Mein Fall: Elternunabhängiges BAföG

  • Hallo,


    mir gehen schon seit langer Zeit tausende Gedanken zum Thema Studienfinanzierung durch den Kopf.


    Meine Situation ist folgende... ich mochte zum Wintersemester 2010 / 2011 nun endlich mein Studium beginnen und für mich Voraussetzung dafür ist es definitv, es ausschließlich über BAföG finanziert zu bekommen, ohne anderweitig Schulden machen zu müssen.


    Es ist so, ich bin 27 Jahre alt und werde am 1. Juli 2010 28. Ich habe eine dreijährige Berufsausbildung von meinen Eltern finanziert bekommen, der Abschluss ist heute fast 7 Jahre her, das war Juli 2003. Allerdings habe ich im Anschluss daran nur ein Jahr Erwerbstätigkeit vorzuweisen, keine 3 Jahre, wie es für elternunabhängiges BAföG Voraussetzung wäre. Ich hatte nur einen befristeten Vertrag bis Juli 2004. Ein Jahr lang, also bis Juli 2005, war ich dann arbeitslos und habe erst dann auf dem zweiten Bildungsweg begonnen, die allgemeine Hochschulreife nachzuholen, die ich dann im Winter 2008 bekam. Seitdem bin ich weiterhin arbeitslos und möchte nun studieren.


    Meine Eltern sind beide Berufstätig, sie sind nicht wirklich reich, aber sie sind beide in festen, unbefristeten Arbeitsverhältnissen, was heutzutage ja nicht mehr jeder von sich behaupten kann und ich befürchte, dass sie ein kleines bißchen zu viel verdienen, sodass sie wahrscheinlich mit ran müssten, wobei mein Vater vor einigen Monaten einen Arbeitsunfall hatte und zurzeit arbeitsunfähig ist. Er bekommt sein Geld im Moment von der Berufsgenossenschaft und es steht im Raum, dass er vielleicht sogar zwangsverrentet wird, weil er seinen Beruf mit der Verletzung nicht mehr ausüben können wird.


    Ich sehe meine einzige Chance auf elternunabhängiges BAföG im Vorausleistungsantrag mit der Hoffnung darauf, dass meine Eltern nicht mehr zur Finanzierung verpflichtet werden, weil sie mir ja bereits eine Berufsausbildung finanziert haben und auch mit 7 Jahren Abstand zwischen der Berufsausbildung und dem Studium kein zeitlicher Zusammenhang mehr bestehen dürfte. Außerdem war der Werdegang nie so geplant, Ziel war es für mich bisher immer, Arbeit zu finden. Ich habe die Berufsausbildung gemacht um Arbeit zu finden und auch das Abitur um Arbeit zu finden. Es war also nie geplant, dass ich die Berufsausbildung machen sollte um mit dem Studium darauf aufzubauen, andererseits besteht unter Umständen ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Ausbildung und Studium, ich bin gelernter Verwaltungsfachangestellter für Kommunalverwaltung und möchte Rechtswissenschaften studieren.


    Jetzt frag ich euch, wie stehen meine Chancen, bzw. auch vor allem die Chancen meiner Eltern wenn ich 'n Vorausleistungsantrag einreiche?

  • Zitat

    Ich sehe meine einzige Chance auf elternunabhängiges BAföG im Vorausleistungsantrag mit der Hoffnung darauf, dass meine Eltern nicht mehr zur Finanzierung verpflichtet werden, weil sie mir ja bereits eine Berufsausbildung finanziert haben und auch mit 7 Jahren Abstand zwischen der Berufsausbildung und dem Studium kein zeitlicher Zusammenhang mehr bestehen dürfte.

    Sehe ich im Ergebnis auch so.

    Zitat

    Jetzt frag ich euch, wie stehen meine Chancen, bzw. auch vor allem die Chancen meiner Eltern wenn ich 'n Vorausleistungsantrag einreiche?

    Wenn Deine Eltern nicht zahlen, bekommst Du die angerechneten Unterhaltsbeträge als Vorausleistung; für Dich also gute Chancen.


    Deine Eltern bleiben von Unterhaltsforderungen verschont, wenn bzw. soweit sie auch nach dem Unterhaltsrecht nicht zur Unterhaltszahlung verpflichtet sind. Das ist aber 'ne zivilrechtliche Frage, die in einem BAföG-Forum vllt nicht so gut aufgehoben ist.