schwerer Fall

Das Forum ist derzeit geschlossen, eine Registrierung oder das Verfassen von Themen & Beiträgen sind nicht möglich.
  • Ich bin anscheinend ein schwerer Fall.


    Kurz: Ich, 23 Jahre, wohne mit meinem Freund zusammen. Zurzeit beziehen wir ALG II und ich arbeite auf Honorarbasis (ca. 300 €/Monat).
    Meine Eltern sind Gutverdiener.
    Ich habe mein Studium nach dem 2. Semester abgebrochen.
    Jetzt möchte ich zu Schuljahresanfang eine Ausbildung zur Erzieherin machen (Schulplatz schon bombensicher), weiss aber nicht wie ich/wir dann mein/unser Leben finanzieren soll. Natürlich bin gewillt noch einen MINI-Job zu machen, aber der wird ja auch wieder am ALG II meines Freundes angerechnet. Mein Freund hat allerdings keine guten Aussichten einen vernünftigen Job zu bekommen, weil er keinen guten Schulabschluss hat und keine Ausbildung.


    Kurz zu meinem Wissensstand: Meine Eltern können nicht viel Unterhalt zahlen und würde ich mehr Unterhalt wollen, müsste ich es wahrscheinlich einklagen. Als Schülerin soll ich kein ALG II mehr bekommen und da meine Eltern zu viel verdienen, werde ich auch kein BAFÖG bekommen. BAB gibts nicht wegen schulischer Ausbildung, Wohngeld soll es auch nur elternäbhängig geben. Mir scheint es so als bekäme ich nirgendwo Geld her.


    Jetzt meine Fragen:


    Gibt es noch andere Sozialleistungen, als die von mir aufgeführten?


    Gibt es irgendwelche Lücken oder Ausnahmen in den angegebenen Leistungen, die auf meine Situation passen?


    Mein Freund und ich haben überlegt zu heiraten.
    Würde das an der Situation etwas ändern?


    Müssen meine Eltern auch noch meine Erstausbildung bezahlen, wenn ich verheiratet wäre?


    Ich hoffe mir kann jemand helfen, mir raucht langsam der Kopf von den vielen Infos über Leistungen, die ich NICHT bekomme.


    Und wenn ich einen Denkfehler habe, dann weise man mich bitte auch drauf hin.


    Gruß Steffi

  • Hallo Steffi,


    ich muss Dir mal sagen, dass es hoffendlich keine Lücken mehr zum Ausnutzen von Sozialleistungen gibt.


    Wenn deine Eltern zuviel Geld verdienen um Dir eine Ausbildung Finanzieren zu können und Du es nur durch einklagen bekommen kannst, solltest Du dies tun.


    Dass Du dein Studium abgebrochen hast gibt Dir nicht mehr Recht auf Leistungen als den jenigen die überhaupt die erste Ausbildung machen wollen.


    Mein Neffe ist derzeit auch in Ausbildung als Maler und Jobt noch nebenbei als Kellner um seine Bedürfnisse zu sichern.


    Mein Freund hat trotz meines H4 anspruches auch seine Ausbildung nach abbruch abgeschlossen mit Hilfe seiner Gut verdienender Eltern.
    Andernfalls wurde auch bei uns alles anrechenbare auch angerechnet.


    Vielleicht kann auch dein Freund eine Ausbildung nach holen, da werden genug Möglichkeiten bei den Ämtern geboten. Sollte er sich mal drum kümmern.


    Bissl hart aber so schauts aus.... sry


    Gruss Tanja

  • Es ist nicht einfach, Geld von den eigenen Eltern einzuklagen. Aber: Wenn sie soviel Geld verdienen, dass Du keinen Anspruch auf Bafög oder andere Unterstützung hast, dann solltest Du das trotzdem tun, denn es ist schlicht und einfach ihre Pflicht, Dich zu unterstützen. Was wäre denn die Alternative? Heiraten, obwohl Du das im "Normalfall" gar nicht getan hättest, nur aus finanziellen Gründen? Das ist m.E. kein guter Grund für eine Heirat, abgesehen davon, dass ich mir nicht sicher bin, ob eine solche Deine Situation verbessern würde. Auf die Ausbildung, die Du wirklich machen willst, verzichten? Du würdest Dich möglicherweise Dein Leben lang darüber ärgern, und da spreche ich aus Erfahrung! Deine Eltern haben Dir gegenüber durchaus auch Pflichten, und ich finde, daran ist nichts Verwerfliches.

  • Hallo Hama, Hallo Lucienna



    Zunächst würde ich gerne richtigstellen, dass ich nicht heiraten möchte um dadurch irgendwelche Vorteile zu erhaschen. Natürlich wäre es ein schöner Nebeneffekt, wenn das die Situation positiv verändert. Mein Freund und ich sind seit knapp 4 Jahren zusammen, ich denke da kann man schon mal übers Heiraten nachdenken.


    Und ich habe das Gefühl dargestellt zu werden, als würde ich es ausnutzen wollen Sozialleistungen zu bekommen. Das ist nicht der Fall. Ich habe lediglich Angst davor meine Ausbildung zu beginnen und ohne Geld dazustehen. Was zu verstehen sein sollte, weil man bekanntlich für "zur Schule gehen" in Deutschland kein Geld bekommt.


    Mal ganz ehrlich. Wer seine Eltern verklagt, der frisst auch kleine Kinder. Meine Eltern habe mich schon immer nach besten Kräften unterstützt, auch in den Zeiten, in denen ich es nicht verdient hätte. Sie würden mich auch weiter unterstützen, allerdings auch nur bis zur Grenze des Machbaren. Was ich absolut verstehen kann. Sie haben auch noch ein Leben zu finanzieren. Und ich kann schlecht meine Eltern dazu zwingen ihr Haus oder ihr Auto zu verkaufen. Mal ganz ehrlich, wie dreist wäre das denn. Kann da leider eure Kritik nicht verstehen und finde sie unfair und geschmacklos.



    Leider habe ich jetzt schlechte Erfahrungen hier gemacht und möchte das Thema auch damit gerne abschließen. Ich habe diesen Hilferuf gestartet um Infos zu bekommen und nicht um mir sagen lassen zu müssen, ich solle meine Eltern verklagen.


    Danke


    (Ich vertrage Kritik sehr gut, aber nicht wenn sie nicht konstruktiv ist.)

  • Also: Ich zumindest habe Dir in keiner Weise vorgeworfen, Sozialleistungen erschleichen zu wollen oder ähnliches, im Gegenteil:
    Ich kann Deine Situation sogar gut nachvollziehen, aber es ist so, dass Eltern das Wohl (und dazu gehört auch eine Ausbildung) ihrer Kinder näher liegen sollte als ihre eigenen materiellen Bedürftnisse. Oder siehst Du das etwa anders?
    Und "wer seine Eltern verklagt, der frisst auch kleine Kinder" ist ein Satz, der all denjenigen gegenüber eine Unverschämtheit ist, die (leider!) nur auf diesem Wege zu ihrem Recht kommen. Ich würde eher sagen: "Wer sich weigert, Unterhalt für seine Kinder zu zahlen, der hätte besser keine bekommen sollen".


    Deine Eltern zur Not auf Unterhalt zu verklagen, ist meiner Meinung nach ein durchaus konstruktiver Vorschlag, auch wenn Du das anders siehst.

  • Es hat niemand davon gesprochen, dass meine Eltern mich nicht nach besten Kräften unterstützen. Sie würden klar weiterhin den Unterhalt zahlen, den ich jetzt auch bekomme (der mir eigentlich aber gar nicht zusteht im Moment) Und ich kann auch weiterhin damit rechnen das Mutti mal mit einkaufen geht, wenn das Geld knapp wird. Allerdings ist der an der Grenze des Machbaren für sie. Ich kann damit aber nicht mein Leben finanzieren, wenn die Kohle gleich alle wieder futsch ist, weil sie am ALG II von meinem Freund angerechnet wird. Und wenn ich tatsächlich so viel kriegen würde, dass es reicht, glaube ich nicht das meine Eltern damit einverstanden wären meinen Freund mit zu finanzieren. Und das tuen sie im Endeffekt, wenn sie mir den Unterhalten zahlen würden, den ich bekommen müsste. Natürlich sehe ich das ähnlich, dass meine Eltern dazu "verpflichtet" sind mich zu unterstützen. Aber nur so weit wie sie das können und sie müssen nicht noch einem dritten Kind den A*** sauber halten. (meinen Freund).


    Ok, ich glaub es war falsch von mir diesen Satz so zu formulieren. Allerdings trifft das auf diejenigen trotzdem zu, die ihre Eltern ausnehmen wollen, obwohl die Eltern ihr Bestes geben. Und zu dieser Kategorie will ich mich nicht zählen...
    Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und das soll auch so bleiben. Dann hab ich lieber Eltern, als nen Haufen Kohle. Ich kriegs grad bei meinem Freund mit, den Rosenkrieg mit seinen Eltern.


    Das Problem an meiner Situation ist, dass ich nicht viel ändern kann. Mein Freund hat keine guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, um das zu ändern bräuchte es Jahre. Natürlich soll auch aus ihm mal was werden, aber ich habe jetzt gesagt, dass ich (die mit den wesentlich besseren Chancen) mal anfängt und die Sache in die Hand nimmt. Einer muss ja anfangen.


    Und ich brauche bei Leibe nicht viel um mein/unser Leben zu finanzieren. Wir haben nur 45 qm und kaufen nur das Nötigste ein, den einzigen Luxus den ich habe, sind meine zwei Katzen, die ich von meinen Eltern mal geschenkt bekommen habe. Ich will nur sicher gehen, dass ich meine Miete bezahlt bekomme und die Fixkosten die so entstehen, wenn man seine eigene Wohnung hat und dass ich am Ende des Monats nicht von Wasser und Brot leben muss.


    Aber ich habe im Moment das Gefühl, dass all die Junkies und Arbeitsverweigerer mehr Unterstützung bekommen, als die die wirklich was aus ihrem Leben machen wollen und nur ein paar Anlaufschwierigkeiten haben....
    Meine Meinung.


    So und jetzt mach ich mir nicht mehr so viele Gedanken, wie scheisse die Gegenwart ist, sondern wie ich meine Zukunft verbessern kann und das geht nur mit guten Infos und nicht ohne Eltern.