Studienabschlusskredit / Mindesteinkommen Wohngeld

  • Hallo zusammen,


    es geht um folgenden Fall:


    Student - bekommt kein Bafög mehr, da Förderungshöchstdauer erreicht, hat aber Anspruch auf ein Darlehen zum Studienabschluss (zwischen 150 und 250 Euro).


    Die Eltern wären bereit, zwischen 450 und 550 Euro Unterhalt zu zahlen (je nach Höhe des Darlehens).


    Die Miete beträgt ca. 350 Euro (inkl. Strom- und Heizkosten), Krankenkassenbeitrag muss nicht bezahlt werden. da die Familienversicherung noch greift.


    Zählt das Darlehen zum Mindesteinkommen dazu und würde der Student einen Anspruch auf Wohngeld haben (es gibt auch noch ein kleines "Vermögen", dass aber eigentlich nicht angegriffen werden soll).


    (Wie wird das Mindesteinkommen nun genau berechnet?)


    Vielen Dank für eine Antwort.

  • Hallo,


    der Kredit zählt zum Mindesteinkommen dazu. Anrechenbares Einkommen ist er aber nicht. Regelsatz (+ evtl. Mehrbedarf) + Warmmiete = Mindesteinkommen. In deinem Fall also 364,00 € Regelsatz + 350,00 € Miete = 664,00 €. Dass dir deine Wohngeldstelle noch einen Mehrbedarf wegen des Studienbedarfs anrechnet, ist möglich. Das erforderliche Mindesteinkommen dürfte aber nach deinen Angaben erreicht sein.


    Vermögen spielt im Wohngeld erst eine Rolle, wenn du über 60000,00 € Vermögen hast. Dann gibt es kein Wohngeld. Allerdings zählen die Einnahmen (Zinsen), die du aus diesem Vermögen erzielst, zum anrechenbaren Einkommen.


    Viele Grüße


    Else Kling

  • Hallo,


    das Vermögen habe ich erwähnt, weil man damit ja auch den eventuell fehlenden Lebensunterhalt mit bestreiten könnte (nach meinen Recherchen, wird aber dann geprüft, ob es wirklich dazu benutzt wurde und wenn nicht, wird das Wohngeld zurückgefordert - ist das so richtig?).


    Was ist denn ein Mehrbedarf wegen des Studienbedarfs? Studiengebühren, dann kommen ja gleich noch einmal 90 Euro pro Monat dazu (auf 12 Monate gerechnet)?


    Ok, Zinseinkünfte habe ich noch vergessen, sind aber nicht sehr hoch, da das "Vermögen" eher klein ist (sonst gäbe es ja auch keinen "Bafög-Kredit").
    Aber: die Zinsen können doch erst im Nachhinein angegeben werden? Gibt es bei der Berechnung des Wohngeldes auch den Sparerfreibetrag, dann zählen die ja rechnerisch nicht.


    Noch am Rande:


    Ich beschäftige mich erst seit 2 - 3 Tagen mit Wohngeld für Studenten.
    Und schon gleich sind mir mindestens 2 Absurditäten aufgefallen:
    1. Der Bedarf eines Studenten ist mit 597 Euro gedeckt (wenn man z.B. einen Vorausleistungsantrag stellt), aber das Mindesteinkommen um Wohngeld zu erhalten, ist in diesem Fall weitaus höher.
    2. Wenn ich richtig denke, können die Eltern durch die Höhe des geleisteten Unterhalts beeinflussen, ob der Student Wohngeld erhält oder nicht (wobei sich die Frage stellt, inwieweit sind Eltern über die Förderungshöchstdauer des Bafög hinaus, unterhaltspflichtig).


    Aber ok, ich muss es ja nicht verstehen, aber ich glaube, ich muss noch ein bisserl weiterlesen.


    VG, SunnyG

  • Hallo,


    genau richtig mit den Studiengebühren. Die müssen ja nun mal gezahlt werden, also hast du diesen Bedarf.


    Wenn das Vermögen schon länger existiert, werden in der Regel am Jahresanfang die Zinsen für das vergangene Jahr gutgeschrieben. Diese werden dann für die Wohngeldberechnung zugrunde gelegt. Der Freibetrag ist beim Wohngeld 100,00 €.


    Übrigens liegt der Unterhaltsbedarf für Studenten derzeit laut Düsseldorfer Tabelle bei 670,00 €.


    Die Eltern sind während der Erstausbildung unterhaltspflichtig. Die Wohngeldstelle kann durchaus auch überprüfen, ob die Eltern ihrer Unterhaltspflicht in korrekter Höhe nachkommen (Einkommensberechnung).


    Viele Grüße


    Else Kling