Bafög stellt Zahlung ein und will Alles komplett zurück!!

  • Hallo alle zusammen,


    ich bin jetzt im 4. Semester, habe eine eigene Wohnung, wohne 200km von meinem elternhaus entfernt.
    Hatte für die monate oktober und november(und ff.) kein bafög bekommen und war mal dort. Mein Sachbearbeiter schaute durch, sagt mir dass mein Antrag durchgearbeitet ist und aber im System als Fehlerhaft steht.
    Als er dann in meine Akte schaute meinte er, ich würde kein Bafög mehr bekommen, da mein Bruder im März mit seiner Ausbildung fertig war. (Musste im August einen Neuantrag stellen, hatte im September 2009 das erstemal Bafög beantragt: da stand jeweils drin, wann bzw. dass er nun fertig ist)
    Meine Eltern sollten nun also genug Geld haben mich allein zu unterstützen und ich muss für 6 Monate knappe 2000 Euro komplett zurückzahlen; also nicht zum normalen Bafögsatz.
    Ich war geschockt, hab gemeint wo ich das denn hernehmen soll?!.. Er sagte mir, dass meine Eltern mir das Leihen sollten. Ich daraufhin: Hätten meine Eltern 2000 Euro die sie mir leihen könnten, hätte ich wohl kein Bafög beantragt.
    Ein weiterer Punkt, und dass ist der KNackpunkt meiner meinung nach: Im Juni bin ich umgezogen und habe einen neuen Bescheid erhalten. Mein Sachbearbeiter hat selbst (!) gesagt, dass dann mein ganzer Antrag und Fall neu berechnet wurde. (Spätestens hier hätte ihm doch auffallen müssen, dass ich nach deren Berechnung gar keins mehr bekommen dürfte) Und hatte zugegeben, dass er schlecht sagen kann, hier einen Fehler gemacht zu haben.
    Ich war während des ganzen Gesprächs total baff und sprachlos. Ich meinte, was ich denn nun tun soll und er nur zu mir: gehn`sie jobben!!! Ich: Ich hab doch schon nen Job! Was soll ich denn dann machen? Richtig arbeiten??? Er nickt, Ich:Und mein Studium.. Er: schulterzucken und dummes schmunzel -lächeln!!!
    Er wollte miene Akte aufm Tisch lassen, ich sollte ihn anrufen. Hab ich versucht. Das war Anfang November. Seit 2 Monaten ist der Mann für mich unerreichbar. Er regiert nicht auf ,meien E-mails und ist zu seinen Arbeitszeiten selbst telefonisch nicht erreichbar und lässt mich heir voll in der Luft hängen.
    Will der mich reinlegen? Gibt es eine Widerspruchsfrist, die er abwarten könnte? Jetzt sind ja auch noch Feiertage!
    Was soll ich im nächsten Jahr unternehmen? Muss ich auf den neuen Bescheid (30 Euro und die geforderte Rpckzahlung warten) bis ich Widerspuch einlegen kann? Geh ich zum Anwalt? Gibt es jemanden der mich kostengünstig vertritt? Darf der Kerl vom BafögAmt das überhaupt. Ich hab ja den Besc
    eid von Juni als Beweis für seinen Fehler. Ps.: Mein Bruder hat über Bankkredit stuidert und hat jetzt einen Haufen Schulden und wuird auch von meinen Eltern unterstützt.
    Jeder sollte Bafög bekommen. Hätte sie mir das vorher gesagt, hääte ich ne Ausbildung gemacht. Geht das nicht gegen mein Recht auf Bildung?
    Abgesehen davon, meine Eltern verdienen nicht viel. Ich fühl mich schlecht dabei zu wissen, dass Sie den halben Monat nur arbeiten um mich mitzufinanzieren, wenn mir Bafög doch ein eigenständigeres Leben und merh Unabhängigkeit ermöglcihen sollte, mit meinen eigenen Schulden und nicht zu Lasten meienr Eltern, die sich jetzt vom Mund alles absparen..
    Bitte entshculdigt meine ganzen Fehler und überhaupt meinen Roman hier, ich bin nur total aufgeregt und hoffe ihr könnt mir Tipps und Beistand spenden. Vielleicht ging es jdm. ähnlich????
    lg

  • Hallo msspv,


    was soll man dazu sagen? Willkommen als 'Mittelloser' auf dem Bafög-Amt :(


    Ich habe vor einem Jahr das selbe auf dem Amt durchgemacht. Ich kenne das Gefühl also zu gut. Mein Sachbearbeiter hatte irgendwie vergessen zu erwähnen, dass ich keinen Antrag mehr stellen soll, da meine Schwester ihre schulische Laufbahn während der Förderzeit beenden wird. Nun ja, eigentlich ist die ganze Geschichte dann genauso abgelaufen wie bei dir. Meine Schwester hat dann eine Ausbildung angefangen und Geld verdient, so dass (laut meinem Sachbearbeiter) meine Eltern nicht mehr für sie aufkommen müssen und dann mehr Geld für mich hätten. Dumm nur, während einer Ausbildung verdient man gewöhnlich nicht die Welt.


    Letztendlich bekam ich über ein Jahr (!) nachdem mein Bruder die Schule beendet hatte mal eine Benachrichtigung vom Amt, ob ich nicht eine Schulbescheinigung von meiner Schwester nachreichen könnte. Ich bezog zu dem Zeitpunkt bereits kein Bafög mehr, weil ich über der Regelstudienzeit war. Auch wenn es vielleicht mein Fehler war, dem Amt nicht sofort zu melden, dass meine Schwester die Schule beendet hatte (ich bin wohl davon ausgegangen, dass das Amt die Daten gespeichert hat und mich daran erinnert!), empfand ich es doch als eine Frechheit von dem Sachbearbeiter mich dann als totalen Dummkopf darzustellen und mir zu erzählen, es wäre für mich besser meine Schwester wäre arbeitslos. Diesen Ton war ich von dem gar nicht gewohnt.


    Ich habe dann übrigens auch in einem Ton, als ob es die normalste Sache der Welt sei, zu hören bekommen, dass meine Eltern mein nicht berechtigt ausgezahltes Geld einfach mal mir vorstrecken können. Als ich die gleiche Antwort gab wie du, bekam ich einen "dann-halt-Pech"-Blick zu sehen und den, tut mir Leid wegen der Ausdrucksweise, sau dummen Kommentar zu hören, meine Schwester solle dann halt für mich die Schulden zahlen.


    Ich bin wie ein Häufchen Elend auf dem Amt rumgeschlichen und wusste auch erst nicht, was ich machen sollte. Da mein Sachbearbeiter leider auch nicht in der Lage war, mir Lösungsvorschläge zu machen, musste ich selbst einen finden. Ich habe letztlich eine Stundung beantragt beim Amt und nach einigen weiteren Attacken seitens meines Sachbearbeiters habe ich den dann auch genehmigt bekommen. Das heißt, die Schulden von (in deinem Fall) 2000 Euro musst du dann erst nach dem Stundungszeitraum zurückzahlen. Das würde dir mal die erste Sorge nehmen.


    Im Gegensatz zu dir hatte ich Glück und hatte das ganze Theater erst gegen Ende meines Studiums. Von daher konnte ich die Zeit mit kleineren Nebenjobs überbrücken. Ich würde mich an deiner Stelle nicht mehr auf Bafög verlassen, sondern mir lieber einen gut bezahlten Nebenjob suchen (Tipp: Kinos zahlen gewöhnlich nicht schlecht, vor allem sind die beim Dienstplan meist flexibel). Das ist zwar während dem Studium alles etwas nervig und bedarf einen hohen Organisationsaufwand aber dann passieren einem nicht solche Dinge wie plötzlich kein Geld mehr. Natürlich kannst du noch versuchen weiterhin Bafög zu bekommen, aber aus Erfahrung würde ich mir auf jeden Fall noch eine Alternative zulegen.


    Ich hätte dir gerne gesagt, dass du deinen Sachbearbeiter irgendwie mit in die Schuld nehmen kannst, aber es war leider dein Fehler nicht zu melden, von daher hast du da keine Chance. Man darf nicht erwarten, dass denen was von selbst auffällt.
    Am besten gehst du direkt zum Amt (auch wenn du keine Lust auf ein persönliches Gespräch hast) und versuchst die Sache irgendwie zu klären, indem du am besten Lösungsvorschläge gleich mitbringst. Denn wenn ein Sachbearbeiter nicht will, dass du ihn erreichst, gibt es nur diesen Weg.


    Ich hoffe für dich, dass du eine Lösung für die Geldsorgen finden wirst und schließe meinen langen Monolog mit den ehrlichen Worten eines Sachbearbeiters des Bafög-Amtes: Bafög ist von Reichen für Reiche gemacht.


    LG