Wohngeld bei unter 18 Jahren und FÖJ?

  • Hi, ich werde in zwei Monaten 18 Jahre alt. Seit September 2010 mache ich ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und bekomme da 355 Euro. Seit 01.11.2010 habe ich eine kleine Wohnung mit 34 qm für die ich 205 kalt + 79 Betriebskosten + 36 Zentralheizung bezahle, 320 zusammen. Mit strom und so komme ich auf 350 Euro. Bei meiner Mutter ging das gar nicht mehr zu wohnen, da wohne ich seit ich 13 bin. Ich habe einen Wohngeldantrag gestellt und darin angegeben, dass ich 355 + 184 Kindergeld zur Verfügung habe plus 8 Euro Zinsen im Jahr. Es kam die Rückfrage wieviel ich denn zum Leben brauche, untergliedert nach Ernährung, Unterkunft, Fahrgeld, Klamotten, persönliches und so weiter. Da ich da keine Ahnung von hatte, habe ja vorher nie allein gewohnt, habe ich das mal ehrlich geschätzt und bin auf 899 Euro gekommen. Selber habe ich also 547,86. Die wollten wissen wie ich die Differenz von 350 euro bestreite. Ich habe erklärt, dass ich keine Erfahrungswerte habe und das nach bestem Wissen und Gewissen mal so annehme von der Größenordnung her. (Außerdem hatte ich im Internet mit einem Wohngeldrechner das zu erwartende Geld überschlagen, sollten so 260 Euro sein. Und das ist ja auch dem Einkommen zuzurechnen. Wobei das Kindergeld ja nicht mindernd angerechnet wird.) So habe ich also auch gesagt, dass meine Rechnung auf 547,86 +250 = 798 Euro beruht. Und dass ich entsprechend sparsam lebe, dann wird es auch weniger sein als die geschätzten 899 Euro.
    Nach drei Monaten kam dann die Ablehnung, "weil die anspruchsbegründenden Tatsachen trotz Ihrer Mitwirkung nicht festgestellt werden konnten. Wohngeld kann nur gewährt werden, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen - darunter die Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen - vorliegen. Die Nichtaufklärbarkeit eines anspruchsbegründeten Tatbestandes geht zu Lasten der wohngeldberechtigten Person."
    Gestern hatte ich bei der Sozialberatung endlich einen Termin, aber Frau die wusste über Wohngeld nicht Bescheid und jetzt komme ich in ganz dollen Zeitdruck, weil der Widersprcuh bis Montag in der Behörde eingehen muss. Vorbeibringen kann ich den Montag schon. Daher meine eiligen Fragen:
    Bin ich grundsätzlich überhaupt anspruchsberechtigt, wenn ich noch nicht 18 Jahre alt bin? Müssen meine Eltern irgendwie zahlen? Da ist nicht viel zu holen, deswegen schlage ich mich ja selber durch. Habe ich nun zu wenig Einkommen, um überhaupt ernsthaft als eigenständiger Mieter anerkannt zu werden. Ich zahle jetzt mit dem FÖJ die Wohnung und lebe vom Kindergeld. Das ist ja schon mal erheblich mehr, als ich vorher als Taschengeld hatte. Esse nur einmal am Tag und kaufe fast gar nichts, habe alles so zusammengeschenkt bekommen. Nach vier Monaten eigene Wohnung weiß ich, dass ich mit sehr sehr wenig über die Runden komme, da ist dann aber auch gar nichts sonst drin. Von der Sozialberaterin weiß ich, dass das Lebensminimum für einen einzelnen so was bei 720 euro ist. Muss soviel am Ende meiner Kalkulation herauskommen? Das geht ja leicht, ich lebe ja gerade von sehr viel weniger. Aber auf Dauer ist das nicht durchzuhalten, weil ich beim FÖJ ziemlich ran muss, Kinder- und Jugendbetreuung in einem Brennpunkt-Kiez in Neukölln. Ich bin ganz schön verzweifelt, weil auch andere Sachen gerade ziemlich doof laufen und wünsche mir ganz dringend ein zwei drei oder mehr gute Ratschläge. Danke schon mal vorab.

  • Hallo,


    Du gehst von einigen Irrtümern aus.


    Zitat

    Von der Sozialberaterin weiß ich, dass das Lebensminimum für einen einzelnen so was bei 720 euro ist.


    Falsch. Es gibt keine wie immer geartete "Pauschale". Das Minimum setzt sich aus 364 € + angemessene Kosten der Unterkunft zusammen. Vorausgesetzt, daß letzteres auf Dich zutrifft, wären es also "nur" 684 €. Im übrigen hat dieses Minimum nichts mit dem Mindesteinkommen bei dem Wohngeld zu tun.


    Zitat

    Außerdem hatte ich im Internet mit einem Wohngeldrechner das zu erwartende Geld überschlagen, sollten so 260 Euro sein. Und das ist ja auch dem Einkommen zuzurechnen.


    Vollkommen illusorisch - das Wohngeld fällt in deinem Fall wesentlich geringer aus. Das fiktive Wohngeld beläuft sich nach Deinen Angaben auf gerade einmal 125 €.


    Zitat

    Wobei das Kindergeld ja nicht mindernd angerechnet wird


    Falsch, es wird als Unterhalt angerechnet.


    Für einen Widerspruch sehe ich keine Veranlassung. Du erreichst tatsächlich nicht das erforderliche Mindesteinkommen und konntest schon wegen Deiner eigenen falschen Berechnung nicht nachweisen, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest. Damit aber kann das Amt gar nicht anders als ablehnend reagieren.


    Gruß!