Chance auf BAB trotz zu hohes Einkommen der Eltern?

  • Meine Eltern verdienen zusammen zu viel. (laut BAB Rechner)
    Dadurch steht mir eig. keine BAB zu.
    Allerdings, durch vorangegangenes Studium, Sind da die finanziellen Mittel erschöpft.
    Gibt es trotzdem eine Möglichkeit, BAB zu beantragen?
    Oder, falls das durch Zufall jemand weiß, steht mir dann Wohngeld zu?


    Danke für eure Hilfe :)

  • Meine Eltern verdienen zusammen zu viel. (laut BAB Rechner)
    Dadurch steht mir eig. keine BAB zu.
    Allerdings, durch vorangegangenes Studium, Sind da die finanziellen Mittel erschöpft.
    Gibt es trotzdem eine Möglichkeit, BAB zu beantragen?


    Danke für eure Hilfe :)


    Grundsätzlich sind deine Eltern verpflichtet, Dir für die erste Ausbildung den Lebensunterhalt sicherzustellen. Nur wenn die Leistungsfähigkeit der Eltern nicht vorliegt, wird BAB gezahlt.
    Du musst also den Anrechnungsbetrag vom Einkommen der Eltern (Berechnung BAB) von denen fordern.

  • Kann ich denn eine Bescheinigung o.Ä. vorlegen, welche belegt, dass meine Eltern nicht genug Geld haben, mich weiterhin zu unterstützen, trotz hohem Einkommen?
    Durch Scheidung, 2 Wohnsitze etc... können sie mir im Moment nicht wirklich helfen.

  • Stell doch erstmal den Antrag.
    wenn dann immer noch BAB = 0,00 Euro rauskommt gibt es noch
    den sogenannten Antrag auf Vorausleistung -soweit deine Eltern dir den Unterhalt vorenthalten.


    In diesem Fall solltest Du aber wissen, dass Deine Eltern verklagt werden können; Du jedoch Geld (BAB) erhälst.


    Für BAB darfst Du aber nicht zu Hause wohnen, und die Ausbildung muss beruflicher Natur sein, nicht schulisch.


    Allerdings hast du ja in diesem Fall auch noch die Ausbildungsvergütung und wenn Du dich kümmerst das Kindergeld.
    BAB gibt es grundsätzlich nur für Erstausbildung. Auf die Ausnahme gehe ich nicht weiter ein. Ebenso nicht auf die Ausnahme wohnend bei den Eltern.


    Wenn Du also BAB-Anspruch hast, werden alle anderen Ämter entweder sagen
    kein Anspruch da BAB
    oder
    wollen den BAB-Bescheid sehen.

  • ja, Erstausbildung.
    ja, beruflich, nicht schulisch.
    ja, wohne alleine.
    Ausbildungsvergütung von 430 brutto reicht vorne und hinten nicht.... auch mit Kindergeld...
    Antrag läuft, mal schauen ob ich mit der 0 € Bescheinigung dann Wohngeld beantragen kann ;)


  • Antrag läuft, mal schauen ob ich mit der 0 € Bescheinigung dann Wohngeld beantragen kann ;)


    ich gehe davon aus, dass damit der BAB-Antrag gemeint ist.
    Eine Ablehnung BAB wird wohl bei Dir daraus resultieren, dass anzurechnendes Einkommen vorliegt (Anlage zum Bescheid Quertabelle).


    Ich galube nicht dass Du Wohngeld erhalten kannst, weil Du grundsätzlich immer noch einen BAB-Anspruch dem Grunde nach, nur eben der Höhe nach nicht, hast.

  • Das kann natürlich passieren :/
    Sonst kann meine Freundin noch Wohngeld beantragen, oder?
    Sie macht keine Ausbildung und studiert auch nicht mehr. Und bei einem 400 € Job wüsste ich nicht, was man sonst beantragen könnte.


    Danke für die schnellen Antworten :)

  • Käme da nicht für die Freundin AlGII in Frage?
    400 euro-Job
    100 Freibetrag
    von 100 bis 400 sind 300, davon 20% sind 60 Euro
    400 abzgl. 160 Euro sind 240 anzurechnendes Einkommen
    bei einem Bedarf von über 300 Euro nur für lebensunterhalt sollte ergänzend Alg II in Frage kommen


    Stichwort: Aufstocker


    PS: von einer Freundin war bisher nie die Rede:confused:

  • Grundsätzlich sind deine Eltern verpflichtet, Dir für die erste Ausbildung den Lebensunterhalt sicherzustellen. Nur wenn die Leistungsfähigkeit der Eltern nicht vorliegt, wird BAB gezahlt.
    Du musst also den Anrechnungsbetrag vom Einkommen der Eltern (Berechnung BAB) von denen fordern.


    Hallo,


    wie ich aus verschiedenen Quellen gehört habe, gibt es Unklarheiten, welcher Betrag genau einzufordern wäre,
    wenn ich als Grundlage den BAB-Bescheid nehme.


    Dazu muss man wissen, dass das Sozialrecht (hier BAB-Berechnung) und das Unterhaltsrecht nicht identisch sind.
    Die Beträge bei BAB können, müssen aber nicht mit dem Unterhaltsrecht konfirm gehen.


    Aber selbst eine Forderung nur auf die Berechnungsgrundlagen eines BAB-Ablehnungsbescheides zu stützen,
    kann zu einer zu hohen Forderung Eurerseits führen.


    BAB ist eine bedarfsorientierte Sozialleistung.
    Somit bildet das Maß der ermittelte Gesamtbedarf.
    Auf diesen Bedarf ist das Einkommen anzurechnen.

    Zitat

    § 67 Einkommensanrechnung


    (1) Auf den Gesamtbedarf sind die Einkommen der folgenden Personen in der Reihenfolge ihrer Nennung anzurechnen:

    1. der oder des Auszubildenden,
    2. der Person, mit der die oder der Auszubildende verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft verbunden ist und von der sie oder er nicht dauernd getrennt lebt, und
    3. der Eltern der oder des Auszubildenden.


    ......


    Ein Beispiel: Ablehnungsbescheid



    [TABLE='class: grid, width: 500']

    [tr]


    [td]

    ermittelter Gesamtbedarf

    [/td]


    [TD='align: right']800 €[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [td]

    anzurechnendes Einkommen von Euch

    [/td]


    [TD='align: right']300 €[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [td]

    anzurechnendes Einkommen von Eurem Ehegatten/ Lebenspartner

    [/td]


    [TD='align: right']0 €[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [td]

    anzurechnendes Einkommen von Mutter

    [/td]


    [TD='align: right']400 €[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [td]

    anzurechnendes Einkommen von Vater

    [/td]


    [TD='align: right']400 €[/TD]

    [/tr]


    [/TABLE]


    Die BAB berechnet sich dann wie folgt:
    800 - 300 - 0 - 400 - 400 = 0,00 Euro


    Der nicht durch die Eltern abgedeckte Bedarf wäre in diesem Beispiel:
    300 + 0 = 300


    Somit ergibt sich ein durch das Elterneinkommen abzudeckender Bedarf von:
    800 - 300 = 500


    Diesen 500 € (Restbedarf) stehen nun noch jeweils 400 €
    (anzurechnendes Einkommen von Mutter /Vater) gegenüber.


    Damit würden je 250 € von Vater und Mutter bei dem beispielhaften Ablehnungsbescheid
    ausreichen, um den ermittelten BAB-Gesamtbedarf abzudecken.


    Also sollte man bei diesem Beispiel nicht unbedingt die 400 € ermitteltes anzurechnendes
    Einkommen fordern, sondern nur jeweils die 250 €.


    Die 250 € sind lediglich aus dem Sozialrecht (BAB-Berechnung) ermittelte Forderungsbetrag.
    Soweit dann Eure Forderung nach Unterhaltsrecht betrachtet wird
    (was i.d.R. die Eltern tun werden), wird eine andere Berechnung vollzogen, welche auch
    zu einem anderen Betrag führen kann.


    Hier ging es mir zunächst um die Darstellung, in welcher Höhe kann ich aufgrund der
    BAB-Berechnung bei den Eltern nachhaken.


    dms