Anspruch auf Studenten-BAföG

  • Hallo!


    Ich wurde per Nachrückverfahren doch noch zum Wintersemester 10/11 zugelassen.
    Ich habe bis April zwei Jahre lang eine Ausbildung gemacht, die ich aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen habe. Nun bin ich wieder zu meinen Eltern gezogen. Meine Eltern haben eine ca. 70 qm große 3-Zi.-Eigentumswohnung (Kredit läuft noch, sind im Monat ungefähr 800 Euro incl. NK). Meine 30-jährige Schwester, die momentan arbeitssuchend ist (ALG 1) wohnt auch vorübergehend hier.
    Meine Eltern sind beide Arbeitnehmer, mein Vater verdient ca. 1700 Euro Netto und meine Mom hat zwei Jobs und bekommt insgesamt ca. 1100 Euro Netto.
    Ich selbst bin 22 und war bis jetzt arbeissuchend (ALG 1).
    Da es bei mir ein paar Komplikationen gab, bin ich noch nicht ausgezogen, aber ich habe es vor, da die Wohnung einfach zu klein ist.


    Nun habe ich gehört, dass ich erst gar nicht ausziehen DARF. Wenn ich es aber doch mache und dann einen Antrag auf BAfÖG stelle, kann ich gezwungen werden, auszuziehen? Ich könnte notfalls bei meiner Psychotherapeutin eine Bescheinigung holen, dass ich ausziehen MUSS, also dass es meine psychische Gesundheit gefährdet, wenn ich weiter bei meinen Eltern wohnen bleibe. So weit möchte ich aber nicht gehen.


    Habe ich nun Anspruch auf BAföG? Kann ich ruhig ausziehen?

  • Hallo,
    stell erst einmal einen Antrag beim BAföG-Amt und schau, ob generell BAföG gewährt bekommst. Es kommt hier auf die Bruttohöhe der EInkünfte deiner Eltern an im "vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes". Stellst du den Antrag ab 01.10.2010, so ist das Jahr 2008 maßgeblich.


    Schulden wegen einer Kreditzahlung für Eigentum der Eltern werden nicht berücksichtigt, da das BAföG nicht für die Finanzierung des Eigentums der Eltern gedacht ist.


    Geschwisterkinder, die arbeitslos sind, werden grundsätzlich berücksichtigt. Hierzu ist jedoch nachzuweisen, wenn die Geschwister z.B. Arbeitslosengeld I oder II bekommen. Bei Arbeitslosengeld 1 ist auch die Nettohöhe des Leistungsbezuges nachzuweisen (z.B. Kopie des Bewilligungsbescheides des Geschwisters). Ich weiß jedoch nicht, wie das ist, wenn das Geschwisterkind schon 30 ist.


    Ob du von zu Hause ausziehst oder nicht, das ist dem BAföG-Amt egal. Es wird zwar mit dem monatlichen BAföG entspechend berücksichtigt, das Amt hat jedoch keine Entscheidung zu treffen, ob du eine eigene Wohnung haben darfst oder nicht. An deiner Stelle würde ich einen BAföG-Antrag stellen, um zu schauen, in welcher Höhe du überhaupt Anspruch auf BAföG hast und dann kannst du dich bei deinem Sachbearbeiter erkundigen, um wie viel sich das BAföG in deinem Fall erhöht, falls du eine eigene Wohnung hast.