Bafög bei Fachabitur nach Ausbildung

  • Hallo zusammen,


    mein unehelicher Sohn 24, verheiratet ein Kind eigener Haushalt, möchte- nach voraussichtlich im Mai 2011 beendeter Ausbildung - ein Fachabitur machen.


    Meine Frage nun:


    Bin ich vom Gesetz her verpflichtet, ihn nach der dann schon erfolgten Ausbildung, weiter finanziell zu unterstützen?
    Einen unterhaltstitel gibt es nicht bzw. lief der nur bis zum 18. Lebensjahr.
    Danach habe ich die Zahlungen erstmal eingestellt bzw. hat mein Sohn zwar über einen Anwalt versucht, Geld zu bekommen. Als ich aber auf sein eigenes evtl. Einkommen und das seiner Mutter ansprach, habe ich dann nie wieder Post vom Anwalt bekommen und nichts mehr gehört.
    Bis zum letzen Jahr.


    Nicht das man mich hier falsch versteht:
    Grundsätzlich finde ich es gut das er sich weiterbilden möchte. Allerdings fällt es mir aufgrund schwieriger Vergangenheit schwer, einzusehen, warum immer nur ich zur Kasse gebeten werde. Denn leider geht niemand aus der Familie für seinen Lebensunterhalt selber arbeiten. es spricht für mich auch nichts dagegen, ihn hin und wieder mit einem mir möglichen Geldbetrag zu unterstützen. Allerdings kann ich das nicht regelmäßig und Monat für Monat leisten.
    Mein Einkommen ist eben auch kein riesengroßes und leicht überschaubar. Und da ich eine eigene Familie habe, möchte ich natürlich auch in der Zukunft planen können und nicht andauernd "gemolken" werden.


    Ich bin übrigens Arbeitnehmer, mit einem Kind (13), meine Frau geht nicht arbeiten, aber aller Voraussicht nach demnächst auf 400 € Basis.


    Bin ich nun verpflichtet, für das Fachabitur das Formblatt 3 auszufüllen? Ich bin der Meinung, dass er bereits eine Ausbildung hat und vielleicht erst einmal selber arbeiten geht und seine Familie, die er gegründet hat, auch unterhält.
    Nach drei Jahren Arbeit kann er ja dann noch immer Bafög beantragen.


    Sein schulischer und beruflicher Werdegang waren für mich nie nachvollziehbar und auch nicht absehbar.
    Aufgrund diesen Umstands würde ich gerne die Forderung ablehnen und dies im Antrag auch so vermerken.
    Wäre das möglich?


    Vielen Dank für eine Nachricht zum Thema, lupo20001

  • Grundsätzl. bist Du verpflichtet das Formblatt 3 auszufüllen. Beachte bitte das Merkblatt/Erläuterungen und die Rückseite vom FB 3.


    Du kannst natürlich dem BAföG Amt mitteilen, das nach deiner Meinung auf Grund seiner abgeschlossenen Ausbildung, dem eig. Kind und seinem bisherigen schul. u. berufl. Werdegang der Unterhaltsanspruch gegen dich verwirkt ist.


    Das BAföG Amt prüft anhand dieser Angaben ob noch eine UH-Verpflichtung nach dem BGB besteht.

  • Hallo,


    das ich verpflichtet bin das Formblatt 3 auszufüllen, war mir bekannt.
    Die Frage war nur, ob es überhaupt Sinn macht, darauf hinzuweisen, dass ich der Ansicht bin, das der Unterhaltsanspruch m.E. verwirkt ist.
    Scheinbar kann man aber als Unterhaltsempfangendes Kind nach der Schule erst mal gar nichts machen, dann irgendwann vielleicht ´n bisschen arbeiten, das dann wieder aufgrund Faulheit abbrechen und dann ´ne Lehre machen. Um dann das Fachabi zu machen und dann noch ein Studium hinterherzuschieben.
    Wann bitte schön, kann ich denn mal wieder planen?
    Es ist für mich und meine Familie absolut nichts vorhersehbar oder planbar. Und das muss ich alles so hinnehmen, ruhig bleiben und zahlen...


    Heißt jetzt also für mich:


    Es macht überhaupt keinen Sinn, darauf hinzuweisen, denn das Bafög Amt prüft ohnehin, ob ich dann nicht doch nach dem BGB zu weiterem Unterhalt verpflichtet bin. Im Umkehrschluss ist es also egal was ich mache, zur Zahlung herangezogen werde ich in jedem Fall!


    Wird ein Baföganspruch nach denselben Kriterien berechnet wie Unterhalt?


    Vielen Dank für´s beantworten, Gruß!

  • Meinem Hinweis auf ...UH-Anspruch verwirkt... solltest Du folgen. ;)


    Der Unterhalt nach dem BAföG wird pauschalisiert berechnet.


    Deine Unterhaltsverpflichtung für das weitere Kind und die nicht vollberufstätige Ehegattin werden im BAföG berücksichtigt. siehe § 25 BAföG

  • Hallo,


    deinem Hinweis werde ich natürlich folgen und angeben, das ich den Unterhaltsanspruch als verwirkt ansehe.
    Was besagt den § 25 Bafög? Laut meinen Infos ist das ein Antrag auf Bewilligung eines Härtefreibetrages. Meine Frau hat z.b. auch eine Behinderung von 30 % und ich setze sie ja schon über die Steuer mit einem Pauschbetrag von 310 € ab.


    Das ist mir irgendwie alles zu hoch hier, stelle ich fest.
    Meine Frau wird den 400 € Job jedenfalls nicht mehr antreten.
    Sie ist gesundheitlich ohnehin nicht so auf der Höhe und würde sich nur schwarz ärgern, wenn wir, aufgrund ihres zusätzlichen geringen Zuverdienst, mehr an meinen Sohn zahlen müssten.
    Das macht ja null Sinn und ist keine Motivation für sie arbeiten zu gehen.


    Wie sieht eine pauschalisierte Berechnung denn aus?
    Ich blicke nicht ganz da durch. Welches Einkommen laut Lohsteuerjahresausgleich ist denn für´s Bafögamt anzusetzen?
    Vor oder nach Abzug aller Belastungen.
    Ich weiß, was ich monatlich im Durchschnitt verdiene, aber was dann in Abzug zu bringen ist, weiß ich doch alles gar nicht.
    Kann man das nicht mal vorweg ganz verlässlich irgendwie ausrechnen?


    Vielen Dank für die Beantwortung hierzu, Gruß!

  • Der § 25 BAföG regelt die monatlichen Freibeträge


    Abs. 1 Nr. 2: dein Freibetrag 1.070,00 €
    Abs. 3 Nr. 1: neuer Ehegatte 535,00 €
    Abs. 3 Nr. 2: dein weiteres Kind 485,00 €


    Abs. 4 Nr. 1: nochmal 50 % vom Einkommen


    Benötigt wird das Einkommen von vor zwei JAhren, d.h., ist der BAföG Antrag im Jahr 2011 gestellt, wird das Ek von 2009 benötigt. Es wird nach § 21 Abs. 1 um die Werbungskosten, die Steuern, die pausch. SV Abzüge nach § 21 Abs. 2 sowie die Freibeträge nach § 25 bereinigt.


    Für die Abzüge § 25 Abs. 6 BAföG (Härtefreibetrag) bedarf es eines gesonderten formlosen Antrags, z.B. Schwerbehindertenausweis etc.


    Benutze mal den BAföG Rechner

  • Danke dir nochmal. Mit dem Rechner hatte ich schon mal probiert, allerdings weiß ich nicht, was die anderen so "verdienen"...nach denen wird ja auch immer gefragt.
    Aber wenn ich mir die Rechnung oben so ansehe, verbleibt von meinem "Netto" nicht mehr wirklich was...
    Was heißt denn Abs 4 Nr. 1 : nochmal 50 % vom Einkommen?
    Entschuldige, wenn ich so evtl. so vieles "doofes" frage, habe mich aber bisher noch nicht damit beschäftigen müssen.


    Dankesehr für die erneute Beantwortung, Gruß und schönen Tag... :-)

  • Und noch eine Frage:


    Wie sieht es denn mit einer Anrechnung für meine Ehefrau aus?
    Ich bekomme einen Freibetrag (1070 €), mein Sohn bekommt einen (485 €). Aber was ist mit meiner Frau? Wird die nicht berücksichtigt?


    Danke, Gruß!

  • jabog  
    Hm...habe jetzt in deinem Beitrag gesehen, dass die Ehefrau mit 535 € angesetzt ist...ich habe nun grob meine Steuererklärung durchgerechnet. Demnach käme ich zu folgendem Ergebnis:


    2959 € Einkkommen (gesamtbetrag brutto : 12)
    ./. 76,76 € Werbungskosten
    -------------
    2882,24
    ./: 613,92 € (21,3%)
    ------------------
    2268,32 €
    ./. 90 € Altersvorsorge
    ---------------
    2178,32 €
    ./. 238,17 Lohnsteuer
    ./: 56,52 € Kirchensteuer
    -----------------
    1883,63
    ./: 1070 € Freibetrag Vater
    ./. 535 € Ehefrau
    ./. 485 € Kind
    ---------------------


    - 206,37 €


    Ist das nun so richtig gerechnet???
    Demnach verbliebe ja gar nichts zur Verteilung.....


    Wäre toll, wenn mir heute noch jemand antworten könnte, es brennt mir nämlich auf den Nägeln....vielen Dank, Gruß und schönen Abend noch!

  • Hallo noch einmal,


    heute ist nun nach langer Zeit der "Ruhe" ein Schreiben vom Bafögamt ins Haus geflattert. Dort behauptet mein Sohn (fälschlicher weise!), dass ich mich weigern würde, den anrechenbaren Betrag zu zahlen. Ich habe jedoch seit Dezember und nachdem ich das Formblatt 3 eingereicht hatte, nie wieder etwas vom Amt bzw. vom Sohn gehört. Woher weiß ich also um welchen Betrag es sich handelt? Er hat deshalb einen Antrag auf Vorausleistung gestellt. Nun hat das Amt bei Durchsicht der unterlagen festgestellt, das ich meine Frau als unterhaltspflichtige Person angegeben habe. Sie wolen nun wissen, ob sie Einkommen erzielt, da uns evtl noch ein Freibetrag zusteht. Sie arbeitet auf 400 € und verdient diese auch voll.


    Ist das nun gut oder schlecht für mich?


    Weiterhin hat mein 2. Sohn eine 30 % Schwerbehinderung, ebenso meine Frau. Gibt es da evtl. auch noch Freibeträge?


    Die Mutter meines Sohnes der Bafög beantragt hat, ist auch wieder verheiratet allerdings ohne eigene Einkünfte.
    Zählt das nicht auch noch bei der Berechnung?


    Fragen über Fragen....


    Vielen Dank für´s baldige beantworten da die mir eine Frist bis zum 01.06. gesetzt haben....


    Gruß, lupo20001

  • Gehe zum Studentenwerk und kläre das "vor Ort". Dann bekommst Du auch Akteneisicht.
    Dann kannst Du auch klären, OB- und WAS und WIEVIEL Du Deinenm Sohn zahlen sollst.
    Dort wird Dich auch die Berechnung erläutert.
    Wenn Dein 2. Sohn in Ausbildung ist und Du auch für ihn unterhaltspflichtig bist, nimmst Du seine Schul/Ausbildungsbescheinigung mit.
    Und dann die Bescheide des Versorgungsamt über die Körperbehinderung Deiner Frau und Sohnes.
    Und Du bekommst für Dich einen Freibetrag von 1070 €; und für Deine Frau (nicht die Mutter des studierenden Sohnes) einen Freibetrag von 535 €, abzüglich deren 400-€-Einkommen, welches sich noch ein wenig reduziert. Das macht aber nicht so viel aus.


    Mein Tipp zum Schluß:
    Rede mit den Sachbearbeitern beim zuständigen BAföG-Amt.
    Ist das STW zu weit weg, dann laß die BAFöG-Akte (zumind. die berechnungsrelevanten Unterlagen) zum örtlichen BAföG-Amt zwecks Anhörung schicken.
    Kannst auch versuchen, die "Klarheiten" :confused: per Telefon zu beseitigen.
    Viel Erfolg!