Rückzahlung des Wohngeldes wg. Firmenwagen?

  • Hi,


    ich habe seit Oktober 2009 meinen Firmenwagen zur Privatnutzung. Das heißt ich zahle 1% des Bruttolistenpreises + Versteuerung der KM von Zuhause-->Arbeitsstätte. Jedenfalls wird mir dieser gesammte Betrag des Autos auf mein Brutto aufgeschlagen, ich versteuere meinen Anteil und dann wird mir der Betrag vom Netto wieder abgezogen. Sprich ich habe durch die Versteuerung etwas weniger Netto als vorher, aber deutlich mehr Bruttogehalt (ca 600-700€).Den Rest der Kosten trägt mein Arbeitgeber (deshalb auch wieder der Netto-Abzug). Bevor ich den Wagen genommen habe bin ich mit dem Zug gependelt (ca 245€ pro Monat Fahrtkosten). Der Wagen kostet mich 235€ + ca. 40-50€ Steuerlast. Naja wär ich ja blöd wenn ich den nicht nehmen würde (Benzin, Steuer, Vollkaskoversicherung inkl. Privatnutzung alles bei dem Preis dabei).


    Naja, ihr könnt euch sicher denken warum ich jetzt nach unserem Neuantrag auf Wohngeld dazu aufgefordert wurde das Wohngeld seit Oktober zurückzuzahlen. Ich wusste wirklich nicht dass das Wohngeld vom Brutto abhängig ist und deshalb habe ich mir auch nichts dabei gedacht, da ich ja keinen Cent mehr zum Leben hatte durch diese Erhöhung des Bruttos...


    Das größere Problem das ich habe ist, dass wir ohne das Wohngeld auch keinen Anspruch mehr auf Kinderzuschlag haben. Wenn die das jetzt auch noch zurückfordern sind wir ruiniert --> 9x 150 (Rückzahlung Wohngeld) + 9x280 (Rückzahlung Kinderzuschlag) = ~3900€
    + Evtl. Rückzahlung der Kosten für den Kindergarten die wir bekommen haben... Dann wären wir bei ca. 5700€ und ich kann mich beerdigen.


    Da ich das für einen Sonderfall halte will ich erstmal Widerspruch einlegen, jedoch wollte ich nur mal kurz wissen ob ihr da Erfolgsaussichten seht? Kann man da evtl. irgendwas von dem Auto als Werbungskosten auslegen bzw. wegen des Nettoabzugs den ich da habe nichts rausholen? Ich habe ja absolut überhaupt keinen Vorteil durch dieses Geld das ich "mehr" bekomme da es mir ja im Wahrsten Sinne des Wortes unterm Strich wieder genommen wird.


    Wenn ihr genauere Daten braucht kann ich die gerne posten. Hab nur grob alles zusammengefasst.


    Wär toll wenn mir jemand nen Rat geben könnte.

  • Hallo,


    Zitat

    Da ich das für einen Sonderfall halte will ich erstmal Widerspruch einlegen


    Das hat wenig Sinn. Entscheidend für das Wohngeld ist das Brutto-Einkommen und die Privatnutzung kannst Du nicht als Werbungskosten absetzen.


    Zitat

    Ich habe ja absolut überhaupt keinen Vorteil durch dieses Geld


    Zitat

    (Benzin, Steuer, Vollkaskoversicherung inkl. Privatnutzung alles bei dem Preis dabei).


    Äh - und das alles ist kein Vorteil? Muß ich die Logik jetzt verstehen? :confused:


    Sorry, aber ich sehe hier weder einen Sonderfall noch einen Grund für einen Widerspruch.


    Zitat

    wir ohne das Wohngeld auch keinen Anspruch mehr auf Kinderzuschlag haben.


    Sicher? Du schreibst nichts über die Einkommenssituation, weswegen diese Aussage nicht geprüft werden kann. In meiner praktischen Arbeit habe ich jedoch sehr sehr wenige Fälle, bei denen erst durch einen Wohngeldbezug ein Anspruch auf Kinderzuschlag entsteht. Insofern solltest Du das mit den gängigen Kinderzuschlag-Rechnern nochmal überprüfen.


    Gruß!


  • zu 1: Ja, und das ist eine bodenlose Frechheit. In solchen Angelegenheiten wie Wohngeld etc. sollte man von dem ausgehen was den Menschen zum Leben bleibt und nicht von dem was auf dem Gehaltszettel steht bevor ihnen hunderte von Euro an Steuern und sonstigen Abgaben aus der Tasche gezogen werden...


    Das selbe gilt für die "Privatnutzung". Was mach ich denn mit dem Auto? Klar nutze ich es auch privat. Aber wann denn bitte? Ja am Wochenende vielleicht mal für 100 km wenns hoch kommt weil ich eh kein Geld über habe um es wo anders als in meinem Kaff auszugeben. Ansonsten wird es AUSSCHLIESSLICH von mir dazu benutzt um in die Arbeit (einfache Wegstrecke knapp 70 km) und wieder heim zu kommen! Wieso kann ich dann nicht wenigstens den prozentualen Anteil anhand eines Fahrtenbuchs dann als Werbungskosten abschreiben? Die tun ja grad so als würd ich das Auto nehmen und mich dann kostenlos in die Arbeit beamen! Und das ist ein generelles Problem bei uns. Es heißt immer "wir müssen den jungen Familien helfen" usw. Ich bekomme das Kotzen wenn ich sowas höre! Wenn man versucht für seine Familie da zu sein, früher heim zu kommen um mehr Zeit mit den Kindern und seiner Frau zu haben, sich den A*sch aufreißt um eine Gehaltserhöhung zu bekommen, die Frau nebenbei versucht in ihrem altem Beruf Fuß zu fassen um sich später mal nicht komplett abschreiben zu können... Was bekommen wir dafür? Nen Arschtritt! Lassen wir den dummen Wagen mal beiseite. Ich soll nächsten Monat ne Gehaltserhöhung bekommen. Wenn die jetzt allerdings so ausfällt dass ich trotz des Verzichts auf mein Dienstauto über diese Brutto-Grenze komme, kann ich meinem Chef sagen dass er sein Geld behalten kann, weil ich sonst weniger habe als vorher! DAS nennen die Helfen??? Na dann vielen Dank... Und da steh ich sicher nicht als Sonderfall da.


    Zu 2: Natürlich ist das alles ein Vorteil. Aber den habe ich bereits damit bezahlt, dass ich einen Gehaltsverzicht von ~235 Euro unterschrieben habe für die Privatnutzung. Die Beträge die mir mein Wohngeld streitig machen sind eine komplette Nullrechnung (für mich) bis auf ein paar Euro!


    Mein altes Gehalt: 2094,00€ Brutto -> Netto: 1574,00€
    Zugkarte kostet mich 245€ (die ich von der Steuer absetzen kann und auch als Werbungskosten angeben darf)


    Bleiben: 1329€


    So habe ich jetzt Anspruch auf:
    Wohngeld: ~150€
    Kinderzuschlag: 280€
    Zuschuss für Kindergarten: 80€


    Gesamt: 1839€ zum Leben
    ________________________________________________


    Neu mit Auto


    Gehalt: 1859,00€ Brutto (Mein eigentliches Brutto, da ich ja einen Gehaltsverzicht eingewilligt habe um das Auto zu nutzen)
    HINZU kommt wg. Auto:


    PKW-Wert gw.Vorteil: 235€
    PKW-KM gw.Vorteil: 163€
    PKW pauschaler AG gw. Vorteil: 288€


    Gesamtbrutto: 2545€ !!!


    Seitdem hab ich auch ein anderes Steuerbrutto da der pauschale AG gw. Vorteil (288€) vom Gesamtbrutto vorher runtergerechnet wird:


    Steuerbrutto: 2257€


    Dann die üblichen Abgaben wegrechnen:
    Lohnsteuer: 84€
    KW: 178€
    RV: 224€
    AV: 31€
    PV: 22€


    --> Gesetzliches Netto: 2004€


    So, und jetzt kommt mein Arbeitgeber und holt sich was er mir vorher draufgeschlagen hat wieder:


    Sonstige Be-/Abzüge:


    Abzüge PKW gw. Vorteil: 686€


    ----> Überweisung Netto: 1268€


    Wohngeld: 0€
    Kinderzuschlag: 0€
    Kindergarten: 0€


    Gesamt: 1268€ zum Sterben


    Wenn ich jetzt anstatt das Auto zu nehmen jeden Monat 2 mal in den Puff gehen würde wäre das auch Luxus, aber mein Geld würde ich trotzdem vom Staat bekommen. Wenn ich hingegen aufgrund der grauenhaften Zugverbindung Zeit sparen will um meine Kinder nicht nur am Wochenende wach zu sehen, werde ich mit Füßen getreten.


    3. Nein da bin ich mir nicht sicher. Aber da mein "gesetzliches Netto" ja über 2000 Euro liegt glaub ich kaum dass ich da noch Anspruch habe, da ich ja jetzt reich bin wie Scheich Abudabi!


    Natürlich kann man nichts an den gesetzlichen Vorgaben ändern. Aber vielleicht sollte man in manchen Fällen einfach mal die Augen von den ganzen Paragraphen und Vorschriften abwenden und die Menschen und deren Situation sehen.



    Und zum Schluss ein Zitat: "Ein Sozialstaat ist ein Staat, der in seinem Handeln soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit anstrebt, um die Teilnahme aller an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen zu gewährleisten."


    Daran zweifle ich langsam...


  • An der Stelle hab ich natürlich vergessen Bausparen (~50€) anzugeben. Also kein Rechenfehler ;)