Elternunabhängiges Bafög nach 6 Jahren Selbstständigkeit abgelehnt!?!

  • Hallo!


    Ich habe im Oktober Bafög beantragt und zunächst eine Genehmigung in Höhe von 40€ monatlich erhalten... :(
    Allerdings bin ich der Meinung das ich nach meiner Selbstständigkeit Anspruch auf elternunabhängiges Bafög habe. Ich erfülle die Arbeitszeit (wobei es auch da Probleme gibt, da man mir NUR die exakten Projekteinsatzzeiten anerkennen will, zur Selbstständigkeit zählt aber natürlich eigentlich mehr) und über den gesamten Zeitraum gesehen erfülle ich auch die 614,40€ die man im Schnitt verdient haben muss. Da liegt nun aber das Hauptproblem, da man den jährlichen Durchschnitt genommen hat und nicht den über den gesamten Zeitraum. Da ich aber die letzten Jahre wesentlich mehr verdient habe als die ersten reicht das dann natürlich nicht mehr. Ich konnte zu dem Thema kaum was finden, hat jemand Tips oder kann mir sagen ob das Studentenwerk in dem Fall richtig liegt? Danke und beste Grüße Peargarden

  • traut euch! ;)


    11.3.4 Die vorgeschriebene Zeit einer Erwerbstätigkeit hat ein Auszubildender auch dann erreicht, wenn sie sich aus mehreren Teilzeiträumen zusammensetzt. Setzt sich der Zeitraum der Erwerbstätigkeit aus Teilzeiträumen zusammen, so gelten jeweils 30 Tage als ein Monat.
    Verbleiben bei der Feststellung des Gesamtzeitraums einzelne Tage, so gelten sie als voller Monat.


    11.3.5 Eine den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit ist dann gegeben, wenn der durchschnittliche Bruttomonatslohn der anrechenbaren Zeiträume eines Kalenderjahres mindestens folgende Beträge zuzüglich 20 v. H. erreicht:
    bei Erwerbstätigkeit in den alten Ländern:


    für die Zeit bis zum 31. März 2001 der Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b in der im jeweils zu prüfenden Zeitraum maßgeblichen Höhe,
    für die Zeit ab dem 1. April 2001 der Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2,


    bei Erwerbstätigkeit in den neuen Ländern:


    für die Zeit bis zum 30. Juni 1990: 270 DM,
    vom 1. Juli bis 31. Dezember 1990: 450 DM,
    vom 1. Januar 1991 bis 30. September 1992: 550 DM,
    vom 1. Oktober 1992 bis 31. März 2001 der Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a in der im jeweils zu prüfenden Zeitraum maßgeblichen Höhe,
    für die Zeit ab dem 1. April 2001 der Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2.


    Es ist unerheblich, ob das Einkommen aufgrund einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung erzielt wurde. Von den u. U. unterschiedlichen Bedarfssätzen in einem Jahr als auch vom Einkommen des Auszubildenden sind jeweils durchschnittliche Monatsbeträge zu ermitteln und gegenüberzustellen.


    11.3.6 Erwerbstätig ist eine Person, die eine selbstständige oder nichtselbstständige Tätigkeit ausübt. Auch Teilzeitarbeit während der Ausbildung ist zu berücksichtigen (vgl. Tz 11.3.5). Nicht zu berücksichtigen ist Ferienarbeit. Nicht als erwerbstätig gelten Auszubildende, die im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses ein Entgelt erhalten. Die Haushaltsführung eines Elternteils, der zumindest ein Kind (Tz 25.5.1) unter zehn Jahren oder ein Kind, das behindert und auf Hilfe angewiesen ist, im eigenen Haushalt zu versorgen hat, gilt als den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit.


    11.3.7 Zeiten des Wehr- oder Zivildienstes sowie diesen gleichgestellte Dienste (z. B. nach § 13 b Wehrpflichtgesetz, §§ 14 a, 14 b Zivildienstgesetz der "Entwicklungsdienst" und "andere Dienste im Ausland"), des freiwilligen sozialen Jahres nach dem Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres und des freiwilligen ökologischen Jahres nach dem Gesetz zur Förderung eines freiwilligen ökologischen Jahres gelten als Zeit der den Lebensunterhalt sichernden Erwerbstätigkeit.


    11.3.8 Zu den Zeiten der Erwerbstätigkeit zählen auch Zeiten


    der mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheit,
    der Mutterschutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz,
    der Erwerbsunfähigkeit,
    der Arbeitslosigkeit, soweit während dieser Zeit nicht eine nach diesem Gesetz förderungsfähige Ausbildung stattgefunden hat und der Auszubildende der Arbeitsvermittlung daher nicht zur Verfügung stand,
    der Teilnahme an einer nach den für den jeweils zuständigen Träger geltenden Vorschriften geförderten Maßnahme zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation,
    der Teilnahme an einer Fortbildung oder Umschulung nach den §§ 41-47 AFG in der bis zum 31. Dezember 1997 geltenden Fassung bzw. der Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung nach §§ 77 ff. SGB III,


    wenn der Auszubildende während dieser Zeiten entsprechende Leistungen (z. B. Krankengeld, Arbeitslosengeld) erhielt.
    Tz 11.3.5 ist anzuwenden mit der Maßgabe, dass während der in Satz 1 Buchstaben a bis f genannten Zeiten Einkommen in Höhe der dort genannten Beträge (ohne den Zuschlag von 20 v. H.) als ausreichend anzusehen ist.



    Zu Nummer 4


    11.3.9 Zum Begriff "Abschluß einer berufsqualifizierenden Ausbildung" vgl. Tz 7.1.1 und 7.1.3 bis 7.1.13. Auf die Berechnung der Zeit der Erwerbstätigkeit finden Tz 11.3.4 bis 11.3.8 Anwendung.


    11.3.10 Berufsqualifizierend im Sinne dieser Vorschrift ist auch die Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (siehe Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe in der jeweiligen Bekanntmachung im Bundesanzeiger).

  • Danke für die vielen Paragraphen, die ich aber natürlich schon kenne ;)
    Die Sache ist, dass ich nicht glauben kann, dass auch für Selbstständige ein Monatsdurchschnitt gebildet wird, da das absolut sinnlos wäre. Das Einkommen kommt natürlich absolut unregelmäßig rein. Beispielsweise den einen Monat gar nichts, den anderen das vierfache das eigentlichen Schnitts...
    Dazu finde ich allerdings kaum etwas... :confused:


    Zweite absolut unklare Sache: in 11.3.5 steht, dass der Bruttomonatslohn ausschlaggebend ist, mir hat das Studentenwerk gesagt, dass der Nettolohn zur Berechnung herangezogen wird. Was stimmt nun?
    Beste Grüße Peargarden