Angestellter-Student- Kindergeldanspruch?!

  • Hallo,


    folgender Sachverhalt:


    01.01.- 31.08.2009 Angestellter


    --> Kündigung zum 31.08.2009 wegen Aufnahme
    Vollzeitstudium zum 01.10.2009


    --> von 01.09.2009- 30.09.2009 offiziell arbeitslos, jedoch
    keine Leistung erhalten wegen Kündigung


    --> ab 01.10.2009 Student


    Die Familienkasse hat mit Berufung auf § 32 EStG erst ab 2010 Kindergeld gezahlt, obwohl ich vom 01.10.2009-31.12.2009 lediglich 1200€ Brutto (Aushilfslohn) verdient habe?!


    Ich habe verschiedene Aussagen gehört, ein Beamter sagte mir ich habe Anspruch, trotzdem wurde der Antrag abgelehnt. Ein bekannter Steuerberater hat nach Rücksprache mit einer anderen Finanzkasse auch gesagt, dass Anspruch besteht.


    Kann mir jemand diesbezüglich weiterhelfen? Wenn möglich mit Quellenangabe?


    Danke,


    Christoph

  • Derzeit sind die Familienkassen an diese Einzelanweisung gebunden:
    http://www.bzst.bund.de/003_menue_links/010_kindergeld/031_familienkassen/327_einzelweisungen/000025_04_07_08.pdf


    --> kein Kindergeldanspruch für 2009, da das Einkommen ab dem Zeitpunkt der Bewerbung maßgeblich ist


    Du kannst aber gegen den Ablehnungsbescheid Einspruch einlegen (Achtung: nur einen Monat Zeit!!!), auf die beim BFH anhängigen Verfahren (z.B. III R 34/09, III R 74/09) verweisen und bis zur Entscheidung um Ruhendstellung des Verfahrens bitten.


    Oder du suchst Werbungskosten/Besondere Ausbildungskosten und drückst so dein Einkommen ab dem Bewerbungszeitpunkt unter den anteiligen Grenzbetrag.

  • Danke für Deine schnelle Antwort...


    weißt du zufällig auch, ob wie bei der Steuererklärung mit Urteil vom 18.6.2009 (Az. VI R 14/07) die Fahrtkosten zur Uni/FH in voller Höhe (Hin- und Rückfahrt) als Werbungskosten für das Kindergeld angerechnet werden können?

  • Die Fahrtkosten zur Uni kannst als besondere Ausbildungskosten geltend machen. Allerdings nur die einfache Entfernung (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG).


    Auch für die Einreichung von Werbungskosten hast du nur einen Monat nach Bekanntgabe des Ablehnungsbescheides Zeit.

  • Noch ein letzte Frage Theo, bezieht sich auf deine folgende Aussage:


    "Du kannst aber gegen den Ablehnungsbescheid Einspruch einlegen (Achtung: nur einen Monat Zeit!!!), auf die beim BFH anhängigen Verfahren (z.B. III R 34/09, III R 74/09) verweisen und bis zur Entscheidung um Ruhendstellung des Verfahrens bitten."


    Bewirkt der Einspruch, dass der Antrag nachträglich bewilligt wird, oder erst nach endgültiger Entscheidung BFH? Wann ist mit dieser zu rechnen?

  • Bewirkt der Einspruch, dass der Antrag nachträglich bewilligt wird, oder erst nach endgültiger Entscheidung BFH?


    Erst nach Entscheid durch das BFH. Besteht ihr auf sofortige Entscheidung, geht ihr baden, siehe Einzelanweisung - dann dürft ihr zum Finanzgericht.


    Wann ist mit dieser zu rechnen?


    Kann schnell gehen, kann aber auch dauern. Mit der Entscheidung des BFH allein ist es auch nicht getan. Damit die Familienkassen es anwenden dürfen, muss es vom BZSt in einer Dienstanweisung umgesetzt oder im Bundessteuerblatt veröffentlicht werden.