Elternunabhängiges BaFÖG - zählt Zivi bei den 5 Jahren?

  • Hallo


    Ich würde gern wissen, ob der Zivildienst auf das Kriterium "5 Jahre" angerechnet wird.


    Zur Situation: Ich möchte mich - wie man so schön sagt - "fachlich umorientieren" - sprich ein zweites, fachfremdes Studium anfangen. Es würde über eine Berufsakademie laufen - leider zahlt die Firma keine Ausbildungsvergütung. Da auch - durch die Rückzahlung des ersten BAFöG - mein finanzielles Polster es nicht zulässt, das selbst zu finanzieren würde/bräuchte ich eine finanzielle Unterstützung.


    Mein Lebenslauf:
    - 1999 Abitur
    - 1999-2000 Zivildienst (13 Monate)
    - 2000-2004 Studium (9 Semester, baföggestützt, im Land Brandenburg)
    - 2004-2008 Arbeit (50 Monate zum Studiumsanfang)
    - ab 2008 geplant: 3-jähriges BA-Studium


    Wie man sieht sind es nur 50 statt 60 Monate, die ich in meiner eigentlichen Beschäftigung gearbeitet haben werde. Wenn der Zivi (es war ja auch eine Art Arbeit) angerechnet wird könnte ich das 5-Jahre-Kriterium erfüllen.


    Daher die Fragen:
    Ist ein Zweitstudium (wie beschrieben) über das elternunabhängige BAFöG unterstützungsfähig - oder gilt das nur für das Erststudium (das ich ja schon mit dem elternabhängigen BAFöG finanziert habe)? Zählt der Zivi in die ARbeitszeit mit rein? Wenn eine Frage mit nein beantwortet: Gibt es sonst Förderungsmöglichkeiten?


    Besten Dank für eure Antworten


    topas

  • Du beziehst dich offensichtlich auf § 11 Abs. 3 Satz Nr. 3 BAföG. Du hast aber nach Abschluss eines Studiums (=berufsqualifiziernde Ausbildung, nehme ich an), mehr als drei Jahre gearbeitet, so dass § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 BAföG zutreffend wäre.
    Zivildienst wird als den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit anerkannt (Tz 11.3.7 BAföG-Verwaltungsvorschrift). Die Voraussetzungen für eine elternunabhängige Förderung wären somit erfüllt.


    ABER:


    Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht § 7 BAföG, da die Voraussetzungen für die Förderung einer weiteren Ausbildung nach § 7 Abs. 2 BAföG wohl nicht vorliegen. Eine Förderung nach BAföG scheidet vermutlich aus.

  • nataly schrieb:

    "leider zahlt die Firma keine Ausbildungsvergütung"
    ??? !!!


    Bei einem BA-Studium kann es durchaus sein, dass die Firma eine Vergütung zahlt, da man ja die Hälfte des Studiums für die Firma arbeitet. Zumindest war es bei meiner Schwester so - gab immerhin etwas mehr als 500EUR/Monat - also grob gerundet den BAföG-Satz. Die Firma, für die ich mich interessiere zahlt nichts, da sie "nur ein kleines Büro" sind (O-Ton) :(
    Daher war ja die Hoffnung, dass man über das Zweitstudium was retten kann - allerdings befürchte ich auch, dass du mit § 7 BAföG recht hast :(
    Vielleicht hat ja jemand anderes eine Idee - nebenbei jobben wird eng, da es ein Vollzeitstudium ist, es etwas eng wird, den Lebensunterhalt (Miete, Krankenkasse, Autogas (BA-Standort <> Firmenort), Essen...) komplett durch Nebenjobs abzudecken.


    Beste Grüße


    Thomas

  • Anscheinend will sich das "kleine Büro" auf diese Weise billige Arbeitskräfte besorgen. Ich bezweifle sehr, dass dies zulässig ist:





    "Das Unternehmen / die soziale Einrichtung schließt mit dem gewünschten Bewerber einen Ausbildungsvertrag ab, der vom Kuratorium nach § 88 Abs. 1 Nr. 2 LHG verbindlich vorgegeben ist.



    Darin werden insbesondere geregelt:


    die Ausbildungszeit
    der Ort für die Praxisphasen des BA-Studiums
    die Pflichten der Vertragspartner
    die Vergütungen und sonstigen Leistungen während des Studiums
    die Kündigung
    sonstige Vereinbarungen



    Das Kuratorium der Berufsakademie hat zur Frage der Vergütungen folgendes festgelegt:


    Als angemessen gelten mindestens die tariflichen Vergütungsregelungen für Auszubildende in den jeweiligen Tarifbereichen; diese sind durchgehend - also auch während der Theoriephasen - zu zahlen.


    Im Bereich Sozialwesen sind mindestens die Vergütungen des Ausbildungstarifvertrags bei Bund und Ländern zugrunde zu legen. Soweit tarifliche Regelungen nicht bestehen, können monatliche Vergütungen in Höhe von mindestens 70% der Vergütungssätze für Auszubildende bei Bund und Ländern vereinbart werden.


    Der duale Partner legt den abgeschlossenen Vertrag und eine beglaubigte Kopie des Reifezeugnisses der Staatlichen Studienakademie vor. Diese spricht daraufhin die Zulassung zum Studium aus."


    http://www.ba-stuttgart.de/431.0.html

  • http://www.ba-bautzen.de


    Dort steht: "Die Ausbildungsstätte kann selbst eine Ausbildungsvergütung der Studenten übernehmen und damit den Studenten stärker an das Unternehmen binden. Die finanzielle Förderung kann aber auch alternativ vom Freistaat Sachsen über BAföG- Leistungen übernommen werden. Nähere Informationen über die BAföG-Finanzierung erteilt Ihr zuständiges Landratsamt."


    Und im sächsischen BA-Gesetz steht auch nichts über Vergütungspflichten... Nebenbei: Meine Schwester studierte an der BA Stuttgart, deren Link du anführtest :)


    Stimmt sicher, dass die Firma billige Arbeitskräfte sucht - und mit den erwarteten 500-600EUR ist man ja schon fast ne ausgebildete Fachkraft, so tief im Osten :)

  • Ab nach Ba-Wü! (Oder stimmt der TV-Bericht, dass Ossi-Mädels flexibler sind als Ossi-Boys?)
    Zur BAföG-Rückzahlung ist zu bemerken: Wenn dein Einkommen nicht reicht, kannst du freigestellt werden (§ 18 a bAföG).