Uneheliches Kind - Vater in Schulausbildung

  • Hallo zusammen!


    Ich bin seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Ich wusste die ganze Zeit, das er evtl. Vater eines 3 Jahre alten Sohnes ist. Es hat jetzt über ein Jahr gedauert, bis wir letzte Woche durch einen Vaterschaftstest Gewissheit bekommen haben. Er ist definitiv der Vater.


    Die Kindsmutter hat ihm seinen Sohn seit der ganzen Schwangerschaft vorenthalten. Jetzt allerdings möchte sie Unterhalt haben, seit sie verheiratet ist.


    Mein Freund (21) holt allerdings derzeit seinen Realschulabschluss nach und geht nicht arbeiten. Danach möchte er sein Abi machen und studieren gehen. Jetzt die Fragen:


    In wie fern muss/kann er den Unterhalt zahlen? Kann man dafür "befreit" werden? Muss er den Unterhalt nachzahlen und wenn ja für welchen Zeitraum?


    Danke schon mal für die Antworten.
    LG

  • Wer einem minderjährigen Kind unterhaltspflichtig ist, unterliegt einer gesteigerten Erwerbsobliegenheit. Er muss alles tun um den Mindestunterhalt sicherzustellen.


    Hat deine Freund eine abgeschlossene Berufsausbildung? Wenn ja, sollte er mit einem Anwalt besprechen, ob er sich den "Luxus" einer zweiten Ausbildung gönnen kann. Schlimmstensfalls muss er den Mindestunterhalt (225 €) zahlen.


    Von der Unterhaltspflicht kann er nicht befreit werden. Die besteht bis zum Abschluss einer Ausbildung des Kindes.
    Es sei denn, das Kind wird von einem anderen Mann adoptiert. Der Adoption müsste dein Freund aber zustimmen.


    Die Kindsmutter hat ihm seinen Sohn seit der ganzen Schwangerschaft vorenthalten.


    Er hat ein Umgangsrecht, was er notfalls gegen den Willen der Mutter durchsetzen kann.


    Wenn es aber mit dem Vaterschaftstest über 3 Jahre gedauert hat, scheint er sich auch nicht gerade intensiv im Umgang bemüht zu haben.


    Jetzt allerdings möchte sie Unterhalt haben, seit sie verheiratet ist.


    Nur eine Vermutung: Die Mutter hat bisher Unterhaltsvorschuss bezogen und dieser ist mit der Heirat weggefallen. Nun muss die finanzielle Lücke anderweitig geschlossen werden.


    Nachdem die Vaterschaft geklärt ist, könnte jetzt auch das Jugendamt auf deinen Freund zukommen und den Unterhaltsvorschuss für die vergangenen 3 Jahre von ihm zurückfordern. Ob weitere Forderungen für die Vergangenheit kommen können, sollte er abwarten und dann ggf. mit einem Anwalt klären.


    Bleibt die Frage warum die Mutter den Kindsvater nicht eher angegeben hat.

  • Zu dem Vaterschaftstest:
    Sie hat es ewig herausgezögert, da sie nicht kooperiert hat. War z.B. bei Gerichtsverhandlungen nicht anwesend und es hat auch lange gedauert, bis sie die Probe des Kindes eingereicht hat. Keine Ahnung, warum sie das so gemacht hat.


    Er hatte damals die Schule abgebochen und hat nur einen schlechten Hauptschulabschluss. Er holt seinen Realschulabschluss nach und hat noch keine Ausbildung gemacht.


    Warum sie ihn nicht eher angegeben ha, bleibt mir auch schleierhaft.


    Also ist der beste Rat, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen?
    Vielen Dank