Fachrichtungswechsel nach 5 Semestern - bafög?

  • Hallo an alle hilfsbereiten, gesetzesdurchblickenden Menschen da draußen :D


    Habe mich jetzt durch das bafög-Gesetz und diverse Foren gekämpft um herauszufinden, ob ich ggf. Anspruch auf bafög habe... ne eindeutige Antwort war trotzdem nicht aufzufinden, da ich keinen mir ähnlichen Fall gefunden habe.


    Hier die Fakten:


    - Abitur 2008
    - direkt danach Chemie-Studium begonnen
    - im 2. Semester bafög-Antrag gestellt (abgelehnt wegen Unterhaltspflicht der Eltern)
    - nach 5 Semestern Chemie-Studium aufgegeben (zu spät erkannte Fehlentscheidung, schlechte Leistungen etc., KEINE Zwangsexmatrikulation!)
    - Gespräch bei der Berufsberatung: Chemie = Fehlentscheidung, eher geeignet für Sozialpädagogik/Soziale Arbeit
    - Zulassungsantrag für Studienplatz Sozialpädagogik läuft


    Jetzt bin ich ziemlich Ratlos, ob ich Anspruch auf bafög habe weil ich ja erst nach dem 3. Semester gewechselt habe, das Ziel "Hochschulabschluss" steht aber immer noch.
    Habe keine abgeschlossene Berufsausbildung, meine Eltern sind (glaube ich) nicht mehr Unterhaltspflichtig (elternunabhängiges bafög???).


    Habe bei der Berufsberatung bestätigt bekommen, dass das Chemiestudium eine Fehlentscheidung war (Leistungskurs ist halt Ponyhof gegen ein Studium ;) ) aber das Argument "druck von der Familie" ("reiß dich zusammen, du schaffst das!", "Zieh einmal in deinem Leben was durch!") zählt wahrscheinlich nicht als ausreichender Grund, warum ich erst so spät gewechselt habe.


    ... alles 'n bisschen kompliziert, wär trotzdem super wenn mir jemand weiterhelfen könnte :D


    Grüße,
    Celessia

  • Guckst du § 7 Abs (3) Hat der Auszubildende
    1.aus wichtigem Grund oder
    2.aus unabweisbarem Grund

    die Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt, so wird Ausbildungsförderung für eine andere Ausbildung geleistet; bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt Nummer 1 nur bis zum Beginn des vierten Fachsemesters. Ein Auszubildender bricht die Ausbildung ab, wenn er den Besuch von Ausbildungsstätten einer Ausbildungsstättenart einschließlich der im Zusammenhang hiermit geforderten Praktika endgültig aufgibt. Ein Auszubildender wechselt die Fachrichtung, wenn er einen anderen berufsqualifizierenden Abschluss oder ein anderes bestimmtes Ausbildungsziel eines rechtlich geregelten Ausbildungsganges an einer Ausbildungsstätte derselben Ausbildungsstättenart anstrebt. Beim erstmaligen Fachrichtungswechsel oder Abbruch der Ausbildung wird in der Regel vermutet, dass die Voraussetzungen nach Nummer 1 erfüllt sind; bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt dies nur, wenn der Wechsel oder Abbruch bis zum Beginn des dritten Fachsemesters erfolgt. Bei der Bestimmung des nach den Sätzen 1 und 4 maßgeblichen Fachsemesters wird die Zahl der Semester abgezogen, die nach Entscheidung der Ausbildungsstätte aus der ursprünglich betriebenen Fachrichtung auf den neuen Studiengang angerechnet werden.
    Aber ein unabweisbarer Grund das Chemiestudium aufzugeben, liegt nicht wirklich vor. Unabweisbar wäre er z.B. wg Allergien.
    Elternunabhängige Förderung kommt, wenn, überhaupt nicht in Betracht.
    Aber man könnte es dann mit nem Vorausleistungsantrag versuchen. Aber wie der ausgehen könnte ...... keine Ahnung.