Studienabbruch nach 3./4. Semester, Ausbildung zum 01.08

  • Erstmal ein herzliches Hallo an alle, ist ja schließlich mein erster Post hier :-)
    Vielen Dank an alle die sich den folgenden Roman durchlesen! Ist leider ziemlich kompliziert aber wirklich wichtig!! Schonmal vorab vielen Dank :-)


    Habe mich natürlich wie die meisten aus akutem Anlass angemeldet. Habe mir gerade schon ein bisschen informiert, aber brauche leider eine sehr zeitnahe und verlässliche Information zu dem Thema damit ich nicht in nächster Zeit total auf die Schnauze fliege... :(


    Um meine derzeitige Situation kurz zu schildern: Ich bin 21 Jahre und studiere Jura im 3. Semester als Erststudium an einer deutschen Hochschule. Ich beziehe bisher kein Bafög. Ich wohne seit dem 2. Semester in einer eigenen 1-Zimmer Wohnung. Finanziert wird das ganze durch 525 Euro (incl. Kindergeld, bezieht meine Mutter weiterhin) und den Rest arbeite ich hinzu. Studiengebühren hat bisher meine Mutter übernommen. Mein Vater ist auf Grund seines geringen Einkommens nicht unterhaltspflichtig und unterstützt mich zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten unregelmäßig und geringfügig aber nicht nennenswert.



    Nun plane ich seit einiger Zeit mein Studium abzubrechen und stattdessen (zum 01.08.2011) eine Ausbildung anzufangen.
    Grund dafür ist, dass bei mir die Motivation für mein Studium schon seit Mitte des 2. Semesters völlig weg ist (also keine kurzzeitige Verstimmung), ich seitdem in so gut wie keiner Vorlesung mehr war und mich durch Last-Minute-Lernen eher recht als schlecht durch die Klausuren gemogelt habe. Bis zum 4. Semester muss man an unserer Uni eine gewisse Anzahl an Leistungen haben um weiterstudieren zu können (sog. Zwischenprüfung). Das ist nicht das Problem, ich könnte theoretisch noch in diesem Semester die nötigen Leistungen erbringen. Ich plane dennoch seit September mein Studium abzubrechen. Das liegt nicht unbedingt an meinem Studiengang, ich habe einfach die Erfahrung gemacht dass eine rein theoretische Ausbildung ohne Praxisbezug nichts für mich ist (nein, Praktika haben auch nichts geholfen!). Da ich seit 1,5 Jahren in einem Betrieb in einer völlig anderen Branche nebenbei arbeite und mich diese erfüllt plane ich seit September eine Ausbildung in dieser Branche und möglichst eben diesem Betrieb. Die Chancen stehen auch ziemlich gut, allerdings bekomme ich erst frühestens Ende März nach einem einmonatigen Praktikum. eine endgültige Zusage bzw. einen Ausbildungsvertrag.
    Meine Mutter war nicht besonders angetan, hat mir jedoch dann zugesagt dass sie mir meine Ausbildungsvergütung (ca. 380 Euro im 1. Jahr) und Kindergeld um den nötigen Betrag aufstockt. Nebenbei arbeiten geht auf Grund der sehr flexiblen Arbeitszeiten auch nicht wirklich und ist vertraglich soweit mir bekannt ausgeschlossen.
    Mein Plan war bis zu einer endgültigen Zusage weiterzustudieren und bzw. mir die Möglichkeit dazu zu erhalten.
    Habe jetzt gerade mit meiner Mutter telefoniert (ist leider seit 6 Wochen in einer Rehaklinik und dementsprechend wenig Kontakt). Sie erzählt mir beiläufig, dass sie in einem Monat entlassen wird und ab dem 01.04 in Frührente gehen wird. D.h. ich habe keinen Unterhaltsanspruch mehr gegenüber meiner Mutter, wäre dann aber soweit ich weiß Bafögberechtigt - zumindest in Bezug auf mein derzeitiges Studium!!!
    Meine Ausbildung ist wohl grundsätzlich auch Bafög-förderungfähig allerdings wäre diese dann ja eine 2. Ausbildung und da habe ich schon total viele verschiedene Meinungen zu gehört. Alle gemein haben, dass es wohl schwierig ist eine 2. Ausbildung gefördert zu bekommen. Habe da jetzt verschiedenste Sachen zu gelesen, aber irgendwie zu verschiedenen als dass ich mich auf eine Meinung wirklich verlassen kann.
    Manche sagen: Bafögförderung für 2. Ausbildung ja, wenn Abbruch vor dem 2. Semester, manche vor dem 3. und manche vor dem 4..
    Was davon stimmt nun in meinem Fall? Wenn ich überhaupt noch die Möglichkeit dazu habe, dann wäre das ja wohl vor dem 4. Semester und das wäre innerhalb der nächsten Wochen, oder?
    Habe außerdem gelesen dass ich das ganze natürlich auch schriftlich begründen muss. Unter "wichtige Gründe" wurde auf der Hauptseite dieses Forums angeführt "Neigungswandel". Fällt da mein Fall darunter? Wie sollte ich diesen am besten Begründen? Mein "Neigungswandel" ist eh erst nach Studinbeginn eingetreten.
    Kann ich mir vom Bafögamt schon JETZT zusichern lassen, dass sie mir meine Ausbildung zum 01.08 unter den gegebenen Bedingungen finanzieren?


    Hoffe jemand kann mir helfen, bin gerade total verzweifelt, weil ich irgendwie befürchte dass es vllt zu spät ist für einen Wechsel und ich nur die Wahl habe zwischen Arbeitslos oder Studium weiterführen (was für mich langfristig natürlich beides keine Alternative ist).
    Hinzu kommt, dass meine Mutter am Telefon zu mir meinte, dass sie sich in den letzten Monaten irgendwie verschuldet hat und deswegen nicht in der Lage ist meine Studiengebühren bis zum 05.02. (in 3 Tagen!) zu bezahlen und ich ihr ja eh gesagt habe dass ich sie dieses mal selber bezahle (ich habe ihr hingegen gesagt, dass ich sie zurückzahle falls ich wirklich abbreche damit sies nicht umsonst bezahlt hat). Habe natürlich keine fast 800 Euro über.


    Ich wäre euch echt wahnsinnig dankbar wenn mir jemand möglichst zeitnah helfen könnte damit ich nicht total durchdrehe.


    Danke für eure Hilfe!


    LG Jurolino

  • Geschafft, alles gelesen ;)


    1.) Abbruch muss vor dem 4. Semester erfolgen siehe § 7 Abs. 3 BAföG wichtiger Grund: Fehleinschätzung
    2.) Was ist deine nächste Ausbildung (betriebl. oder schul.)?
    3.) Deine Eltern sind Dir weiterhin unterhaltspflichtig

  • Erstmal danke dass du dir das alles durchgelesen und so schnell geantwortet hast! :-)


    1. du beziehst dich auf § 7 Abs. 3 "[...] bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt dies nur, wenn der Wechsel oder Abbruch bis zum Beginn des dritten Fachsemesters erfolgt. [...]", oder?
    Das wäre natürlich extrem ... , weil zu spät... :( Gibt es da gar keine Möglichkeit mehr BAB zu beziehen?


    2. Betrieb und Berufsschule also wohl betrieblich, ne?


    3. Was ist wenn sie das nicht (mehr) leisten können? Könnte ich einen KfW-Kredit beziehen? Kindergeldberechtigt müsste ich ja weiterhin sein oder? Das wären dann im ersten Jahr mit Kindergeld knapp 564 Euro die ich zur Verfügung hätte. D.h. das reicht für Warmmiete, Betriebskosten, Essen. Wenn ich mich entsprechend einschränke würden vll so 200 Euro KfW-Kredit reichen. Geht das?


    Liebe Grüße



    /Edit: Ach quatsch, bin gerade total durch den Wind. Das was ich gerade zu 1. geschrieben habe bezieht sich ja nur auf das Vermuten von nem wichtigen Grund, oder? Bei mir gilt ja wohl auch:
    "Hat der Auszubildende


    1.
    aus wichtigem Grund oder
    2.
    aus unabweisbarem Grund


    die Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt, so wird Ausbildungsförderung für eine andere Ausbildung geleistet; bei Auszubildenden an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt Nummer 1 nur bis zum Beginn des vierten Fachsemesters."


    D.h. wenn ich vor dem 3. Semester abbreche wird der wichtige Grund vermutet, wenn ich erst danach und vor dem 4. Semester abbreche muss ich den "wichtigen Grund" entsprechend begründen? Wieso ist das bei mir eine Fehleinschätzung? Was wäre ein entsprechend "wichtiger Grund"? Auf der Hauptseite dieses Forums habe ich gelesen dass darunter auch ein "Neigungswandel nach Beginn des Studiums" fällt. Das wäre doch bei mir der Fall oder? Meine Neigungen haben sich erst nach Beginn des Studiums so grundlegend geändert, dass ich meine berufliche Zukunft in einer völlig anderen Branche und in einer völlig anderen Art der Ausbildung sehe.


    /Edit2: Hab jetzt gerade http://www.******************/FAQ/fachwechsel.php gefunden, was meine Ansicht eigentlich stützt, dass ich bei entsprechend niedrigem Einkommen meiner Eltern dann trotzdem Leistungen gem. BAföG bekommen müsste. Hab ich recht oder übersehe ich da was?


    Bin verwirrt :(

  • zu 1.) Abbruch nach dem vierten Semester = hier gilt nur noch der 2. unabweisbare Grund
    Fehleinschätzung = Neigungswechsel


    zu 2.) betriebl. Ausbildung = BAB, nichts mit BAföG


    zu 3.) er hats verstanden


    Hat sich das bisherige Jura-Studium schon bezahlt gemacht ;)