weil irgend eine Entscheidung nicht den Wünschen der Antragsteller entspricht.
    Deshalb, zeige einfach Verständnis und lächle über das unkooperative Verhalten.... :o

  • @ Franjo:


    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


    Fakt ist jedoch, dass die beiden ersten Ausbildungen bereits von meinen Eltern finanziert wurden und meine Eltern zuviel laut Rechner verdienen und mich finanzieren müssten, was sie aber nicht mehr sollen, aus meiner Sicht. Habe irgendwo hier gelesen, dass man mit einem Schreiben auch versuchen kann vorweg gleich mitzuteilen das die Eltern nicht bereit sind mich erneut zu finanzieren da sie es mehrfach getan haben. Einkommensnachweise meiner Eltern werde ich von ihnen nicht erhalten, da sie sich nicht "nackig" machen wollen. Daher werde ich dann mal den Antrag OHNE Einkommensnachweise stellen und entweder folgt die Absage wegen fehlender Kooperation der Eltern (dann würde ich wegen zuviel Geld der Eltern so oder so nichts bekommen und auch sonstige Förderungen nicht erhalten) oder aber ich habe Pech und elternunabhängig greift nicht weil Berufserfahrung zu wenig oder man hat auch mal Glück im Leben und ich erhalte Unterstützung.


    Ich werde berichten und danke dir sehr für deine Ausführungen.
    Die Bafög-Dame hatte vielleicht einen schlechten Tag, jedenfalls bin ich ja ETWAS schlauer durch sie doch geworden und die Erleuchtung hab ich von dir erhalten.


    LG Sue


    P.s: Zu meinen Lebenslauf: Du meinst wohl die wenigestens gehen soviele Umwege um zu studieren ohne Abitur zu haben, sondern über Ausbildungen und Berufserfahrung den Weg des Studiums zu gehen um nicht finanziell komplett blank zu sein... Was ich nun doch dann wäre, wenn Bafög nicht kommt..... :-/

  • @ P.S. :cool:
    stimmt!
    Denn unsere Gegenwart und unsere Vergangenheit sind die Steine, aus denen wir unser Leben bauen.


    @ 2. Absatz..
    Im BAFöG gibt es nicht die Reglung "meine Eltern haben mir schon xxxx Ausbildungen finanziert.
    Die Eltern sind - abis auf die im § 11 Abs. 3 BAföG aufgeführten Ausnahmen, Dir auch das Studium zu finanzieren.
    Du hast bei den anderen Ausbildungen eine Ausbildungsvergütung erhalten.
    Die müßte zum Über-Leben ausreichen.
    Die zusätzliche elterliche Unterstützung was somit eine freiwillige Leistung der Eltern.
    Somit können Eltern sich nicht um eine weitere Finanzierungsverpflichtung - wir haben schon finanziert - drücken.
    Ich weiß, eine blöde Sache. Doch warte es ab, wie das BAföG-Amt entscheidet.
    Und dann könnte immer noch eine Überprüfung der weiteren Unterhaltsverpflichtung der Eltern im Rahmen des Vorausleistungsverfahrens erfolgen. Dort gibt es ein paar andere Spielregeln als direkt im BAföG.
    :rolleyes:

  • Das mit dem Vorausleistungsverfahren ist ja so eine Sache, dann würden die sich das ja von den Eltern holen und die Ausbildungen waren NICHT mit der Vergütung finanzierbar..... Aber nun ja, ich beantrage einfach mal, habe aber keine Hoffnung.....

  • Warum keine Hoffnung?
    Und der mögliche Versuch des BAföG-Amtes - verwaltungsmäßig - Geld von den Eltern zu fordern bedeutet noch nicht, daß sie tatsächlich zahlen müssen.
    Vor einer Zahlung an Dich und Forderung von den Eltern gibt es die Anhörung!
    Das bedeutet, Deine Eltern können mündlich oder schriftlich Stellung zur Unterstüzungsverweigerung :o nehmen.
    Das ist alles eine Formsache. Keinen Streß aufkommen lassen und laßt zunächst die Anwälte außen vor.
    Es sei denn.... Deine Eltern haben Dich zu den bisherigen zwei Ausbildungen gezwungen:rolleyes: :confused:


    Falls ja, dann müßten sie auf jeden Fall zahlen.
    Doch wenn Du Deine bisherigen Ausbildungen "freiwillig und ohne Not und nicht aus gesundheitlichen Gründen" absolviert hast, dann würde ich mich geruhsam zurück lehnen ..... und BAföG beantragen.... und abwarten!

  • Sorry, das ich dich lieber franjo so vollheule:


    Meine Eltern zwangen mich natürlich NICHT zu den Ausbildungen und Gesundheit ist auch nicht der Grund. ABER Fakt ist das sie keine Einkommensnachweise vorlegen wollen, sprich ich kann den Bafög Antrag nur ohne Formblatt 3 von Anfang an stellen und da frage ich mich wie der weitere Weg wäre??


    Holt man dann die notwendigen Daten ein - per Anhörung ? - oder gucken die dann ob ggf. elternunabhängig und wenn das nicht greift dann wollen die das Formblatt 3?? Und was wenn die Eltern das dann einfach nicht ausfüllen wollen, eben mit der Begründung bereits 2 Ausbildungen finanziert ?? Möchte natürlich nicht das durch meinen Bafög Antrag nachher irgendwo steht das sie zahlen müssen, weil z.B. Bafög vorab an mich geleistet wird und meine Eltern dann doch einspringen sollen und dann das an mich gezahlte ans Amt zurückzahlen sollen.


    Weißt du wie und was ich meine??


    Kannst du mir bzgl. des Ablaufs Eingang Bafög Antrag ohne Formblatt 3 den Ablauf nennen?? Brauch ich eine Anhörung meiner Eltern vorher schon und wenn, was müssten die da denn schreiben?


    LG Sue

  • Versuche es mit dem Vorausleistungsverfahren. Deine Eltern müssen schreiben, dass nach ihrer Auffassung die Unterhaltspflicht mit Beendigung der 1. Ausbildung erloschen ist.

  • Wenn.... wenn.... aber.....:(
    Ach Sue,
    mach Dir nicht so böse Gedanken. Mach Dich doch nicht selbst verrückt.


    Die BAföG-Beantragung - auch ohne Formblatt 3 der Eltern - ist das sog. tgl. Brot der BAföG-Leute.
    Du bist mit Deinen Eltern kein Einzelfall.
    Stell den Antrag, weise ggf. in einem kleinen Anschreiben auf die Möglichkeit einer elternunabhängigen Förderung hin und lege die entsprechenden Unterlagen (Tätigkeitsnachweise) bei. Von Vorausleistungen würde ich nichts schreiben.
    Das kommt - schlimmstenfalls - später, wenn das BAföG-Amt tatsächlich Elternunterlagen wünschen.


    Und dann wartest Du!


    Eventuell meldet sich das BAFöG-Amt....
    und es kommt entweder eine "Anforderung fehlender Unterlagen"...
    oder irgendwann der BAföG-Bescheid und Geld.


    Du kannst nun nichts mehr machen. Bei diesem schei**** Wetter.... nutze die Zeit und entspanne Dich