Kind volljährig, Mutter arbeitet aber nur Teilzeit

  • hallo zusammen,


    die Kindesmutter arbeitet nur Teilzeit. Es gibt keine weiteren minderjährigen Kinder bei ihr. Somit ist sie verpflichtet eine vollschichtige Tätigkeit (so stehts im Gesetz) auszuüben. Sie weigert sich aber dies zu tun. Kann man ihr nun einfach ihr Teilzeitgehalt hochrechnen auf ein Vollzeitgehalt? Was meint ihr?

  • falsch mein Lieber!


    lies selbst, im übrigen habe ich die Kindesmutter auf Ausgleichszahlungen verklagt.



    Wird ein Elternteil auf den vollen Volljährigenunterhalt in Anspruch genommen, weil der andere Elternteil einkommenslos ist, steht ihm gegen den anderen Elternteil ein familienrechtlicher Ausgleich zu, wenn dieser wegen Verletzung der Erwerbsobliegenheit sich fiktives Einkommen zurechnen lassen muss.
    - ....,
    Die Frage der Zurechnung fiktiver Einkünfte ist in dem Unterhaltsrechtsstreit des volljährigen Kindes gegen den in Anspruch genommenen Elternteil entsprechend dem Rechtsgedanken des § 1607 Abs. 2 nicht zu prüfen. Vielmehr ist der in Anspruch genommene Elternteil gehalten, gegen den anderen unterhaltspflichtigen Elternteil Rückgriff im Rahmen des familienrechtlichen Ausgleichs zu nehmen. Die Höhe des Anspruchs hängt von dem dem anderen Elternteil fiktiv zuzurechnenden Einkommen ab und bemisst sich nach den auf dieser Grundlage zu berechnenden Haftungsanteilen. Sie ergibt sich aus der Differenz des tatsächlich gezahlten Unterhalts zum danach berechneten Haftungsanteil.
    -......,
    Zur Erwerbsobliegenheit ggü. nicht privilegierten volljährigen Kindern
    Eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit besteht nicht. Gleichwohl darf ein Elternteil sich nicht durch leichtfertiges unterhaltsbezogenes Verhalten leistungsunfähig machen. Hier gelten die gleichen Grundsätze wie beim Ehegattenunterhalt.

  • im Übrigen nennt man das "Gestaltungsmissbrauch", denn durch die Halbtagsstelle ohne weitere minderjährigen Kinder und Steuerklasse 5 erzielt die Kindesmutter knapp unter Selbstbehalt in Höhe von 1.100 Euro. Damit entzieht sie sich sichtbar der Leistungsfähigkeit, denn wenn sie ganztags arbeiten würde, wäre sie ebenfalls voll leistungsfähig, so wie ich. Damit, dass sie sich der Leistungsfähigkeit aber entzieht, bleibt der gesamte Unterhalt in Höhe von 576 Euro (670 + 90(Studiengebühren pro Monat) - 184 Kindergeld) an mir hängen. Und die Gegenseite lacht sich tot, aber wer zuletzt lacht, lacht am besten. Klage läuft!

  • Hallo tmzkru,
    da ich einen ähnlichen Fall habe, würde ich Dich bitten, falls Du das machen möchtest, das Ergebnis hier einzustellen.


    Danke
    schnucki1969

  • Hallo zusammen, gibts zu diesem Thema schon eine neue Erkenntnis? Kann es tatsächlich sein, dass es hierzu noch keine vergleichbaren Urteile gibt?
    Wie ging denn das Klageverfahren aus, gab es schon einen Termin?
    Mein Problem ist das gleiche. Mutter wieder verheiratet, nur 400 € Job, keine Kinder unter 18 mehr. Ich auch wieder verheiratet, 2 Jobs, 2 Kinder unter 18 in 2. Ehe und nun soll ich den Unterhalt alleine aufbringen?
    Mir ist es wurscht ob und wieviel sie arbeitet, wenn sie es nicht braucht, ist es ihre Angelegenheit. Ich habe aber definitiv keine 2 Jobs weil ich es zuhause nicht aushalte, sondern weil wir das Geld brauchen. Mir ist bekannt dass ich den Unterhaltsbedarf der Kinder aus 2. Ehe anrechnen kann und dass der Selbstbehalt mir bleiben muss. Es geht halt gerade so gut aus dass dieser bleibt und ich den Unterhalt alleine tragen soll.
    Kann doch echt nicht sein dass sowas "Recht" ist.

  • so, ich komme gerade vom Familiengericht und freue mich mitteilen zu können, dass ich im vollem Umfang Recht bekommen habe.
    1. die Kindesmutter ist voll ausgleichspflichtig
    2. Sie muss alle Einkünfte von heute an rückwirkend 12 Monate liefern, damit ich den Ausgleichsanspruch berechnen kann.
    3. da sie ja nur halbtags arbeitet mit Steuerklasse 5 und ihr jetziger Ehemann Vollzeit mit Steuerklasse 3 muss die Kindesmutter auch das Einkommen des Ehemannes liefern, da sie familienintern einen Ausgleichsanspruch an ihren jetzigen Ehemann hat. Sie hat keine weiteren minderjährigen Kinder, deshalb ist sie auch bei nichtprivilegierten Kindern verpflichtet vollschichtig zu arbeiten (steht so im Gesetz). Tut sie das nicht und hat einen Ehemann der den Hauptteil des Familieneinkommens verdient ist er seiner Frau ebenfalls ausgleichspflichtig :-)


    Danke deutscher Rechtsstaat, es gibt doch noch Gerechtigkeit, wobei alles eindeutig im Gesetz so definiert ist. Die Kindesmutter hat sich halt bis zum Schluss dagegen gewehrt und jetzt ne Klatsche beim Richter bekommen!


    JAA, heute ist ein schöner Tag für mich!!

  • Hallo tzmkru,


    vielen Dank für diese super Nachrichten!!!!!!!!! Und Dir herzlichen Glückwunsch zum Ende dieser "Angelegenheit" , hoffentlich!!! Ich finde es sehr schade, das solche Verfahren überhaupt nötig sind.


    Hoffentlich denken "diese" Mütter endlich mal nach!
    Gruß Schnucki1969

  • nein, "diese" Mütter denken nie nach. Die sind nur beleidigt, weil 18 Jahre lang haben wir Väter die Schnauze halten müssen, nach Düsseldorfer Tabelle löhnen müssen und es war egal, was die Mütter gemacht haben. DAS ist aber nach dem 18. Lebensjahr des Kindes nun anders und das sind die "Damen" nicht gewöhnt :-) Im Übrigen bin ich sicher dass in meinem Fall die Kindesmutter alles tun wird um es mir so schwer wie möglich zu machen, aber ich habe Geduld und eine tolle Anwältin :-)

  • hallo und herzlichen Glückwunsch! Eine Frage wie Lautet die Klage und wann kann diese eingereicht werden.Ich habe eine 18jährige und eine 14jährige Tochter beide gehen zur Schule (die ältere hat mit dem Abitur begonnen nach einer Auszeit von 7monaten, die kleine ist in der 8. Klasse9). Ab wann muß die kindesmutter voll arbeiten? Wie kann ich eine bestätigung erhalten ob die ältere auch noch zur Schule geht denn ich zahle nur wenn die Schule besucht wird.
    danke schon mal Rubi7:confused:

  • Hallo Rubi7,


    ... Wie kann ich eine bestätigung erhalten ob die ältere auch noch zur Schule geht denn ich zahle nur wenn die Schule besucht wird.
    danke schon mal Rubi7:confused:


    habe die Problematik mit dem "Schulnachweis" gerade erst hinter mir...
    Laut §1686 BGB ist die Kindesmutter (eigentlich) im vollen Umfang über die pers. Verhältnisse des Kindes/ der Kinder auskunftsverpflichtet, heißt: zB. Auskunft über schulische Entwicklung (schulische Leistung durch Übersendung von Zeugnissen) und auch den Nachweis über den Besuch de jeweiligen Schule(n). Sowas stellt die jeweilige Schule in der das/die Kind(er) sind aus. Hier steht dann zB. drin, dass das Kind "Name, Vorname, geb.-Datum" die entsprechende Schule (Name der Schule und Schulart) besucht und dies vorraussichtlich bis zum "Datum" besuchen wird.
    Also sowas wie eine amtl. Bestätigung.
    War zumindest bei mir auch anfänglich nicht problemfrei (zumindest die Nachweise wollte die Kindesmutter nicht beibringen)-hier bedurfte es wieder mal anwaltlichen Nachdruck...


    Gruß Kakadu59

  • Hallo und Hilfe!


    Wir befinden uns in genau dieser Situation...deshalb meine Frage: auf welchen Paragraphen in den Gesetzestexten bezieht sich die Pflicht (die oben erwähnt ist) der Mutter? Wo finde ich eine verlässliche Aussage darüber?
    Oder: welche Anwältin war das, die dieses - für uns mittlerweile kleines Wunder- vollbracht hat?
    Adresse oder Name?


    Es wäre uns wirklich eine riesige Hilfe, wenn wir eine Antwort bekämen.
    Danke