Vermögensangaben und Einkommen ???

  • Hallo,


    ich habe eine verzwickte Frage zum Schülerbafög. Habe mich durch das Gesetz und Merkblätter gelesen aber werde daraus nicht ganz schlau.
    Folgender Sachverhalt:
    Meine Freundin will Schülerbafög beantragen. Anspruch besteht, das wurde geklärt. Sie hat ihre Ausbildung im Januar abgeschlossen und besucht ab September das Berufskolleg um die Fachhochschulreife zu absolvieren.
    In der Zwischenzeit liegt sie natürlich nicht auf der faulen Haut sondern Arbeit um ein wenig Geld anzusparen. Den Job macht sie allerdings nur bis die Schule beginnt, während der Schule hat sie keinen Job.
    Jetzt will sie den Antrag auf Schülerbafög stellen und es entsteht folgende Probleme:


    1. Maßgebend nach Gesetz ist ja das Vermögen zum Zeitpunkt der Antragstellung, Veränderungen nach dem Antrag, im laufenden Bewilligungszeitraum, finden also keine Berücksichtigung mehr. Freibetrag ist 5200€.
    Sie hat ja nun schon gearbeitet und ca. 2000€ angespart. Wenn sie jetzt den Antrag stellt hat sie also ein Vermögen von 2000€ und das ist ja in Ordnung.
    Bis zum Beginn der Schulzeit kommt sie aber voraussichtlich über die 5200€. Muss das nun nachgereicht werden oder nicht :confused:
    In der Erklärung zum Schluss des Antrags steht das Einkommen bis 6 Monate vor dem BWZ angegeben und Änderungen nachgereicht werden müssen. Zählt das dann als Vermögen oder Einkommen? Ich dachte Einkommen ist alles im BWZ, und alles davor ist ja laut Bafög Vermögen.
    Ebenso steht in der Erklärung das Vermögensverschiebungen nachgereicht werden müssen. Was ist damit denn gemeint?


    2. Ich habe widersprüchliche Angaben zur Einkommensberechnung gefunden. Einmal heißt es das Einkommen im BWZ ist maßgebend, einmal ab Antragstellung. Es sind ja 4800€ im Jahr. Ist das auf 400 Euro im Monat begrenzt oder kann man auch in einem Monat mal 1000 verdienen und in nem anderen dafür nichts?


    3. Angenommen sie verdient jetzt im Zeitraum Februar-August ca. 8000€. Theoretisch muss man ja dann den Zeitpunkt des Antrages sehr geschickt wählen. Einerseits darf das Vermögen zu diesem Zeitpunkt nicht größer als 5200€ sein, andererseits darf das Einkommen ab dem Zeitpunkt der Antragstellung ja nicht 4800€ übersteigen. Sehe ich das so richtig?


    Ich hoffe ich hab jetzt mit dem Text niemanden erschlagen :rolleyes:, aber ich wüßte nicht wie ichs anderst erklären sollte.
    Ich hoffe jemand kann mir helfen.


    Gruß

  • Zitat

    Wenn sie jetzt den Antrag stellt hat sie also ein Vermögen von 2000€ und das ist ja in Ordnung.
    Bis zum Beginn der Schulzeit kommt sie aber voraussichtlich über die 5200€. Muss das nun nachgereicht werden oder nicht

    Nein. Erst wieder bei Antragstellung für einen neuen Bewilligungszeitraum.

    Zitat

    In der Erklärung zum Schluss des Antrags steht das Einkommen bis 6 Monate vor dem BWZ angegeben und Änderungen nachgereicht werden müssen. Zählt das dann als Vermögen oder Einkommen? Ich dachte Einkommen ist alles im BWZ, und alles davor ist ja laut Bafög Vermögen.

    Ist im Prinzip auch so.

    Zitat

    Ebenso steht in der Erklärung das Vermögensverschiebungen nachgereicht werden müssen. Was ist damit denn gemeint?

    Ich weiß nicht, ob diese Unterlagenanforderung legal ist. Aber das Amt will offenbar schauen, ob in den letzten sechs Monaten größere Vermögenswerte "weggeparkt" worden sind, um sie der Anrechnung zu entziehen.

    Zitat

    2. Ich habe widersprüchliche Angaben zur Einkommensberechnung gefunden. Einmal heißt es das Einkommen im BWZ ist maßgebend, einmal ab Antragstellung. Es sind ja 4800€ im Jahr. Ist das auf 400 Euro im Monat begrenzt oder kann man auch in einem Monat mal 1000 verdienen und in nem anderen dafür nichts?

    Im Prinzip letzteres. Es kommt auf den Monatsdurchschnitt im BWZ an.

    Zitat

    3. Angenommen sie verdient jetzt im Zeitraum Februar-August ca. 8000€. Theoretisch muss man ja dann den Zeitpunkt des Antrages sehr geschickt wählen. Einerseits darf das Vermögen zu diesem Zeitpunkt nicht größer als 5200€ sein, andererseits darf das Einkommen ab dem Zeitpunkt der Antragstellung ja nicht 4800€ übersteigen. Sehe ich das so richtig?

    Ja und Nein.


    Beim Vermögen hast Du recht: Es kommt auf den Tag der Antragstellung an, den Du selber wählen kannst. Der kann also im Monat sein, in dem die Ausbildung beginnt, aber auch drei Monate vorher liegen.


    Beim Einkommen dagegen kommt's auf den Schnitt des BWZ an, hier vermutlich 1.9.10 bis 31.8.11. Da hast Du praktisch keinen Einfluss.

  • hallo snowblind,
    erstmal vielen dank für die ausführliche antwort, hat mir sehr geholfen.
    hab das so verstanden das wir jetzt einfach mal den antrag stellen, vermögen ist ja noch unter der grenze. was dann bis september noch dazukommt ist egal. da sie ja im bwz keinen job ausführt sollte das mit dem einkommen auch in ordnung sein.


    Ich weiß nicht, ob diese Unterlagenanforderung legal ist. Aber das Amt will offenbar schauen, ob in den letzten sechs Monaten größere Vermögenswerte "weggeparkt" worden sind, um sie der Anrechnung zu entziehen.


    werd beim landratsamt mal bzgl. der vermögensumschichtung anfragen, vielleicht können die mir das ja genauer erklären. zumindest wäre es hilfreich den zeitraum zu wissen für den das ganze angefordert wird.


    gruß

  • hallo snowblind,
    erstmal vielen dank für die ausführliche antwort, hat mir sehr geholfen.
    hab das so verstanden das wir jetzt einfach mal den antrag stellen, vermögen ist ja noch unter der grenze. was dann bis september noch dazukommt ist egal. da sie ja im bwz keinen job ausführt sollte das mit dem einkommen auch in ordnung sein.


    Ich weiß nicht, ob diese Unterlagenanforderung legal ist. Aber das Amt will offenbar schauen, ob in den letzten sechs Monaten größere Vermögenswerte "weggeparkt" worden sind, um sie der Anrechnung zu entziehen.


    werd beim landratsamt mal bzgl. der vermögensumschichtung anfragen, vielleicht können die mir das ja genauer erklären. zumindest wäre es hilfreich den zeitraum zu wissen für den das ganze angefordert wird.
    theoretisch würde man beim nachreichen ja sonst sehen das sie im zeitraum zwischen antragstellung und bwz noch über den vermögensfreibetrag hinaus verdient hat und es könnte pobleme geben.
    wobei das gesetz in diesem fall ziemlich eindeutig formuliert und ich die legalität dieser anfrage auch für fragwürdig halte.


    gruß

  • werd beim landratsamt mal bzgl. der vermögensumschichtung anfragen, vielleicht können die mir das ja genauer erklären. zumindest wäre es hilfreich den zeitraum zu wissen für den das ganze angefordert wird.
    theoretisch würde man beim nachreichen ja sonst sehen das sie im zeitraum zwischen antragstellung und bwz noch über den vermögensfreibetrag hinaus verdient hat und es könnte pobleme geben.
    wobei das gesetz in diesem fall ziemlich eindeutig formuliert und ich die legalität dieser anfrage auch für fragwürdig halte.

    Naja, in der Tat kann ohne Not weggegebenes Vermögen als "rechtsmissbräuchlich übertragen" angesehen und damit angerechnet werden, auch wenn es sich nicht mehr auf einem Konto des Antragstellers befindet. Aber sowas kommt ohnehin meist raus.

  • das vermögen wird ja nicht übertragen. es vermehrt sich ja nur im zeitraum zwischen antragstellung und bwz über den freibetrag hinaus.
    das ist ja laut gesetz soweit ich die lesart richtig deute vollkommen in ordnung. da man aber in der erklärung am ende des antrags versichern muss, einkommens und vermögensänderungen nach antragstellung anzugeben frage ich mich ob dann rückwirkend bafög vermindert/abgelehnt werden kann? laut gesetz eigentlich nicht.


    finde es eigentlich recht schade das es leuten die versuchen sich etwas geld anzusparen um sich später evtl. ein studium finanzieren zu können so schwer gemacht wird. würde man sich in dem halben jahr zwischenzeit auf die faule haut legen und nichts tun (evtl. noch alo beziehen) hätte man kein problem bafög zu bekommen. geht man arbeiten wird man im prinzip bestraft und steht am ende sogar evtl. mit weniger geld da :mad:

  • Es geht dabei ja nicht um Leute wie Deine Freundin, die nach der Antragstellung ihr Vermögen vermehren. Bei diesen Unterlagenanforderungen für sechs Monate rückwirkend geht es - sozusagen umgekehrt - vielmehr um die Leute, die Vermögen vor der Anrechnung weggeben und damit "verstecken" wollen.

  • was ich aber dann nicht verstehe ist, das auch einkommensänderungen nach antragstellung angegeben werden müssen, selbst wenn sie nicht in den bwz fallen. oder lese ich das nur falsch :confused:

  • was ich aber dann nicht verstehe ist, das auch einkommensänderungen nach antragstellung angegeben werden müssen, selbst wenn sie nicht in den bwz fallen. oder lese ich das nur falsch :confused:

    Wohl nicht.


    Beim Vermögen gibt's 'ne Stichtagsregelung (Tag der Antragstellung). Fertig.


    Beim Einkommen dagegen gilt das Einkommen im BWZ. Die Prognose bei Antragstellung kann sich natürlich ändern. Und diese Änderungen müssen mitgeteilt werden.

  • Beim Einkommen dagegen gilt das Einkommen im BWZ. Die Prognose bei Antragstellung kann sich natürlich ändern. Und diese Änderungen müssen mitgeteilt werden.


    im bwz gibts in meinem fall ja kein einkommen. trotzdem sollen aber einkommensänderungen angegeben werden, auch vor dem bwz. das versteh ich immer noch nicht :confused:, was wollen die denn dann mit der angabe. meine freundin müsste also angeben wenn sie im juni zusätzlich noch nen job annimmt und sich ihr einkommen verändert. das tut doch aber eigentlich nichts zur sache, im bwz gibts ja kein einkommen und nur darauf kommt doch an oder?


    danke für deine geduld snowblind :)