Vermögensgrenze bei Bafög

  • Nachdem ich mir schon mein erstes Semester finanziert habe, wollte ich alsbald Bafög beantragen. Nun habe ich noch Geld über der Freibetragsgrenze (etwa 3000) und wollte Euch fragen, inwieweit ich Ausgaben, die ich jetzt machen würde um unter die Grenze zu kommen rechtzufertigen habe. Ich könnte mir einen Laptopeinkauf, Klamotten usw. vorstellen aber wo liegt da die Kulanz (wie bei anderem Thread der Audi A4 als Auto)? Kann ich mir da noch nen neuen Fernseher, MP3 Player und so Schnickschnack holen (und wo liegt die Grenze) oder soll ich mir bis auf Laptop und vllt. Klamotten alles verkneifen und erst nach ein paar selbstfinanzierten Monaten Bafög beantragen?
    Danke im Vorraus,
    Stephan

  • Hi


    alles was für das Studium Sinn macht z.B. auch Möbel für die Studentenbude kann angegeben werden. Musst halt Quittungen vorlegen können. Schmuck und Schnickschnack würd ich lassen. Läpi geht aber immer.


    Gruss Andy

  • Hallo,
    danke erstmal für die schnelle Antwort. Mit Möbeln habe ich mich leider bereits im November eingedeckt. Neben dem Laptop weiß ich aber nicht was sonst fürs Studium noch Sinn machen sollte. Neben Klamotten, die vielleicht einen Polo-Spieler oder ein Krokodil als Embleme haben, fällt mir da keine Möglichkeit ein- neben dem Finanzieren weiterer Monate- Geld auszugeben. Inwieweit macht es Sinn die betroffenen Mitarbeiter des Studentenwerks zu diesem Thema zu fragen?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Stephan

  • Danke nochmal,
    was wäre dann die Konsequenz, wenn das Bafög-Amt nicht alle Ausgaben von mir in letzter Zeit gerechtfertigt sieht (zB neuer Fernseher, Spielekonsole)? Was wäre danach Bafög-technisch überhaupt noch während meines Studiums möglich?
    Ich möchte natürlich nicht schmarotzerhaft rüberkommen aber würde sicher gerne Einkäufe tätigen nach mehreren Jahren Abstinenz, da ich vorher dachte das Thema Bafög wäre für mich unmöglich und selbstfinanziertes Studium bzw. Kredite die einzige Möglichkeit.
    Grüße,
    Stephan

  • Du musst das Vermögen zum Zeitpunkt der Antragstellung angeben, siehe folgendes Formblatt:


    http://www.das-neue-bafoeg.de/intern/upload/formblaetter/nbb_fbl_1.pdf


    Also nicht das derzeit vorhandene Vermögen. Im Anschluss an das Formular findest du Erläuterungen, u.a. auch zu Zeile 90 ff. Für die Behauptung von Andy, du müsstest deine Ausgaben in den Monaten vor der Antragstellung angeben und rechtfertigen, findet sich kein Beleg. Du darfst deine Knete nur nicht rechtsmissbräuchlich übertragen (z.B. an deine Eltern).
    Wenn du beim Ausfüllen die Erläuterungen beachtest, reicht das aus.


    P.S.: Hast du bei der Bank einen Freistellungsauftrag erteilt?

  • stephan:
    Wenn du Einkünfte aus Zinsen und/oder Dividenden erzielt hast, musst du beachten, dass deine Angaben zum Vermögen routinemäßig durch automatisierten Datenabgleich beim Bundeszentralamt für Steuern abgeglichen werden:


    § 45d Mitteilungen an das Bundeszentralamt für Steuern


    (1) 1Wer nach § 44 Abs. 1 dieses Gesetzes und § 7 des Investmentsteuergesetzes zum Steuerabzug verpflichtet ist oder auf Grund von Sammelanträgen nach § 45b Abs. 1 und 2 die Erstattung von Kapitalertragsteuer beantragt, hat dem Bundeszentralamt für Steuern bis zum 31. Mai des Jahres, das auf das Jahr folgt, in dem die Kapitalerträge den Gläubigern zufließen, folgende Daten zu übermitteln:


    1.
    Vor- und Zunamen sowie das Geburtsdatum der Person - gegebenenfalls auch des Ehegatten -, die den Freistellungsauftrag erteilt hat (Auftraggeber),
    2.
    Anschrift des Auftraggebers,
    3.
    bei den Kapitalerträgen, für die ein Freistellungsauftrag erteilt worden ist,


    a)
    die Kapitalerträge, bei denen vom Steuerabzug Abstand genommen worden ist,
    b)
    die Kapitalerträge, bei denen die Erstattung von Kapitalertragsteuer beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt worden ist,
    c)
    (weggefallen)
    d)
    (weggefallen)


    4.
    Namen und Anschrift des Empfängers des Freistellungsauftrags.


    2Die Datenübermittlung hat nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz auf amtlich vorgeschriebenen maschinell verwertbaren Datenträgern zu erfolgen.3Im Übrigen findet § 150 Abs. 6 der Abgabenordnung entsprechende Anwendung.4Das Bundeszentralamt für Steuern kann auf Antrag eine Übermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck zulassen, wenn eine Übermittlung nach Satz 2 eine unbillige Härte mit sich bringen würde.
    (2) 1Das Bundeszentralamt für Steuern darf den Sozialleistungsträgern die Daten nach Absatz 1 mitteilen, soweit dies zur Überprüfung des bei der Sozialleistung zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens erforderlich ist oder der Betroffene zustimmt.2Für Zwecke des Satzes 1 ist das Bundeszentralamt für Steuern berechtigt, die ihm von den Sozialleistungsträgern übermittelten Daten mit den vorhandenen Daten nach Absatz 1 im Wege des automatisierten Datenabgleichs zu überprüfen und das Ergebnis den Sozialleistungsträgern mitzuteilen.

  • Du solltest in diesem Fall davon ausgehen, dass von dir erzielte Kapitalerträge dem Bafög-Amt bekannt werden. Bei entsprechendem Umfang dieser Eoinkünfte musst du mit Nachfragen rechnen und die Vorlage von Kaufquittungen (Laptop, Fernseher, Klamotten etc.) wäre dann hilfreich. Ich rate dazu, die Quittungen über einen längeren Zeitraum aufzubewahren (evtl. 2 Jahre).

  • Danke erstmal für die umfangreiche Antwort :)
    Ich hatte von vornherein vor das Geld auf legalem Wege durch Erwerb diverser Geräte unter die Freibetragsgrenze zu bringen. Nur war mir jetzt nicht klar wie das Bafög-Amt auf meine plötzlichen Ausgaben reagieren wird. Seit Anfang des letzten Semesters (seit ich in dem Studienort wohne) führe ich mein eigenes Haushaltsbuch und sammle alle Quittungen, das sollte also kein Problem sein. Wenn ich nun Ausgaben tätige, die ich später bei einem Datenabgleich genauer erläutern muss und die Sachen, die nicht studiumsrelevant sind (zb. der viel zitierte Fernseher) für das Bafög-Amt Veranlassung sind, Konsequenzen zu ziehen, hätte ich nur gern die Konsequenzen gewusst. Denn viele-unter anderem auch der Andy hier- meinen, dass man sein Geld vor Antragsstellung nicht sinnlos verpulvern darf und man bei den Ausgaben an einen Studiumszweck derer gebunden ist, um diese Ausgaben nicht weiter seinem Vermögen zurechnen zu müssen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Stephan

  • Ich würde mich auf die Formulare und die amtlichen Erläuterungen verlassen. Dort steht nichts darüber, dass man Geld nicht fü+r Fernseher oder Auto ausgeben darf. Die Aussagen von Andy sind aus der Luft gegriffen, er kann sie nicht belegen.



    "Nur war mir jetzt nicht klar wie das Bafög-Amt auf meine plötzlichen Ausgaben reagieren wird."


    Woher soll denn das Amt von deinen Ausgaben vor Antragstellung erfahren? Danach wird in den Formularen gar nicht gefragt.


    Hast du einen Freistellungsauftrag erteilt?

  • "Denn viele-unter anderem auch der Andy hier- meinen, dass man sein Geld vor Antragsstellung nicht sinnlos verpulvern darf und man bei den Ausgaben an einen Studiumszweck derer gebunden ist, um diese Ausgaben nicht weiter seinem Vermögen zurechnen zu müssen."


    Und wo steht das? Behaupten allein reicht nicht aus.

  • Danke nochmals für die schnelle Antwort.
    Habe mal bei meinen Eltern nachgefragt, sie haben einen Freistellungsauftrag für all meine Konten erteilt. Probleme sehe ich natürlich nicht in den Formularen bezüglich Ausgaben sondern in einem möglichen Datenabgleich aus dem Erklärungsgespräche über Ausgaben vor Antragsstellung folgen und ich mich möglicherweise, da das Bafög-Amt es nicht einsieht mir Unterhaltungselektronik zu sponsorn, Rückzahlungs- oder Schadenersatzpflichtig mache. Habe ich denn den Datenabgleich nicht richtig verstanden? Ich dachte, mit ihm wäre das Bafög-Amt befähigt, Kontobewegungen zeitlich nachzuvollziehen.
    Grüße Stephan

  • Also das mit dem Datenabgleich funktioniert so:
    Das Amt bekommt eine Meldung vom Bundesamt für Finanzen für jeden im Meldejahr im Leistungsbezug stehenden Studenten. Auf dieser Meldung stehen nur die Namen der Bank und die Höhe des genutzten Freistellungsbetrages.


    Es verbietet Dir niemand vor Antragstellung Dein Geld auszugeben. Ob für Fernseher oder nen Kurztripp nach Malle ist völlig egal. Es kann nur eben sein, dass Du in 2 3 oder auch erst 4 Jahren nachweisen musst wieviel Geld da war und was Du damit gemacht hast. Dann wird geguckt ob Du das Geld selbst verbraucht hast oder z.B. den Eltern für angebliche *Darlehen* oder was auch immer überwiesen hast. Das wäre dann eine rechtsmißbräuchliche Übertragung und würde Dir so angerechnet als ob es noch da wäre .


    Jetzt ganz aktuell findet übrigens erst der Datenabgleich 2005 und 2006 statt.Also Belege gut und lange aufheben.
    Und keine Münzsammlung kaufen. Die wäre dann nämlich wieder Vermögen :)


    Gruss Andy

  • Hallo,


    bin auch mit dem Datenabgleich 05 konfrontiert.


    Muss die Zinsen von meinem Girokonto darlegen, wie die 12!!! Euro zustande kommen.


    Jetzt war ich Anfang 05 arbeiten, habe in 2005 insg. ca. 8000 Euro verdient, die ich aber verlebt habe, Autoreparaturen, Benzin, Kleidung, essen und was trinken gehen etc...
    Mit war 1. nicht klar, dass ich überhaupt studiere und Bafög beantragen werde, 2. wusste ich nicht, dass das Vermögen vor Antragsstellung eine Rolle spielt.


    Mein anrechenbares Vermögen betrug 3900,-- bei Erstantragstellung Ende Okt 05...


    Kann mir daraus jetzt ein Strick gedreht werden, da ich auch keine Quittungen und Belege habe?


    Ich habe keinesfalls Geld verschoben, um unter die Freigrenze zu kommen sondern schlicht und einfach über meine Verhältnisse gelebt.
    Es wurden ja keine Beträge auf andere Konten überwiesen (z.B. Eltern) und die größte Barabhebung dürfte so bei 600 Euro gelegen haben.


    Wäre Euch echt dankbar, wenn ihr mich etwas beruhigen könntet!


    Danke und Gruss,

  • Du solltest etwas Geld in einen Kontoauszug über den gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober investieren. Die Banken haben ein Archiv und können das nachvollziehen und bestätigen. Das kostet was spart Dir aber weiteren Ärger mit dem BAföG Amt.


    Gruss Andy

  • Du solltest etwas Geld in einen Kontoauszug über den gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober investieren. Die Banken haben ein Archiv und können das nachvollziehen und bestätigen. Das kostet was spart Dir aber weiteren Ärger mit dem BAföG Amt.


    Gruss Andy


    Hallo und Danke.


    Heißt das jetzt, dass wenn auf meinem Kontoauszug keine Überweisungen auf andere Konten existieren und nur legitime Überweisungen wie Versicherungen etc. sowie Barabhebungen (kleinere Beträge, max. 600 Euro) verzeichnet sind, alles in Ordnung ist?
    Schließt das Amt ohne weitere Belege aus den Abhebungen darauf, dass das Geld für den normalen Lebensunterhalt (wenn auch in erhöhtem Maße) verwendet wurde?


    Achja, habe heute so eine Erträgnisauflistung bei meiner Bank beantragt.
    Könnte es auch sein, dass sich die Sachbearbeiterin gar nicht für die Umsätze auf meinem Konto interessiert, sondern nur dafür, ob noch ein anderes Konto (Sparbuch, etc.) existiert, was ich verschwiegen haben könnte?


    Danke!