BAföG bei verkürzer Ausbildung zum Rettungsassistenten

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  • Hallo liebe Forumgemeinde,


    ich beginne ab Mitte Juni eine verkürzte Ausbildung zum Rettungsassistenten. Das bedeutet, das ich aufgrund meiner Qualifikation als Rettungssanitäter den schulischen Unterrichtsteil, der normalerweise 1 Jahr dauert, auf 4 Monate verkürzen kann.


    Für diesen Zeitraum habe ich jetzt Schüler-BAföG beantragt und folgendes Schreiben erhalten (Auszug):


    "... Bei der verkürzten Ausbildung zum Rettungsassistenten müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
    Ich möchte Sie deshalb bitten, mir den Ausbildungsplan / Stundenplan zu schicken..."


    Was könnte der Beamte eurer Meinung nach damit gemeint haben??


    Vielen Dank schonmal im Voraus!

  • Da meine Glaskugel zurzeit in Reparatur ist, kann ich nur vermuten: Er will anhand des Stundenumfangs schauen, ob die Ausbildung Deine Arbeitskraft überhaupt voll in Anspruch nimmt (§ 2 Abs. 5 BAföG).


    Dann wäre mir allerdings schleierhaft, weshalb er Dich fragt und nicht die zuständige Behörde.

  • Hallo zusammen,


    hab heute mit dem zuständigen Sachbearbeiter telefoniert. Dieser sagte mir leider, dass für mich kein BAföG in Betracht kommt, da die Ausbildung nicht zwei Jahre dauert.
    Es wird die Zeit die ich für die Rettungssanitäterausbildung gebraucht habe (3 Monate), die Zeit für die verkürzte Rettungsassistentenausbildung (4 Monate) sowie das anschließende praktische Jahr zusammengerechnet. Ergibt -> 19 Monate.
    Was für ein Sch... da wird man bestraft, wenn man sich schon vorher eine Ausbildung gemacht hat um zu gucken ob der Beruf was für einen ist (dafür gab es natürlich auch kein BAföG) und jetzt hoffe ich das ich wenigstens noch den Bildungskredit bekomme, weil an den die gleichen Voraussetzungen wie für das BAföG gelten...

  • Zitat

    hab heute mit dem zuständigen Sachbearbeiter telefoniert. Dieser sagte mir leider, dass für mich kein BAföG in Betracht kommt, da die Ausbildung nicht zwei Jahre dauert.

    Das hört sich nicht gerade richtig an. Eine an sich unter § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG fallende BFS (zwei Jahre, berufsqualifizierend) wird nicht deshalb auf § 2 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 1a BAföG "heruntergestuft", weil individuell Vorausbildungszeiten angerechnet werden. Da würde ich gegen vorgehen.

  • Ja, was soll ich denn deiner Meinung nach in den Widerspruch reinschreiben. Kennst du irgendwelche Urteile?


    BAföG ist das eine Problem, das wären jedoch "nur" 212,- EUR die ich zusätzlich hätte.


    Größere Angst hab ich vor der Ablehnung des Bildungskredits aufgrund dieser Tatsache (wird auch nur für förderfähige Ausbildungen nach dem BAföG gewährt). Leider haben die im Moment so viel zu tun, das mein Antrag seit 3 Monaten bei denen in der Schublade verstaubt.
    Sollte der abgelehnt werden, kann ich die Ausbildung nicht bezahlen - das wäre natürlich richtig besch.....


    Für eure Beiträge bedanke ich mich im Voraus!!!!!

  • Zitat

    Kennst du irgendwelche Urteile?

    Nein.

    Zitat

    Ja, was soll ich denn deiner Meinung nach in den Widerspruch reinschreiben.

    Z.B. was ich bereits schrieb.


    Oder dass es ja nicht ernstlich so sein kann, dass die, die die Ausbildung individuell verkürzen können, dafür auch noch schlechter behandelt werden.


    Oder was in der Tz 2.1.23 BAföGVwV (hier auf diesen Seiten) steht: "Schüler einer Klasse sind förderungsrechtlich gleichzubehandeln. Maßgebend sind die für den Besuch der Ausbildungsstätte / Klasse allgemein vorgeschriebenen Zugangsvoraussetzungen; auf die individuelle Vorbildung des einzelnen Auszubildenden kommt es nicht an."


    Oder was in den Vorbemerkungen zum Ausbildungstättenverzeichnis Baden-Württemberg steht: "Werden die Berufskollegs I und II im Verzahnungsmodell durchgeführt, vermitteln sie einen berufsqualifizierenden Abschluss. Wenn der Auszubildende in diesem Fall bei der Stellung des Förderungsantrags für das BK I eine Erklärung dahingehend abgibt, dass er anschließend auch das BK II besuchen will, können die beiden einjährigen Ausbildungsgänge als zweijähriger Ausbildungsgang angesehen werden, so dass Ausbildungsförderung für das BK I und II nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG bewilligt werden kann. Kann ein Auszubildender wegen seiner Vorbildung sofort das BK II besuchen, ist ebenfalls eine Förderung nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG möglich."


    Helfen kann auch eine Petition beim Bundestag und/oder eine Beschwerde beim Landeswissenschaftsministerium.

    Zitat

    BAföG ist das eine Problem, das wären jedoch "nur" 212,- EUR die ich zusätzlich hätte.

    Bei Berufsfachschulausbildungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAföG gibt's drei Varianten:


    Du wohnst bei Deinen Eltern. Dann gibt's nur den sog. kleinen Bedarfssatz (zurzeit 212 € mtl.), und Du bist nicht von vornherein von HartzIV ausgeschlossen.


    Du wohnst nicht bei den Eltern, die auswärtige Unterbringung ist förderungsrechtlich aber nicht gerechtfertigt. Dann gibt's ebenfalls nur den sog. kleinen Bedarfssatz, und Du bist nicht von vornherein von HartzIV ausgeschlossen.


    Ist sie aber gerechtfertigt, gibt's den großen Bedarfssatz, dafür gibt's aber wohl kein HartzIV mehr. Möglicherweise gibt's hiervon aber wiederum Ausnahmen.


    Ob die auswärtige Unterbringung gerechtfertigt ist, ist ein schwieriges Kapitel für sich. Im Regelfall kommt's darauf an, ob diese oder eine Schule mit einer vergleichbaren Ausbildung vom Wohnort Deiner Eltern in zumutbarer Zeit erreichbar ist (mit ÖPNV tgl. nicht mehr als 2h hin und zurück). Auch dazu gelten inhaltlich § 2 Abs. 1a BAföG und die Verwaltungsvorschriften (hier auf diesen Seiten), vllt fällt Dir dazu etwas ein. Du kannst mich gerne weiter dazu fragen.


    Die Bedarfssätze findest Du in den §§ 12, 13a und 14b BAföG.



    Im Schwange ist eine BAföG-Änderung zum Spätsommer/Herbst. Sollte die kommen, entfällt Variante 2 mit der Prüfung, ob die auswärtige Unterbringung gerechtfertigt ist.